Neue Daten zu Hepatitis C: Was ist die optimale Therapie beim Genotyp 3?

Neue Daten zu Hepatitis C: Was ist die optimale Therapie beim Genotyp 3? aktuell Neue Daten zu Hepatitis C: Was ist die optimale Therapie beim Genotyp 3? Neuen, beim AASLD-Kongress 2017 präsentier ten ▶ Eine RAS-Testung oder Ribavirin-Gabe ist bei G/P-‡erapie Studiendaten zufolge verlier t die HCV-Genotyp 3-In- nicht erforderlich. fektion ihren Ruf als „schwierig zu behandeln“. Die von Leitlinien empfohlenen Therapien wirken zuver- Glecaprevir/Pibrentasvir über acht Wochen bei lässig, bei vielen Patienten reicht eine Behandlung Patienten ohne Zirrhose über acht Wochen. Beim AASLD-Kongress 2017 wurde nun eine integrierte Ana- lyse aller GT3-Patienten aus sieben Zulassungsstudien der G/P- ‡erapie präsentiert [Flamm St et al. AASLD 2017, Abstract 62). Infektionen durch den HCV-Genotyp 3 (GT3) sind häuger mit Drei Patientengruppen (alle Patienten waren nicht vorbehan- einer beschleunigten Fibrosierung und einer Steatose assoziiert. delt) waren folgendermaßen behandelt worden: Die Heilungsraten waren in Studien meist etwas niedriger als ▶ 208 Patienten ohne Zirrhose, acht Wochen ‡erapie bei Infektionen durch andere Genotypen, insbesondere bei Vor- ▶ 294 weitere Patienten ohne Zirrhose, zwölf Wochen ‡erapie liegen einer Leberzirrhose. Noch bis vor kurzem empfahlen die ▶ 69 Patienten mit Zirrhose (Child-Pugh A) zwölf Wochen AASLD-Leitlinien bei nich vorbehandelten Patienten mit HCV ‡erapie vom GT3 folgende ‡erapien: Die Heilungsraten in der Intention-to-Treat(ITT)-Analyse lagen ▶ Sofosbuvir/Daclatasvir zwölf Wochen (ohne Zirrhose) oder in den drei Gruppen bei 95 %, 95 % und 97 %. Bereinigt um die 24 Wochen (mit Zirrhose) nicht virologischen Versager (lost to follow up etc.; modizier- ▶ Sofosbuvir/Velpatasvir zwölf Wochen (mit oder ohne Zir- te ITT-Analyse) betrugen die Heilungsraten 98 %, 99 % und rhose) 100 %. Insofern bestätigen diese Ergebnisse die ‡erapieemp- ▶ RAS-Testung bei allen Zirrhosepatienten. Zusätzliche Riba- fehlung der Leitlinie: acht Wochen bei Patienten ohne, zwölf virin-Gabe bei Y93H-Positivität. Wochen bei Patienten mit Zirrhose, keine Resistenztestung not- Mit Zulassung der Kombination Glecaprevir/Pibrentasvir (G/P, wendig. Vertragen wurde die Behandlung gut, auch von Patien - Maviret®) kann die ‡erapie für viele GT3-Patienten ohne Vort- ten mit HIV-Koinfektion, schwerer Niereninsu©zienz oder Pa- herapie verkürzt werden. Im September 2017 formulierte die tienten nach Nieren- oder Lebertransplantation. AASLD ein Leitlinien-Update. Bei therapienaiven Patienten mit GT3-Infektion wird nun zusätzlich empfohlen: Bei Sofosbuvir/Velpatasvir ist Ribavirin ▶ Glecaprevir/Pibrentasvir acht Wochen bei Patienten ohne oder meist nicht nötig zwölf Wochen bei Patienten mit kompensierter Zirrhose Ist bei GT3-Infektion und Sofosbuvir/Velpatasvir-‡erapie (SOF/VEL, Epclusa®) über zwölf Wochen eine zusätzliche Riba - virin-Gabe wirklich erforderlich? Dieser Frage ging eine Inte- rimsanalyse aus dem Deutschen GECCO-Register nach, deren Ergebnisse Dr. Stefan Christensen aus Münster vortrug [Chris- tensen St et al. AASLD 2017, Abstract 63). Das CECCO-Register beobachtet prospektiv HCV-Patienten aus neun deutschen Zen- tren, die eine ‡erapie mit direkt antiviral wirksamen Medika- menten (DAA) erhalten. Von derzeit 2.312 Patienten wiesen 576 (25 %) eine GT3-In- fektion auf. 232 Patienten (40 %) wurden mit SOF/VEL behan- delt, 32 davon (14 %) in Kombination mit Ribavirin. 12-Wochen- Heilungsraten liegen bis dato für 148 Patienten (ITT) respekti- ve 141 Patienten (modizierte ITT) vor. Bereinigt um die Pati- enten, die nicht nachverfolgt werden konnten, kam es nur bei einem Patienten zu einem virologischen Versagen: ein 54-jäh- riger Patient mit Zirrhose Child Pugh A, sechs Monate erfolg- los vorbehandelt mit SOF/Ribavirin. Er war ohne Ribavirin be - handelt worden. Bei zehn der 141 Patienten wurden bei der RAS- Testung Resistenzen entdeckt. Alle zehn Patienten wurden ge- heilt, wobei sechs ohne und vier mit Ribavirin behandelt worden waren. Fazit dieser Studie: Die Heilungsraten sind hoch, ein Ein®uss von Ribavarin scheint unwahrscheinlich, aber letztlich kann die Auf dem LiverLearning®, dem oziellen E-Learning-Portal der Studie die Frage nicht beantworten. Dr. med. Dirk Einecke AASLD, konnten die Kongressteilnehmer auf zahlreiche Bildungsressourcen einschließlich Video-, Audio- und Slide-Decks sowie CME-Weiterbildungsmodule zugreifen. The Liver Meeting 2017, AASLD-Kongress, Washington, 20. – 24.10.2017 50 GASTRO-NEWS 2017; 04 (2) © D. Einecke http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Gastro-News Springer Journals

