Mitten auf dem Weg

Mitten auf dem Weg S So oz ziia al E l Ex xt tr ra a 4 2 4 20 01 17 7: 2 : 27 7- -2 27 7 DO DOII 1 10 0..1 10 00 07 7/ /s s1 12 20 05 54 4-0 -01 17 7-0 -00 058 58- -z z Durchblick Bundesteilhabegesetz (BTHG) Zur Einführung in den Schwerpunkt Mit dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) steht ein aktuelles „Schwergewicht“ im Mittelpunkt dieses Schwer- punkts: mit einem neuen Gesetz zur Neuregelung der Hilfen für Menschen mit Behinderungen waren hohe Erwartungen verbunden, als sich die Regierungsparteien das Projekt 2013 in den Koalitionsvertrag schrie- ben. Die UN-Behindertenrechtskonvention sollte endlich ihren Weg in die Praxis ‘nden, die Rechte und die Mitbestimmung der Betro’enen sollte gestärkt und die Versorgungsstrukturen gesichert werden. Der neue Anlauf sollte mit kräftiger Unterstützung der Arbeits- und Sozialministerkonferenz der Länder eine neue Grundlage für die Behindertenhilfe scha’en und nun auch die ‘nanziellen Fragen in Angri’ nehmen, die das zuvor unvollendete SGB IX aus dem Jahr 2001 u.a. ausgeklammert hatte. chon für die Erarbeitung wurden große politische Ges- lungsnotwendigkeiten für die nächsten Schritte der Um- ten verwendet, etwa dass „alle mit am Tisch sitzen“ setzung. Ssollten oder dass „jede_r gehört“ werden würde. Da- • Anschließend analysiert Dirk Kratz die Folgen der Wir- zu wurde im Juli 2014 eine „hochrangige Arbeitsgruppe“ im kungsorientierung und –kontrolle, wie sie im Gesetz ‘- Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gebil - xiert wurden (§§ 125, 128 SGB IX), und stellt diese Be - det, deren Ziel es war „neben einer Verdeutlichung der Po- strebungen als deutliche Anzeichen einer zunehmenden sitionen ihrer Mitglieder die verschiedenen Themen der an- Ökonomisierung sozialer Dienstleistungen heraus, die am stehenden Reform umfassend zu beleuchten“ (BMAS 2015, Ende den Betro’enen am wenigsten nutzt. S. 10). Der Gesetzentwurf, der am Ende dieses Prozesses • Christian Huppert fokussiert die ergänzende unabhängi - stand, hatte fast 400 Seiten, und das Ergebnis des Gesetzge- ge Teilhabeberatung. Sie soll Menschen mit Behinderun- bungsprozesses wurde am 23. Dezember 2016 im Bundes- gen in der komplexen Materie der Leistungsansprüche auf gesetzblatt als Bundesteilhabegesetz verkündet. Rehabilitation und Teilhabe helfen und bietet den Selbst- Nach der Verabschiedung zu Beginn des Jahres be‘nden hilfeorganisationen neue Chancen. wir uns nun „mitten auf dem Weg“ und damit inmitten ei- • In ihrer Analyse diskutieren Hanna Weinbach und Alb- nes fachlichen und politischen Prozesses, dessen abschließen- recht Rohrmann, welche Folgen die Gewährung von Be- hindertenhilfe-Leistungen im Schulsystem (hier: die ver- de Ergebnisse noch nicht vollumfänglich zu kalkulieren sind. Wir beleuchten daher ausgewählte Aspekte des neuen Geset- mehrte Zuschreibung von sonderpädagogischem Förder- zeswerkes näher, die wir im aktuellen Diskurs und für die bedarf) für Kinder und andere Beteiligte hat. Praxis der Sozialen Arbeit für besonders relevant erachten: • Der Beitrag von Sascha Weber geht dem politischen Ver- • Janina Tesslo’ gibt in ihrem Beitrag einen kritischen Über- sprechen der Beendigung des Fürsorgesystems nach und blick über das Bundesteilhabegesetz und den zugehörigen untersucht die Möglichkeiten zur selbstbestimmten Ein- Gesetzgebungsprozess und benennt dabei erste Hand- «ussnahme in die konkrete Gestaltung von Teilhabeleis- tungen im neugescha’enen Vertragsrecht. Diese und weitere Fragen und Themen werden in den kom- Dirk Kratz *1980 menden Jahren die Leistungsberechtigten, die Leistungsträ- ger und -erbringer und – nicht zu vergessen – die Politik und Dr. phil., Diplom-Pädagoge, seit 2015 Geschäftsführer des Thera- pieverbundes Ludwigsmühle in Rheinland-Pfalz mit dem Arbeits- sicherlich auch die Gerichte beschäftigen. Wir werden die- schwerpunkt soziale Rehabilitation und Inklusion in der Suchthilfe dirk.kratz@ludwigsmuehle.de se Entwicklungen weiter beobachten und ho’en für Sie auf interessante und spannende Einblicke in die „neue Welt“ des Bundesteilhabegesetzes. s Sascha Weber *1970 Professor für Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Organisation Literatur und Verwaltung an der Hochschule Magdeburg Stendal sascha.weber@hs-magdeburg.de BUNDESMINISTERIUM FÜR ARBEIT UND SOZIALES (BMAS) (2015). Arbeitsgruppe Bundesteilhabegesetz – Abschlussbericht. Bonn http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Sozial Extra Springer Journals

