Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer und onkologische Erkrankungen in der stationären Altenhilfe

Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer und onkologische Erkrankungen in der stationären Altenhilfe Schwerpunkt Schmerz 2018 · 32:356–363 P. Kutschar ·K.Lex ·J.Osterbrink · S. Lorenzl https://doi.org/10.1007/s00482-018-0302-x Institut für Pflegewissenschaft und -praxis, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Salzburg, Österreich Online publiziert: 5. Juni 2018 © Der/die Autor(en) 2018 Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer und onkologische Erkrankungen in der stationären Altenhilfe Schmerzhäufigkeit und ausgewählte Versorgungsmerkmale im Vergleich sind [9]. Bei dieser Bewohnergruppe nizieren. Deshalb gelingt es Pflegenden Hintergrund und Fragestellung gestalten sich Entscheidungsfindungs- und Ärzten oft nicht, angemessen auf In Deutschland leben 27 % aller im Sin- prozesse bezüglich des eigenen Lebens- etwaige Schmerzzustände zu reagieren ne des Pflegeversicherungsgesetzes an- endes häufig als herausfordernd und [9]. Die Schätzungen zur Überlebenszeit erkannten pflegebedürift gen Menschen komplex: Es ist durchaus möglich, dass von an Demenz erkrankten Bewohnern (n≈ 780.000) in einem der 13.600 Al- sich Präferenzen im Krankheitsverlauf variieren. Als mittlere Überlebensdauer ten- und Pflegeheime [1]. Sowohl Be- verändern oder dass sich kurzfristig der (Median) von der Diagnose bis zum Ein- wohner als auch die in den Einrichtun- Allgemeinzustand verbessert, etwa weil treten des Todes wird von ca. 8 Jahren gen beschäift gten Pflegenden stehen vor nebenwirkungsreiche oder nicht (mehr) ausgegangen [9]. Für Deutschland wird vielfältigen Herausforderungen. Häufig indizierte Pharmakotherapien abgesetzt die mittlere Überlebenszeit nach „Mani- leiden Bewohner unter zahlreichen Ko- werden [10]. festation der Erkrankung“ mit 3,3 Jahren morbiditäten wie z. B. Mangelernährung, Es ist weiter davon auszugehen, geschätzt [13]. Gerade vor dem Hinter- Schmerzen, Atemnot, Depression, phy- dass ca. zwei Drittel aller deutschen grund demenzieller Erkrankungen zeigt sischer Gebrechlichkeit und – im vorlie- AHB an einer leichten, mittelschweren sich der deutliche Bedarf an Palliative- gendenKontextvonbesondererRelevanz oder schweren Form einer demenziel- Care-Konzepten in Altenheimen: De- – demenziellen Erkrankungen [2–4]. Die len Erkrankung leiden [11]. Schätzun- menz ist eine unheilbare, chronisch verbleibende Lebens- bzw. „Sterbezeit“ gen zufolge leben in Deutschland etwa fortschreitende, letztlich zum Tod füh- ist oft relativ kurz, weshalb stationäre 1,5 Mio. Menschen mit einer Demenz- rende Erkrankung [13]und insofern Altenpflegeeinrichtungen auch als „Or- erkrankung. Bis 2030 könnte die Zahl haben Betroffene „bereits vom ersten te höchster Sterbeintensität“ bezeichnet an einer Demenz erkrankter Personen Augenblick an Anspruch auf Palliative werden [5]. auf rund 3Mio. Menschen anwachsen Care“ [14]. Einen nicht unbeträchtlichen Anteil [12]. RegelhaeS ft ymptomeund pflege- Morbus Parkinson gilt mit einer an typischen Altenheimpopulationen rischen Bedarf begründende Probleme Prävalenz von 110–180 in 100.000 be- stellen Menschen mit onkologischen Er- bei fortschreitender Demenz bestehen völkerungsbezogen als die zweithäufigs- krankungen dar. Internationale Studien in Verwirrtheit, Depression, Obstipati- te neurodegenerative Erkrankung [16]. schätzen Prävalenzen zwischen 9 und on, Schluckstörungen, Schwierigkeiten In Alten- und Pflegeheimen hingegen 15 % der Altenheimbewohner (AHB) im gegenseitigen Verstehen, Unterer- lebt einer von 10 Bewohnern mit der [6]. In der Bevölkerung liegt das Erkran- nährung und besonders Schmerz von Diagnose Morbus Parkinson. Nach der kungsrisiko bei Männern über 65 Jahre in Betroffenen [3, 9, 13–15]. Hier haben vor Diagnosestellung beträgt die mittlere Le- dendarauffolgenden10Jahrenbei1:3;bei allem ältere Menschen mit fortgeschrit- benserwartung etwa 15 Jahre [17]. Aus Frauen bei 1:5 [7]. Eine Hauptbelastung tenen kognitiven Beeinträchtigungen der Literatur ist hinreichend bekannt, für Tumorpatienten sind Schmerzen: Bei ein stark erhöhtes Risiko für eine un- dass Menschen, bei denen Parkinson bis zu 80% treten sie im fortgeschrit- genügende Schmerztherapie. Aufgrund diagnostiziert worden ist, enorme uner- tenen Krankheitsstadium auf [8]. Drei eingeschränkter kommunikativer Fä- füllte Palliative-Care-Bedürfnisse haben. Viertel aller Krebstodesfälle treten bei higkeiten ist es Betroffenen häufig nicht Die Symptombelastung ist ebenso groß Menschen auf, die älter als 65 Jahre alt möglich, Schmerzen adäquat zu kommu- wie bei Tumorpatienten, wobei Pallia- 356 Der Schmerz 5 · 2018 tive-Care-Bedarfe von Menschen mit taillierte Informationen zu den Zielen Fragestellung Morbus Parkinson aber viel seltener als und Methoden der Hauptstudie wurden bei „klassischen onkologischen Patien- Ziel dieser explorativen Sekundärda- mehrfach veröffentlicht (z.B. [4]). ten“ durch lokale Strukturen abgedeckt tenanalyse ist es, ausgewählte Unter- werden [18]. Was die pflegerische und schiede in Bezug auf biometrische und Datenerhebung medizinische Versorgung von an Mor- pflegerische Charakteristika und der bus Parkinson erkrankten Bewohnern Schmerzsituation zwischen Altenheim- Von insgesamt 32 Altenheimen der Stadt zusätzlich erschwert, ist eine „Parkin- bewohnern (AHB) mit Morbus Parkin- Münster (Stand: Juni 2010) erklärten sich son-assoziierte Multimorbidität“, welche son, Alzheimer-Demenz und onkologi- 13 Einrichtungen zur Teilnahme am For- sich aber zum Lebensende kaum ver- schen Erkrankungen darzustellen und schungsprojekt bereit. In jeder Einrich- meiden lässt und zudem meistens als vor dem Hintergrund von pflegerischen tung wurden strukturelle Daten mittels schmerzinduzierend anzunehmen ist und palliativen Versorgungsaspekten zu Einrichtungsdatenblatt erhoben. Medi- [10]. diskutieren. Anhand von empirischen zinische und biometrische Charakteris- Bei oben angeführten Erkrankungs- Daten aus der stationären Altenhilfe tika wurden aus den bewohnerspezifi- bildern scheint folglich die Orientierung wurde untersucht, ob sich AHB mit schen Pflegedokumentationen entnom- an explizit inklusiven Palliative-Care- Parkinson, AHB mit Alzheimer und men. AHB wurden mit standardisier- Konzepten auch im Altenheimkontext AHB mit Tumor in den Merkmalen ten Face-to-face-Interviews durch Studi- unumgänglich. Die zentralen Ansprüche Geschlecht, Lebensalter, kognitive Leis- enassistenten befragt bzw. mittels spezi- der European Association for Palliative tungsfähigkeit, Komorbiditäten, Pfle- fischer Fremdeinschätzungsinstrumente Care (EAPC), die Palliative Care als gestufe, Pflegesetting vor Einzug ins beobachtet. Die eingesetzten Studienas- „aktive, umfassende Versorgung und Altenheim, Aufenthaltsdauer in Jah- sistenten verfügten über eine pflegeri- Pflege von Patienten, deren Erkrankung ren und Schmerzsituation (Selbst- und/ sche Grundausbildung bzw. waren Stu- nicht auf eine kurative Behandlung an- oder Fremdeinschätzung) voneinander dierende der Pflegewissenschaft oder Ge- spricht“ definiert und dabei „Kontrolle unterscheiden. sundheitswissenschaeft n. Vor der Daten- von Schmerzen oder anderen Sympto- erhebung nahmen die Studienassistenten men ...“ hervorhebt, sind dabei von an einer ganztägigen Interviewerschu- Studiendesign und höchster Relevanz [19]. Weitere Bedeu- lung teil. Der Prätest fand von September Untersuchungsmethoden tung erhält der interdisziplinäre Ansatz, 2010 bis April 2011, der Posttest von Juli indem er sich deutlich auf Betroffene, 2012 bis April 2013 statt. Pro Einrichtung Design deren Familien und die Gemeinschaft dauerte die Datenerhebung zwischen 4 bezieht und sich als unabhängig vom Die ursprünglichen Daten entstam- und 6 Wochen. spezifischen Versorgungssetting posi- men dem Versorgungsforschungspro- tioniert. Palliative Care hat dabei das jekt „Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Instrumente erklärte Ziel, „die beste Lebensqualität Münster“ (2010–2014). In dieser Studie bis zum Tod zu gewährleisten“ [19]. wurde das interdisziplinäre Schmerz- Soziodemografische und medizinisch Bewährt hat sich eine derartige „early management in verschiedenen Versor- wie pflegerisch relevante Merkmale integration“ von Palliative Care bei der gungseinrichtungen (Krankenhäuser, wurden aus den bewohnerspezifischen Betreuung onkologisch erkrankter Men- Schmerzpraxen, ambulante Pflegediens- Pflegedokumentationen übertragen. Der schen [20]. Auch in der Begleitung von te, Hospize, Altenheime) einer ganzen Status der kognitiven Leistungsfähigkeit Menschen mit Morbus Parkinson oder Stadt untersucht. Einen Teilbereich stell- wurde mittels MMST erfasst und zur demenziellen Erkrankungen empfehlen te die Untersuchung des Schmerzma- Stratifikation in 3 Subgruppen kogniti- Experten ein frühzeitiges Einbeziehen nagements bei chronischen und akuten ver Leistungsfähigkeit genutzt [23]. Die palliativer Therapieoptionen [ 16]. Insge- Schmerzen in 13 Altenheimen der nord- Erfassung der subjektiven Schmerzsi- samt gilt es inzwischen als weitgehend rhein-westfälischen Stadt Münster im tuation orientierte sich sodann an der unumstritten, dass die letzte Lebenspha- Rahmen einer Ex-post-facto-Studie mit bewohnerindividuellen kognitiven Leis- se von Menschen mit Morbus