Zwillinge oder entfernte Verwandte? Strategien der Schulleitung in Schulen in deprivierter Lage in Deutschland und den USA

Zwillinge oder entfernte Verwandte? Strategien der Schulleitung in Schulen in deprivierter Lage... In der Schulentwicklungsliteratur wird vielfach die Bedeutung der Schulleitung für Entwicklungsprozesse insbesondere in Schulen mit sehr hohem Entwicklungsbedarf (z. B. Schulen in deprivierter Lage) betont. Die Daten, auf die sich diese Zuschreibung stützt, stammen allerdings größtenteils aus dem anglophonen Raum. Dabei ist davon auszugehen, dass sich das Schulleitungshandeln in anglophonen Ländern von dem in deutschsprachigen Ländern aufgrund der spezifischen Rahmenbedingungen unterscheidet. Der Beitrag nutzt Daten aus den PISA-Schulfragebögen, um zu analysieren, ob sich Schulleitungsstrategien im Schulentwicklungsprozess in Schulen in deprivierter Lage in Deutschland und den USA vergleichen lassen. Dabei werden die teilnehmenden Schulen zunächst nach Kontextmerkmalen in unterschiedlich stark „belastete“ Schulen eingeteilt. Anschließend werden Input-, Prozess- und Outputvariablen, die Autonomie der Schulleitung sowie die Häufigkeit der Nutzung von entwicklungsrelevanten Leadershipstrategien der am stärksten belasteten Schulen („Q4-Schulen“) innerhalb der Länder den weniger belasteten Schulen gegenübergestellt; die so beobachteten Muster werden zwischen den beiden Ländern verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Q4-Schulen in beiden Ländern v. a. signifikant höhere Probleme hinsichtlich des Schulklimas haben. Länderspezifische Unterschiede äußern sich dagegen hinsichtlich der Autonomie und der Leadershipstrategien. Die Schulleiter/innen in den Q4-Schulen aus den USA haben signifikant weniger Autonomie im pädagogischen Bereich als in den anderen Schulen, die Q4-Schulen in Deutschland unterscheiden sich in der Autonomie nicht von den anderen Schulen. Dagegen heben sich die Schulleiter/innen der deutschen Q4-Schulen durch einen signifikant höheren Einsatz von Strategien zur Lösung akuter Probleme von den anderen Schulen ab, während in den Schulen aus den USA keine Unterschiede in den Strategien erkennbar sind. Mögliche Ursachen hierfür werden im Artikel diskutiert. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Bildungsforschung Springer Journals

Zwillinge oder entfernte Verwandte? Strategien der Schulleitung in Schulen in deprivierter Lage in Deutschland und den USA

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Publisher
Springer Journals
Copyright
Copyright © 2015 by Springer Fachmedien Wiesbaden
Subject
Social Sciences; Demography
ISSN
2190-6890
eISSN
2190-6904
D.O.I.
10.1007/s35834-015-0138-8
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Abstract

In der Schulentwicklungsliteratur wird vielfach die Bedeutung der Schulleitung für Entwicklungsprozesse insbesondere in Schulen mit sehr hohem Entwicklungsbedarf (z. B. Schulen in deprivierter Lage) betont. Die Daten, auf die sich diese Zuschreibung stützt, stammen allerdings größtenteils aus dem anglophonen Raum. Dabei ist davon auszugehen, dass sich das Schulleitungshandeln in anglophonen Ländern von dem in deutschsprachigen Ländern aufgrund der spezifischen Rahmenbedingungen unterscheidet. Der Beitrag nutzt Daten aus den PISA-Schulfragebögen, um zu analysieren, ob sich Schulleitungsstrategien im Schulentwicklungsprozess in Schulen in deprivierter Lage in Deutschland und den USA vergleichen lassen. Dabei werden die teilnehmenden Schulen zunächst nach Kontextmerkmalen in unterschiedlich stark „belastete“ Schulen eingeteilt. Anschließend werden Input-, Prozess- und Outputvariablen, die Autonomie der Schulleitung sowie die Häufigkeit der Nutzung von entwicklungsrelevanten Leadershipstrategien der am stärksten belasteten Schulen („Q4-Schulen“) innerhalb der Länder den weniger belasteten Schulen gegenübergestellt; die so beobachteten Muster werden zwischen den beiden Ländern verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Q4-Schulen in beiden Ländern v. a. signifikant höhere Probleme hinsichtlich des Schulklimas haben. Länderspezifische Unterschiede äußern sich dagegen hinsichtlich der Autonomie und der Leadershipstrategien. Die Schulleiter/innen in den Q4-Schulen aus den USA haben signifikant weniger Autonomie im pädagogischen Bereich als in den anderen Schulen, die Q4-Schulen in Deutschland unterscheiden sich in der Autonomie nicht von den anderen Schulen. Dagegen heben sich die Schulleiter/innen der deutschen Q4-Schulen durch einen signifikant höheren Einsatz von Strategien zur Lösung akuter Probleme von den anderen Schulen ab, während in den Schulen aus den USA keine Unterschiede in den Strategien erkennbar sind. Mögliche Ursachen hierfür werden im Artikel diskutiert.

Journal

Zeitschrift für BildungsforschungSpringer Journals

Published: Oct 29, 2015

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