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Publisher
Springer Fachmedien Wiesbaden
Copyright
Copyright © 2017 by Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Subject
Social Sciences; Social Sciences, general; Education, general; Social Work
ISSN
0931-279X
eISSN
1863-8953
D.O.I.
10.1007/s12054-017-0058-z
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Abstract

S So oz ziia al E l Ex xt tr ra a 4 2 4 20 01 17 7: 2 : 27 7- -2 27 7 DO DOII 1 10 0..1 10 00 07 7/ /s s1 12 20 05 54 4-0 -01 17 7-0 -00 058 58- -z z Durchblick Bundesteilhabegesetz (BTHG) Zur Einführung in den Schwerpunkt Mit dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) steht ein aktuelles „Schwergewicht“ im Mittelpunkt dieses Schwer- punkts: mit einem neuen Gesetz zur Neuregelung der Hilfen für Menschen mit Behinderungen waren hohe Erwartungen verbunden, als sich die Regierungsparteien das Projekt 2013 in den Koalitionsvertrag schrie- ben. Die UN-Behindertenrechtskonvention sollte endlich ihren Weg in die Praxis ‘nden, die Rechte und die Mitbestimmung der Betro’enen sollte gestärkt und die Versorgungsstrukturen gesichert werden. Der neue Anlauf sollte mit kräftiger Unterstützung der Arbeits- und Sozialministerkonferenz der Länder eine neue Grundlage für die Behindertenhilfe scha’en und nun auch die ‘nanziellen Fragen in Angri’ nehmen, die das zuvor unvollendete SGB IX aus dem Jahr 2001 u.a. ausgeklammert hatte. chon für die Erarbeitung wurden große politische Ges- lungsnotwendigkeiten für die nächsten Schritte der Um- ten verwendet, etwa dass „alle mit am Tisch sitzen“ setzung. Ssollten oder dass „jede_r gehört“ werden würde. Da- • Anschließend analysiert Dirk Kratz die Folgen der Wir- zu wurde im Juli 2014 eine „hochrangige Arbeitsgruppe“ im kungsorientierung und –kontrolle, wie sie im Gesetz ‘- Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gebil - xiert wurden (§§ 125, 128 SGB IX), und stellt diese Be - det, deren Ziel es war „neben einer Verdeutlichung der Po- strebungen als deutliche Anzeichen einer zunehmenden sitionen ihrer Mitglieder die verschiedenen Themen der an- Ökonomisierung sozialer Dienstleistungen heraus, die am stehenden Reform umfassend zu beleuchten“ (BMAS 2015, Ende den Betro’enen am wenigsten nutzt. S. 10). Der Gesetzentwurf, der am Ende dieses Prozesses • Christian Huppert fokussiert die ergänzende unabhängi - stand, hatte fast 400 Seiten, und das Ergebnis des Gesetzge- ge Teilhabeberatung. Sie soll Menschen mit Behinderun- bungsprozesses wurde am 23. Dezember 2016 im Bundes- gen in der komplexen Materie der Leistungsansprüche auf gesetzblatt als Bundesteilhabegesetz verkündet. Rehabilitation und Teilhabe helfen und bietet den Selbst- Nach der Verabschiedung zu Beginn des Jahres be‘nden hilfeorganisationen neue Chancen. wir uns nun „mitten auf dem Weg“ und damit inmitten ei- • In ihrer Analyse diskutieren Hanna Weinbach und Alb- nes fachlichen und politischen Prozesses, dessen abschließen- recht Rohrmann, welche Folgen die Gewährung von Be- hindertenhilfe-Leistungen im Schulsystem (hier: die ver- de Ergebnisse noch nicht vollumfänglich zu kalkulieren sind. Wir beleuchten daher ausgewählte Aspekte des neuen Geset- mehrte Zuschreibung von sonderpädagogischem Förder- zeswerkes näher, die wir im aktuellen Diskurs und für die bedarf) für Kinder und andere Beteiligte hat. Praxis der Sozialen Arbeit für besonders relevant erachten: • Der Beitrag von Sascha Weber geht dem politischen Ver- • Janina Tesslo’ gibt in ihrem Beitrag einen kritischen Über- sprechen der Beendigung des Fürsorgesystems nach und blick über das Bundesteilhabegesetz und den zugehörigen untersucht die Möglichkeiten zur selbstbestimmten Ein- Gesetzgebungsprozess und benennt dabei erste Hand- «ussnahme in die konkrete Gestaltung von Teilhabeleis- tungen im neugescha’enen Vertragsrecht. Diese und weitere Fragen und Themen werden in den kom- Dirk Kratz *1980 menden Jahren die Leistungsberechtigten, die Leistungsträ- ger und -erbringer und – nicht zu vergessen – die Politik und Dr. phil., Diplom-Pädagoge, seit 2015 Geschäftsführer des Thera- pieverbundes Ludwigsmühle in Rheinland-Pfalz mit dem Arbeits- sicherlich auch die Gerichte beschäftigen. Wir werden die- schwerpunkt soziale Rehabilitation und Inklusion in der Suchthilfe dirk.kratz@ludwigsmuehle.de se Entwicklungen weiter beobachten und ho’en für Sie auf interessante und spannende Einblicke in die „neue Welt“ des Bundesteilhabegesetzes. s Sascha Weber *1970 Professor für Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Organisation Literatur und Verwaltung an der Hochschule Magdeburg Stendal sascha.weber@hs-magdeburg.de BUNDESMINISTERIUM FÜR ARBEIT UND SOZIALES (BMAS) (2015). Arbeitsgruppe Bundesteilhabegesetz – Abschlussbericht. Bonn

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Published: Aug 4, 2017

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