Parkinson, Prä-post-Testdar.DerIstzustanddesum- tungsfähigkeit. Bewohner mit keiner Alzheimer-Demenz und Tumorerkran- gesetzten Schmerzmanagements wurde oder leichter kognitiver Beeinträchti- kung zunehmend in Altenheimen erlebt imPrätestmittelsStrukturdatenanalysen, gung (MMST 19–30 Punkte) wurden wird und daher der „end-of-life care“ für Online-Surveys der in den Einrichtun- per validiertem Selbstauskunftsinstru- diese Menschen in den Heimen wissen- gentätigenPflegekräeft und Befragungen mentder5-stufigen„verbalenRangskala“ schaftlich wie praxisbezogen vermehrte wie Beobachtungen von Bewohnern der (VRS-5; [24]) befragt. Bei Bewohnern Aufmerksamkeit zukommen muss [6, eingeschlossenen Altenheime erhoben. mit stark fortgeschrittener kognitiver 21, 22]. Auf Basis dieser Ergebnisse erfolgten Beeinträchtigung (MMST 0–9 Punkte) dann einrichtungsspezifische Interven- wurde das Fremdeinschätzungsinstru- tionen. Diese Interventionen sind nicht ment BESD (Beurteilung von Schmerzen Gegenstand dervorliegendenArbeit. De- bei Demenz; [25]) eingesetzt. Höhere Der Schmerz 5 · 2018 357 Zusammenfassung · Abstract Schmerz 2018 · 32:356–363 https://doi.org/10.1007/s00482-018-0302-x © Der/die Autor(en) 2018 P. Kutschar ·K.Lex ·J.Osterbrink · S. Lorenzl Schmerzhäufigkeit und ausgewählte Versorgungsmerkmale im Vergleich Zusammenfassung Alzheimer ist das umso wichtiger, scheinen Hintergrund. Vorhandene Schmerzmanage- Methodik. Sekundärdatenanalyse von bei dieser wachsenden Bewohnergruppe ment- und Palliativversorgungsstrukturen Bewohnerbefragungs- und Pflegedokumen- doch spezifische Implementierungen und sind in der stationären Altenhilfe von großer tationsdaten aus 13 Altenheimen der Studie Maßnahmen nötig zu sein. Der Konzeption, Relevanz. Während eine professionelle „Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster“. Umsetzung und wissenschaftlichen Evaluation Schmerzbehandlung und palliativver- Ergebnisse. Im Vergleich zeigen sich bei von spezifisch adaptierten Strategien und sorgerische Maßnahmen bei Bewohnern Bewohnern mit Alzheimer signifikant stärker Maßnahmen, die auf die Bedürfnisse mit onkologischen Erkrankungen häufig ausgeprägte kognitive Beeinträchtigungen, stattfinden, ist dies bei Bewohnern mit weniger zusätzliche schmerzassoziierte der Bewohner abgestimmt sind, sollte neurologischen Erkrankungen oft nicht der Diagnosen, kürzere Verweildauern im zukünftig verstärkte (pflege)praktische wie Fall. Diese potenzielle Unterversorgung ist Altenheim und mehr Schmerzhinweise (pflege)wissenschaftliche Aufmerksamkeit zukommen. dann besonders herausfordernd, wenn die als bei Bewohnern mit Parkinson und Interaktion mit betroffenen Bewohnern durch Tumorerkrankungen. Schlüsselwörter Einbußen der kognitiven Leistungsfähigkeit Diskussion. Das generell als eher hoch zu Schmerzmanagement im Altenheim · weiter erschwert wird. bezeichnende Schmerzauftreten verdeutlicht Kognitive Leistungsfähigkeit · Morbus Ziel der Arbeit. Vergleich ausgewählter die prinzipielle Notwendigkeit eines ange- Parkinson · Morbus Alzheimer · Tumor Versorgungsmerkmale zwischen Bewohnern messenen Schmerzassessments und einer mit Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer und interprofessionellen schmerztherapeutischen Tumorerkrankung. Betreuung. Bei Bewohnern mit Parkinson und Parkinson’s disease, Alzheimer’s disease and oncological diseases in residential geriatric care. Pain frequency and selected healthcare features in comparison Abstract disease, Alzheimer’s disease and residents the principle necessity of adequate pain Background. Adequate pain management diagnosed with cancer. assessment and an interprofessional pain and palliative care structures are of significant Material and methods. Secondary data treatment. Furthermore, there seems to be importance in residential nursing homes. analysis of residents’ survey and medical a still unmet need for specifically adapted Whilst professional pain treatment and record data from 13 nursing homes as part pain management strategies especially for the palliative care measures are frequently of the study “Action Alliance Pain-free City steadily increasing number of people with implemented for residents with oncological Münster”. Parkinson’s disease and Alzheimer’s disease diseases, this is often not the case for residents with neurological disorders. Such Results. Compared with residents with living in nursing homes. This should be a potential undertreatment is even more Parkinson’s disease and cancer, nursing home a future high priority task for (nursing) practice challenging when the means of interaction residents with Alzheimer’s disease exhibited and research against the background of the significantly more severe impairment in vulnerability of nursing home populations. and communication with affected persons cognitive function, less additional pain- are aggravated by impairments in cognitive associated diagnoses, shorter length of stay in Keywords function. nursing homes and more indications of pain. Pain management in nursing homes · Objective. To examine differences in selected Conclusion. The generally high level of Cognitive function · Parkinson’s disease · health care service characteristics between pain in all observed residents elucidates Alzheimer’s disease · Cancer nursing home residents with Parkinson’s BESD-Punktwerte (BESD = 0–10) vorliegender Schmerzhinweis galt, wenn oder ein BESD-Wert über oben genann- min–max bedeuten dabei mehr Hinweise auf das bei Bewohnern mit keiner oder leichter tem Cut-off erfasst wurde. Der Vergleich Vorhandensein von Schmerzen. Bewoh- kognitiver Beeinträchtigung mindestens zwischen den Bewohnergruppen, bei nermitmoderaterkognitiverBeeinträch- „leichter Schmerz“ (VRS) angegeben denen Schmerzen mittels BESD erfasst tigung (MMST 10–18 Punkte) wurden wurde. In der Bewohnergruppe mit wurden, wird mit dem Punktwert sowie standardisiert befragt (VRS) sowie per MMST-Werten zwischen 0 und 9 wurde dem Anteil an Bewohnern über Cut-off Fremdeinschätzung beobachtet (BESD). als Cut-off ein BESD-Score ab „2“ her- durchgeführt. Um die Schmerzsituation auch über angezogen [26]. Schmerzhinweise bei die 3 Subgruppen hinweg vergleichen Bewohnern mit moderaten kognitiven Studienteilnehmer zu können, wurde aus den Ergebnissen Beeinträchtigungen wurden dann als von VRS und/oder BESD die Variable solche angenommen, wenn entweder AlsStudienpopulationgaltenalleBewoh- „Schmerzhinweis“ operationalisiert. Als leichte Schmerzen laut Selbstauskunft ner der inkludierten Altenheime. Vor 358 Der Schmerz 5 · 2018 Andere Diagnosen n=360 Analysierte Parkinson: Unvollständiger Fragebogen/ Exkludiert/Ablehnung: Stichprobe n=30 Abbruch: n=612 n=19 n=194 Alzheimer: n=21 Parkinson: Insgesamt gemeldete Inklusion in n=67 Teilnahme: Tumor: Bewohner: Datenanalyse: n=455 n=25 n=1067 n=436 Alzheimer: n=63 Insgesamt gemeldete Inklusion in Parkinson: Teilnahme: Bewohner : Datenanalyse: Tumor: n=37 n=486 n=1051 n=397 n=64 Alzheimer: n=42 Unvollständiger Fragebogen/ Exkludiert / Ablehnung : Tumor: Abbruch: n=565 n=7 n=39 Andere Diagnosen: Abhängige Stichproben: n=82 n=279 Abb. 1 8 Flowchart zur Ausschöpfung dem Hintergrund der geplanten Voll- Korrektur. Das α-Fehler-Niveau wurde schlossenen AHB) mit mindestens ei- erhebung war angestrebt, sämtliche Be- apriori mit p< 0,05 festgesetzt. ner der drei interessierenden Diagnosen wohner einzuschließen, die mindestens inkludiert werden. Die Verteilung die- 65 Jahre alt waren, dauerhaft in der Ein- ser Diagnosen ist relativ ausgeglichen: Ethikvotum richtunglebten,ausreichendeKenntnisse 34,5 % (n= 67) wiesen eine Morbus-Par- der deutschen Sprache hatten und sich DieStudiewurde von der Ethik-Kom- kinson-Diagnose auf, 32,5 % (n= 63)eine in keiner akut lebensbedrohlichen Si- mission der Medizinischen Fakultät der Alzheimer-Demenz und 33,0 % (n= 64) tuation befanden. In der vorliegenden Westfälischen Wilhelms-Universität ge- eine Tumorerkrankung. . Abb. 1stelltdie Sekundärdatenanalyse werden nur jene nehmigt (Aktenzeichen 2010-010-f-S). Ausschöpfung für den Prä- und Posttest Altenheimbewohner eingeschlossen, die dar. die dokumentierten Diagnosen Morbus Ergebnisse Parkinson, Alzheimer-Demenz oder Tu- Stichprobendeskription morerkrankung aufwiesen. Ausschöpfung . Tab. 1 zeigt soziodemografische und Im Prätest wurden insgesamt 1067 Be- pflegerelevante Stichprobeneigenschaf- Statistische Datenanalyse wohneralsAuswahlgesamtheitgemeldet. ten für Altenheimbewohner mit Parkin- SämtlicheAnalysenwurdenmit IBM Davon lehnten 612 AHB bzw. deren ge- son (AHBParkinson), AHB mit Alzheimer SPSS 22 durchgeführt. Zur Darstel- setzliche Betreuer die Teilnahme an der (AHB )und AHBmit Tumorer- Alzheimer lung der Stichprobencharakteristika StudieaboderwurdenaufgrundderEin-/ krankungen (AHB ). Tumor wurden gängige Maße der deskripti- Ausschlusskriterien exkludiert. Nach der In der Bewohnergruppe mit Morbus ven Statistik eingesetzt. Zur Analyse Datenbereinigung lagen 436 gültige Fäl- Parkinson waren drei Viertel aller AHB von Unterschieden in den Anteilen no- le vor. Die Ausschöpfung gestaltete sich weiblich. Das mittlere Alter betrug 84,9 minalskalierter Variablen wurden χ - im Posttest ähnlich: Von 1067 gemel- (±6,6) Jahre. Im Durchschnitt erreich- Anpassungstests mit Fisher-Yates-Kor- deten Bewohnern nahmen 486 an der ten die AHB einen MMST-Wert Parkinson rektur genutzt. Gruppenunterschiede bei Studie teil, wobei 397 Bewohner inklu- von 13,2 (±10,8) Punkten. Bei mehr Variablen ordinaler Skalierung wurden diert wurden. Die vorliegenden Analy- als 55 % lag eine dokumentierte Pflege- mittels Kruskal-Wallis-H-Test getestet. sen schließen nur AHB mit Parkinson-, stufe von Stufe II oder höher vor. Die Die Prüfung auf statistisch relevante Alzheimer- oder Tumordiagnosen ein. häufigste Begleitdiagnose war Demenz Differenzen bei metrischen Variablen Über den Prä- und Posttest hinweg konn- (53,7%). Durchschnittlich wiesen die erfolgte anhand einfaktorieller Varianz- ten in Summe 194 Altenheimbewohner Untersuchungspersonen 1,6 (±1,1) zu- analysen (ANOVA) mit Bonferroni- (20,8% vonindie Datenanalyse einge- sätzliche Diagnosen auf. Ca. 65 % aller Der Schmerz 5 · 2018 359 Posttest Prätest Schwerpunkt oderhöherkambeiderHälftederBewoh- Tab. 1 Deskriptive Kennwerte der Stichprobe getrennt nach AHB mit Parkinson/Alzheimer/ Tumor ner vor. Bei einem Viertel der untersuch- tenPersonenwurdeDepressionalsweite- Deskriptive Statistiken; Mittelwert ± Standardabweichung, Anteil in % (n) re Diagnose ausgewiesen. Durchschnitt- AHB mit Parkinson AHB mit Alzheimer AHB mit Tumor lich wurde knapp weniger als eine weitere Weiblich 74,6 % (20) 82,5 % (52) 81,0 % (51) Diagnose (0,8 ± 0,8) dokumentiert. 