Neue Fallzahlvorgabe bei der Zertifizierung von Traumazentren

Neue Fallzahlvorgabe bei der Zertifizierung von Traumazentren AUS D EN V ER BÄN D EN | D GU Traumanetzwerk Deutschland Neue Fallzahlvorgabe bei der Zerti zierung von Traumazentren ie Anzahl der zertizierten Trau- überregionale Traumazentren (ÜTZ) soll handlungsqualität erlauben, soll an der mazentren in Deutschland hat die Vorgabe von ≥ 40 Patienten mit ei- Fallzahl als einem weiteren Diskrimina- D sich mittlerweile stabil um eine nem ISS ≥ 16 unverändert Bestand ha- tor für die Einstufung festgehalten wer- Zahl von circa 630 eingestellt (Stand ben. Diesbezüglich besteht eine ausrei- den. Nach Einschätzung der Ausschuss- Juni 2017: 110 überregionale, 198 regio - chende wissenscha’liche Evidenz [1]. Mitglieder sollte sich ein RTZ grund- nale und 318 lokale Traumazentren). Die Neuausrichtung der Fallzahlbe- sätzlich durch eine insgesamt höhere Diese Kliniken sind in 52 Traumanetz- stimmung für RTZ ist notwendig gewor - Fallzahl auszeichnen. Aus diesem Grund werken organisiert. In den Nachbarlän- den, weil die vorgegebene Fallzahl von soll auch in Zukun’ eine Anzahl von 20 dern, insbesondere in Österreich, zeigt ≥ 20 mit ISS ≥ 16 vielerorts auch wegen Patienten aus dem sogenannten Basis- sich weiterhin eine zunehmende Anzahl der Zentrierung von schwerstverletzten kollektiv (Patienten mit Maximal-AIS an zertizierten Traumazentren im Ver- Patienten in ÜTZ nicht gehalten werden 3+ bzw. M-AIS 2 mit ICU-Behandlung) fahren der DGU. In Österreich gibt es kann. In den Jahren 2014 bis 2016 wur- gefordert werden. Unter diesen müssen drei und in der Schweiz ein regionales den insgesamt 45 RTZ auf lokale Trau- zehn Patienten sein, die einen ISS ≥ 16 Traumanetzwerk. Der Vorstand der Ös- mazentren (LTZ) zurückgestu’. Da von aufweisen. Für die Beurteilung im Rah- terreichischen Gesellscha’ für Unfallchi- der Herabstufung auch in Zukun’ viele men der Re-Auditierung gilt der Durch- rurgie hat es sich zum Ziel gesetzt, in Ös- Kliniken, die sich engagiert für die Be- schnittswert der drei Jahre des Zerti- terreich “ächendeckend die Etablierung lange des TraumaNetzwerks eingesetzt zierungsintervalls. von Traumanetzwerken umzusetzen. haben, betroªen sind und für diese Kli- Wie aus einer Kalkulation des Trau- Während der Prozess der Zertizie- niken häug eine Einstufung als LTZ der maRegisters DGU aus dem Jahre 2016 rung vor allem durch die AUC und die tatsächlichen Qualikation nicht ent- ersichtlich ist, würden circa 80 % der ak- Firma CertIQ verantwortet wird, be- sprechen würde, wurde alternativ eine tuell als regional eingestu’en Trauma- schä’igt sich der Ausschuss TNW der verminderte Fallzahlvorgabe erörtert. zentren diese Vorgabe erfüllen können. DGU mit übergeordneten organisatori- Eine erste intensive Fallzahldiskussi- Ausnahmen bei niedrigeren Fallzahlen schen Fragen und der Weiterentwick- on fand im Rahmen des Bundeslandmo- sollen bei RTZ nur noch bei Vorhaltung lung des Zertizierungsprozesses. Dies- deratorentreªens im September 2016 bestimmter besonderer Qualikationen bezüglich arbeiten Mitglieder des Aus- statt. Bereits damals wurde eine Reduk- (z. B. Verbrennungszentrum) gegeben schusses TNW mit weiteren Arbeits- tion auf zehn Fälle pro Jahr gegebenen- sein. gruppen zusammen, die sich derzeit mit falls unter Berücksichtigung weiterer Desweiteren schlägt der Ausschuss — der Integration von Rehabilitationsein- struktureller Anforderungen angeregt. vor, dass im Rahmen der Neugestaltung richtungen in die Traumanetzwerke Die Diskussion setzte sich den Aus- des Weißbuchs auch für lokale Trauma- — der Voraussetzung für die Etablierung schusssitzungen fort. Hierbei gilt zu be- zentren ein Mindestmaß an dokumen- von kindertraumatologischen Refe- rücksichtigen, dass für den Ein“uss von tierten verletzten Patienten vorgegeben renzzentren beschä’igen. Fallzahlen auf die Versorgungsqualität wird. Diesbezüglich wird vorgeschlagen, Diese Punkte sollen dann im Weißbuch in verschiedenen Gruppengrößen unter- die Anzahl von fünf Basiskollektivpati- 3.0, das Mitte 2018 fertiggestellt werden halb von 40 Patienten mit ISS ≥ 16 pro enten für diese Kategorie einzuführen. soll, abgebildet werden. Jahr derzeit keine wissenscha’liche Evi- denz besteht [2]. Dennoch erscheint die Literatur beim Verfasser Anpassung an aktuellen Bedarf Dreigliedrigkeit im TNW-System wei- Im laufenden Prozess der Zertizierung terhin notwendig, weil es der klinischen besteht allerdings Bedarf für eine akute Realität nicht entsprechen würde, wenn Anpassung an die aktuelle Behandlungs- man die RTZ und LTZ zukün’ig in ei- situation in Deutschland. Denn insbe- ner Gruppe zusammenfassen würde. Prof. Dr. Ste�en sondere für die Einstufung von regiona- Ruchholtz Fallzahl als Diskriminator len Traumazentren (RTZ) scheint für den Marburg laufenden Zertizierungsprozess eine Da die strukturellen Vorgaben alleine Leiter Ausschuss neue Fallzahl-Vorgabe notwendig. Für keine eindeutige Aussage über die Be- TraumaNetzwerk DGU® 68 Orthopädie und Unfallchirurgie 2017; 07 (4) VLOU DGU DGOOC DGOU BVOU © S. Ruchholtz http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Orthopädie und Unfallchirurgie Springer Journals

