Neuer therapeutischer Ansatz

Neuer therapeutischer Ansatz infopharm Mikrobiommodulation wird [Turco F et al. United European Gas- troenterol J 2017; 5 (5):715 – 25]. An Biop- Neuer therapeutischer Ansatz sien konnte gezeigt werden, dass die Zu- gabe von Lactobacillus casei DG® (Innoval® SUD) die iNOS-Expression signifikant auf Da das Mikrobiom mit vielen, teils chro- dosierten Bakerienstämmen (Innovall® den Basalwert senkt (p < 0,05). nischen Erkrankungen assoziiert ist, wird CU) mit 5-ASA kann die Symptomatik Beim Reizdarmsyndrom (RDS) zielen versucht, auch mit mikrobiotischen Prä- merklich verbessern und die Zeit bis zur die verfügbaren Therapien auf die ver - paraten therapeutische Effekte zu erzielen. Remission im Vergleich zur Standardthe- schiedenen Leitsymptome wie Schmer- Ein neuer Ansatz bei der Therapie der rapie deutlich verkürzen. zen, Obstipation, Meteorismus und Di- Colitis ulcerosa (CU) ist die Stuhltrans- Bei der Divertikelkrankheit hat die arrhoe ab, erläuterte Prof. Heiner Kram- plantation, die in einer doppelblinden Gabe mikrobiotischer Präparate ebenfalls mer, niedergelassener Gastroenterologe plazebokontrollierten Studie erste Erfol- positive Wirkung gezeigt. Wie Prof. Joa- aus Mannheim. Mikrobiotika können je- ge gezeigt hat, erklärte Prof. Max Reins- chim Labenz, Diakonie Klinikum Jung- doch das Grundproblem der Dysbiose hagen, Klinikum Braunschweig. In der Stilling in Siegen, berichtete, kann sich die adressieren, wobei die Wahl des Stammes Studie hat der fäkale Mikrobiomtransfer Divertikelkrankheit in leichten Beschwer- nach der Symptomatik erfolgen sollte. von verschiedenen gesunden Spendern den bis hin zu lebensbedrohlichen Kom- Nur Lactobacillus plantarum 299v (In- auf einen Patienten nach acht Wochen plikationen manifestieren. Unter der sym- novall® RDS) hat sich wirksam bei allen zur klinischen Remission der Erkran- ptomatischen unkomplizierten Diverti- RDS-Leitsymptomen, insbesondere beim kung geführt [Paramsothy S et al. Lancet kelkrankheit (SUD) verstehe man persis- Schmerz-/Bläh-Typ erwiesen [Ducrotte P 2017; 389: 1218 – 28]. Auch eine Therapie tierende oder rezidivierende Symptome et al. World J Gastroenterol 2012; 18: mit speziellen Probiotika hat bei CU ei- einer Divertikulose, und keine Divertiku- 4012 – 18]. Ursula Hilpert nen messbaren und mit 5-Aminosalicyl- litis, wie Labenz mit Hinweis auf die Leit- säure (5-ASA) vergleichbaren Effekt linien betonte. Studien ergaben, dass bei Pressekonferenz „Modulation des Darmmikrobioms [Derwa Y et al. Aliment Pharmacol Ther SUD-Patienten ein Entzündungsmarker, – von der Pathophsysiologie zu neuen Therapiekon- 2017; 46: 389 – 400]. Die Kombination ei- die induzierbare Stickstoffmonoxid-Syn - zepten“; Viszeralmedizin 2017, 14.9.2017, Dresden; nes Präparats mit acht definierten, hoch - thase (iNOS), signifikant überexprimiert Veranstalter: Microbiotica Morbus Crohn get beinhaltete die engmaschige Kontrol- le (Tight control) der Patienten mit Bio- Bessere Ergebnisse mit Treat-to-Target markern wie C-reaktives Protein (CRP) und fäkalem Calprotectin (FC) zur Be- stimmung der Entzündungsaktivität. Die Optimierung der Behandlungsergeb- Da Morbus Crohn (MC) eine progres- In der Treat-to-Target-Gruppe erreich- nisse chronisch entzündlicher Darmer- sive Erkrankung sei, könne eine frühe In- ten 45,9 % der Patienten den primären krankungen (CED) sei erforderlich, um tervention das Fortschreiten verhindern Endpunkt Mukosaheilung (CDEIS < 4, irreversible Organschäden zu verhindern und eine Krankheitsmodifizierung er - keine tiefen Ulzerationen zu Woche 48), in sowie weniger Hospitalisation und Ope- möglichen, betonte Dignass. Dazu müss- der KM-Gruppe lag der Anteil bei 30,3 % rationen, bessere Lebensqualität und we- ten die optimalen Behandlungsfenster der (p = 0,01) [Colombel JF et al. Gastroente- niger Therapienebenwirkungen zu errei - Erkrankung erkannt und genutzt werden. rology 2017; 152( Suppl 1): 155]. Darüber chen, betonte Prof. Axel Dignass, Agap- Als Therapieziele nannte er die histologi - hinaus erreichten Patienten mittels Treat- lesion Markus Krankenhaus, Frankfurt sche Remission, die Mukosaheilung, die to-Target nach 48 Wochen signifikant am Main. Gründe für das Ausbleiben des steroidfreie Remission, die klinische Re- häug fi er eine steroidfreie Remission (ein gewünschten Therapieerfolgs seien der mission und verbesserte Symptome. sekundärer Endpunkt) als Patienten unter variable Verlauf der CED, unzureichende Den positiven Effekt einer engmaschi - KM (59,8 % vs. 39,3 %; p = 0,001). CALM Verlaufsprädiktoren, zu späte Diagnose/ gen Kontrolle und des Treat-to-Target- sei die erste Studie, die belegt, dass ein Behandlungsbeginn sowie nicht wirksa- Konzepts bei MC belegt die prospektive, Treat-to-Target-Konzept zu besseren Er- me oder nicht optimal eingesetzte Thera - offene, multizentrische und aktiv kon- gebnissen als die konventionelle, symp- pien. Für die Optimierung des Outcomes trollierte 48-wöchige Phase-III-Studie tombasierte Therapiesteuerung führt. Da - bei CED forderte Dignass den Einsatz op- CALM, in der 244 erwachsene, immun- bei habe die Nutzung von CRP als Treat- timaler Therapien zu einem frühen Zeit - suppressiva- und biologikanaive Patien- to-Target-Ansatz keine erhöhten Sicher- punkt, die Nutzung validierter, objekti- ten mit mittelschwerem bis schwerem ak- heitssignale ergeben resümierte Schreiber. ver Endpunkte zur Verlaufskontrolle, die tivem MC (mittlere Erkrankungsdauer Dr. Thomas Riedel laufende Anpassung der Therapien bis ein Jahr) mit konventionellem Manage- die Endpunkte erreicht sind (Treat to ment (KM) und der Treat-to-Target- Symposium „Satellitensymposium „Mission Target) und die Rundumbeurteilung des Strategie unter Adalimumab (Humira®) Zukunft – CED-Therapie im Jahr 2020“, Viszeral- CED-Patienten, einschließlich seiner verglichen wurde, berichtete Prof. Stefan medizin 2017, 14. September 2017, Dresden; psychosozialen Bedürfnisse. Schreiber, Universität Kiel. Treat-to-Tar- Veranstalter: AbbVie GASTRO-NEWS 2017; 04 (2) 61 http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Gastro-News Springer Journals

