Wirtschaftspolitik als Institutionendesign: eineEinführung

Wirtschaftspolitik als Institutionendesign: eineEinführung List Forum (2017) 43:193–195 https://doi.org/10.1007/s41025-017-0076-4 EDITORIAL Wirtschaftspolitik als Institutionendesign: eine Einführung Mathias Erlei Online publiziert: 13. November 2017 © List-Gesellschaft e.V. 2017 Das Institutionendesign ist seit jeher ein zentraler Bestandteil der Wirtschaftspoli- tik in allen Wirtschaftssystemen. Institutionen schränken den Handlungsspielraum von bestimmten privaten und öffentlichen Akteuren ein, erzeugen damit neue Hand- lungsfreiräume bei anderen Entscheidungsträgern und setzen zugleich Anreize für Verhaltensweisen, die als gesellschaftlich wünschenswert angesehen werden. Aus diesen Gründen hat sich der Ausschuss für Wirtschaftspolitik (im Verein für Social- politik) auf seiner Jahrestagung mit dem Oberthema „Wirtschaftspolitik als Institu- tionendesign“ beschäftigt. Das vorliegende Sonderheft enthält die auf dieser Tagung gehaltenen wissenschaftlichen Vorträge. Im ersten Beitrag beschäftigt sich Jan Schnellenbach aus verhaltensökonomischer Sicht mit Problemen politischer Entscheidungsverfahren. Der Ansatzpunkt des Auf- satzes besteht darin, dass Politiker nicht nur den vielfach untersuchten Interessen- und Kontrollproblemen unterliegen, sondern dass ihre Entscheidungen natürlich auch von den normalen menschlichen Entscheidungsverzerrungen und Rationali- tätsmängeln, wie sie in der Verhaltensökonomik untersucht werden, behaftet sind. Hierauf aufbauend argumentiert er, dass die Delegation politischer Entscheidungen an politische Entscheidungsträger keineswegs als Substitut für die fehlende Rationa- lität der Bürger dienen kann. Vielmehr bedarf es eines offenen und wettbewerblichen politischen Entscheidungsverfahrens, das die systematischen Entscheidungsverzer- rungen der Individuen noch http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png List Forum für Wirtschafts- und Finanzpolitik Springer Journals

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Publisher
Springer Berlin Heidelberg
Copyright
Copyright © 2017 by List-Gesellschaft e.V.
Subject
Economics; Economics, general
ISSN
0937-0862
eISSN
2364-3943
D.O.I.
10.1007/s41025-017-0076-4
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Abstract

List Forum (2017) 43:193–195 https://doi.org/10.1007/s41025-017-0076-4 EDITORIAL Wirtschaftspolitik als Institutionendesign: eine Einführung Mathias Erlei Online publiziert: 13. November 2017 © List-Gesellschaft e.V. 2017 Das Institutionendesign ist seit jeher ein zentraler Bestandteil der Wirtschaftspoli- tik in allen Wirtschaftssystemen. Institutionen schränken den Handlungsspielraum von bestimmten privaten und öffentlichen Akteuren ein, erzeugen damit neue Hand- lungsfreiräume bei anderen Entscheidungsträgern und setzen zugleich Anreize für Verhaltensweisen, die als gesellschaftlich wünschenswert angesehen werden. Aus diesen Gründen hat sich der Ausschuss für Wirtschaftspolitik (im Verein für Social- politik) auf seiner Jahrestagung mit dem Oberthema „Wirtschaftspolitik als Institu- tionendesign“ beschäftigt. Das vorliegende Sonderheft enthält die auf dieser Tagung gehaltenen wissenschaftlichen Vorträge. Im ersten Beitrag beschäftigt sich Jan Schnellenbach aus verhaltensökonomischer Sicht mit Problemen politischer Entscheidungsverfahren. Der Ansatzpunkt des Auf- satzes besteht darin, dass Politiker nicht nur den vielfach untersuchten Interessen- und Kontrollproblemen unterliegen, sondern dass ihre Entscheidungen natürlich auch von den normalen menschlichen Entscheidungsverzerrungen und Rationali- tätsmängeln, wie sie in der Verhaltensökonomik untersucht werden, behaftet sind. Hierauf aufbauend argumentiert er, dass die Delegation politischer Entscheidungen an politische Entscheidungsträger keineswegs als Substitut für die fehlende Rationa- lität der Bürger dienen kann. Vielmehr bedarf es eines offenen und wettbewerblichen politischen Entscheidungsverfahrens, das die systematischen Entscheidungsverzer- rungen der Individuen noch

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Published: Nov 13, 2017

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