Studie untersucht Adhärenz: Wie gut wirkt die HCV-Therapie bei mäßiger Therapietreue?

Studie untersucht Adhärenz: Wie gut wirkt die HCV-Therapie bei mäßiger Therapietreue? aktuell Leberkrebsinzidenz nach DAA-Behandlung bei Bei HCV-Elimination zeigten sich folgende adjustierten Hazard 0,29 pro 100 Patientenjahre Ratios in Abhängigkeit vor der Behandlung: Die Patienten wurden in der Analyse im Schnitt 6,1 Jahre beob - ▶ 0,29 bei  erapie mit DAA achtet. Bei 3.271 Patienten wurde wenigstens sechs Monate nach ▶ 0,48 bei  erapie mit DAA plus Interferon HCV- erapiebeginn eine Leberkrebsdiagnose gestellt. Die Au - ▶ 0,32 bei  erapie mit Interferon toren berechneten folgende Inzidenzen (Fälle pro 100 Patien- Fazit: Die heutigen Interferon-freien Standardtherapien sen- tenjahre): ken das Leberkrebsrisiko nach erfolgter HCV-Heilung um 71 %. ▶ 3,32 bei Zirrhotikern mit  erapieversagen Das Krebsrisiko liegt dabei nicht höher als bei einer erfolgrei- ▶ 1,97 bei Zirrhotikern mit erfolgreicher  erapie chen Interferon- erapie. Dr. med. Dirk Einecke ▶ 0,87 bei Patienten ohne Zirrhose und  erapieversagen ▶ 0,24 bei Patienten ohne Zirrhose und e rfolgreicher  erapie The Liver Meeting 2017, AASLD-Kongress, Washington, 20. – 24.10.2017 Studie untersucht Adhärenz: Wie gut wirkt die HCV-Therapie bei mäßiger Therapietreue? Moderne Therapien heilen nahezu alle HCV-Patien- kam es in beiden Gruppen zusammen bei neun Patienten zu ten. Eine Studie mit der Kombination Glecaprevir/ einem virologischen Versagen und bei 19 Patienten zu einem Piprentasvir zeigt jetzt: Das gilt selbst für Patienten Rückfall. mit Compliance-Problemen. Nach Berechnungen der Autoren liegt die Heilungsrate unter einer G/P- erapie mindestens bei 90 %, wenn nur die Häl°e aller Medikamente eingenommen wird. Die Autoren wollen die- Bei Glecaprevir/Piprentasvir (G/P, Maviret®) handelt es sich um se Daten aber nicht als Au®orderung zum Pillensparen inter - eine kürzlich zugelassene, gegen alle sechs HCV-Genotypen pretiert wissen, sondern als eine Beruhigung für den Arzt und wirksame Kombination für nicht vorbehandelte Patienten, be- den Patienten, wenn es mit der Einnahmedisziplin zuweilen richtete Dr. Ashley S. Brown vom Imperial College in London. hapert. Dr. med. Dirk Einecke Patienten ohne Zirrhose werden acht Wochen behandelt, Pati - enten mit Zirrhose zwölf Wochen. Die dabei erzielten Heilungs- The Liver Meeting 2017, AASLD-Kongress, Washington, 20. – 24.10.2017 oder SVR12-Raten liegen bei 98 % respektive 96 %. Auch bei häu¢gen Resistenzpolymorphismen wie Y93H oder Q80K wirkt das duale Medikament zuverlässig. Ziel der vorgestellten Studie war es, im Rahmen einer Analy- HCV-Ausheilung: Deutlicher Zuwachs der se aller Phase-II- und Phase-III-Zulassungsstudien die Wirk- Lebensqualität bei multimorbiden Patienten samkeit in Abhängigkeit von der  erapieadhärenz zu untersu - chen [Brown AS et al. AASLD 2017, Abstract 198). Letztere wu- r Eine HCV-Ausheilung führt kurz- und mittelfristig zu einer Verbesserung de mittels Pillenzählung bestimmt. Non-Adhärenz war de¢niert der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Patienten mit Komorbiditä- als Einnahme von < 80 % oder > 120 % der vorgesehenen Tablet- ten profitieren am deutlichsten. Drei-Jahresergebnisse bezüglich der Lebensqualität nach einer HCV- ten bei einer Kontrolluntersuchung. Von 2.091 untersuchten Pa- Therapie berichtete Dr. Zobair Younoussi, Falls Church/ Virginia [Younussi tienten erwiesen sich 1.851 als adhärent, 240 Patienten wiesen ZM et al., AALSD 2017, Abstract 64]. Compliance-Probleme auf, wobei 235 zu wenig und fünf zu vie - In der Studie füllten 3.486 Patienten halbjährlich eine Kurzform des le Tabletten eingenommen hatten. „Health related Qualit y of Life“-Score (HRQL) aus, der 36 Parameter er fass- te (SF-36). Die im Schnitt 53-jährigen Patienten wiesen zu 16 % eine Zir- Prädiktoren für schlechte Adhärenz rhose auf, zu 12 % eine HIV-Koinfektion, zu 10 % einen Diabetes mellitus, Als Prädiktoren oder Risikofaktoren für Non-Adhärenz konn- zu 25 % eine Depression und zu 16 % eine Angststörung. Der SR-36-Sum- ten in einer multivariaten Regressionsanalyse Alkohol- und Ta- mar y Score zeigte signifikante Verbesserungen sowohl für das körperliche (von 50,5 auf 52,5) als auch das mentale (von 49,5 auf 52) Wohlbefinden bakkonsum ermittelt werden, zudem kompensierte Leberzirr- nach einem Jahr sowie nach drei Jahren. hose und schwere Niereninsu«zienz sowie – überraschender- In der multivariaten Analyse erwiesen sich Zirrhose, Depression, Angst weise – Infektion durch den Genotyp 3. und erhebliche Abgeschlagenheit als Faktoren, welche die Lebensquali- tät am stärksten beeinträchtigten. Patienten mit den Komorbiditäten De- Medikamentenkombination verzeiht Einnahmefehler pression, Fatigue, Schlafstörungen, Diabetes mellitus und Zirrhose erziel- Die nachlässige Tabletteneinnahme hatte jedoch keinen negati- ten andererseits den größten Gewinn an Lebensqualität durch die Hei- ven E®ekt auf das Behandlungsergebnis. Die SVR12-Raten be - lung der Hepatitis C. Dr. med. Dirk Einecke trugen in der ITT-Analyse 98 % (Adhärenz) und 95 % (Non-Ad- härenz). Bei ausschließlicher Betrachtung der tatsächlichen vi- The Liver Meeting 2017, AASLD-Kongress, Washington, 20. – 24.10.2017 rologischen Versager in der modi¢zierten ITT-Analyse beliefen sich die Heilungsraten in beiden Gruppen auf 99 %. Insgesamt GASTRO-NEWS 2017; 04 (2) 49 http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Gastro-News Springer Journals