86 % Alter in Jahren 84,9 ± 6,6 84,6 ± 6,5 85,3 ± 6,4 der AHB lebten vor dem Einzug ins Al- MMST-Punkte 13,2 ± 10,8 12,6 ± 9,9 16,7 ± 9,9 tenheim zu Hause. Der Mittelwert bei der Pflegestufe Keine 3,0 % (2) Keine 9,7 % (6) Keine 11,1 % (7) Aufenthaltsdauer betrug 2,1 (±2,2) Jahre. Stufe I 40,3 % (27) Stufe I 40,3 % (25) Stufe I 49,2 % (31) IndieserGruppeberichteten38%derBe- Stufe II 29,9 % (20) Stufe II 35,5 % (22) Stufe II 31,7 % (20) fragten einen mindestens leichten Ruhe- Stufe III 26,9 % (18) Stufe III 11,3 % (7) Stufe III 7,9 % (5) bzw. 53 % einen mindestens leichten Be- lastungsschmerz. Das Instrument BESD Stufe III+ k.A. Stufe III+ 3,2 % (2) Stufe III+ k.A. wurde bei 33 AHB eingesetzt. Der Weitere Alzheimer DEM 53,7 % (36) DEP 25,4 % (16) OST 26,6 % (17) Diagnosen BESD-Scorebetrug3,8(±2,6)Punkte.Bei DEP 25,4 % (17) KHK 12,7 % (8) DEM 25,0 % (16) drei Viertel der untersuchten Menschen FRA 17,9 % (12) OST 12,7 % (8) FRA 23,4 % (15) mit Alzheimer-Diagnose zeigten sich re- Anzahl weiterer 1,6 ± 1,1 0,8 ± 0,8 1,5 ± 0,9 levante Schmerzhinweise. Diagnosen Vier von 5 AHBTumor waren weib- Transfer von ... Zu Hause 65,1 % (41) Zu Hause 86,2 % (50) Zu Hause 86,7 % (52) lich. Das Durchschnittsalter betrug 85,3 bei Ersteinzug Krankenhaus 14,3 % (9) Krankenhaus 8,6 % (5) Krankenhaus 5,0 % (3) (±6,4) Jahre. Im Mittel wurden MMST- Reha 4,8 % (3) Reha k.A. Reha 3,3 % (2) Werte von 16,7 (±9,9) Punkten erfasst. Andere 15,9 % (10) Andere 5,2 % (3) Andere 5,0 % (3) Eine Pflegestufe von II oder höher hat- Aufenthaltsdauer 3,7 ± 4,2 2,1 ± 2,2 2,9 ± 2,9 ten ca. 40 % der Bewohner. Mit einem in Jahren Anteil von 27 % war Osteoporose die am Ruheschmerz Keiner 52,6 % (20) Keiner 62,2 % (23) Keiner 47,8 % (22) häufigsten genannte Zusatzdiagnose. In (VRS) Leicht 15,8 % (6) Leicht 16,2 % (6) Leicht 21,7 % (10) dieser Gruppe wurden gesamt betrach- Mittelstark 21,1 % (8) Mittelstark 18,9 % (7) Mittelstark 15,2 % (7) tet durchschnittlich 1,5 (±0,9) weitere Diagnosen dokumentiert. Zu Hause leb- Stark 10,5 % (4) Stark 2,7 % (1) Stark 10,9 % (5) ten vor dem Transfer ins Altenheim Unerträglich k.A. Unerträglich k.A. Unerträglich 4,3 % (2) nahezu 87 % aller AHB .Die durch- Tumor Belastungs- Keiner 28,9 % (11) Keiner 47,2 % (17) Keiner 30,4 % (14) schnittliche Aufenthaltsdauer betrug schmerz (VRS) Leicht 21,1 % (8) Leicht 19,4 % (7) Leicht 23,9 % (11) 2,9 (±2,9) Jahre. Leichte, mittelstarke, Mittelstark 28,9 % (11) Mittelstark 19,4 % (7) Mittelstark 29,9 % (11) starke oder unerträgliche Ruheschmer- Stark 21,1 % (8) Stark 11,1 % (4) Stark 17,4 % (8) zen äußerten ca. 52 %. Hinsichtlich der Unerträglich k.A. Unerträglich 2,8 % (1) Unerträglich 4,3 % (2) Belastungsschmerzen waren dies fast BESD-Punkte 1,7 ± 1,9 3,8 ± 2,6 2,8 ± 2,5 70 %. Unter jenen 26 AHB ,die ei- Tumor BESD ≥2 47,1 % (16) 84,8 % (28) 57,7 % (15) ner Fremdeinschätzung von Schmerzen Schmerzhinweis Nein 36,4 % (24) Nein 24,7 % (16) Nein 31,3 % (20) unterzogen wurden, lag der betreffende Mittelwert bei 2,8 (±2,5) Punkten laut Ja 63,6 % (42) Ja 73,3 % (44) Ja 68,8 % (44) BESD. Als wahrscheinlich von Schmer- Stichprobengröße n=67 n=63 n=64 zen betroffengalten indieser Gruppe DEM Demenz, DEP Depression, FRA Fraktur, KHK koronare Herzkrankheit, OST Osteoporose, knapp 69 %. MMST Mini-Mental Status Test, k.A. keine Angabe Mehrfachnennungen: Darstellung der 3 häufigsten Nennungen Cut-off für relevante Hinweise auf Schmerz Merkmale mit signifikanten VRS≥ leichte Schmerzen | BESD-Cut-off ≥2 Unterschieden zwischen AHB ,AHB und Parkinson Alzheimer AHB wurden von zu Hause in te sich ein Durchschnittsscore von 1,7 Parkinson AHB Tumor die Einrichtung transferiert. Die mitt- (±1,9) Punkten. Der Anteil von Perso- lere Aufenthaltsdauer lag bei 3,7 (±4,2) nen mit vorliegenden Schmerzhinweisen Die signifikanten Ergebnisse der Grup- Jahren. Jeder zweite AHB gab beträgt ca. 64 %. penvergleiche sind in . Tab. 2 angeführt. Parkinson zumindest leichte Ruheschmerzen an, 7 Bei AHB betrug der Anteil von Es finden sich keine signifikanten Un- Alzheimer von 10 Befragten gaben an, mindestens Bewohnerinnen knapp 83 %. Im Mittel terschiede zwischen den untersuchten leichte Belastungsschmerzen wahrzu- waren die Bewohner 84,6 (±6,5) Jahre alt. Subgruppen hinsichtlich Geschlecht, nehmen. Unter den 34 Bewohnern, die Der errechnete MMST-Wert lag bei 12,6 Alter, Ruhe- und Belastungsschmerz mittels BESD beobachtet wurden, zeig- (±9,9) Punkten. Eine Pflegestufe von II sowie der verallgemeinerten Schmerz- 360 Der Schmerz 5 · 2018 den neurodegenerativen Erkrankungen Tab. 2 Darstellung signifikanter Unterschiede von Merkmalen zwischen AHB mit Parkinson/ Alzheimer/Tumor Morbus Alzheimer und Morbus Parkin- son auch Tumorerkrankungen in die Se- Statistische Tests; Mittelwert, mittlerer Rang, %, Teststatistik, p (n) kundärdatenanalyse eingeschlossen. Die AHB mit Par- AHB mit Alzhei- AHB mit Tumor Teststatistik, p (n) kinson mer Bewohnergruppe mit onkologischen Er- b d krankungen wurde dabei als implizite MMST-Punkte 13,2 12,6 16,7 F= 2,925, p= 0,056 (194) „Referenzgruppe“ definiert, bei welcher c 2 das Phänomen Schmerz hinlänglich be- Pflegestufe 109,0 95,7 83,9 χ = 7,502, p= 0,023 (192) kannt ist und diesbezüglich anerkann- te und verbreitete Schmerzmanagement- Anzahl 1,60 0,79 1,52 F= 13,859, p< 0,001 weiterer (194) strategien bestehen. Diagnosen Ein Hauptergebnis der Untersuchung Transfer χ = 12,361, p= 0,036 Zu Hause 65,1 % Zu Hause 86,2 % Zu Hause 86,7 % besteht darin, dass in allen untersuchten von ... bei (181) Krankenhaus Krankenhaus Krankenhaus Bewohnergruppen eine hohe Präva- Ersteinzug 14,3 % 8,6 % 5,0 % lenz von Schmerzen festgestellt wurde. Reha 4,8 % Reha k.A. Reha 3,3% Schmerzen zeigten sich zudem unabhän- Andere 15,9 % Andere 5,2 % Andere 5,0 % gig von der kognitiven Beeinträchtigung, Aufenthalts- 3,65 2,14 2,89 F= 3,526, p= 0,031 die bei allen Gruppen zwar unterschied- dauer in (193) lich, aber insgesamt recht deutlich aus- Jahren geprägt war. Dies lässt sich dahingehend BESD 1,74 3,76 2,81 F= 6,265, p= 0,003 interpretieren, dass die Schmerzevalua- (93) tion in gewisser Weise losgelöst von a 2 BESD ≥2 47,1 % 84,8 % 57,7 % χ = 10,825, p= 0,004 den kognitiven Fähigkeiten gesehen Stichproben- n=67 n=63 n=64 n = 194 und ein potenzielles Risiko von uner- größe kannten Schmerzen in allen Gruppen MMST Mini-Mental Status Test, BESD Beurteilung von Schmerzen bei Demenz, k.A. keine Angabe generell angenommen werden sollte. a 2 χ mit Fisher-Yates-Korrektur Mitunter verdeutlichen diese Ergebnisse ANOVA mit Bonferroni c die vielfach postulierte Notwendigkeit Kruskal-Wallis-H-Test einer initialen, regelhaeft n und diffe- Trend (p< 0,10) renzierten Schmerzeinschätzung unter Rückgriff auf zielgruppenspezifische As- hinweise. Es zeigt sich jedoch, dass die Aufenthaltsdauer zwischen den Ver- sessmentinstrumente [27]. So werden in AHB einen tendenziell höheren gleichsgruppen (F = 3,526; p< 0,05). Im einer kürzlich veröffentlichten Arbeit die Tumor MMST-Wert aufweisen als AHB Durchschnitt befanden sich die unter- Personenzentriertheit, das Bewusstsein Parkinson oder AHB (F = 2,925; p< 0,10). suchten AHB am längsten in sowie Schulungen über Schmerzthe- Alzheimer Parkinson Signifikante Unterschiede zeigen sich der Einrichtung, gefolgt von AHB men, die Regelhaift gkeit pflegerischer Tumor bei den der Pflegeleistung hinterleg- und schließlich AHB .Unter all Maßnahmen, das Vorhandensein kla- Alzheimer ten Pflegestufen (χ = 7,502; p< 0,05): jenen AHB, deren Schmerzsituation auf- rer Verantwortungsstrukturen und das AHB weisen im Mittel höhe- grund der moderaten oder stark fortge- Kernelement Kommunikation als die Parkinson re Pflegestufen (Median: Stufe II) auf schrittenen kognitiven Beeinträchtigung wichtigsten Aspekte des Schmerzmana- als AHBAlzheimer (Median: Stufe I–II) mit dem Fremdbeurteilungsinstrument gements bei Menschen mit Demenz an- und AHBTumor (Median: Stufe I). Wäh- BESD untersucht wurde, zeigt sich, geführt [28]. Diese Forderungen können rend die Anzahl zusätzlicher Diagnosen dass bei AHB signifikant weniger im Altenheimkontext im Grunde eben- Parkinson zwischen Personen mit Parkinson und Schmerzanzeichen beobachtet wurden so für Menschen mit Morbus Parkinson Tumorerkrankungen kaum differiert, bzw. Schmerzen als weniger häufig an- und Tumorerkrankungen unabhängig werden bei jenen mit Alzheimer-De- zunehmen sind als bei AHB und von kognitiven Veränderungen gelten. Alzheimer menz deutlich weniger Komorbiditäten AHB (BESD F = 6,265; p<0,05 Weitere signifikante Ergebnisse wa- Tumor Punkte diagnostiziert (F = 13,859; p< 0,001). bzw. BESD ≥2χ = 10,825; p< 0,05). ren, dass bei Menschen mit Morbus Hinsichtlich des Herkunsft orts vor dem Parkinson im Vergleich zu den ande- Einzug in das Altenheim unterscheidet ren Bewohnergruppen die geringsten Diskussion sich die Bewohnergruppe mit Morbus Schmerzen fremdeingeschätzt wurden, Parkinson stark von den beiden ande- In dieser Studie wurden drei Bewohner- dass ebendiese Bewohner aber gleich- ren. Menschen mit Parkinson werden gruppen verglichen, deren primäre Ge- zeitig die höchste Pflegestufe und den deutlich seltener von der eigenen Häus- meinsamkeit das Leben im Altenheim längsten Aufenthalt in Pflegeheimen hat- lichkeit in das Altenheim transferiert ist. Mit einem Fokus auf Schmerz bzw. ten und in diesem Sinn die Gruppe mit (χ = 12,361; p< 0,05). Zudem variiert Schmerztherapie wurden neben den bei- dem größten Pflegeaufwand darstellten. Der Schmerz 5 · 2018 361 Schwerpunkt Schmerzen haben beim Morbus Parkin- aus gewährleistet, denn diese machen zusätzlich weiter belastet und komplexer son vielfältige Ursachen und sind oft sich im Pflegealltag auch bemerkbar. werden. Sehr wesentlich erscheint dabei direkt mit dem Progress der Grunder- Dass Bewohner mit Morbus Alzheimer eine gute Teamarbeit zwischen den Pfle- krankung assoziiert. In der Regel sollte höhere Schmerzen zu haben scheinen genden vor Ort und den behandelnden zunächst versucht werden, durch An- als Bewohner mit onkologischen Er- Fach- (etwa Neuro- und Onkologen) passung der Parkinson-Therapie die krankungen ist eventuell auch darauf sowie Hausärzten. Im Hinblick auf die Symptome wie Minderbewegung und zurückzuführen, dass bei onkologischen teils deutlichen kognitiven Beeinträchti- Rigor zu verbessern, da diese häufi- Erkrankungen qua Routine gleich bei gungen der untersuchten Altenheimbe- ge Schmerzursachen darstellen. Erst in Aufnahme in das Altenheim eine inten- wohner bzw. der Altenheimpopulation zweiter Instanz sollen Schmerzmedika- sive Schmerzevaluation vorgenommen im Allgemeinen ist es auch essenzi- mente zum Einsatz kommen. Hierbei wird. Durch dieses Initialassessment ell, unter allen Beteiligten abgestimmte ist besonders darauf zu achten, dass werden Schmerzen dann eher antizi- Prozesse und Strukturen zu schaffen, in keine Halluzinationen ausgelöst oder piert und ein regelmäßiges Anpassen denen Schmerzsituationen durch Betrof- bestehende Halluzinationen verstärkt der notwendigen Medikamente kann fene so kommuniziert werden können, werden. Vor allem Belastungsschmerzen erfolgen. dass sie adäquat einschätzbar und somit gelten in dieser Gruppe als weit verbrei- behandelbar werden. tet – nicht zuletzt sind diese auch häufig Limitationen durch eine assoziierte Minderbeweglich- Fazit für die Praxis keit mitbedingt [29]. Für Menschen mit Zu den wesentlichen Limitationen der Morbus Parkinson stellt offensichtlich Studie, die in unterschiedlichen Pfle- 4 Bei allen Bewohnergruppen zei- ein Aufenthalt im Krankenhaus oder in geheimen durchgeführt wurde, zählt gen sich Hinweise auf vorhandene einer Kurzzeitpflege (in dieser Studie die Begrenzung der Untersuchung auf Schmerzproblematiken und hohe unter „Andere“ subsumiert) das „Tor“ die Stadt Münster, Nordrhein-Westfalen. Schmerzprävalenzen. zum Heimaufenthalt dar. Parkinson-Pa- Zudem handelt es sich um kein randomi- 4 Die Versorgungssituation von Al- tienten werden bei Verschlechterung der siertes Selektionsprozedere. Obwohl die tenheimbewohnern mit Morbus Bewegungsstörung oder bei Auftreten wesentlichen Populationsparameter in Parkinson, Morbus Alzheimer und von Sekundärphänomenen wie Pneumo- der Stichprobe ähnlich ausgeprägt sind, onkologischen Erkrankungen unter- nie oder Delir stationär aufgenommen limitiert das die Verallgemeinerung der scheidet sich teils deutlich. [30]. Dass der stationären Aufnahme Ergebnisse. Weiter befinden sich unter 4 Interprofessionelle und spezifisch an dann eine Verlegung in ein Altenheim denuntersuchtenPersonenüberwiegend die Bedürfnisse von Bewohnern mit folgt, zeigt einerseits die oft fehlende Frauen, was zwar der Bewohnerstruktur Parkinson und Alzheimer angepasste Besserung der Symptome, andererseits in Altenheimen nahekommt, aber vor Schmerz- und Palliativversorgungs- kann das auch auf Überlastung von dem Hintergrund kleinerer Gruppen- prozesse sind gefordert. pflegenden Angehörigen, die sich dann fallzahlen dazu führt, dass ein gewisser letztendlich doch für eine Pflegeheim- Selektionbias nicht ausgeschlossen wer- aufnahme entscheiden, zurückgeführt den kann. Korrespondenzadresse werden. Ein wichtiges Ergebnis ist zu- Mag. P. Kutschar dem, dass bei der Gruppe der Bewohner Schlussfolgerung Institut fürPflegewissenschaft mit Morbus Alzheimer die meisten auf und -praxis, Paracelsus das Vorkommen von Schmerzen hindeu- DieUntersuchung macht aufeinebe- Medizinische Privatuniversität tenden Verhaltensmerkmale beobachtet achtenswert hohe Schmerzprävalenz Strubergasse 21, wurden, diese Gruppe am häufigsten von aller untersuchten Altenheimbewohner 5020 Salzburg, Österreich zu Hause oder aus dem Krankenhaus aufmerksam. Als übergeordnete Konse- patrick.kutschar@pmu.ac.at in das Pflegeheim kam und insgesamt quenz ist daher dringend zu fordern, für gesehen die wenigsten Zusatzdiagnosen eine ausreichende Personalabdeckung Funding. Open access funding provided by Paracel- sus Medical University. aufwies. Die geringe Anzahl von Zu- durch gut geschulte und damit qualifi- satzdiagnosen ist überraschend, da es zierte Pflegende zu sorgen. Die Pflege von sich um alte Menschen mit den üblichen Menschen mit neurologischen Erkran- Einhaltung ethischer Richtlinien kardiovaskulären Vorerkrankungen han- kungen und insbesondere in der letzten delt. Hier stellt sich die Frage, ob die Lebensphase ist an sich schon herausfor- Interessenkonflikt. Das Hauptprojekt „Aktions- Zusatzdiagnosen beim Eintritt in das dernd genug. Nicht erkannte oder nicht bündnis Schmerzfreie Stadt Münster“ wurde von der Fa. Mundipharma GmbH finanziell unterstützt. In ihrer Altenheim so in den Hintergrund getre- adäquat behandelte Schmerzen sollten Funktion als Förderer nahm die Mundipharma GmbH ten sind, dass sie nicht mehr aufgeführt nicht dazu führen, dass der Heimaufent- keinerlei Einfluss auf die wissenschaftliche Erhebung, werden und damit auch keiner Kon- halt und der letzte Lebensabschnitt von Auswertung der Projektdaten oder Publikation von Ergebnissen.P.Kutschar,K.Lex,J.OsterbrinkundS.Lo- trolle mehr unterliegen. Die Diagnose Betroffenen sowie in weiterer Konse- renzl geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht. der Schmerzsymptome ist aber durch- quenz die professionelle Pflegetätigkeit 362 Der Schmerz 5 · 2018 Hier steht eine Anzeige. 16. Oliver DJ, Borasio GD, Caraceni A et al (2016) A Dieser Beitrag beinhaltet keine von den Autoren consensusreviewonthedevelopmentofpalliative durchgeführten Studien an Menschen oder Tieren. care for patients with chronic and progressive neurologicaldisease.EurJNeurol23(1):30–38 Open Access. Dieser Artikel wird unter der Creative 17. Bower JH, Maraganore DM, McDonnell SK et al Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed. (1999) Incidence and distribution of parkinsonism de) veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfäl- in Olmsted County, Minnesota, 1976–1990. tigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe Neurology52(6):1214–1220 in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern 18. Higginson IJ, Gao W, Saleem TZ et al (2012) Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle Symptoms and quality of life in late stage ordnungsgemäßnennen,einenLinkzurCreativeCom- Parkinson syndromes: a longitudinal community mons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen studyofpredictivefactors.PLoSONE7(11):e46327 vorgenommen wurden. 19. EuropeanAssociationPalliativeCare(EAPC)(1989) Definition palliative care. http://www.eapcnet. eu/Corporate/AbouttheEAPC/DefinitionandAims. aspx.Zugegriffen:9.Juni2017 Literatur 20. Temel JS, Greer JA, Muzikansky A et al (2010) Early palliative care for patients with metasta- 1. Statistisches Bundesamt (2017) Pflegestatistik tic non-small-cell lung cancer. N Engl J Med 2015. Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung. 363(8):733–742 Deutschlandergebnisse 21. Safarpour D, Thibault DP, DeSanto CL et al (2015) 2. Becker-Ebel J, Behrens C, Davids G et al (2012) Nursing home and end-of-life care in Parkinson Palliative Care in Pflegeheimen. 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Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer und onkologische Erkrankungen in der stationären Altenhilfe

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Springer Journals
Copyright
Copyright © 2018 by The Author(s)
Subject
Medicine & Public Health; Pain Medicine; Anesthesiology; Chiropractic Medicine; Psychotherapy
ISSN
0932-433X
eISSN
1432-2129
D.O.I.