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Publisher
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Copyright © 2017 by Springer Medizin Verlag GmbH
Subject
Medicine & Public Health; Gastroenterology; Internal Medicine; Hepatology; Colorectal Surgery
ISSN
1869-1005
eISSN
2520-8667
D.O.I.
10.1007/s15036-017-0296-8
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Abstract

infopharm Mikrobiommodulation wird [Turco F et al. United European Gas- troenterol J 2017; 5 (5):715 – 25]. An Biop- Neuer therapeutischer Ansatz sien konnte gezeigt werden, dass die Zu- gabe von Lactobacillus casei DG® (Innoval® SUD) die iNOS-Expression signifikant auf Da das Mikrobiom mit vielen, teils chro- dosierten Bakerienstämmen (Innovall® den Basalwert senkt (p < 0,05). nischen Erkrankungen assoziiert ist, wird CU) mit 5-ASA kann die Symptomatik Beim Reizdarmsyndrom (RDS) zielen versucht, auch mit mikrobiotischen Prä- merklich verbessern und die Zeit bis zur die verfügbaren Therapien auf die ver - paraten therapeutische Effekte zu erzielen. Remission im Vergleich zur Standardthe- schiedenen Leitsymptome wie Schmer- Ein neuer Ansatz bei der Therapie der rapie deutlich verkürzen. zen, Obstipation, Meteorismus und Di- Colitis ulcerosa (CU) ist die Stuhltrans- Bei der Divertikelkrankheit hat die arrhoe ab, erläuterte Prof. Heiner Kram- plantation, die in einer doppelblinden Gabe mikrobiotischer Präparate ebenfalls mer, niedergelassener Gastroenterologe plazebokontrollierten Studie erste Erfol- positive Wirkung gezeigt. Wie Prof. Joa- aus Mannheim. Mikrobiotika können je- ge gezeigt hat, erklärte Prof. Max Reins- chim Labenz, Diakonie Klinikum Jung- doch das Grundproblem der Dysbiose hagen, Klinikum Braunschweig. In der Stilling in Siegen, berichtete, kann sich die adressieren, wobei die Wahl des Stammes Studie hat der fäkale Mikrobiomtransfer Divertikelkrankheit in leichten Beschwer- nach der Symptomatik erfolgen sollte. von verschiedenen gesunden Spendern den bis hin zu lebensbedrohlichen Kom- Nur Lactobacillus plantarum 299v (In- auf einen Patienten nach acht Wochen plikationen manifestieren. Unter der sym- novall® RDS) hat sich wirksam bei allen zur klinischen Remission der Erkran- ptomatischen unkomplizierten Diverti- RDS-Leitsymptomen, insbesondere beim kung geführt [Paramsothy S et al. Lancet kelkrankheit (SUD) verstehe man persis- Schmerz-/Bläh-Typ erwiesen [Ducrotte P 2017; 389: 1218 – 28]. Auch eine Therapie tierende oder rezidivierende Symptome et al. World J Gastroenterol 2012; 18: mit speziellen Probiotika hat bei CU ei- einer Divertikulose, und keine Divertiku- 4012 – 18]. Ursula Hilpert nen messbaren und mit 5-Aminosalicyl- litis, wie Labenz mit Hinweis auf die Leit- säure (5-ASA) vergleichbaren Effekt linien betonte. Studien ergaben, dass bei Pressekonferenz „Modulation des Darmmikrobioms [Derwa Y et al. Aliment Pharmacol Ther SUD-Patienten ein Entzündungsmarker, – von der Pathophsysiologie zu neuen Therapiekon- 2017; 46: 389 – 400]. Die Kombination ei- die induzierbare Stickstoffmonoxid-Syn - zepten“; Viszeralmedizin 2017, 14.9.2017, Dresden; nes Präparats mit acht definierten, hoch - thase (iNOS), signifikant überexprimiert Veranstalter: Microbiotica Morbus Crohn get beinhaltete die