Perihiläres Gallengangskarzinom Bismuth TypIV: Resektion oft möglich

Perihiläres Gallengangskarzinom Bismuth TypIV: Resektion oft möglich Journal Club Chirurg 2017 · 88:707 O. Strobel · M. W. Büchler DOI 10.1007/s00104-017-0477-1 Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universität Heidelberg, Heidelberg, Online publiziert: 17. Juli 2017 Deutschland © Springer Medizin Verlag GmbH 2017 Perihiläres Gallengangskarzinom Bismuth Typ IV: Resektion oft möglich (49,8 %)Bismuth-Typ-IV-Tumoren.Von rioperativem Management. Die Studie Originalpublikation diesen wurden 216 (65,1 %) reseziert. zeigt jedoch klar, dass bei hoher Exper- Ebata T, Mizuno T, Yokoyama Y et al (2017) Eine linksseitige Trisektorektomie war tise auch Bismuth-Typ-IV-Tumoren mit Surgical resection for Bismuth type IV die häufigste Resektionsform (n = 112; guten Ergebnissen reseziert werden kön- perihilar cholangiocarcinoma. Br J Surg. doi: 51,9 %) gefolgt von Hemihepatektomie nen. Patienten mit Bismuth-Typ-IV-Tu- 10.1002/bjs.10556 links und rechtsseitiger Trisektorekto- moren sollten daher nicht einfach einer mie (je 19 %). Das Segment 1 wurde palliativen Therapie zugeführt werden, Hintergrund. Perihiläre Gallengangskar- immer mitreseziert. Eine kombinierte sondern in Tumorboards ausgewiesener zinome Bismuth Typ IV galten lange Zeit Gefäßresektion erfolgte bei 131 (60,6 %) Zentren vorgestellt werden. als nicht resektabel. Resektionen wur- Patienten. Eine R0-Resektion wurde bei den bisher nur in kleineren Fallserien 156 (72,2 %) Patienten erreicht. Kom- Korrespondenzadresse beschrieben. Ebata et al. aus Nagoya be- plikationen Grad III (Dindo-Clavien) Prof. Dr. O. Strobel richten nun in einer retrospektiven Stu- traten in 90 (41,7 %) Patienten auf, wo- Klinik für Allgemein-, Viszeral- und dieüberihreErgebnisseeinerresektions- bei Leberversagen (31 %) und Gallelecks Transplantationschirurgie, Universität basierten Strategie zur Behandlung von (26,4 %) dominierten. Die 90-Tage-Mor- Heidelberg Im Neuenheimer Feld 110, 69120 Heidelberg, Bismuth-Typ-IV-Tumoren. talität betrug 1,9 % (n = 4). Patienten, Deutschland bei denen eine Resektion durchgeführt Oliver.Strobel@med.uni-heidelberg.de Methoden. Es wurdeeineretrospektive wurde, hatten ein 5-Jahres-Überleben Analyseallerzwischen2006und2015we- von 32,8 %; signifikant länger als ohne Interessenkonflikt. O. Strobel und M. W. Büchler gen eines Bismuth-Typ-IV-Tumors be- Resektion (1,5 %; p < 0,001). Patienten geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht. handelten Patienten durchgeführt. Pri- mit pN0M0 hatten ein 5-Jahres-Über- märe Zielgrößen waren Morbidität, Mor- leben von 53 %. Eine perkutane biliäre talität und Überleben. Das präoperati- Drainage, Bluttransfusionen, pN1 und ve Staging erfolgte mittels Computerto- pM1 waren unabhängige Prädiktoren für mographie, Cholangiographie und Ult- ein kürzeres Überleben nach Resektion. raschall. Es erfolgte eine biliäre Drainage der zukünift gen Restleber, wobei eine na- Diskussion. Die Autoren folgern, dass sobiliäre Sonde präferiert wurde. Bei ei- ResektionenfürBismuth-Typ-IV-Tumo- nem Volumen der zukünift gen Restleber ren zwar technisch anspruchsvoll und <40 % wurde eine Pfortaderembolisati- mit hoher Morbidität assoziiert sind, je- on 2bis 6Wochen präoperativ durchge- doch mit niedriger Mortalität durchführ- führt. Die Leberfunktion wurde präope- bar und dann mit einem verbesserten rative mittels Indocyaningrün-Clearance Überleben assoziiert sind. bestimmt. Eine Resektion erfolgte bei Es muss betont werden, dass die Stu- einem Serumbilirubin <34 μmol/l. Post- die aus einem ausgewiesenen Zentrum operativerfolgtebeientsprechendemAll- für die Chirurgie perihilärer Cholangio- gemeinzustand eine Chemotherapie mit karzinome stammt. Die guten Ergebnisse Gemcitabine/Cisplatin oder mit S1. basieren sicherlich auf hoher Erfahrung nicht nur bezüglich der Resektion selbst, Ergebnisse. Von 666 Patienten mit peri- sondern auch bezüglich Patientenselek- hilärem Cholangiokarzinom hatten 332 tion, präoperativer Vorbereitung und pe- Der Chirurg 8 · 2017 707 http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Der Chirurg Springer Journals

