Schmerztherapie bei Intensivpatienten

Schmerztherapie bei Intensivpatienten Schmerzen gehören zu den Erinnerungen an eine intensivmedizinische Behandlung, die Patienten am meisten belasten, und haben eine Reihe negativer physiologischer Konsequenzen. Mehr als die Hälfte aller Patienten berichten von mäßigen oder starken Schmerzen während ihrer Intensivbehandlung, insbesondere im Zusammenhang mit diagnostischen oder therapeutischen Prozeduren. Schmerzen und ihre funktionellen Konsequenzen bei Intensivpatienten sollten daher konsequent erfasst und behandelt werden. Im Mittelpunkt der pharmakologischen Schmerztherapie stehen Opioide wegen ihrer hohen analgetischen Potenz, nachteilig sind jedoch gastrointestinale Motilitätsstörungen und Toleranzentwicklungen. Bei Nichtopioiden ist die potenzielle Organtoxizität von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) bzw. Paracetamol zu beachten. Ketamin und α2-Agonisten können das analgetische Konzept ergänzen. In Analogie zur perioperativen Anwendung erscheint die i. v.-Gabe von Lidocain aufgrund eines reduzierten Opioidbedarfs und einer verbesserten gastrointestinalen Motilität auch in der Intensivmedizin vertretbar. Bei Regionalanalgesieverfahren sollte eine sorgfältige Abwägung zwischen ihrer oft guten Wirksamkeit und potenziellen Komplikationen durchgeführt werden. Nichtmedikamentöse Verfahren – insbesondere die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) – haben sich in der postoperativen Schmerztherapie sehr bewährt. Auch wenn kaum Daten aus der Intensivmedizin vorliegen, erscheint ein Therapieversuch wegen ihrer geringen Komplikationsträchtigkeit gerechtfertigt. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Der Anaesthesist Springer Journals

Schmerztherapie bei Intensivpatienten

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Publisher
Springer Medizin
Copyright
Copyright © 2018 by Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature
Subject
Medicine & Public Health; Anesthesiology; Emergency Medicine; Intensive / Critical Care Medicine; Pain Medicine
ISSN
0003-2417
eISSN
1432-055X
D.O.I.
10.1007/s00101-018-0458-x
Publisher site
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Abstract

Schmerzen gehören zu den Erinnerungen an eine intensivmedizinische Behandlung, die Patienten am meisten belasten, und haben eine Reihe negativer physiologischer Konsequenzen. Mehr als die Hälfte aller Patienten berichten von mäßigen oder starken Schmerzen während ihrer Intensivbehandlung, insbesondere im Zusammenhang mit diagnostischen oder therapeutischen Prozeduren. Schmerzen und ihre funktionellen Konsequenzen bei Intensivpatienten sollten daher konsequent erfasst und behandelt werden. Im Mittelpunkt der pharmakologischen Schmerztherapie stehen Opioide wegen ihrer hohen analgetischen Potenz, nachteilig sind jedoch gastrointestinale Motilitätsstörungen und Toleranzentwicklungen. Bei Nichtopioiden ist die potenzielle Organtoxizität von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) bzw. Paracetamol zu beachten. Ketamin und α2-Agonisten können das analgetische Konzept ergänzen. In Analogie zur perioperativen Anwendung erscheint die i. v.-Gabe von Lidocain aufgrund eines reduzierten Opioidbedarfs und einer verbesserten gastrointestinalen Motilität auch in der Intensivmedizin vertretbar. Bei Regionalanalgesieverfahren sollte eine sorgfältige Abwägung zwischen ihrer oft guten Wirksamkeit und potenziellen Komplikationen durchgeführt werden. Nichtmedikamentöse Verfahren – insbesondere die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) – haben sich in der postoperativen Schmerztherapie sehr bewährt. Auch wenn kaum Daten aus der Intensivmedizin vorliegen, erscheint ein Therapieversuch wegen ihrer geringen Komplikationsträchtigkeit gerechtfertigt.

Journal

Der AnaesthesistSpringer Journals

Published: May 30, 2018

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