engmaschige Kontrol- le (Tight control) der Patienten mit Bio- Bessere Ergebnisse mit Treat-to-Target markern wie C-reaktives Protein (CRP) und fäkalem Calprotectin (FC) zur Be- stimmung der Entzündungsaktivität. Die Optimierung der Behandlungsergeb- Da Morbus Crohn (MC) eine progres- In der Treat-to-Target-Gruppe erreich- nisse chronisch entzündlicher Darmer- sive Erkrankung sei, könne eine frühe In- ten 45,9 % der Patienten den primären krankungen (CED) sei erforderlich, um tervention das Fortschreiten verhindern Endpunkt Mukosaheilung (CDEIS < 4, irreversible Organschäden zu verhindern und eine Krankheitsmodifizierung er - keine tiefen Ulzerationen zu Woche 48), in sowie weniger Hospitalisation und Ope- möglichen, betonte Dignass. Dazu müss- der KM-Gruppe lag der Anteil bei 30,3 % rationen, bessere Lebensqualität und we- ten die optimalen Behandlungsfenster der (p = 0,01) [Colombel JF et al. Gastroente- niger Therapienebenwirkungen zu errei - Erkrankung erkannt und genutzt werden. rology 2017; 152( Suppl 1): 155]. Darüber chen, betonte Prof. Axel Dignass, Agap- Als Therapieziele nannte er die histologi - hinaus erreichten Patienten mittels Treat- lesion Markus Krankenhaus, Frankfurt sche Remission, die Mukosaheilung, die to-Target nach 48 Wochen signifikant am Main. Gründe für das Ausbleiben des steroidfreie Remission, die klinische Re- häug fi er eine steroidfreie Remission (ein gewünschten Therapieerfolgs seien der mission und verbesserte Symptome. sekundärer Endpunkt) als Patienten unter variable Verlauf der CED, unzureichende Den positiven Effekt einer engmaschi - KM (59,8 % vs. 39,3 %; p = 0,001). CALM Verlaufsprädiktoren, zu späte Diagnose/ gen Kontrolle und des Treat-to-Target- sei die erste Studie, die belegt, dass ein Behandlungsbeginn sowie nicht wirksa- Konzepts bei MC belegt die prospektive, Treat-to-Target-Konzept zu besseren Er- me oder nicht optimal eingesetzte Thera - offene, multizentrische und aktiv kon- gebnissen als die konventionelle, symp- pien. Für die Optimierung des Outcomes trollierte 48-wöchige Phase-III-Studie tombasierte Therapiesteuerung führt. Da - bei CED forderte Dignass den Einsatz op- CALM, in der 244 erwachsene, immun- bei habe die Nutzung von CRP als Treat- timaler Therapien zu einem frühen Zeit - suppressiva- und biologikanaive Patien- to-Target-Ansatz keine erhöhten Sicher- punkt, die Nutzung validierter, objekti- ten mit mittelschwerem bis schwerem ak- heitssignale ergeben resümierte Schreiber. ver Endpunkte zur Verlaufskontrolle, die tivem MC (mittlere Erkrankungsdauer Dr. Thomas Riedel laufende Anpassung der Therapien bis ein Jahr) mit konventionellem Manage- die Endpunkte erreicht sind (Treat to ment (KM) und der Treat-to-Target- Symposium „Satellitensymposium „Mission Target) und die Rundumbeurteilung des Strategie unter Adalimumab (Humira®) Zukunft – CED-Therapie im Jahr 2020“, Viszeral- CED-Patienten, einschließlich seiner verglichen wurde, berichtete Prof. Stefan medizin 2017, 14. September 2017, Dresden; psychosozialen Bedürfnisse. Schreiber, Universität Kiel. Treat-to-Tar- Veranstalter: AbbVie GASTRO-NEWS 2017; 04 (2) 61

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Published: Dec 1, 2017

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