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Publisher
Springer Medizin
Copyright
Copyright © 2017 by Springer Medizin Verlag GmbH
Subject
Medicine & Public Health; Surgery; Cardiac Surgery; Pediatric Surgery; Plastic Surgery; Traumatic Surgery; Vascular Surgery
ISSN
0009-4722
eISSN
1433-0385
D.O.I.
10.1007/s00104-017-0477-1
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Abstract

Journal Club Chirurg 2017 · 88:707 O. Strobel · M. W. Büchler DOI 10.1007/s00104-017-0477-1 Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universität Heidelberg, Heidelberg, Online publiziert: 17. Juli 2017 Deutschland © Springer Medizin Verlag GmbH 2017 Perihiläres Gallengangskarzinom Bismuth Typ IV: Resektion oft möglich (49,8 %)Bismuth-Typ-IV-Tumoren.Von rioperativem Management. Die Studie Originalpublikation diesen wurden 216 (65,1 %) reseziert. zeigt jedoch klar, dass bei hoher Exper- Ebata T, Mizuno T, Yokoyama Y et al (2017) Eine linksseitige Trisektorektomie war tise auch Bismuth-Typ-IV-Tumoren mit Surgical resection for Bismuth type IV die häufigste Resektionsform (n = 112; guten Ergebnissen reseziert werden kön- perihilar cholangiocarcinoma. Br J Surg. doi: 51,9 %) gefolgt von Hemihepatektomie nen. Patienten mit Bismuth-Typ-IV-Tu- 10.1002/bjs.10556 links und rechtsseitiger Trisektorekto- moren sollten daher nicht einfach einer mie (je 19 %). Das Segment 1 wurde palliativen Therapie zugeführt werden, Hintergrund. Perihiläre Gallengangskar- immer mitreseziert. Eine kombinierte sondern in Tumorboards ausgewiesener zinome Bismuth Typ IV galten lange Zeit Gefäßresektion erfolgte bei 131 (60,6 %) Zentren vorgestellt werden. als nicht resektabel. Resektionen wur- Patienten. Eine R0-Resektion wurde bei den bisher nur in kleineren Fallserien 156 (72,2 %) Patienten erreicht. Kom- Korrespondenzadresse beschrieben. Ebata et al. aus Nagoya be- plikationen Grad III (Dindo-Clavien) Prof. Dr. O. Strobel richten nun in einer retrospektiven Stu- traten in 90 (41,7 %) Patienten auf, wo- Klinik für Allgemein-, Viszeral- und dieüberihreErgebnisseeinerresektions- bei Leberversagen (31 %) und Gallelecks Transplantationschirurgie, Universität basierten Strategie zur Behandlung von (26,4 %) dominierten. Die 90-Tage-Mor- Heidelberg Im Neuenheimer Feld 110, 69120 Heidelberg, Bismuth-Typ-IV-Tumoren. talität betrug 1,9 % (n = 4). Patienten, Deutschland bei denen eine Resektion durchgeführt Oliver.Strobel@med.uni-heidelberg.de Methoden. Es wurdeeineretrospektive wurde, hatten ein 5-Jahres-Überleben Analyseallerzwischen2006und2015we- von 32,8 %; signifikant länger als ohne Interessenkonflikt. O. Strobel und M. W. Büchler gen eines Bismuth-Typ-IV-Tumors be- Resektion (1,5 %; p < 0,001). Patienten geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht. handelten Patienten durchgeführt. Pri- mit pN0M0 hatten ein 5-Jahres-Über- märe Zielgrößen waren Morbidität, Mor- leben von 53 %. Eine perkutane biliäre talität und Überleben. Das präoperati- Drainage, Bluttransfusionen, pN1 und ve Staging erfolgte mittels Computerto- pM1 waren unabhängige Prädiktoren für mographie, Cholangiographie und Ult- ein kürzeres Überleben nach Resektion. raschall. Es erfolgte eine biliäre Drainage der zukünift gen Restleber, wobei eine na- Diskussion. Die Autoren folgern, dass sobiliäre Sonde präferiert wurde. Bei ei- ResektionenfürBismuth-Typ-IV-Tumo- nem Volumen der zukünift gen Restleber ren zwar technisch anspruchsvoll und <40 % wurde eine Pfortaderembolisati- mit hoher Morbidität assoziiert sind, je- on 2bis 6Wochen präoperativ durchge- doch mit niedriger Mortalität durchführ- führt. Die Leberfunktion wurde präope- bar und dann mit einem verbesserten rative mittels Indocyaningrün-Clearance Überleben assoziiert sind. bestimmt. Eine Resektion erfolgte bei Es muss betont werden, dass die Stu- einem Serumbilirubin <34 μmol/l. Post- die aus einem ausgewiesenen Zentrum operativerfolgtebeientsprechendemAll- für die Chirurgie perihilärer Cholangio- gemeinzustand eine Chemotherapie mit karzinome stammt. Die guten Ergebnisse Gemcitabine/Cisplatin oder mit S1. basieren sicherlich auf hoher Erfahrung nicht nur bezüglich der Resektion selbst, Ergebnisse. Von 666 Patienten mit peri- sondern auch bezüglich Patientenselek- hilärem Cholangiokarzinom hatten 332 tion, präoperativer Vorbereitung und pe- Der Chirurg 8 · 2017 707

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Published: Jul 17, 2017

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