Pathologische Ergebnisse nach laparoskopischer und offener Rektumkarzinomchirurgie

Pathologische Ergebnisse nach laparoskopischer und offener Rektumkarzinomchirurgie Journal Club Chirurg 2017 · 88:709 J. Reibetanz · C. T. Germer DOI 10.1007/s00104-017-0474-4 Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Universitätsklinik Würzburg, Würzburg, Online publiziert: 10. Juli 2017 Deutschland © Springer Medizin Verlag GmbH 2017 Pathologische Ergebnisse nach laparoskopischer und offener Rektumkarzinomchirurgie u. a. die Rate an positivem aboralem Re- jüngsten und größten Multicenter-RCTs Originalpublikation sektionsrand und die Anzahl entfernter eine signifikant bessere TME-Quali- Martínez-Pérez A et al (2017) Pathologic Lymphknoten. tät (gemessen an der Intaktheit der outcomes of laparoscopic vs open mesorectal mesorektalen Faszie) nach offener Rek- excision for rectal cancer: a systematic review Ergebnisse. Insgesamt konnten 14 Stu- tumkarzinomchirurgie im Vergleich zur and meta-analysis. JAMA Surg dien (publiziert zwischen Mai 2003 und laparoskopischen Resektion. Die Ergeb- 152(4):e165665 Oktober 2015) mit 4034 Patienten in nisse trüben daher etwas den Enthusias- die Metaanalyse eingeschlossen werden, mus hinsichtlich der minimalinvasiven Einleitung und Methodik. Im Zeitalter vondenen2265 Patientenlaparoskopisch Rektumresektion. der total-mesorektalen Exzision (TME) (Konversionsrate 13,1 %) und 1769 Pati- Durch die vorliegende Metaanaly- stellen die Qualität des TME-Präpara- enten offen operiert worden waren. Ein se nicht beantwortet wird jedoch die tes und das Erreichen tumorfreier Re- positiver CRM ≤ 1 mm (9 Studien einge- relevante Frage, ob und inwieweit die sektionsränderdiewichtigstenpathoana- schlossen) zeigte sich bei 7,9 % der Pati- reduzierte Präparatequalität nach laparo- tomischen Qualitätsmerkmale der Rek- enten der LRR-Gruppe vs. 6,1 % der Pati- skopischer Rektumresektion tatsächlich tumkarzinomchirurgie dar. Obwohl die enten der ORR-Gruppe (RR = 1,17, 95 %- Einfluss auf die onkologischen Endpunk- laparoskopische Rektumkarzinomresek- KI: 0,89–1,53; p = 0,26). In 5 Studien, die te „Lokalrezidivrate, krankheitsfreies tion als einer der komplexesten kolorek- über die Qualität der mesorektalen Ex- und Gesamtüberleben“ nimmt. Diesbe- talen Eingriffe angesehen werden kann, zision berichteten, zeigte sich eine „non- züglich muss auf die Überlebensdaten kommt diese Technik – u. a. getriggert complete“ (fast komplette oder inkom- der bereits publizierten [1] und noch durch die günstigen Ergebnisse vorange- plette) mesorektale Exzision bei 13,2 % laufenden prospektiv-randomisierten gangener Multicenterstudien [1]–doch der Patienten nach LRR vs. 10,4 % der Studien verwiesen werden. „flächendeckend“ zur Anwendung. Patienten nach ORR (RR = 1,31, 95 %- Ziel der aktuellen Metaanalyse war es, KI: 1,05–1,64; p = 0,02). Die Rate an Korrespondenzadresse das pathoanatomische Outcome laparo- positivem aboralem Resektionsrand (p = J. Reibetanz skopischer (LRR) vs. offener Rektum- 0,86), die Anzahl entfernter Lymphkno- Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und resektion (ORR) anhand der aktuellen ten (p = 0,91), der aborale Tumorabstand Kinderchirurgie, Universitätsklinik Würzburg Literatur auf hohem Evidenzniveau zu (p = 0,87) und der zirkumferenzielle Tu- 97080 Würzburg, Deutschland reibetanz_j@ukw.de bewerten.Hierzuwurden aus denbe- morabstand (p= 0,38)unterschiedensich kannten medizinischen Datenbanken nichtsignifikantzwischenLRRundORR. Interessenkonflikt. J. Reibetanz und C. Germer alle relevanten Originalpublikationen geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht. extrahiert. Eingeschlossen wurden aus- Diskussion und Fazit des Reviewers. schließlich randomisiert-kontrollierte Die Qualität der mesorektalen Resekti- Studien (RCT), die mindestens eines der on (definiert nach Nagtegaal et al. [2]) Literatur Zielkriterien in Abhängigkeit des opera- ist eines der relevantesten pathoanato- 1. van der Pas MH, Haglind E, Cuesta MA et al (2013) tiven Zugangs (LRR vs. ORR) analysier- mischen Kriterien, die die onkologische Laparoscopic versus open surgery for rectal cancer ten. Primäre Endpunkte waren die Rate Sicherheit in der Rektumkarzinomchir- (COLOR II): short-term outcomes of a randomised, an positivem zirkumferenziellen Resek- urgie definieren, und stellt zugleich phase3trial.LancetOncol14(3):210–218 2. Nagtegaal ID, van de Velde CJ, van der Worp tionsrand (CRM+, definiert als ≤1 mm) einen wichtigen prognostischen Para- E et al (2002) Macroscopic evaluation of rectal sowie die Qualität der mesorektalen meter hinsichtlich der Lokalrezidivrate cancer resection specimen: clinical significance Exzision (entsprechend Nagtegaal et al. dar. Diesbezüglich bestätigt die aktu- of the pathologist in quality control. J Clin Oncol 20(7):1729–1734 [2]). Sekundäre Endpunkte beinhalteten elle Metaanalyse unter Einschluss der Der Chirurg 8 · 2017 709 http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Der Chirurg Springer Journals