10.1007/s00482-018-0302-x
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Abstract

Schwerpunkt Schmerz 2018 · 32:356–363 P. Kutschar ·K.Lex ·J.Osterbrink · S. Lorenzl https://doi.org/10.1007/s00482-018-0302-x Institut für Pflegewissenschaft und -praxis, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Salzburg, Österreich Online publiziert: 5. Juni 2018 © Der/die Autor(en) 2018 Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer und onkologische Erkrankungen in der stationären Altenhilfe Schmerzhäufigkeit und ausgewählte Versorgungsmerkmale im Vergleich sind [9]. Bei dieser Bewohnergruppe nizieren. Deshalb gelingt es Pflegenden Hintergrund und Fragestellung gestalten sich Entscheidungsfindungs- und Ärzten oft nicht, angemessen auf In Deutschland leben 27 % aller im Sin- prozesse bezüglich des eigenen Lebens- etwaige Schmerzzustände zu reagieren ne des Pflegeversicherungsgesetzes an- endes häufig als herausfordernd und [9]. Die Schätzungen zur Überlebenszeit erkannten pflegebedürift gen Menschen komplex: Es ist durchaus möglich, dass von an Demenz erkrankten Bewohnern (n≈ 780.000) in einem der 13.600 Al- sich Präferenzen im Krankheitsverlauf variieren. Als mittlere Überlebensdauer ten- und Pflegeheime [1]. Sowohl Be- verändern oder dass sich kurzfristig der (Median) von der Diagnose bis zum Ein- wohner als auch die in den Einrichtun- Allgemeinzustand verbessert, etwa weil treten des Todes wird von ca. 8 Jahren gen beschäift gten Pflegenden stehen vor nebenwirkungsreiche oder nicht (mehr) ausgegangen [9]. Für Deutschland wird vielfältigen Herausforderungen. Häufig indizierte Pharmakotherapien abgesetzt die mittlere Überlebenszeit nach „Mani- leiden Bewohner unter zahlreichen Ko- werden [10]. festation der Erkrankung“ mit 3,3 Jahren morbiditäten wie z. B. Mangelernährung, Es ist weiter davon auszugehen, geschätzt [13]. Gerade vor dem Hinter- Schmerzen, Atemnot, Depression, phy- dass ca. zwei Drittel aller deutschen grund demenzieller Erkrankungen zeigt sischer Gebrechlichkeit und – im vorlie- AHB an einer leichten, mittelschweren sich der deutliche Bedarf an Palliative- gendenKontextvonbesondererRelevanz oder schweren Form einer demenziel- Care-Konzepten in Altenheimen: De- – demenziellen Erkrankungen [2–4]. Die len Erkrankung leiden [11]. Schätzun- menz ist eine unheilbare, chronisch verbleibende Lebens- bzw. „Sterbezeit“ gen zufolge leben in Deutschland etwa fortschreitende, letztlich zum Tod füh- ist oft relativ kurz, weshalb stationäre 1,5 Mio. Menschen mit einer Demenz- rende Erkrankung [13]und insofern Altenpflegeeinrichtungen auch als „Or- erkrankung. Bis 2030 könnte die Zahl haben Betroffene „bereits vom ersten te höchster Sterbeintensität“ bezeichnet an einer Demenz erkrankter Personen Augenblick an Anspruch auf Palliative werden [5]. auf rund 3Mio. Menschen anwachsen Care“ [14]. Einen nicht unbeträchtlichen Anteil [12]. RegelhaeS ft ymptomeund pflege- Morbus Parkinson gilt mit einer an typischen Altenheimpopulationen rischen Bedarf begründende Probleme Prävalenz von 110–180 in 100.000 be- stellen Menschen mit onkologischen Er- bei fortschreitender Demenz bestehen völkerungsbezogen als die zweithäufigs- krankungen dar. Internationale Studien in Verwirrtheit, Depression, Obstipati- te neurodegenerative Erkrankung [16]. schätzen Prävalenzen zwischen 9 und on, Schluckstörungen, Schwierigkeiten In Alten- und Pflegeheimen hingegen 15 % der Altenheimbewohner (AHB) im gegenseitigen Verstehen, Unterer- lebt einer von 10 Bewohnern mit der [6]. In der Bevölkerung liegt das Erkran- nährung und besonders Schmerz von Diagnose Morbus Parkinson. Nach der kungsrisiko bei Männern über 65 Jahre in Betroffenen [3, 9, 13–15]. Hier haben vor Diagnosestellung beträgt die mittlere Le- dendarauffolgenden10Jahrenbei1:3;bei allem ältere Menschen mit fortgeschrit- benserwartung etwa 15 Jahre [17]. Aus Frauen bei 1:5 [7]. Eine Hauptbelastung tenen kognitiven Beeinträchtigungen der Literatur ist hinreichend bekannt, für Tumorpatienten sind Schmerzen: Bei ein stark erhöhtes Risiko für eine un- dass Menschen, bei denen Parkinson bis zu 80% treten sie im fortgeschrit- genügende Schmerztherapie. Aufgrund diagnostiziert worden ist, enorme uner- tenen Krankheitsstadium auf [8]. Drei eingeschränkter kommunikativer Fä- füllte Palliative-Care-Bedürfnisse haben. Viertel aller Krebstodesfälle treten bei higkeiten ist es Betroffenen häufig nicht Die Symptombelastung ist ebenso groß Menschen auf, die älter als 65 Jahre alt möglich, Schmerzen adäquat zu kommu- wie bei Tumorpatienten, wobei Pallia- 356 Der Schmerz 5 · 2018 tive-Care-Bedarfe von Menschen mit taillierte Informationen zu den Zielen Fragestellung Morbus Parkinson aber viel seltener als und Methoden der Hauptstudie wurden bei „klassischen onkologischen Patien- Ziel dieser explorativen Sekundärda- mehrfach veröffentlicht (z.B. [4]). ten“ durch lokale Strukturen abgedeckt tenanalyse ist es, ausgewählte Unter- werden [18]. Was die pflegerische und schiede in Bezug auf biometrische und Datenerhebung medizinische Versorgung von an Mor- pflegerische Charakteristika und der bus Parkinson erkrankten Bewohnern Schmerzsituation zwischen Altenheim- Von insgesamt 32 Altenheimen der Stadt zusätzlich erschwert, ist eine „Parkin- bewohnern (AHB) mit Morbus Parkin- Münster (Stand: Juni 2010) erklärten sich son-assoziierte Multimorbidität“, welche son, Alzheimer-Demenz und onkologi- 13 Einrichtungen zur Teilnahme am For- sich aber zum Lebensende kaum ver- schen Erkrankungen darzustellen und schungsprojekt bereit. In jeder Einrich- meiden lässt und zudem meistens als vor dem Hintergrund von pflegerischen tung wurden strukturelle Daten mittels schmerzinduzierend anzunehmen ist und palliativen Versorgungsaspekten zu Einrichtungsdatenblatt erhoben. Medi- [10]. diskutieren. Anhand von empirischen zinische und biometrische Charakteris- Bei oben angeführten Erkrankungs- Daten aus der stationären Altenhilfe tika wurden aus den bewohnerspezifi- bildern scheint folglich die Orientierung wurde untersucht, ob sich AHB mit schen Pflegedokumentationen entnom- an explizit inklusiven Palliative-Care- Parkinson, AHB mit Alzheimer und men. AHB wurden mit standardisier- Konzepten auch im Altenheimkontext AHB mit Tumor in den Merkmalen ten Face-to-face-Interviews durch Studi- unumgänglich. Die zentralen Ansprüche Geschlecht, Lebensalter, kognitive Leis- enassistenten befragt bzw. mittels spezi- der European Association for Palliative tungsfähigkeit, Komorbiditäten, Pfle- fischer Fremdeinschätzungsinstrumente Care (EAPC), die Palliative Care als gestufe, Pflegesetting vor Einzug ins beobachtet. Die eingesetzten Studienas- „aktive, umfassende Versorgung und Altenheim, Aufenthaltsdauer in Jah- sistenten verfügten über eine pflegeri- Pflege von Patienten, deren Erkrankung ren und Schmerzsituation (Selbst- und/ sche Grundausbildung bzw. waren Stu- nicht auf eine kurative Behandlung an- oder Fremdeinschätzung) voneinander dierende der Pflegewissenschaft oder Ge- spricht“ definiert und dabei „Kontrolle unterscheiden. sundheitswissenschaeft n. Vor der Daten- von Schmerzen oder anderen Sympto- erhebung nahmen die Studienassistenten men ...“ hervorhebt, sind dabei von an einer ganztägigen Interviewerschu- Studiendesign und höchster Relevanz [19]. Weitere Bedeu- lung teil. Der Prätest fand von September Untersuchungsmethoden tung erhält der interdisziplinäre Ansatz, 2010 bis April 2011, der Posttest von Juli indem er sich deutlich auf Betroffene, 2012 bis April 2013 statt. Pro Einrichtung Design deren Familien und die Gemeinschaft dauerte die Datenerhebung zwischen 4 bezieht und sich als unabhängig vom Die ursprünglichen Daten entstam- und 6 Wochen. spezifischen Versorgungssetting posi- men dem Versorgungsforschungspro- tioniert. Palliative Care hat dabei das jekt „Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Instrumente erklärte Ziel, „die beste Lebensqualität Münster“ (2010–2014). In dieser Studie bis zum Tod zu gewährleisten“ [19]. wurde das interdisziplinäre Schmerz- Soziodemografische und medizinisch Bewährt hat sich eine derartige „early management in verschiedenen Versor- wie pflegerisch relevante Merkmale integration“ von Palliative Care bei der gungseinrichtungen (Krankenhäuser, wurden aus den bewohnerspezifischen Betreuung onkologisch erkrankter Men- Schmerzpraxen, ambulante Pflegediens- Pflegedokumentationen übertragen. Der schen [20]. Auch in der Begleitung von te, Hospize, Altenheime) einer ganzen Status der kognitiven Leistungsfähigkeit Menschen mit Morbus Parkinson oder Stadt untersucht. Einen Teilbereich stell- wurde mittels MMST erfasst und zur demenziellen Erkrankungen empfehlen te die Untersuchung des Schmerzma- Stratifikation in 3 Subgruppen kogniti- Experten ein frühzeitiges Einbeziehen nagements bei chronischen und akuten ver Leistungsfähigkeit genutzt [23]. Die palliativer Therapieoptionen [ 16]. Insge- Schmerzen in 13 Altenheimen der nord- Erfassung der subjektiven Schmerzsi- samt gilt es inzwischen als weitgehend rhein-westfälischen Stadt Münster im tuation orientierte sich sodann an der unumstritten, dass die letzte Lebenspha- Rahmen einer Ex-post-facto-Studie mit bewohnerindividuellen kognitiven Leis- se von Menschen mit Morbus Parkinson, Prä-post-Testdar.DerIstzustanddesum- tungsfähigkeit. Bewohner