Ruptur der thorakalen Aorta descendens infolge Dacronpatchinfektion. Seltene, vital bedrohliche Komplikation nach erweiterter Pneumonektomie

Ruptur der thorakalen Aorta descendens infolge Dacronpatchinfektion. Seltene, vital bedrohliche... Vier Jahre nach Pneumonektomie links mit Aortenwandresektion und Patchrekonstruktion aufgrund eines T4-Karzinoms, 2 Jahre nach adjuvanter Radiatio und 10 Monate nach Drainagetherapie eines Spätempyemes kam es zu einer Ruptur der Aorta descendens durch Ausriß des Dacronpatches. Ursächlich wurde eine Patchinfektion nachgewiesen. Nach primärer notfallmäßiger Aortenrekonstruktion wurde sukzessiv zweizeitig eine transdiaphragmale Omentumtransposition sowie eine Heller-Jalousieplastik zur plastischen Deckung der Aortenwand und Sanierung der infizierten Pneumonektomiehöhle vorgenommen. Da bei 0,3–2,5% aller Gefäßrekonstruktionen mit einem Protheseninfekt zu rechnen ist, ist diese Komplikation auch bei der intrathorakalen Implantation von alloplastischen Gefäßprothesen zu berücksichtigen. Nach Lungenresektionen muß die Prothese durch autogenes Material plastisch gedeckt werden, um die Einheilung in einen protektiven Gewebeverband zu ermöglichen. Im Falle septischer intrathorakaler Komplikationen ist ein extraanatomischer Bypass oder ein autogener Gefäßersatz zu diskutieren. Sind beide Varianten nicht möglich, muß nach individuellen Lösungen gesucht werden. Kommt ein autogener Ersatz nicht in Betracht, ist nach aggressivem lokalen Débridement der infizierten Gefäßwand die Deckung der alloplastischen Prothese durch Omentumtransposition und thorakoplastische Verfahren erforderlich, um der erhöhten prothetischen Infektresistenz begegnen zu können, um eine Verankerung der Prothese im umgebenden Gewebe zu ermöglichen und um eine zusätzliche mechanische Stabilität der Gefäßwand zu erreichen. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Gefässchirurgie Springer Journals

Ruptur der thorakalen Aorta descendens infolge Dacronpatchinfektion. Seltene, vital bedrohliche Komplikation nach erweiterter Pneumonektomie

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Publisher
Springer Berlin Heidelberg
Copyright
Copyright © 1999 by Springer-Verlag Berlin Heidelberg
Subject
Medicine & Public Health; Vascular Surgery
ISSN
0948-7034
eISSN
1434-3932
D.O.I.
10.1007/PL00010550
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Abstract

Vier Jahre nach Pneumonektomie links mit Aortenwandresektion und Patchrekonstruktion aufgrund eines T4-Karzinoms, 2 Jahre nach adjuvanter Radiatio und 10 Monate nach Drainagetherapie eines Spätempyemes kam es zu einer Ruptur der Aorta descendens durch Ausriß des Dacronpatches. Ursächlich wurde eine Patchinfektion nachgewiesen. Nach primärer notfallmäßiger Aortenrekonstruktion wurde sukzessiv zweizeitig eine transdiaphragmale Omentumtransposition sowie eine Heller-Jalousieplastik zur plastischen Deckung der Aortenwand und Sanierung der infizierten Pneumonektomiehöhle vorgenommen. Da bei 0,3–2,5% aller Gefäßrekonstruktionen mit einem Protheseninfekt zu rechnen ist, ist diese Komplikation auch bei der intrathorakalen Implantation von alloplastischen Gefäßprothesen zu berücksichtigen. Nach Lungenresektionen muß die Prothese durch autogenes Material plastisch gedeckt werden, um die Einheilung in einen protektiven Gewebeverband zu ermöglichen. Im Falle septischer intrathorakaler Komplikationen ist ein extraanatomischer Bypass oder ein autogener Gefäßersatz zu diskutieren. Sind beide Varianten nicht möglich, muß nach individuellen Lösungen gesucht werden. Kommt ein autogener Ersatz nicht in Betracht, ist nach aggressivem lokalen Débridement der infizierten Gefäßwand die Deckung der alloplastischen Prothese durch Omentumtransposition und thorakoplastische Verfahren erforderlich, um der erhöhten prothetischen Infektresistenz begegnen zu können, um eine Verankerung der Prothese im umgebenden Gewebe zu ermöglichen und um eine zusätzliche mechanische Stabilität der Gefäßwand zu erreichen.

Journal

GefässchirurgieSpringer Journals

Published: May 1, 1999

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