Nervenläsionen der unteren Extremitäten nach peripherer Gefäßrevaskularisation

Nervenläsionen der unteren Extremitäten nach peripherer Gefäßrevaskularisation Fragestellung: Periphere Nervenläsionen nach operativen Eingriffen beziehen sich in der Literatur überwiegend auf chirurgisch-orthopädische Eingriffe oder stehen ursächlich im Zusammenhang mit Ischämiesyndromen unterschiedlichster Genese. Bisher gibt es in der Literatur keine zuverlässige Aussage über die Häufigkeit des Auftretens von sensiblen Nervenläsionen nach arterieller Gefäßrevaskularisation an der unteren Extremität. Methodik: Wir untersuchten 436 Patienten nach peripherer Gefäßrevaskularisation in den Jahren 1992–1996 bezüglich postoperativer Nervenschäden, basierend auf anamnestischen Angaben und einer detaillierten klinisch neurologischen Befundung. Weiter erfolgten Untersuchungen der Zwei-Punkt-Unterscheidung nach Weber und der Ninhydrinprobe nach Moberg. Ergebnisse: Unter den 147 Profundarevaskularisationen, 127 Bypasses zum 1. Poplitealsegment, 13 Bypasses zum 2. Poplitealsegment, 93 Bypasses zum 3. Poplitealsegment und 56 femorokruralen Bypasses kam es nach der Primäroperation bei 4% (11/270) der Patienten zu peripheren Nervenschäden. Innerhalb der Gesamtzahl der Operationen waren 38% (166/436) Reoperationen. Nach Reoperation kam es bei 33% (55/166) der Patienten zu Nervenschädigungen. Schlußfolgerung: Periphere Nervenläsionen mit sensiblen Ausfällen finden sich in 15% (66/436) zum Entlassungszeitpunkt, wobei Patienten nach Reoperationen ein 8mal häufigeres Risiko haben als Patienten nach Primäroperation. Im Vordergrund stehen sensible Funktionsausfälle mit Parästhesien, die gerade bei erfolgreicher Revaskularisation vom Patienten als nachhaltig beeinträchtigend empfunden werden. Die detaillierte präoperative Aufklärung über das Risiko sensibler Nervenläsionen ist daher unverzichtbar. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Gefässchirurgie Springer Journals

Nervenläsionen der unteren Extremitäten nach peripherer Gefäßrevaskularisation

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Publisher
Springer Journals
Copyright
Copyright © 1998 by Springer-Verlag Berlin Heidelberg
Subject
Medicine & Public Health; Vascular Surgery
ISSN
0948-7034
D.O.I.
10.1007/PL00010513
Publisher site
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Abstract

Fragestellung: Periphere Nervenläsionen nach operativen Eingriffen beziehen sich in der Literatur überwiegend auf chirurgisch-orthopädische Eingriffe oder stehen ursächlich im Zusammenhang mit Ischämiesyndromen unterschiedlichster Genese. Bisher gibt es in der Literatur keine zuverlässige Aussage über die Häufigkeit des Auftretens von sensiblen Nervenläsionen nach arterieller Gefäßrevaskularisation an der unteren Extremität. Methodik: Wir untersuchten 436 Patienten nach peripherer Gefäßrevaskularisation in den Jahren 1992–1996 bezüglich postoperativer Nervenschäden, basierend auf anamnestischen Angaben und einer detaillierten klinisch neurologischen Befundung. Weiter erfolgten Untersuchungen der Zwei-Punkt-Unterscheidung nach Weber und der Ninhydrinprobe nach Moberg. Ergebnisse: Unter den 147 Profundarevaskularisationen, 127 Bypasses zum 1. Poplitealsegment, 13 Bypasses zum 2. Poplitealsegment, 93 Bypasses zum 3. Poplitealsegment und 56 femorokruralen Bypasses kam es nach der Primäroperation bei 4% (11/270) der Patienten zu peripheren Nervenschäden. Innerhalb der Gesamtzahl der Operationen waren 38% (166/436) Reoperationen. Nach Reoperation kam es bei 33% (55/166) der Patienten zu Nervenschädigungen. Schlußfolgerung: Periphere Nervenläsionen mit sensiblen Ausfällen finden sich in 15% (66/436) zum Entlassungszeitpunkt, wobei Patienten nach Reoperationen ein 8mal häufigeres Risiko haben als Patienten nach Primäroperation. Im Vordergrund stehen sensible Funktionsausfälle mit Parästhesien, die gerade bei erfolgreicher Revaskularisation vom Patienten als nachhaltig beeinträchtigend empfunden werden. Die detaillierte präoperative Aufklärung über das Risiko sensibler Nervenläsionen ist daher unverzichtbar.

Journal

GefässchirurgieSpringer Journals

Published: Aug 13, 1998

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