mit keiner Alzheimer-Demenz und Tumorerkran- gesetzten Schmerzmanagements wurde oder leichter kognitiver Beeinträchti- kung zunehmend in Altenheimen erlebt imPrätestmittelsStrukturdatenanalysen, gung (MMST 19–30 Punkte) wurden wird und daher der „end-of-life care“ für Online-Surveys der in den Einrichtun- per validiertem Selbstauskunftsinstru- diese Menschen in den Heimen wissen- gentätigenPflegekräeft und Befragungen mentder5-stufigen„verbalenRangskala“ schaftlich wie praxisbezogen vermehrte wie Beobachtungen von Bewohnern der (VRS-5; [24]) befragt. Bei Bewohnern Aufmerksamkeit zukommen muss [6, eingeschlossenen Altenheime erhoben. mit stark fortgeschrittener kognitiver 21, 22]. Auf Basis dieser Ergebnisse erfolgten Beeinträchtigung (MMST 0–9 Punkte) dann einrichtungsspezifische Interven- wurde das Fremdeinschätzungsinstru- tionen. Diese Interventionen sind nicht ment BESD (Beurteilung von Schmerzen Gegenstand dervorliegendenArbeit. De- bei Demenz; [25]) eingesetzt. Höhere Der Schmerz 5 · 2018 357 Zusammenfassung · Abstract Schmerz 2018 · 32:356–363 https://doi.org/10.1007/s00482-018-0302-x © Der/die Autor(en) 2018 P. Kutschar ·K.Lex ·J.Osterbrink · S. Lorenzl Schmerzhäufigkeit und ausgewählte Versorgungsmerkmale im Vergleich Zusammenfassung Alzheimer ist das umso wichtiger, scheinen Hintergrund. Vorhandene Schmerzmanage- Methodik. Sekundärdatenanalyse von bei dieser wachsenden Bewohnergruppe ment- und Palliativversorgungsstrukturen Bewohnerbefragungs- und Pflegedokumen- doch spezifische Implementierungen und sind in der stationären Altenhilfe von großer tationsdaten aus 13 Altenheimen der Studie Maßnahmen nötig zu sein. Der Konzeption, Relevanz. Während eine professionelle „Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster“. Umsetzung und wissenschaftlichen Evaluation Schmerzbehandlung und palliativver- Ergebnisse. Im Vergleich zeigen sich bei von spezifisch adaptierten Strategien und sorgerische Maßnahmen bei Bewohnern Bewohnern mit Alzheimer signifikant stärker Maßnahmen, die auf die Bedürfnisse mit onkologischen Erkrankungen häufig ausgeprägte kognitive Beeinträchtigungen, stattfinden, ist dies bei Bewohnern mit weniger zusätzliche schmerzassoziierte der Bewohner abgestimmt sind, sollte neurologischen Erkrankungen oft nicht der Diagnosen, kürzere Verweildauern im zukünftig verstärkte (pflege)praktische wie Fall. Diese potenzielle Unterversorgung ist Altenheim und mehr Schmerzhinweise (pflege)wissenschaftliche Aufmerksamkeit zukommen. dann besonders herausfordernd, wenn die als bei Bewohnern mit Parkinson und Interaktion mit betroffenen Bewohnern durch Tumorerkrankungen. Schlüsselwörter Einbußen der kognitiven Leistungsfähigkeit Diskussion. Das generell als eher hoch zu Schmerzmanagement im Altenheim · weiter erschwert wird. bezeichnende Schmerzauftreten verdeutlicht Kognitive Leistungsfähigkeit · Morbus Ziel der Arbeit. Vergleich ausgewählter die prinzipielle Notwendigkeit eines ange- Parkinson · Morbus Alzheimer · Tumor Versorgungsmerkmale zwischen Bewohnern messenen Schmerzassessments und einer mit Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer und interprofessionellen schmerztherapeutischen Tumorerkrankung. Betreuung. Bei Bewohnern mit Parkinson und Parkinson’s disease, Alzheimer’s disease and oncological diseases in residential geriatric care. Pain frequency and selected healthcare features in comparison Abstract disease, Alzheimer’s disease and residents the principle necessity of adequate pain Background. Adequate pain management diagnosed with cancer. assessment and an interprofessional pain and palliative care structures are of significant Material and methods. Secondary data treatment. Furthermore, there seems to be importance in residential nursing homes. analysis of residents’ survey and medical a still unmet need for specifically adapted Whilst professional pain treatment and record data from 13 nursing homes as part pain management strategies especially for the palliative care measures are frequently of the study “Action Alliance Pain-free City steadily increasing number of people with implemented for residents with oncological Münster”. Parkinson’s disease and Alzheimer’s disease diseases, this is often not the case for residents with neurological disorders. Such Results. Compared with residents with living in nursing homes. This should be a potential undertreatment is even more Parkinson’s disease and cancer, nursing home a future high priority task for (nursing) practice challenging when the means of interaction residents with Alzheimer’s disease exhibited and research against the background of the significantly more severe impairment in vulnerability of nursing home populations. and communication with affected persons cognitive function, less additional pain- are aggravated by impairments in cognitive associated diagnoses, shorter length of stay in Keywords function. nursing homes and more indications of pain. Pain management in nursing homes · Objective. To examine differences in selected Conclusion. The generally high level of Cognitive function · Parkinson’s disease · health care service characteristics between pain in all observed residents elucidates Alzheimer’s disease · Cancer nursing home residents with Parkinson’s BESD-Punktwerte (BESD = 0–10) vorliegender Schmerzhinweis galt, wenn oder ein BESD-Wert über oben genann- min–max bedeuten dabei mehr Hinweise auf das bei Bewohnern mit keiner oder leichter tem Cut-off erfasst wurde. Der Vergleich Vorhandensein von Schmerzen. Bewoh- kognitiver Beeinträchtigung mindestens zwischen den Bewohnergruppen, bei nermitmoderaterkognitiverBeeinträch- „leichter Schmerz“ (VRS) angegeben denen Schmerzen mittels BESD erfasst tigung (MMST 10–18 Punkte) wurden wurde. In der Bewohnergruppe mit wurden, wird mit dem Punktwert sowie standardisiert befragt (VRS) sowie per MMST-Werten zwischen 0 und 9 wurde dem Anteil an Bewohnern über Cut-off Fremdeinschätzung beobachtet (BESD). als Cut-off ein BESD-Score ab „2“ her- durchgeführt. Um die Schmerzsituation auch über angezogen [26]. Schmerzhinweise bei die 3 Subgruppen hinweg vergleichen Bewohnern mit moderaten kognitiven Studienteilnehmer zu können, wurde aus den Ergebnissen Beeinträchtigungen wurden dann als von VRS und/oder BESD die Variable solche angenommen, wenn entweder AlsStudienpopulationgaltenalleBewoh- „Schmerzhinweis“ operationalisiert. Als leichte Schmerzen laut Selbstauskunft ner der inkludierten Altenheime. Vor 358 Der Schmerz 5 · 2018 Andere Diagnosen n=360 Analysierte Parkinson: Unvollständiger Fragebogen/ Exkludiert/Ablehnung: Stichprobe n=30 Abbruch: n=612 n=19 n=194 Alzheimer: n=21 Parkinson: Insgesamt gemeldete Inklusion in n=67 Teilnahme: Tumor: Bewohner: Datenanalyse: n=455 n=25 n=1067 n=436 Alzheimer: n=63 Insgesamt gemeldete Inklusion in Parkinson: Teilnahme: Bewohner : Datenanalyse: Tumor: n=37 n=486 n=1051 n=397 n=64 Alzheimer: n=42 Unvollständiger Fragebogen/ Exkludiert / Ablehnung : Tumor: Abbruch: n=565 n=7 n=39 Andere Diagnosen: Abhängige Stichproben: n=82 n=279 Abb. 1 8 Flowchart zur Ausschöpfung dem Hintergrund der geplanten Voll- Korrektur. Das α-Fehler-Niveau wurde schlossenen AHB) mit mindestens ei- erhebung war angestrebt, sämtliche Be- apriori mit p< 0,05 festgesetzt. ner der drei interessierenden Diagnosen wohner einzuschließen, die mindestens inkludiert werden. Die Verteilung die- 65 Jahre alt waren, dauerhaft in der Ein- ser Diagnosen ist relativ ausgeglichen: Ethikvotum richtunglebten,ausreichendeKenntnisse 34,5 % (n= 67) wiesen eine Morbus-Par- der deutschen Sprache hatten und sich DieStudiewurde von der Ethik-Kom- kinson-Diagnose auf, 32,5 % (n= 63)eine in keiner akut lebensbedrohlichen Si- mission der Medizinischen Fakultät der Alzheimer-Demenz und 33,0 % (n= 64) tuation befanden. In der vorliegenden Westfälischen Wilhelms-Universität ge- eine Tumorerkrankung. . Abb. 1stelltdie Sekundärdatenanalyse werden nur jene nehmigt (Aktenzeichen 2010-010-f-S). Ausschöpfung für den Prä- und Posttest Altenheimbewohner eingeschlossen, die dar. die dokumentierten Diagnosen Morbus Ergebnisse Parkinson, Alzheimer-Demenz oder Tu- Stichprobendeskription morerkrankung aufwiesen. Ausschöpfung . Tab. 1 zeigt soziodemografische und Im Prätest wurden insgesamt 1067 Be- pflegerelevante Stichprobeneigenschaf- Statistische Datenanalyse wohneralsAuswahlgesamtheitgemeldet. ten für Altenheimbewohner mit Parkin- SämtlicheAnalysenwurdenmit IBM Davon lehnten 612 AHB bzw. deren ge- son (AHBParkinson), AHB mit Alzheimer SPSS 22 durchgeführt. Zur Darstel- setzliche Betreuer die Teilnahme an der (AHB )und AHBmit Tumorer- Alzheimer lung der Stichprobencharakteristika StudieaboderwurdenaufgrundderEin-/ krankungen (AHB ). Tumor wurden gängige Maße der deskripti- Ausschlusskriterien exkludiert. Nach der In der Bewohnergruppe mit Morbus ven Statistik eingesetzt. Zur Analyse Datenbereinigung lagen 436 gültige Fäl- Parkinson waren drei Viertel aller AHB von Unterschieden in den Anteilen no- le vor. Die Ausschöpfung gestaltete sich weiblich. Das mittlere Alter betrug 84,9 minalskalierter Variablen wurden χ - im Posttest ähnlich: Von 1067 gemel- (±6,6) Jahre. Im Durchschnitt erreich- Anpassungstests mit Fisher-Yates-Kor- deten Bewohnern nahmen 486 an der ten die AHB einen MMST-Wert Parkinson rektur genutzt. Gruppenunterschiede bei Studie teil, wobei 397 Bewohner inklu- von 13,2 (±10,8) Punkten. Bei mehr Variablen ordinaler Skalierung wurden diert wurden. Die vorliegenden Analy- als 55 % lag eine dokumentierte Pflege- mittels Kruskal-Wallis-H-Test getestet. sen schließen nur AHB mit Parkinson-, stufe von Stufe II oder höher vor. Die Die Prüfung auf statistisch relevante Alzheimer- oder Tumordiagnosen ein. häufigste Begleitdiagnose war Demenz Differenzen bei metrischen Variablen Über den Prä- und Posttest hinweg konn- (53,7%). Durchschnittlich wiesen die erfolgte anhand einfaktorieller Varianz- ten in Summe 194 Altenheimbewohner Untersuchungspersonen 1,6 (±1,1) zu- analysen (ANOVA) mit Bonferroni- (20,8% vonindie Datenanalyse einge- sätzliche Diagnosen auf. Ca. 65 % aller Der Schmerz 5 · 2018 359 Posttest Prätest Schwerpunkt oderhöherkambeiderHälftederBewoh- Tab. 1 Deskriptive Kennwerte der Stichprobe getrennt nach AHB mit Parkinson/Alzheimer/ Tumor ner vor. Bei einem Viertel der untersuch- tenPersonenwurdeDepressionalsweite- Deskriptive Statistiken; Mittelwert ± Standardabweichung, Anteil in % (n) re Diagnose ausgewiesen. Durchschnitt- AHB mit Parkinson AHB mit Alzheimer AHB mit Tumor lich wurde knapp weniger als eine weitere Weiblich 74,6 % (20) 82,5 % (52) 81,0 % (51) Diagnose (0,8 ± 0,8) dokumentiert. 