Wert der Erfassung von Karotisplaquemerkmalen mit B-Bild-Sonographie und farbkodierter Dopplersonographie

Wert der Erfassung von Karotisplaquemerkmalen mit B-Bild-Sonographie und farbkodierter... Einleitung: Die Klinik und die Angiographie (DSA) von Stenosen der hirnversorgenden Arterien sind die etablierten Kriterien für die Indikationsstellung zur Karotisdesobliteration (TEA). Patienten und Methodik: In einer prospektiven Studie mit 38 Patienten mit einseitiger A.-carotis-interna (ACI)-Stenose (36 Männer und 2 Frauen im Alter von 55–85 Jahren, Altersmittelwert 71 Jahre) wurde die präoperative Einschätzung der Plaquemorphologie mit farbkodierter Duplexsonographie (FKDS) und B-Mode-Sonographie (BS) anhand postoperativer histopathologischer Befunde an den in Eversionstechnik gewonnenen Plaquezylindern validiert. Ergebnisse: Die Einschätzung des ACI-Stenosegrades nach ECST-Kriterien lag hierbei im Mittel 5% unter dem angiographisch und pathologisch bestimmten Wert. Die Sensitivität (90%) und die Spezifität (94%) der FKDS bezüglich Plaqueinhomogenitäten lagen wesentlich höher als die der DSA (Sensitivität 15%; Spezifität 83,3%). Ein höherer Grad an Plaqueinhomogenität war nicht mit höheren Stenosegraden assoziiert (p=0,85). Ebenso bestand in unserem Kollektiv keine Korrelation zwischen ACI-Stenosegrad und klinischem Stadium des Trägers (p=0,94). Ein Zusammenhang zeigte sich hingegen zwischen Inhomogenität der Plaques und neurologischen Defiziten des Träger (p<0,001). Diskussion: Die Bedeutung dieses sehr deutlichen Zusammenhangs wird aktuell diskutiert. Mit der hohen Treffsicherheit der FKDS und BS bezüglich Plaqueinhomogenitäten bei einem positiven prädiktiven Wert von 94,7% und dem gezeigten Bezug zum klinischen Stadium ist es denkbar, sonographisch erhobene Plaquebefunde mehr in die Indikationsstellung zur Karotisdesobliteration einzubeziehen. Schlußfolgerung: Eine konsequente Aufarbeitung sonographischer Kriterien kann langfristig die Indikationsstellung zur prophylaktischen Karotischirurgie verbessern. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Gefässchirurgie Springer Journals

Wert der Erfassung von Karotisplaquemerkmalen mit B-Bild-Sonographie und farbkodierter Dopplersonographie

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Publisher
Springer-Verlag
Copyright
Copyright © 1998 by Springer-Verlag Berlin Heidelberg
Subject
Medicine & Public Health; Vascular Surgery
ISSN
0948-7034
D.O.I.
10.1007/PL00010510
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Abstract

Einleitung: Die Klinik und die Angiographie (DSA) von Stenosen der hirnversorgenden Arterien sind die etablierten Kriterien für die Indikationsstellung zur Karotisdesobliteration (TEA). Patienten und Methodik: In einer prospektiven Studie mit 38 Patienten mit einseitiger A.-carotis-interna (ACI)-Stenose (36 Männer und 2 Frauen im Alter von 55–85 Jahren, Altersmittelwert 71 Jahre) wurde die präoperative Einschätzung der Plaquemorphologie mit farbkodierter Duplexsonographie (FKDS) und B-Mode-Sonographie (BS) anhand postoperativer histopathologischer Befunde an den in Eversionstechnik gewonnenen Plaquezylindern validiert. Ergebnisse: Die Einschätzung des ACI-Stenosegrades nach ECST-Kriterien lag hierbei im Mittel 5% unter dem angiographisch und pathologisch bestimmten Wert. Die Sensitivität (90%) und die Spezifität (94%) der FKDS bezüglich Plaqueinhomogenitäten lagen wesentlich höher als die der DSA (Sensitivität 15%; Spezifität 83,3%). Ein höherer Grad an Plaqueinhomogenität war nicht mit höheren Stenosegraden assoziiert (p=0,85). Ebenso bestand in unserem Kollektiv keine Korrelation zwischen ACI-Stenosegrad und klinischem Stadium des Trägers (p=0,94). Ein Zusammenhang zeigte sich hingegen zwischen Inhomogenität der Plaques und neurologischen Defiziten des Träger (p<0,001). Diskussion: Die Bedeutung dieses sehr deutlichen Zusammenhangs wird aktuell diskutiert. Mit der hohen Treffsicherheit der FKDS und BS bezüglich Plaqueinhomogenitäten bei einem positiven prädiktiven Wert von 94,7% und dem gezeigten Bezug zum klinischen Stadium ist es denkbar, sonographisch erhobene Plaquebefunde mehr in die Indikationsstellung zur Karotisdesobliteration einzubeziehen. Schlußfolgerung: Eine konsequente Aufarbeitung sonographischer Kriterien kann langfristig die Indikationsstellung zur prophylaktischen Karotischirurgie verbessern.

Journal

GefässchirurgieSpringer Journals

Published: May 18, 1998

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