Medienethischer Kommentar zum Fall: „Methadon zur Tumortherapie“

Medienethischer Kommentar zum Fall: „Methadon zur Tumortherapie“ Ethik Med (2017) 29:330–333 https://doi.org/10.1007/s00481-017-0458-4 FALL UND KOMMENTARE Medienethischer Kommentar zum Fall: „Methadon zur Tumortherapie“ Beatrice Dernbach Online publiziert: 23. Oktober 2017 © Springer-Verlag GmbH Deutschland 2017 „Bei Berichten über medizinische Themen ist eine unangemessen sensationelle Dar- stellung zu vermeiden, die unbegründete Befürchtungen oder Hoffnungen beim Le- ser erwecken könnte. Forschungsergebnisse, die sich in einem frühen Stadium befin- den, sollten nicht als abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen dargestellt werden.“ So lautet die Ziffer 14 des deutschen Pressekodex. Dieser wurde und wird vom Deutschen Presserat (2017) formuliert und gilt als die ethische Grundlage für die journalistische Arbeit in Deutschland. Haben die Redakteure bzw. die Medien bei der Berichterstattung über das Thema Methadon in der Krebstherapie gegen diesen ethischen Grundsatz verstoßen? Bevor diese Frage konkret beantwortet wird, seien zunächst einmal die Bedingun- gen, unter denen Journalismus derartige Themen bearbeitet, skizziert. Medizinische bzw. Gesundheitsthemen im Allgemeinen sind immer heikel. Dafür gibt es mehrere Erklärungen: Die Aufmerksamkeit des Publikums ist per se groß, da jeder poten- ziell von gesundheitlichen Risiken bedroht ist und zum Patienten werden kann. Themen aus diesem Feld gehören nicht nur zum Gesundheits- bzw. Medizinjourna- lismus, sondern auch zur Wissenschaftsberichterstattung – und die arbeitet an der schwierigen Schnittstelle der wissenschaftlichen, evidenzbasierten http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Ethik in der Medizin Springer Journals

Medienethischer Kommentar zum Fall: „Methadon zur Tumortherapie“

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Publisher
Springer Journals
Copyright
Copyright © 2017 by Springer-Verlag GmbH Deutschland
Subject
Medicine & Public Health; Medicine/Public Health, general; Gynecology; Intensive / Critical Care Medicine; Psychotherapy; Reproductive Medicine
ISSN
0935-7335
eISSN
1437-1618
D.O.I.
10.1007/s00481-017-0458-4
Publisher site
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Abstract

Ethik Med (2017) 29:330–333 https://doi.org/10.1007/s00481-017-0458-4 FALL UND KOMMENTARE Medienethischer Kommentar zum Fall: „Methadon zur Tumortherapie“ Beatrice Dernbach Online publiziert: 23. Oktober 2017 © Springer-Verlag GmbH Deutschland 2017 „Bei Berichten über medizinische Themen ist eine unangemessen sensationelle Dar- stellung zu vermeiden, die unbegründete Befürchtungen oder Hoffnungen beim Le- ser erwecken könnte. Forschungsergebnisse, die sich in einem frühen Stadium befin- den, sollten nicht als abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen dargestellt werden.“ So lautet die Ziffer 14 des deutschen Pressekodex. Dieser wurde und wird vom Deutschen Presserat (2017) formuliert und gilt als die ethische Grundlage für die journalistische Arbeit in Deutschland. Haben die Redakteure bzw. die Medien bei der Berichterstattung über das Thema Methadon in der Krebstherapie gegen diesen ethischen Grundsatz verstoßen? Bevor diese Frage konkret beantwortet wird, seien zunächst einmal die Bedingun- gen, unter denen Journalismus derartige Themen bearbeitet, skizziert. Medizinische bzw. Gesundheitsthemen im Allgemeinen sind immer heikel. