Wenn Wahlen etwas verändern würden...

Wenn Wahlen etwas verändern würden... Sozial Extra 4 2017: 6-6 DOI 10.1007/s12054-017-0061-4 Extrablick  Wahlprogramme zur Sozialen Arbeit Wenn Wahlen etwas verändern würden… Erwartungen der Sozialen Arbeit an die Bundestagswahl Dieser Schwerpunkt steht im Zeichen der Bundestagswahl und ihren Implikationen für Kinder- und Ju- gendhilfe, Sozialpädagogik bzw. Soziale Arbeit: Was bringen die Wahlen für die Soziale Arbeit, für die Kinder- und Jugendhilfe, für die Betro enen und Beschäftigten? Ist ein bedeutsamer Wandel prognosti - zierbar? Was wird mit dem Kinder- und Jugendhilfegesetz im SGB VIII? Sind (Gesetzes-) Änderungen in die richtige Richtung zu erwarten? Oder verbleiben alle im Modus der erlernten neoliberalen Resignation, des technokratischen sowie „projektitischen“ Durchwurschtelns und des Dogmas der Alternativlosigkeit? as steht also sozialarbeiterisch und sozialpädago- Bundestag be˜ndlichen Parteien deutliche Unterschiede er- gisch zur Wahl? Was kann, darf, muss sich die kennen. Zentrale Di erenzen erblickt er in den Alternativen WKinder- und Jugendhilfe von den Parteien er- der Stärkung von Investitionen in ö entliche Daseinsvorsor - warten? Wie betrachten die Parteien das Feld der Sozialen ge (und damit auch Soziale Arbeit, Kinder- und Jugendhil- Arbeit, wo sehen sie Handlungsbedarf? Welche Versprechen fe usw.) versus verstärkter Kürzungs- und Privatisierungs- und welche Vorgehensweisen lassen sich ermitteln? Können kurs sowie in den Zukunftskonzepten einer Ö nung oder Fachkräfte und Institutionen mit der notwendigen ideel- einer Schließung der Gesellschaft hinsichtlich der National- len und materiellen Würdigung rechnen? Werden Proble- staatlichkeit. me erkannt und die Betro enen mit einbezogen in Entschei - Wolfgang Hammer untersucht wesentliche Aspekte und dungsprozesse? Oder gilt auch hier nur die Fortsetzung der Hintergründe, Strukturen und Auswirkungen der geplan- „marktkonformen Demokratie“ (Angela Merkel) in der So- ten Jugendhilfe-Reformversuche der Bundesregierung. Nach zialen Arbeit als Nonplusultra aller politischer Programme? deren fundierten Kritik weist er darauf hin, wie wichtig Kin- Während sich manche nicht entscheiden können, ob sie der- und Elternrechte in der Kinder- und Jugendhilfe sind, „mehr Zeit für Gerechtigkeit“ oder „Zeit für mehr Gerech- und dass sie nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen. tigkeit“ als Wahlkampfslogan wählen wollen, untersucht Ul- Er nennt auch Minimalstandards für die Neuauœage einer rich Schneider das Verhältnis zwischen Gerechtigkeit und Jugendhilfe-Reform in der kommenden Legislaturperiode. (Un-) Gleichheit. Dabei geht er der Frage nach, warum ei- Schließlich betont Michael Klundt den enorm gewachse- ne Mehrheit ständig Parteien wählt, die zur Verschärfung nen Reichtum dieser Gesellschaft, welcher bei den verschie- von Vermögensungleichheit im Lande beitragen und damit denen Finanzierungsfragen Sozialer Arbeit, Kinder- und Ju- den Interessen der Bevölkerungsmehrheit zuwiderhandeln. gendhilfe oft zu kurz kommt. Die viele Probleme der Kin- Verena Klomann und Barbara Schermaier-Stöckl nehmen der- und Jugendhilfe sowie der Sozialen Arbeit insgesamt Parteiprogramme unter die „SGB VIII-Reform-Lupe“. Lei- maßgeblich mitverursachende (Kinder-) Armut sieht er als der ˜nden sie dabei erstaunlich wenig Substanzielles. Daher politisch zu verantwortende Form der Kindeswohlgefähr - kommen sie zu einem ernüchternden Ergebnis angesichts der dung an und setzt damit den Akzent auf eine notwendige vielen Kontroversen der letzten Jahre, z.B. um eine „große inner- und außerparlamentarische Politisierung der Profes - Reform“ des KJHG (z.B. bezüglich Inklusion). sion vor und nach Wahlen. Für Christian Dohmen lassen sich durch die Vorstellung Die Autor_innen haben also unterschiedliche Vorstellun- wichtiger Forderungen der voraussichtlich ab September im gen davon, wie diese und andere Fragen der Sozialen Ar- beit bezüglich der Bundestagswahl zu beurteilen sind. Aller- dings sind sie zumindest darin einig, dass es bei dieser Bun- Michael Klundt *1973 destagswahl tatsächlich um etwas geht, dass sich alternative Konzepte gegenüberstehen. Manche wagen auch schon ei- Prof. Dr. päd., Professor für Kinderpolitik im Studiengang Ange- wandte Kindheitswissenschaften des Fachbereichs Angewandte nen Blick in die sozialarbeiterische Mobilisierungsnotwen- Humanwissenschaften an der Hochschule Magdeburg-Stendal. digkeit auch außerhalb der Parlamente nach der Bundestags- michael.klundt@hs-magdeburg.de wahl. s http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Sozial Extra Springer Journals

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Publisher
Springer Fachmedien Wiesbaden
Copyright
Copyright © 2017 by Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Subject
Social Sciences; Social Sciences, general; Education, general; Social Work
ISSN
0931-279X
eISSN
1863-8953
D.O.I.
10.1007/s12054-017-0061-4
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