Pathologische Ergebnisse nach laparoskopischer und offener Rektumkarzinomchirurgie

Free
1 page

Loading next page...
1 Page
 
/lp/springer_journal/pathologische-ergebnisse-nach-laparoskopischer-und-offener-I0PBeUjnY7
Publisher
Springer Medizin
Copyright
Copyright © 2017 by Springer Medizin Verlag GmbH
Subject
Medicine & Public Health; Surgery; Cardiac Surgery; Pediatric Surgery; Plastic Surgery; Traumatic Surgery; Vascular Surgery
ISSN
0009-4722
eISSN
1433-0385
D.O.I.
10.1007/s00104-017-0474-4
Publisher site
See Article on Publisher Site

Abstract

Journal Club Chirurg 2017 · 88:709 J. Reibetanz · C. T. Germer DOI 10.1007/s00104-017-0474-4 Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Universitätsklinik Würzburg, Würzburg, Online publiziert: 10. Juli 2017 Deutschland © Springer Medizin Verlag GmbH 2017 Pathologische Ergebnisse nach laparoskopischer und offener Rektumkarzinomchirurgie u. a. die Rate an positivem aboralem Re- jüngsten und größten Multicenter-RCTs Originalpublikation sektionsrand und die Anzahl entfernter eine signifikant bessere TME-Quali- Martínez-Pérez A et al (2017) Pathologic Lymphknoten. tät (gemessen an der Intaktheit der outcomes of laparoscopic vs open mesorectal mesorektalen Faszie) nach offener Rek- excision for rectal cancer: a systematic review Ergebnisse. Insgesamt konnten 14 Stu- tumkarzinomchirurgie im Vergleich zur and meta-analysis. JAMA Surg dien (publiziert zwischen Mai 2003 und laparoskopischen Resektion. Die Ergeb- 152(4):e165665 Oktober 2015) mit 4034 Patienten in nisse trüben daher etwas den Enthusias- die Metaanalyse eingeschlossen werden, mus hinsichtlich der minimalinvasiven Einleitung und Methodik. Im Zeitalter vondenen2265 Patientenlaparoskopisch Rektumresektion. der total-mesorektalen Exzision (TME) (Konversionsrate 13,1 %) und 1769 Pati- Durch die vorliegende Metaanaly- stellen die Qualität des TME-Präpara- enten offen operiert worden waren. Ein se nicht beantwortet wird jedoch die tes und das Erreichen tumorfreier Re- positiver CRM ≤ 1 mm (9 Studien einge- relevante Frage, ob und inwieweit die sektionsränderdiewichtigstenpathoana- schlossen) zeigte sich bei 7,9 % der Pati- reduzierte Präparatequalität nach laparo- tomischen Qualitätsmerkmale der Rek- enten der LRR-Gruppe vs. 6,1 % der Pati- skopischer Rektumresektion tatsächlich tumkarzinomchirurgie dar. Obwohl die enten der ORR-Gruppe (RR = 1,17, 95 %- Einfluss auf die onkologischen Endpunk- laparoskopische Rektumkarzinomresek- KI: 0,89–1,53; p = 0,26). In 5 Studien, die te „Lokalrezidivrate, krankheitsfreies tion als einer der komplexesten kolorek- über die Qualität der mesorektalen Ex- und Gesamtüberleben“ nimmt. Diesbe- talen Eingriffe angesehen werden kann, zision berichteten, zeigte sich eine „non- züglich muss auf die Überlebensdaten kommt diese Technik – u. a. getriggert complete“ (fast komplette oder inkom- der bereits publizierten [1] und noch durch die günstigen Ergebnisse vorange- plette) mesorektale Exzision bei 13,2 % laufenden prospektiv-randomisierten gangener Multicenterstudien [1]–doch der Patienten nach LRR vs. 10,4 % der Studien verwiesen werden. „flächendeckend“ zur Anwendung. Patienten nach ORR (RR = 1,31, 95 %- Ziel der aktuellen Metaanalyse war es, KI: 1,05–1,64; p = 0,02). Die Rate an Korrespondenzadresse das pathoanatomische Outcome laparo- positivem