86 % Alter in Jahren 84,9 ± 6,6 84,6 ± 6,5 85,3 ± 6,4 der AHB lebten vor dem Einzug ins Al- MMST-Punkte 13,2 ± 10,8 12,6 ± 9,9 16,7 ± 9,9 tenheim zu Hause. Der Mittelwert bei der Pflegestufe Keine 3,0 % (2) Keine 9,7 % (6) Keine 11,1 % (7) Aufenthaltsdauer betrug 2,1 (±2,2) Jahre. Stufe I 40,3 % (27) Stufe I 40,3 % (25) Stufe I 49,2 % (31) IndieserGruppeberichteten38%derBe- Stufe II 29,9 % (20) Stufe II 35,5 % (22) Stufe II 31,7 % (20) fragten einen mindestens leichten Ruhe- Stufe III 26,9 % (18) Stufe III 11,3 % (7) Stufe III 7,9 % (5) bzw. 53 % einen mindestens leichten Be- lastungsschmerz. Das Instrument BESD Stufe III+ k.A. Stufe III+ 3,2 % (2) Stufe III+ k.A. wurde bei 33 AHB eingesetzt. Der Weitere Alzheimer DEM 53,7 % (36) DEP 25,4 % (16) OST 26,6 % (17) Diagnosen BESD-Scorebetrug3,8(±2,6)Punkte.Bei DEP 25,4 % (17) KHK 12,7 % (8) DEM 25,0 % (16) drei Viertel der untersuchten Menschen FRA 17,9 % (12) OST 12,7 % (8) FRA 23,4 % (15) mit Alzheimer-Diagnose zeigten sich re- Anzahl weiterer 1,6 ± 1,1 0,8 ± 0,8 1,5 ± 0,9 levante Schmerzhinweise. Diagnosen Vier von 5 AHBTumor waren weib- Transfer von ... Zu Hause 65,1 % (41) Zu Hause 86,2 % (50) Zu Hause 86,7 % (52) lich. Das Durchschnittsalter betrug 85,3 bei Ersteinzug Krankenhaus 14,3 % (9) Krankenhaus 8,6 % (5) Krankenhaus 5,0 % (3) (±6,4) Jahre. Im Mittel wurden MMST- Reha 4,8 % (3) Reha k.A. Reha 3,3 % (2) Werte von 16,7 (±9,9) Punkten erfasst. Andere 15,9 % (10) Andere 5,2 % (3) Andere 5,0 % (3) Eine Pflegestufe von II oder höher hat- Aufenthaltsdauer 3,7 ± 4,2 2,1 ± 2,2 2,9 ± 2,9 ten ca. 40 % der Bewohner. Mit einem in Jahren Anteil von 27 % war Osteoporose die am Ruheschmerz Keiner 52,6 % (20) Keiner 62,2 % (23) Keiner 47,8 % (22) häufigsten genannte Zusatzdiagnose. In (VRS) Leicht 15,8 % (6) Leicht 16,2 % (6) Leicht 21,7 % (10) dieser Gruppe wurden gesamt betrach- Mittelstark 21,1 % (8) Mittelstark 18,9 % (7) Mittelstark 15,2 % (7) tet durchschnittlich 1,5 (±0,9) weitere Diagnosen dokumentiert. Zu Hause leb- Stark 10,5 % (4) Stark 2,7 % (1) Stark 10,9 % (5) ten vor dem Transfer ins Altenheim Unerträglich k.A. Unerträglich k.A. Unerträglich 4,3 % (2) nahezu 87 % aller AHB .Die durch- Tumor Belastungs- Keiner 28,9 % (11) Keiner 47,2 % (17) Keiner 30,4 % (14) schnittliche Aufenthaltsdauer betrug schmerz (VRS) Leicht 21,1 % (8) Leicht 19,4 % (7) Leicht 23,9 % (11) 2,9 (±2,9) Jahre. Leichte, mittelstarke, Mittelstark 28,9 % (11) Mittelstark 19,4 % (7) Mittelstark 29,9 % (11) starke oder unerträgliche Ruheschmer- Stark 21,1 % (8) Stark 11,1 % (4) Stark 17,4 % (8) zen äußerten ca. 52 %. Hinsichtlich der Unerträglich k.A. Unerträglich 2,8 % (1) Unerträglich 4,3 % (2) Belastungsschmerzen waren dies fast BESD-Punkte 1,7 ± 1,9 3,8 ± 2,6 2,8 ± 2,5 70 %. Unter jenen 26 AHB ,die ei- Tumor BESD ≥2 47,1 % (16) 84,8 % (28) 57,7 % (15) ner Fremdeinschätzung von Schmerzen Schmerzhinweis Nein 36,4 % (24) Nein 24,7 % (16) Nein 31,3 % (20) unterzogen wurden, lag der betreffende Mittelwert bei 2,8 (±2,5) Punkten laut Ja 63,6 % (42) Ja 73,3 % (44) Ja 68,8 % (44) BESD. Als wahrscheinlich von Schmer- Stichprobengröße n=67 n=63 n=64 zen betroffengalten indieser Gruppe DEM Demenz, DEP Depression, FRA Fraktur, KHK koronare Herzkrankheit, OST Osteoporose, knapp 69 %. MMST Mini-Mental Status Test, k.A. keine Angabe Mehrfachnennungen: Darstellung der 3 häufigsten Nennungen Cut-off für relevante Hinweise auf Schmerz Merkmale mit signifikanten VRS≥ leichte Schmerzen | BESD-Cut-off ≥2 Unterschieden zwischen AHB ,AHB und Parkinson Alzheimer AHB wurden von zu Hause in te sich ein Durchschnittsscore von 1,7 Parkinson AHB Tumor die Einrichtung transferiert. Die mitt- (±1,9) Punkten. Der Anteil von Perso- lere Aufenthaltsdauer lag bei 3,7 (±4,2) nen mit vorliegenden Schmerzhinweisen Die signifikanten Ergebnisse der Grup- Jahren. Jeder zweite AHB gab beträgt ca. 64 %. penvergleiche sind in . Tab. 2 angeführt. Parkinson zumindest leichte Ruheschmerzen an, 7 Bei AHB betrug der Anteil von Es finden sich keine signifikanten Un- Alzheimer von 10 Befragten gaben an, mindestens Bewohnerinnen knapp 83 %. Im Mittel terschiede zwischen den untersuchten leichte Belastungsschmerzen wahrzu- waren die Bewohner 84,6 (±6,5) Jahre alt. Subgruppen hinsichtlich Geschlecht, nehmen. Unter den 34 Bewohnern, die Der errechnete MMST-Wert lag bei 12,6 Alter, Ruhe- und Belastungsschmerz mittels BESD beobachtet wurden, zeig- (±9,9) Punkten. Eine Pflegestufe von II sowie der verallgemeinerten Schmerz- 360 Der Schmerz 5 · 2018 den neurodegenerativen Erkrankungen Tab. 2 Darstellung signifikanter Unterschiede von Merkmalen zwischen AHB mit Parkinson/ Alzheimer/Tumor Morbus Alzheimer und Morbus Parkin- son auch Tumorerkrankungen in die Se- Statistische Tests; Mittelwert, mittlerer Rang, %, Teststatistik, p (n) kundärdatenanalyse eingeschlossen. Die AHB mit Par- AHB mit Alzhei- AHB mit Tumor Teststatistik, p (n) kinson mer Bewohnergruppe mit onkologischen Er- b d krankungen wurde dabei als implizite MMST-Punkte 13,2 12,6 16,7 F= 2,925, p= 0,056 (194) „Referenzgruppe“ definiert, bei welcher c 2 das Phänomen Schmerz hinlänglich be- Pflegestufe 109,0 95,7 83,9 χ = 7,502, p= 0,023 (192) kannt ist und diesbezüglich anerkann- te und verbreitete Schmerzmanagement- Anzahl 1,60 0,79 1,52 F= 13,859, p< 0,001 weiterer (194) strategien bestehen. Diagnosen Ein Hauptergebnis der Untersuchung Transfer χ = 12,361, p= 0,036 Zu Hause 65,1 % Zu Hause 86,2 % Zu Hause 86,7 % besteht darin, dass in allen untersuchten von ... bei (181) Krankenhaus Krankenhaus Krankenhaus Bewohnergruppen eine hohe Präva- Ersteinzug 14,3 % 8,6 % 5,0 % lenz von Schmerzen festgestellt wurde. Reha 4,8 % Reha k.A. Reha 3,3% Schmerzen zeigten sich zudem unabhän- Andere 15,9 % Andere 5,2 % Andere 5,0 % gig von der kognitiven Beeinträchtigung, Aufenthalts- 3,65 2,14 2,89 F= 3,526, p= 0,031 die bei allen Gruppen zwar unterschied- dauer in (193) lich, aber insgesamt recht deutlich aus- Jahren geprägt war. Dies lässt sich dahingehend BESD 1,74 3,76 2,81 F= 6,265, p= 0,003 interpretieren, dass die Schmerzevalua- (93) tion in gewisser Weise losgelöst von a 2 BESD ≥2 47,1 % 84,8 % 57,7 % χ = 10,825, p= 0,004 den kognitiven Fähigkeiten gesehen Stichproben- n=67 n=63 n=64 n = 194 und ein potenzielles Risiko von uner- größe kannten Schmerzen in allen Gruppen MMST Mini-Mental Status Test, BESD Beurteilung von Schmerzen bei Demenz, k.A. keine Angabe generell angenommen werden sollte. a 2 χ mit Fisher-Yates-Korrektur Mitunter verdeutlichen diese Ergebnisse ANOVA mit Bonferroni c die vielfach postulierte Notwendigkeit Kruskal-Wallis-H-Test einer initialen, regelhaeft n und diffe- Trend (p< 0,10) renzierten Schmerzeinschätzung unter Rückgriff auf zielgruppenspezifische As- hinweise. Es zeigt sich jedoch, dass die Aufenthaltsdauer zwischen den Ver- sessmentinstrumente [27]. So werden in AHB einen tendenziell höheren gleichsgruppen (F = 3,526; p< 0,05). Im einer kürzlich veröffentlichten Arbeit die Tumor MMST-Wert aufweisen als AHB Durchschnitt befanden sich die unter- Personenzentriertheit, das Bewusstsein Parkinson oder AHB (F = 2,925; p< 0,10). suchten AHB am längsten in sowie Schulungen über Schmerzthe- Alzheimer Parkinson Signifikante Unterschiede zeigen sich der Einrichtung, gefolgt von AHB men, die Regelhaift gkeit pflegerischer Tumor bei den der Pflegeleistung hinterleg- und schließlich AHB .Unter all Maßnahmen, das Vorhandensein kla- Alzheimer ten Pflegestufen (χ = 7,502; p< 0,05): jenen AHB, deren Schmerzsituation auf- rer Verantwortungsstrukturen und das AHB weisen im Mittel höhe- grund der moderaten oder stark fortge- Kernelement Kommunikation als die Parkinson re Pflegestufen (Median: Stufe II) auf schrittenen kognitiven Beeinträchtigung wichtigsten Aspekte des Schmerzmana- als AHBAlzheimer (Median: Stufe I–II) mit dem Fremdbeurteilungsinstrument gements bei Menschen mit Demenz an- und AHBTumor (Median: Stufe I). Wäh- BESD untersucht wurde, zeigt sich, geführt [28]. Diese Forderungen können rend die Anzahl zusätzlicher Diagnosen dass bei AHB signifikant weniger im Altenheimkontext im Grunde eben- Parkinson zwischen Personen mit Parkinson und Schmerzanzeichen beobachtet wurden so für Menschen mit Morbus Parkinson Tumorerkrankungen kaum differiert, bzw. Schmerzen als weniger häufig an- und Tumorerkrankungen unabhängig werden bei jenen mit Alzheimer-De- zunehmen sind als bei AHB und von kognitiven Veränderungen gelten. Alzheimer menz deutlich weniger Komorbiditäten AHB (BESD F = 6,265; p<0,05 Weitere signifikante Ergebnisse wa- Tumor Punkte diagnostiziert (F = 13,859; p< 0,001). bzw. BESD ≥2χ = 10,825; p< 0,05). ren, dass bei Menschen mit Morbus Hinsichtlich des Herkunsft orts vor dem Parkinson im Vergleich zu den ande- Einzug in das Altenheim unterscheidet ren Bewohnergruppen die geringsten Diskussion sich die Bewohnergruppe mit Morbus Schmerzen fremdeingeschätzt wurden, Parkinson stark von den beiden ande- In dieser Studie wurden drei Bewohner- dass ebendiese Bewohner aber gleich- ren. Menschen mit Parkinson werden gruppen verglichen, deren primäre Ge- zeitig die höchste Pflegestufe und den deutlich seltener von der eigenen Häus- meinsamkeit das Leben im Altenheim längsten Aufenthalt in Pflegeheimen hat- lichkeit in das Altenheim transferiert ist. Mit einem Fokus auf Schmerz bzw. ten und in diesem Sinn die Gruppe mit (χ = 12,361; p< 0,05). Zudem variiert Schmerztherapie wurden neben den bei- dem größten Pflegeaufwand darstellten. Der Schmerz 5 · 2018 361 Schwerpunkt Schmerzen haben beim Morbus Parkin- aus gewährleistet, denn diese machen zusätzlich weiter belastet und komplexer son vielfältige Ursachen und sind oft sich im Pflegealltag auch bemerkbar. werden. Sehr wesentlich erscheint dabei direkt mit dem Progress der Grunder- Dass Bewohner mit Morbus Alzheimer eine gute Teamarbeit zwischen den Pfle- krankung assoziiert. In der Regel sollte höhere Schmerzen zu haben scheinen genden vor Ort und den behandelnden zunächst versucht werden, durch An- als Bewohner mit onkologischen Er- Fach- (etwa Neuro- und Onkologen) passung der Parkinson-Therapie die krankungen ist eventuell auch darauf sowie Hausärzten. Im Hinblick auf die Symptome wie Minderbewegung und zurückzuführen, dass bei onkologischen teils deutlichen kognitiven Beeinträchti- Rigor zu verbessern, da diese häufi- Erkrankungen qua Routine gleich bei gungen der untersuchten Altenheimbe- ge Schmerzursachen darstellen. Erst in Aufnahme in das Altenheim eine inten- wohner bzw. der Altenheimpopulation zweiter Instanz sollen Schmerzmedika- sive Schmerzevaluation vorgenommen im Allgemeinen ist es auch essenzi- mente zum Einsatz kommen. Hierbei wird. Durch dieses Initialassessment ell, unter allen Beteiligten abgestimmte ist besonders darauf zu achten, dass werden Schmerzen dann eher antizi- Prozesse und Strukturen zu schaffen, in keine Halluzinationen ausgelöst oder piert und ein regelmäßiges Anpassen denen Schmerzsituationen durch Betrof- bestehende Halluzinationen verstärkt der notwendigen Medikamente kann fene so kommuniziert werden können, werden. Vor allem Belastungsschmerzen erfolgen. dass sie adäquat einschätzbar und somit gelten in dieser Gruppe als weit verbrei- behandelbar werden. tet – nicht zuletzt sind diese auch häufig Limitationen durch eine assoziierte Minderbeweglich- Fazit für die Praxis keit mitbedingt [29]. Für Menschen mit Zu den wesentlichen Limitationen der Morbus Parkinson stellt offensichtlich Studie, die in unterschiedlichen Pfle- 4 Bei allen Bewohnergruppen zei- ein Aufenthalt im Krankenhaus oder in geheimen durchgeführt wurde, zählt gen sich Hinweise auf vorhandene einer Kurzzeitpflege (in dieser Studie die Begrenzung der Untersuchung auf Schmerzproblematiken und hohe unter „Andere“ subsumiert) das „Tor“ die Stadt Münster, Nordrhein-Westfalen. Schmerzprävalenzen. zum Heimaufenthalt dar. Parkinson-Pa- Zudem handelt es sich um kein randomi- 4 Die Versorgungssituation von Al- tienten werden bei Verschlechterung der siertes Selektionsprozedere. Obwohl die tenheimbewohnern mit Morbus Bewegungsstörung oder bei Auftreten wesentlichen Populationsparameter in Parkinson, Morbus Alzheimer und von Sekundärphänomenen wie Pneumo- der Stichprobe ähnlich ausgeprägt sind, onkologischen Erkrankungen unter- nie oder Delir stationär aufgenommen limitiert das die Verallgemeinerung der scheidet sich teils deutlich. [30]. Dass der stationären Aufnahme Ergebnisse. Weiter befinden sich unter 4 Interprofessionelle und spezifisch an dann eine Verlegung in ein Altenheim denuntersuchtenPersonenüberwiegend die Bedürfnisse von Bewohnern mit folgt, zeigt einerseits die oft fehlende Frauen, was zwar der Bewohnerstruktur Parkinson und Alzheimer angepasste Besserung der Symptome, andererseits in Altenheimen nahekommt, aber vor Schmerz- und Palliativversorgungs- kann das auch auf Überlastung von dem Hintergrund kleinerer Gruppen- prozesse sind gefordert. pflegenden Angehörigen, die sich dann fallzahlen dazu führt, dass ein gewisser letztendlich doch für eine Pflegeheim- Selektionbias nicht ausgeschlossen wer- aufnahme entscheiden, zurückgeführt den kann. Korrespondenzadresse werden. Ein wichtiges Ergebnis ist zu- Mag. P. Kutschar dem, dass bei der Gruppe der Bewohner Schlussfolgerung Institut fürPflegewissenschaft mit Morbus Alzheimer die meisten auf und -praxis, Paracelsus das Vorkommen von Schmerzen hindeu- DieUntersuchung macht aufeinebe- Medizinische Privatuniversität tenden Verhaltensmerkmale beobachtet achtenswert hohe Schmerzprävalenz Strubergasse 21, wurden, diese Gruppe am häufigsten von aller untersuchten Altenheimbewohner 5020 Salzburg, Österreich zu Hause oder aus dem Krankenhaus aufmerksam. Als übergeordnete Konse- patrick.kutschar@pmu.ac.at in das Pflegeheim kam und insgesamt quenz ist daher dringend zu fordern, für gesehen die wenigsten Zusatzdiagnosen eine ausreichende Personalabdeckung Funding. Open access funding provided by Paracel- sus Medical University. aufwies. Die geringe Anzahl von Zu- durch gut geschulte und damit qualifi- satzdiagnosen ist überraschend, da es zierte Pflegende zu sorgen. Die Pflege von sich um alte Menschen mit den üblichen Menschen mit neurologischen Erkran- Einhaltung ethischer Richtlinien kardiovaskulären Vorerkrankungen han- kungen und insbesondere in der letzten delt. Hier stellt sich die Frage, ob die Lebensphase ist an sich schon herausfor- Interessenkonflikt. Das Hauptprojekt „Aktions- Zusatzdiagnosen beim Eintritt in das dernd genug. Nicht erkannte oder nicht bündnis Schmerzfreie Stadt Münster“ wurde von der Fa. Mundipharma GmbH finanziell unterstützt. In ihrer Altenheim so in den Hintergrund getre- adäquat behandelte Schmerzen sollten Funktion als Förderer nahm die Mundipharma GmbH ten sind, dass sie nicht mehr aufgeführt nicht dazu führen, dass der Heimaufent- keinerlei Einfluss auf die wissenschaftliche Erhebung, werden und damit auch keiner Kon- halt und der letzte Lebensabschnitt von Auswertung der Projektdaten oder Publikation von Ergebnissen.P.Kutschar,K.Lex,J.OsterbrinkundS.Lo- trolle mehr unterliegen. Die Diagnose Betroffenen sowie in weiterer Konse- renzl geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht. der Schmerzsymptome ist aber durch- quenz die professionelle Pflegetätigkeit 362 Der Schmerz 5 · 2018 Hier steht eine Anzeige. 16. Oliver DJ, Borasio GD, Caraceni A et al (2016) A Dieser Beitrag beinhaltet keine von den Autoren consensusreviewonthedevelopmentofpalliative durchgeführten Studien an Menschen oder Tieren. care for patients with chronic and progressive neurologicaldisease.EurJNeurol23(1):30–38 Open Access. Dieser Artikel wird unter der Creative 17. Bower JH, Maraganore DM, McDonnell SK et al Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed. (1999) Incidence and distribution of parkinsonism de) veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfäl- in Olmsted County, Minnesota, 1976–1990. tigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe Neurology52(6):1214–1220 in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern 18. Higginson IJ, Gao W, Saleem TZ et al (2012) Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle Symptoms and quality of life in late stage ordnungsgemäßnennen,einenLinkzurCreativeCom- Parkinson syndromes: a longitudinal community mons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen studyofpredictivefactors.PLoSONE7(11):e46327 vorgenommen wurden. 19. EuropeanAssociationPalliativeCare(EAPC)(1989) Definition palliative care. http://www.eapcnet. eu/Corporate/AbouttheEAPC/DefinitionandAims. aspx.Zugegriffen:9.Juni2017 Literatur 20. Temel JS, Greer JA, Muzikansky A et al (2010) Early palliative care for patients with metasta- 1. Statistisches Bundesamt (2017) Pflegestatistik tic non-small-cell lung cancer. N Engl J Med 2015. Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung. 363(8):733–742 Deutschlandergebnisse 21. Safarpour D, Thibault DP, DeSanto CL et al (2015) 2. Becker-Ebel J, Behrens C, Davids G et al (2012) Nursing home and end-of-life care in Parkinson Palliative Care in Pflegeheimen. 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Published: Jun 5, 2018

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