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Publisher
Springer Journals
Copyright
Copyright © 2017 by Springer Medizin Verlag GmbH
Subject
Medicine & Public Health; Gastroenterology; Internal Medicine; Hepatology; Colorectal Surgery
ISSN
1869-1005
eISSN
2520-8667
D.O.I.
10.1007/s15036-017-0283-0
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Abstract

aktuell Neue Daten zu Hepatitis C: Was ist die optimale Therapie beim Genotyp 3? Neuen, beim AASLD-Kongress 2017 präsentier ten ▶ Eine RAS-Testung oder Ribavirin-Gabe ist bei G/P-‡erapie Studiendaten zufolge verlier t die HCV-Genotyp 3-In- nicht erforderlich. fektion ihren Ruf als „schwierig zu behandeln“. Die von Leitlinien empfohlenen Therapien wirken zuver- Glecaprevir/Pibrentasvir über acht Wochen bei lässig, bei vielen Patienten reicht eine Behandlung Patienten ohne Zirrhose über acht Wochen. Beim AASLD-Kongress 2017 wurde nun eine integrierte Ana- lyse aller GT3-Patienten aus sieben Zulassungsstudien der G/P- ‡erapie präsentiert [Flamm St et al. AASLD 2017, Abstract 62). Infektionen durch den HCV-Genotyp 3 (GT3) sind häuger mit Drei Patientengruppen (alle Patienten waren nicht vorbehan- einer beschleunigten Fibrosierung und einer Steatose assoziiert. delt) waren folgendermaßen behandelt worden: Die Heilungsraten waren in Studien meist etwas niedriger als ▶ 208 Patienten ohne Zirrhose, acht Wochen ‡erapie bei Infektionen durch andere Genotypen, insbesondere bei Vor- ▶ 294 weitere Patienten ohne Zirrhose, zwölf Wochen ‡erapie liegen einer Leberzirrhose. Noch bis vor kurzem empfahlen die ▶ 69 Patienten mit Zirrhose (Child-Pugh A) zwölf Wochen AASLD-Leitlinien bei nich vorbehandelten Patienten mit HCV ‡erapie vom GT3 folgende ‡erapien: Die Heilungsraten in der Intention-to-Treat(ITT)-Analyse lagen ▶ Sofosbuvir/Daclatasvir zwölf Wochen (ohne Zirrhose) oder in den drei Gruppen bei 95 %, 95 % und 97 %. Bereinigt um die 24 Wochen (mit Zirrhose) nicht virologischen Versager (lost to follow up etc.; modizier- ▶ Sofosbuvir/Velpatasvir zwölf Wochen (mit oder ohne Zir- te ITT-Analyse) betrugen die Heilungsraten 98 %, 99 % und rhose) 100 %. Insofern bestätigen diese Ergebnisse die ‡erapieemp- ▶ RAS-Testung bei allen Zirrhosepatienten. Zusätzliche Riba- fehlung der Leitlinie: acht Wochen bei Patienten ohne, zwölf virin-Gabe bei Y93H-Positivität. Wochen bei Patienten mit Zirrhose, keine Resistenztestung not- Mit Zulassung der Kombination Glecaprevir/Pibrentasvir (G/P, wendig. Vertragen wurde die Behandlung gut, auch von Patien - Maviret®) kann die ‡erapie für viele GT3-Patienten ohne Vort- ten mit HIV-Koinfektion, schwerer Niereninsu©zienz oder Pa- herapie verkürzt werden. Im September 2017 formulierte die tienten nach Nieren- oder Lebertransplantation. AASLD ein Leitlinien-Update. Bei therapienaiven Patienten mit GT3-Infektion wird nun zusätzlich empfohlen: Bei Sofosbuvir/Velpatasvir ist Ribavirin ▶ Glecaprevir/Pibrentasvir acht Wochen bei Patienten ohne oder meist nicht nötig zwölf Wochen bei Patienten mit kompensierter Zirrhose Ist bei GT3-Infektion und Sofosbuvir/Velpatasvir-‡erapie (SOF/VEL, Epclusa®) über zwölf Wochen eine zusätzliche Riba - virin-Gabe wirklich erforderlich? Dieser Frage ging eine Inte- rimsanalyse aus dem Deutschen GECCO-Register nach, deren Ergebnisse Dr. Stefan Christensen aus Münster vortrug [Chris- tensen St et al. AASLD 2017, Abstract 63). Das CECCO-Register beobachtet prospektiv HCV-Patienten aus neun deutschen Zen- tren, die eine ‡erapie mit direkt antiviral wirksamen Medika- menten (DAA) erhalten. Von derzeit 2.312 Patienten wiesen 576 (25 %) eine GT3-In- fektion auf. 232 Patienten (40 %) wurden mit SOF/VEL behan- delt, 32 davon (14 %) in Kombination mit Ribavirin. 12-Wochen- Heilungsraten liegen bis dato für 148 Patienten (ITT) respekti- ve 141 Patienten (modizierte ITT) vor. Bereinigt um die Pati- enten, die nicht nachverfolgt werden konnten, kam es nur bei einem Patienten zu einem virologischen Versagen: ein 54-jäh- riger Patient mit Zirrhose Child Pugh A, sechs Monate erfolg- los vorbehandelt mit SOF/Ribavirin. Er war ohne Ribavirin be - handelt worden. Bei zehn der 141 Patienten wurden bei der RAS- Testung Resistenzen entdeckt. Alle zehn Patienten wurden ge- heilt, wobei sechs ohne und vier mit Ribavirin behandelt worden waren. Fazit dieser Studie: Die Heilungsraten sind hoch, ein Ein®uss von Ribavarin scheint unwahrscheinlich, aber letztlich kann die Auf dem LiverLearning®, dem oziellen E-Learning-Portal der Studie die Frage nicht beantworten. Dr. med. Dirk Einecke AASLD, konnten die Kongressteilnehmer auf zahlreiche Bildungsressourcen einschließlich Video-, Audio- und Slide-Decks sowie CME-Weiterbildungsmodule zugreifen. The Liver Meeting 2017, AASLD-Kongress, Washington, 20. – 24.10.2017 50 GASTRO-NEWS 2017; 04 (2) © D. Einecke

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Published: Dec 1, 2017

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