aboralem Resektionsrand (p = J. Reibetanz skopischer (LRR) vs. offener Rektum- 0,86), die Anzahl entfernter Lymphkno- Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und resektion (ORR) anhand der aktuellen ten (p = 0,91), der aborale Tumorabstand Kinderchirurgie, Universitätsklinik Würzburg Literatur auf hohem Evidenzniveau zu (p = 0,87) und der zirkumferenzielle Tu- 97080 Würzburg, Deutschland reibetanz_j@ukw.de bewerten.Hierzuwurden aus denbe- morabstand (p= 0,38)unterschiedensich kannten medizinischen Datenbanken nichtsignifikantzwischenLRRundORR. Interessenkonflikt. J. Reibetanz und C. Germer alle relevanten Originalpublikationen geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht. extrahiert. Eingeschlossen wurden aus- Diskussion und Fazit des Reviewers. schließlich randomisiert-kontrollierte Die Qualität der mesorektalen Resekti- Studien (RCT), die mindestens eines der on (definiert nach Nagtegaal et al. [2]) Literatur Zielkriterien in Abhängigkeit des opera- ist eines der relevantesten pathoanato- 1. van der Pas MH, Haglind E, Cuesta MA et al (2013) tiven Zugangs (LRR vs. ORR) analysier- mischen Kriterien, die die onkologische Laparoscopic versus open surgery for rectal cancer ten. Primäre Endpunkte waren die Rate Sicherheit in der Rektumkarzinomchir- (COLOR II): short-term outcomes of a randomised, an positivem zirkumferenziellen Resek- urgie definieren, und stellt zugleich phase3trial.LancetOncol14(3):210–218 2. Nagtegaal ID, van de Velde CJ, van der Worp tionsrand (CRM+, definiert als ≤1 mm) einen wichtigen prognostischen Para- E et al (2002) Macroscopic evaluation of rectal sowie die Qualität der mesorektalen meter hinsichtlich der Lokalrezidivrate cancer resection specimen: clinical significance Exzision (entsprechend Nagtegaal et al. dar. Diesbezüglich bestätigt die aktu- of the pathologist in quality control. J Clin Oncol 20(7):1729–1734 [2]). Sekundäre Endpunkte beinhalteten elle Metaanalyse unter Einschluss der Der Chirurg 8 · 2017 709

Journal

Der ChirurgSpringer Journals

Published: Jul 10, 2017

References

You’re reading a free preview. Subscribe to read the entire article.


DeepDyve is your
personal research library

It’s your single place to instantly
discover and read the research
that matters to you.

Enjoy affordable access to
over 12 million articles from more than
10,000 peer-reviewed journals.

All for just $49/month

Explore the DeepDyve Library

Unlimited reading

Read as many articles as you need. Full articles with original layout, charts and figures. Read online, from anywhere.

Stay up to date

Keep up with your field with Personalized Recommendations and Follow Journals to get automatic updates.

Organize your research

It’s easy to organize your research with our built-in tools.

Your journals are on DeepDyve

Read from thousands of the leading scholarly journals from SpringerNature, Elsevier, Wiley-Blackwell, Oxford University Press and more.

All the latest content is available, no embargo periods.

See the journals in your area

DeepDyve Freelancer

DeepDyve Pro

Price
FREE
$49/month

$360/year
Save searches from
Google Scholar,
PubMed
Create lists to
organize your research
Export lists, citations
Read DeepDyve articles
Abstract access only
Unlimited access to over
18 million full-text articles
Print
20 pages/month
PDF Discount
20% off