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Publisher
Springer Medizin
Copyright
Copyright © 2017 by Springer Medizin Verlag GmbH
Subject
Medicine & Public Health; Orthopedics; Traumatic Surgery; Conservative Orthopedics; Surgical Orthopedics
ISSN
2193-5254
eISSN
2193-5262
D.O.I.
10.1007/s41785-017-0222-5
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Abstract

AUS D EN V ER BÄN D EN | D GU Traumanetzwerk Deutschland Neue Fallzahlvorgabe bei der Zerti zierung von Traumazentren ie Anzahl der zertizierten Trau- überregionale Traumazentren (ÜTZ) soll handlungsqualität erlauben, soll an der mazentren in Deutschland hat die Vorgabe von ≥ 40 Patienten mit ei- Fallzahl als einem weiteren Diskrimina- D sich mittlerweile stabil um eine nem ISS ≥ 16 unverändert Bestand ha- tor für die Einstufung festgehalten wer- Zahl von circa 630 eingestellt (Stand ben. Diesbezüglich besteht eine ausrei- den. Nach Einschätzung der Ausschuss- Juni 2017: 110 überregionale, 198 regio - chende wissenscha’liche Evidenz [1]. Mitglieder sollte sich ein RTZ grund- nale und 318 lokale Traumazentren). Die Neuausrichtung der Fallzahlbe- sätzlich durch eine insgesamt höhere Diese Kliniken sind in 52 Traumanetz- stimmung für RTZ ist notwendig gewor - Fallzahl auszeichnen. Aus diesem Grund werken organisiert. In den Nachbarlän- den, weil die vorgegebene Fallzahl von soll auch in Zukun’ eine Anzahl von 20 dern, insbesondere in Österreich, zeigt ≥ 20 mit ISS ≥ 16 vielerorts auch wegen Patienten aus dem sogenannten Basis- sich weiterhin eine zunehmende Anzahl der Zentrierung von schwerstverletzten kollektiv (Patienten mit Maximal-AIS an zertizierten Traumazentren im Ver- Patienten in ÜTZ nicht gehalten werden 3+ bzw. M-AIS 2 mit ICU-Behandlung) fahren der DGU. In Österreich gibt es kann. In den Jahren 2014 bis 2016 wur- gefordert werden. Unter diesen müssen drei und in der Schweiz ein regionales den insgesamt 45 RTZ auf lokale Trau- zehn Patienten sein, die einen ISS ≥ 16 Traumanetzwerk. Der Vorstand der Ös- mazentren (LTZ) zurückgestu’. Da von aufweisen. Für die Beurteilung im Rah- terreichischen Gesellscha’ für Unfallchi- der Herabstufung auch in Zukun’ viele men der Re-Auditierung gilt der Durch- rurgie hat es sich zum Ziel gesetzt, in Ös- Kliniken, die sich engagiert für die Be- schnittswert der drei Jahre des Zerti- terreich “ächendeckend die Etablierung lange des TraumaNetzwerks eingesetzt zierungsintervalls. von Traumanetzwerken umzusetzen. haben, betroªen sind und für diese Kli- Wie aus einer Kalkulation des Trau- Während der Prozess der Zertizie- niken häug eine Einstufung als LTZ der maRegisters DGU aus dem Jahre 2016 rung vor allem durch die AUC und die tatsächlichen Qualikation nicht ent- ersichtlich ist, würden circa 80 % der