What's Next? Michael Crichton's and Mikhail Bulgakov's Criticism of Fetishism in the Life Sciences

What's Next? Michael Crichton's and Mikhail Bulgakov's Criticism of Fetishism in the Life Sciences What's Next? Michael Crichtons und Mikhail Bulgakovs Kritik der Fetischisierung in den Lebenswissenschaften. Dieser Beitrag wurde angeregt durch den Thriller Next (2006) von Michael Crichton. Im Gegensatz zu dessen State of Fear (2004), wo die Behandlung eines aktuellen wissenschaftspolitischen Problems – des Klimawandels – mit einer harschen Kritik am Umgang politischer Aktivisten mit wissenschaftlichen Ergebnissen einhergeht, setzt Next Hoffnungen und Ängste ins Zentrum, die im Zusammenhang mit dem ‚Human Genome Project‘ verhandelt wurden. Crichton stellt hier wissenschaftlich‐ökonomische Verflechtungen dar, vor denen er schon in seinen Romanen zu Jurassic Park (1990) warnte. Hier wird auf die Gefahr der Fetischisierung im Zusammenhang mit utopisch untermalten wissenschaftlich‐technischen Großprojekten und der Phantasie ‚Leben zu machen‘ hingewiesen, und es werden entsprechende Motive und Narrative der ,longue‐durée‘ aufgegriffen, z.B. künstliche Menschen, menschliche Hybris und das Außer‐Kontrolle‐Geraten wissenschaftlich‐technischer Großprojekte. Unter der Fragestellung, wie kritische Wissenschaftsreflexion im Medium von Literatur erfolgen kann und was der spezifische Beitrag aus der Wissenschaftsgeschichte wäre, behandelt dieser Essay neben Werken von Michael Crichton (vor allem Next und Lost World, 1997) auch die satirischen Novellen Die verhängnisvollen Eier (1924/1925) und Hundeherz (1926/1968) von Mikhail Bulgakov, da bereits dort die (mögliche) künstliche Hervorbringung von Lebewesen unter der Bedingung eines (versuchten) direkten Zugriffs auf deren Reproduktionsmechanismen fokussiert wurde. Wissenschaftskritik als Gesellschaftskritik zeigt sich hier als Reflexion auf die Grenzen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und auf die Verantwortung der entlang dieser Grenzen agierenden Menschen, aber auch auf strukturelle Gewalt und deren Auswirkungen auf die Verhältnisse zwischen Menschen und Naturdingen sowie unter Menschen. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Berichte Zur Wissenschaftsgeschichte Wiley

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Publisher
Wiley
Copyright
© 2018 Wiley‐VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
ISSN
0170-6233
eISSN
1522-2365
D.O.I.
10.1002/bewi.201801890
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Abstract

What's Next? Michael Crichtons und Mikhail Bulgakovs Kritik der Fetischisierung in den Lebenswissenschaften. Dieser Beitrag wurde angeregt durch den Thriller Next (2006) von Michael Crichton. Im Gegensatz zu dessen State of Fear (2004), wo die Behandlung eines aktuellen wissenschaftspolitischen Problems – des Klimawandels – mit einer harschen Kritik am Umgang politischer Aktivisten mit wissenschaftlichen Ergebnissen einhergeht, setzt Next Hoffnungen und Ängste ins Zentrum, die im Zusammenhang mit dem ‚Human Genome Project‘ verhandelt wurden. Crichton stellt hier wissenschaftlich‐ökonomische Verflechtungen dar, vor denen er schon in seinen Romanen zu Jurassic Park (1990) warnte. Hier wird auf die Gefahr der Fetischisierung im Zusammenhang mit utopisch untermalten wissenschaftlich‐technischen Großprojekten und der Phantasie ‚Leben zu machen‘ hingewiesen, und es werden entsprechende Motive und Narrative der ,longue‐durée‘ aufgegriffen, z.B. künstliche Menschen, menschliche Hybris und das Außer‐Kontrolle‐Geraten wissenschaftlich‐technischer Großprojekte. Unter der Fragestellung, wie kritische Wissenschaftsreflexion im Medium von Literatur erfolgen kann und was der spezifische Beitrag aus der Wissenschaftsgeschichte wäre, behandelt dieser Essay neben Werken von Michael Crichton (vor allem Next und Lost World, 1997) auch die satirischen Novellen Die verhängnisvollen Eier (1924/1925) und Hundeherz (1926/1968) von Mikhail Bulgakov, da bereits dort die (mögliche) künstliche Hervorbringung von Lebewesen unter der Bedingung eines (versuchten) direkten Zugriffs auf deren Reproduktionsmechanismen fokussiert wurde. Wissenschaftskritik als Gesellschaftskritik zeigt sich hier als Reflexion auf die Grenzen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und auf die Verantwortung der entlang dieser Grenzen agierenden Menschen, aber auch auf strukturelle Gewalt und deren Auswirkungen auf die Verhältnisse zwischen Menschen und Naturdingen sowie unter Menschen.

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Berichte Zur WissenschaftsgeschichteWiley

Published: Jan 1, 2018

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