Tinea barbae profunda durch Trichophyton mentagrophytes nach Thailand-Reise

Tinea barbae profunda durch Trichophyton mentagrophytes nach Thailand-Reise Die Tinea barbae ist eine sehr seltene Dermatophytose. Hier wird eine Tinea barbae profunda als Folge einer Reise nach Südostasien beschrieben. Ein Geschäftsmann erkrankte nach einer Thailand-Reise an einer foudroyant verlaufenden abszedierenden Infektion im Oberlippen- und Bartbereich. Die anfängliche Therapie mit Aciclovir p. o. und Ciprofloxacin p. o., später Ampicillin + Sulbactam i. v., war erfolglos. In einer Probeexzision war histologisch mittels Grocott-Gomori-Methenamin-Silber-Färbung Pilzmyzel erkennbar. Daraufhin wurde mit Terbinafin 250 mg über ca. 4 Wochen behandelt, topisch mit 1 % Ciclopiroxolamin-haltiger Creme. In der Pilzkultur wuchs Trichophyton (T.) mentagrophytes. Zwischenzeitlich erkrankte die deutsche Ehefrau des Patienten an einer Tinea faciei. Aus Hautschuppen von der Wange ließ sich ebenfalls T. mentagrophytes anzüchten. Der zoophile Dermatophyt war identisch mit anderen aktuell in Deutschland gefundenen zoophilen Stämmen von T. mentagrophytes, die ebenfalls in Thailand erworben wurden. Der Patient hatte in Thailand Kontakt zu Female Sexworkern, die als potenzielle Infektionsquelle der Dermatophytose angesehen werden können. Tierkontakt bestand nicht. Die Infektionskette der Dermatophytose aus Thailand reichte wahrscheinlich von der thailändischen Sexworkerin über den hier vorgestellten Patienten bis zu seiner Ehefrau in Deutschland. Dieser Infektionsweg ist erst seit 1 bis 2 Jahren bekannt, bislang wurden in Deutschland, der Schweiz und Österreich jedoch ausschließlich pubogenitale Infektionen (Tinea genitalis profunda) durch T. mentagrophytes nach Südostasien-Reisen beschrieben. Zur Behandlung müssen oral verabreichte Antimykotika eingesetzt werden, an erster Stelle kommt Terbinafin in Betracht, alternativ Fluconazol oder Itraconazol. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Der Hautarzt Springer Journals

Tinea barbae profunda durch Trichophyton mentagrophytes nach Thailand-Reise

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Publisher
Springer Journals
Copyright
Copyright © 2017 by Springer Medizin Verlag GmbH
Subject
Medicine & Public Health; Dermatology; Immunology; Allergology; Proctology
ISSN
0017-8470
eISSN
1432-1173
D.O.I.
10.1007/s00105-017-4008-2
Publisher site
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Abstract

Die Tinea barbae ist eine sehr seltene Dermatophytose. Hier wird eine Tinea barbae profunda als Folge einer Reise nach Südostasien beschrieben. Ein Geschäftsmann erkrankte nach einer Thailand-Reise an einer foudroyant verlaufenden abszedierenden Infektion im Oberlippen- und Bartbereich. Die anfängliche Therapie mit Aciclovir p. o. und Ciprofloxacin p. o., später Ampicillin + Sulbactam i. v., war erfolglos. In einer Probeexzision war histologisch mittels Grocott-Gomori-Methenamin-Silber-Färbung Pilzmyzel erkennbar. Daraufhin wurde mit Terbinafin 250 mg über ca. 4 Wochen behandelt, topisch mit 1 % Ciclopiroxolamin-haltiger Creme. In der Pilzkultur wuchs Trichophyton (T.) mentagrophytes. Zwischenzeitlich erkrankte die deutsche Ehefrau des Patienten an einer Tinea faciei. Aus Hautschuppen von der Wange ließ sich ebenfalls T. mentagrophytes anzüchten. Der zoophile Dermatophyt war identisch mit anderen aktuell in Deutschland gefundenen zoophilen Stämmen von T. mentagrophytes, die ebenfalls in Thailand erworben wurden. Der Patient hatte in Thailand Kontakt zu Female Sexworkern, die als potenzielle Infektionsquelle der Dermatophytose angesehen werden können. Tierkontakt bestand nicht. Die Infektionskette der Dermatophytose aus Thailand reichte wahrscheinlich von der thailändischen Sexworkerin über den hier vorgestellten Patienten bis zu seiner Ehefrau in Deutschland. Dieser Infektionsweg ist erst seit 1 bis 2 Jahren bekannt, bislang wurden in Deutschland, der Schweiz und Österreich jedoch ausschließlich pubogenitale Infektionen (Tinea genitalis profunda) durch T. mentagrophytes nach Südostasien-Reisen beschrieben. Zur Behandlung müssen oral verabreichte Antimykotika eingesetzt werden, an erster Stelle kommt Terbinafin in Betracht, alternativ Fluconazol oder Itraconazol.

Journal

Der HautarztSpringer Journals

Published: Jun 14, 2017

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