Medizinethischer Kommentar zum Fall: „Darf einem Kind bei eingeschränkter Prognose eine Organtransplantation vorenthalten werden?“

Medizinethischer Kommentar zum Fall: „Darf einem Kind bei eingeschränkter Prognose eine... Ethik Med (2018) 30:149–151 https://doi.org/10.1007/s00481-018-0484-x FALL UND KOMMENTARE Medizinethischer Kommentar zum Fall: „Darf einem Kind bei eingeschränkter Prognose eine Organtransplantation vorenthalten werden?“ Monika Bobbert Online publiziert: 23. April 2018 © Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018 Aus medizinischer Sicht ist der Fall schwierig, weil für die geschilderte Kombi- nation peri- und postoperativer Risiken wenig gesichertes Wissen vorliegt. Damit ist die Prognose recht offen – was bei Lebertransplantationen allerdings häufiger vorkommt. Aus ethischer Sicht ist der Fall nicht schwierig – es sei denn, es gilt, einer Diskri- minierung entgegenzutreten. Geht man von individuellen moralischen Rechten auf Schutz des Lebens und auf umfassende medizinische Behandlung aus, dann muss die Tatsache, dass das Kleinkind Paul motorisch und kognitiv eingeschränkt ist, aus den Überlegungen herausgehalten werden. Denn es wäre eine unzulässige Diskrimi- nierung, Paul auf Grund seiner künftigen Behinderung weniger gut zu behandeln als andere Kinder. Einzig dann, wenn man einer utilitaristischen Ethik mit der Norm der Gesamtnutzenmaximierung folgt, dürfte die Behinderung von Paul in die Bewertung eingehen. Allerdings wäre dies auch rechtlich nicht gedeckt, da unser Grundgesetz und andere gesetzliche Regelungen die Diskriminierung von Menschen mit einer Behinderung verbieten. Davon abgesehen ist mit Blick auf Paul selbst noch zu http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Ethik in der Medizin Springer Journals

Medizinethischer Kommentar zum Fall: „Darf einem Kind bei eingeschränkter Prognose eine Organtransplantation vorenthalten werden?“

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Publisher
Springer Berlin Heidelberg
Copyright
Copyright © 2018 by Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature
Subject
Medicine & Public Health; Medicine/Public Health, general; Gynecology; Intensive / Critical Care Medicine; Psychotherapy; Reproductive Medicine
ISSN
0935-7335
eISSN
1437-1618
D.O.I.
10.1007/s00481-018-0484-x
Publisher site
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Abstract

Ethik Med (2018) 30:149–151 https://doi.org/10.1007/s00481-018-0484-x FALL UND KOMMENTARE Medizinethischer Kommentar zum Fall: „Darf einem Kind bei eingeschränkter Prognose eine Organtransplantation vorenthalten werden?“ Monika Bobbert Online publiziert: 23. April 2018 © Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018 Aus medizinischer Sicht ist der Fall schwierig, weil für die geschilderte Kombi- nation peri- und postoperativer Risiken wenig gesichertes Wissen vorliegt. Damit ist die Prognose recht offen – was bei Lebertransplantationen allerdings häufiger vorkommt. Aus ethischer Sicht ist der Fall nicht schwierig – es sei denn, es gilt, einer Diskri- minierung entgegenzutreten. Geht man von individuellen moralischen Rechten auf Schutz des Lebens und auf umfassende medizinische Behandlung aus, dann muss die Tatsache, dass das Kleinkind Paul motorisch und kognitiv eingeschränkt ist, aus den Überlegungen herausgehalten werden. Denn es wäre eine unzulässige Diskrimi- nierung, Paul auf Grund seiner künftigen Behinderung weniger gut zu behandeln als andere Kinder. Einzig dann, wenn man einer utilitaristischen Ethik mit der Norm der Gesamtnutzenmaximierung folgt, dürfte die Behinderung von Paul in die Bewertung eingehen. Allerdings wäre dies auch rechtlich nicht gedeckt, da unser Grundgesetz und andere gesetzliche Regelungen die Diskriminierung von Menschen mit einer Behinderung verbieten. Davon abgesehen ist mit Blick auf Paul selbst noch zu

Journal

Ethik in der MedizinSpringer Journals

Published: Apr 23, 2018

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