Moderation primärer sozialer Disparitäten im Leseverständnis in Abhängigkeit vom wahrgenommenen Verhalten der Lehrkraft und der Klassenzusammensetzung

Moderation primärer sozialer Disparitäten im Leseverständnis in Abhängigkeit vom... Aktuelle Schulleistungsstudien (Prenzel et al. 2013; Pant et al. 2013; Stanat et al. 2012; Bos et al. 2012a; Bos et al. 2012b) zeigen einen in Deutschland engen Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft von Kindern und Jugendlichen und ihrer schulischen Kompetenzentwicklung. Dieser fällt zu Ungunsten von Lernenden aus Familien mit niedrigem sozioökonomischem Status aus. Einige Schülerinnen und Schüler zeigen jedoch „erwartungswidrig“ höhere Kompetenzen als ihre soziale Herkunft vermuten ließe. In der vorliegenden Untersuchung wird mit Rückgriff auf sozialpsychologische Theorien und Befunde angenommen, dass ein störungsarmer Unterricht mit individueller Förderung sowie die soziale Zusammensetzung der Klasse als mögliche Moderatoren einen besonders starken Einfluss auf die Kompetenzergebnisse von Kindern aus sozial benachteiligten Elternhäusern haben könnten. Anhand der längsschnittlichen Berliner Grundschulstudie ELEMENT (Lehmann und Lenkeit 2008) wurden diese Annahmen empirisch in einer Mehrebenenanalyse unter Modellierung von Cross-Level-Interaktionseffekten mit den genannten Merkmalen überprüft. Es konnte gezeigt werden, dass Lernende aus Elternhäusern mit niedrigem sozioökonomischem Status besonders von der Zugehörigkeit zu einer Klasse mit höherem durchschnittlichem Sozialstatus profitieren. Die durch Beurteilungen der Schülerinnen und Schüler erfassten Unterrichtsmerkmale hatten hingegen keinen moderierenden Effekt auf den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzentwicklung im Lesen. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Bildungsforschung Springer Journals

Moderation primärer sozialer Disparitäten im Leseverständnis in Abhängigkeit vom wahrgenommenen Verhalten der Lehrkraft und der Klassenzusammensetzung

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Publisher
Springer Fachmedien Wiesbaden
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Copyright © 2014 by Springer Fachmedien Wiesbaden
Subject
Social Sciences, general; Demography
ISSN
2190-6890
eISSN
2190-6904
D.O.I.
10.1007/s35834-014-0115-7
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Abstract

Aktuelle Schulleistungsstudien (Prenzel et al. 2013; Pant et al. 2013; Stanat et al. 2012; Bos et al. 2012a; Bos et al. 2012b) zeigen einen in Deutschland engen Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft von Kindern und Jugendlichen und ihrer schulischen Kompetenzentwicklung. Dieser fällt zu Ungunsten von Lernenden aus Familien mit niedrigem sozioökonomischem Status aus. Einige Schülerinnen und Schüler zeigen jedoch „erwartungswidrig“ höhere Kompetenzen als ihre soziale Herkunft vermuten ließe. In der vorliegenden Untersuchung wird mit Rückgriff auf sozialpsychologische Theorien und Befunde angenommen, dass ein störungsarmer Unterricht mit individueller Förderung sowie die soziale Zusammensetzung der Klasse als mögliche Moderatoren einen besonders starken Einfluss auf die Kompetenzergebnisse von Kindern aus sozial benachteiligten Elternhäusern haben könnten. Anhand der längsschnittlichen Berliner Grundschulstudie ELEMENT (Lehmann und Lenkeit 2008) wurden diese Annahmen empirisch in einer Mehrebenenanalyse unter Modellierung von Cross-Level-Interaktionseffekten mit den genannten Merkmalen überprüft. Es konnte gezeigt werden, dass Lernende aus Elternhäusern mit niedrigem sozioökonomischem Status besonders von der Zugehörigkeit zu einer Klasse mit höherem durchschnittlichem Sozialstatus profitieren. Die durch Beurteilungen der Schülerinnen und Schüler erfassten Unterrichtsmerkmale hatten hingegen keinen moderierenden Effekt auf den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzentwicklung im Lesen.

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Published: Dec 6, 2014

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