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Publisher
Springer Medizin
Copyright
Copyright © 2017 by Springer Medizin Verlag GmbH
Subject
Medicine & Public Health; Gastroenterology; Internal Medicine; Hepatology; Colorectal Surgery
ISSN
1869-1005
eISSN
2520-8667
D.O.I.
10.1007/s15036-017-0282-1
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Abstract

aktuell Leberkrebsinzidenz nach DAA-Behandlung bei Bei HCV-Elimination zeigten sich folgende adjustierten Hazard 0,29 pro 100 Patientenjahre Ratios in Abhängigkeit vor der Behandlung: Die Patienten wurden in der Analyse im Schnitt 6,1 Jahre beob - ▶ 0,29 bei  erapie mit DAA achtet. Bei 3.271 Patienten wurde wenigstens sechs Monate nach ▶ 0,48 bei  erapie mit DAA plus Interferon HCV- erapiebeginn eine Leberkrebsdiagnose gestellt. Die Au - ▶ 0,32 bei  erapie mit Interferon toren berechneten folgende Inzidenzen (Fälle pro 100 Patien- Fazit: Die heutigen Interferon-freien Standardtherapien sen- tenjahre): ken das Leberkrebsrisiko nach erfolgter HCV-Heilung um 71 %. ▶ 3,32 bei Zirrhotikern mit  erapieversagen Das Krebsrisiko liegt dabei nicht höher als bei einer erfolgrei- ▶ 1,97 bei Zirrhotikern mit erfolgreicher  erapie chen Interferon- erapie. Dr. med. Dirk Einecke ▶ 0,87 bei Patienten ohne Zirrhose und  erapieversagen ▶ 0,24 bei Patienten ohne Zirrhose und e rfolgreicher  erapie The Liver Meeting 2017, AASLD-Kongress, Washington, 20. – 24.10.2017 Studie untersucht Adhärenz: Wie gut wirkt die HCV-Therapie bei mäßiger Therapietreue? Moderne Therapien heilen nahezu alle HCV-Patien- kam es in beiden Gruppen zusammen bei neun Patienten zu ten. Eine Studie mit der Kombination Glecaprevir/ einem virologischen Versagen und bei 19 Patienten zu einem Piprentasvir zeigt jetzt: Das gilt selbst für Patienten Rückfall. mit Compliance-Problemen. Nach Berechnungen der Autoren liegt die Heilungsrate unter einer G/P- erapie mindestens bei 90 %, wenn nur die Häl°e aller Medikamente eingenommen wird. Die Autoren wollen die- Bei Glecaprevir/Piprentasvir (G/P, Maviret®) handelt es sich um se Daten aber nicht als Au®orderung zum Pillensparen inter - eine kürzlich zugelassene, gegen alle sechs HCV-Genotypen pretiert wissen, sondern als eine Beruhigung für den Arzt und wirksame Kombination für nicht vorbehandelte Patienten, be- den Patienten, wenn es mit der Einnahmedisziplin zuweilen richtete Dr. Ashley S. Brown vom Imperial College in London. hapert. Dr. med. Dirk Einecke Patienten ohne Zirrhose werden acht Wochen behandelt, Pati - enten mit Zirrhose zwölf Wochen. Die dabei erzielten Heilungs- The Liver Meeting 2017, AASLD-Kongress, Washington, 20. – 24.10.2017 oder SVR12-Raten liegen bei 98 % respektive 96 %. Auch bei häu¢gen Resistenzpolymorphismen wie Y93H oder Q80K wirkt das duale Medikament zuverlässig. Ziel der vorgestellten Studie war es, im Rahmen einer Analy- HCV-Ausheilung: Deutlicher Zuwachs der se aller Phase-II- und Phase-III-Zulassungsstudien die Wirk- Lebensqualität bei multimorbiden Patienten samkeit in Abhängigkeit von der  erapieadhärenz zu untersu - chen [Brown AS et al. AASLD 2017, Abstract 198). Letztere wu- r Eine HCV-Ausheilung führt kurz- und mittelfristig zu einer Verbesserung de mittels Pillenzählung bestimmt. Non-Adhärenz war de¢niert der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Patienten mit Komorbiditä- als Einnahme von < 80 % oder > 120 % der vorgesehenen Tablet- ten profitieren am deutlichsten. Drei-Jahresergebnisse bezüglich der Lebensqualität nach einer HCV- ten bei einer Kontrolluntersuchung. Von 2.091 untersuchten Pa- Therapie berichtete Dr. Zobair Younoussi, Falls Church/ Virginia [Younussi tienten erwiesen sich 1.851 als adhärent, 240 Patienten wiesen ZM et al., AALSD 2017, Abstract 64]. Compliance-Probleme auf, wobei 235 zu wenig und fünf zu vie - In der Studie füllten 3.486 Patienten halbjährlich eine Kurzform des le Tabletten eingenommen hatten. „Health related Qualit y of Life“-Score (HRQL) aus, der 36 Parameter er fass- te (SF-36). Die im Schnitt 53-jährigen Patienten wiesen zu 16 % eine Zir- Prädiktoren für schlechte Adhärenz rhose auf, zu 12 % eine HIV-Koinfektion, zu 10 % einen Diabetes mellitus, Als Prädiktoren oder Risikofaktoren für Non-Adhärenz konn- zu 25 % eine Depression und zu 16 % eine Angststörung. Der SR-36-Sum- ten in einer multivariaten Regressionsanalyse Alkohol- und Ta- mar y Score zeigte signifikante Verbesserungen sowohl für das körperliche (von 50,5 auf 52,5) als auch das mentale (von 49,5 auf 52) Wohlbefinden bakkonsum ermittelt werden, zudem kompensierte Leberzirr- nach einem Jahr sowie nach drei Jahren. hose und schwere Niereninsu«zienz sowie – überraschender- In der multivariaten Analyse erwiesen sich Zirrhose, Depression, Angst weise – Infektion durch den Genotyp 3. und erhebliche Abgeschlagenheit als Faktoren, welche die Lebensquali- tät am stärksten beeinträchtigten. Patienten mit den Komorbiditäten De- Medikamentenkombination verzeiht Einnahmefehler pression, Fatigue, Schlafstörungen, Diabetes mellitus und Zirrhose erziel- Die nachlässige Tabletteneinnahme hatte jedoch keinen negati- ten andererseits den größten Gewinn an Lebensqualität durch die Hei- ven E®ekt auf das Behandlungsergebnis. Die SVR12-Raten be - lung der Hepatitis C. Dr. med. Dirk Einecke trugen in der ITT-Analyse 98 % (Adhärenz) und 95 % (Non-Ad- härenz). Bei ausschließlicher Betrachtung der tatsächlichen vi- The Liver Meeting 2017, AASLD-Kongress, Washington, 20. – 24.10.2017 rologischen Versager in der modi¢zierten ITT-Analyse beliefen sich die Heilungsraten in beiden Gruppen auf 99 %. Insgesamt GASTRO-NEWS 2017; 04 (2) 49

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Published: Dec 1, 2017

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