Pflegepolitik: „Riesentanker ohne Kapitän“

Pflegepolitik: „Riesentanker ohne Kapitän“ MELDUNGEN Hygienesonderprogramm kommt gut an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für Pflegekräfte Seit 2013 läuft das Hygienesonder- aktuellen Bericht wurden Daten aus programm der Krankenkassen. Bisher den Jahren 2013, 2014 und 2015 ausge- wurden insgesamt 225 Mio. Euro För- wertet. Bislang liegen für etwa 41% der dergelder ausgezahlt. Das teilt der in diesen drei Jahren vereinbarten För- GKV-Spitzenverband in einem aktuel- dergelder Bestätigungen vor. Außer- len Bericht mit. Anspruchsberechtigt dem haben die Krankenhäuser etwa sind demnach 1.522 Krankenhäuser in die Hälfte der vereinbarten Stellen ganz Deutschland. Davon haben 1.275 auch nachweislich mit Hygienefach - Fördergelder abgerufen. Mit rund 154 personal besetzt. Weitere Bestätigun- Mio. Euro entfallen etwa zwei Drittel gen stehen noch aus. der Geldbeträge auf Vereinbarungen Insgesamt stellen die Krankenkas- zur Beschäftigung von Hygienefach- sen bis 2023 über 460 Mio. Euro zur kräften, Krankenhaushygienikern Verfügung. Mit diesem Geld sollen und hygienebeauftragten Ärzten. In Krankenhäuser qualifiziertes Hygien- die Fort- und Weiterbildungsmaßnah- epersonal einstellen, aber auch die men für Pflegekräfte und Ärzte sind Fort- und Weiterbildung von Pflege- rund 33 Millionen Euro geflossen. Wei - kräften und Ärzten sowie externe Be - tere rund 14 Mio. Euro haben die Klin- i ratungen bezahlen. Anspruch auf För- ken für die Beratung durch externe dergelder aus dem Hygienesonderpro- Krankenhaushygieniker und Infektio- gramm haben nur jene Krankenhäuser, logen verwendet. die die verbindlichen personellen und Ob die Fördergelder tatsächlich rich- organisatorischen Voraussetzungen tig verwendet wurden, könne erst zur Verhinderung nosokomialer Infek- durch die Jahresabschlussprüfungen tionen bisher noch nicht erfüllen. der Kliniken festgestellt werden, so der GKV-Spitzenverband weiter. Für den www.gkv-spitzenverband.de Pflegepolitik: „Riesentanker ohne Kapitän“ Politik im Zugzwang Arbeitgeberverband Pflege fordert Pflegeministerium Pflegekammer in Berlin „Ein eigenständiges Pflegeministe- ten zur stationären Altenpflege beken- Max Zilezinski, Krankenpfleger an » » rium, ein modernes Einwanderungs- nen, sonst wird sie zum Auslaufmo- der Charité und Sprecher der Bundes- gesetz und endlich ein glasklares Be- dell“, so Thomas Greiner, Präsident des arbeitsgemeinschaft Junge Pflege im kenntnis zur stationären Pflege“ for- Verbandes, vor der Presse. DBf K, forderte in einer Sommer-Inter- dert der Arbeitgeberverband Pflege auf Dem Verband zufolge seien in der viewserie der contec GmbH die Berli- einem Pressgespräch am 9. August Altenpflege wahre Ausbildungsrekor- ner Politik auf, sich mit dem Thema 2017. Die deutsche Pflegepolitik sei ein de zu verzeichnen. Auch habe sich die Pflegekammer wieder intensiv zu be- „Riesentanker ohne Kapitän“. „Von ei- Zahl der Beschäftigten positiv entwi- schäftigen. In einer repräsentativen ner zukunftsweisenden Politik sind ckelt, betont Vizepräsident Friedhelm Umfrage unter professionell Pflegen- wir in der Altenpflege in Deutschland Fiedler. „Trotzdem haben wir weite - den im Jahr 2015 haben sich mehr als noch meilenweit entfernt. Bei drei be - re große Herausforderungen bei der 50% der Berliner Pflegenden für eine teiligten Bundesministerien, 16 Lan- Personalgewinnung zu meistern. Vie- Pflegekammer entschieden, sagte er. desregierungen, unterschiedlichen le Fachkräfte aus EU-Mitgliedsstaaten „Die Politik ist im Zugzwang in Sachen Kostenträgern und vielen weiteren unterstützen uns bereits heute in der Pflegekammer. Sie kommt nicht mehr Akteuren entsteht Chaos“, kritisiert Altenpflegearbeit.“ Notwendig seien daran vorbei.“ Unterstützung erhoffe der Verband. Es werde höchste Zeit, ferner zusätzlich auch Mitarbeiter aus er sich aus Nordrhein-Westfalen. Dort dass die Altenpflege mit einem eigen- Drittstaaten, „die bei uns entweder will die Regierungskoalition die pro- ständigen Altenpflegeministerium in eine hochwertige Altenpflegeausbil- fessionell Pflegenden zur Landespfle- der Bundesregierung den großen Stel- dung absolvieren oder die als ausgebil- gekammer sowie zur Alternative des lenwert bekomme, den sie angesichts dete Fachkraft arbeiten.“ Der Verband bayerischen Modells be- der demografischen Entwicklung ha- fordert ein modernes Einwanderungs- fragen. ben müsse. „Darüber hinaus müssen gesetz. sich die nächste Bundesregierung und Hier geht’s zum Podcast die Politik endlich in Worten und Ta- www.arbeitgeberverband-pflege.de Pflegezeitschrift 2017, Jg. 70, Heft 9 7 © rober tprzybysz / Get t y Images http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Pflegezeitschrift Springer Journals

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Pflegezeitschrift , Volume 70 (9) – Aug 22, 2017
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Publisher
Springer Medizin
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Subject
Medicine & Public Health; Nursing
ISSN
0945-1129
eISSN
2520-1816
D.O.I.
10.1007/s41906-017-0189-7
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