ak- Firma CertIQ verantwortet wird, be- sprechen würde, wurde alternativ eine tuell als regional eingestu’en Trauma- schä’igt sich der Ausschuss TNW der verminderte Fallzahlvorgabe erörtert. zentren diese Vorgabe erfüllen können. DGU mit übergeordneten organisatori- Eine erste intensive Fallzahldiskussi- Ausnahmen bei niedrigeren Fallzahlen schen Fragen und der Weiterentwick- on fand im Rahmen des Bundeslandmo- sollen bei RTZ nur noch bei Vorhaltung lung des Zertizierungsprozesses. Dies- deratorentreªens im September 2016 bestimmter besonderer Qualikationen bezüglich arbeiten Mitglieder des Aus- statt. Bereits damals wurde eine Reduk- (z. B. Verbrennungszentrum) gegeben schusses TNW mit weiteren Arbeits- tion auf zehn Fälle pro Jahr gegebenen- sein. gruppen zusammen, die sich derzeit mit falls unter Berücksichtigung weiterer Desweiteren schlägt der Ausschuss — der Integration von Rehabilitationsein- struktureller Anforderungen angeregt. vor, dass im Rahmen der Neugestaltung richtungen in die Traumanetzwerke Die Diskussion setzte sich den Aus- des Weißbuchs auch für lokale Trauma- — der Voraussetzung für die Etablierung schusssitzungen fort. Hierbei gilt zu be- zentren ein Mindestmaß an dokumen- von kindertraumatologischen Refe- rücksichtigen, dass für den Ein“uss von tierten verletzten Patienten vorgegeben renzzentren beschä’igen. Fallzahlen auf die Versorgungsqualität wird. Diesbezüglich wird vorgeschlagen, Diese Punkte sollen dann im Weißbuch in verschiedenen Gruppengrößen unter- die Anzahl von fünf Basiskollektivpati- 3.0, das Mitte 2018 fertiggestellt werden halb von 40 Patienten mit ISS ≥ 16 pro enten für diese Kategorie einzuführen. soll, abgebildet werden. Jahr derzeit keine wissenscha’liche Evi- denz besteht [2]. Dennoch erscheint die Literatur beim Verfasser Anpassung an aktuellen Bedarf Dreigliedrigkeit im TNW-System wei- Im laufenden Prozess der Zertizierung terhin notwendig, weil es der klinischen besteht allerdings Bedarf für eine akute Realität nicht entsprechen würde, wenn Anpassung an die aktuelle Behandlungs- man die RTZ und LTZ zukün’ig in ei- situation in Deutschland. Denn insbe- ner Gruppe zusammenfassen würde. Prof. Dr. Ste�en sondere für die Einstufung von regiona- Ruchholtz Fallzahl als Diskriminator len Traumazentren (RTZ) scheint für den Marburg laufenden Zertizierungsprozess eine Da die strukturellen Vorgaben alleine Leiter Ausschuss neue Fallzahl-Vorgabe notwendig. Für keine eindeutige Aussage über die Be- TraumaNetzwerk DGU® 68 Orthopädie und Unfallchirurgie 2017; 07 (4) VLOU DGU DGOOC DGOU BVOU © S. Ruchholtz

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Orthopädie und UnfallchirurgieSpringer Journals

Published: Aug 15, 2017

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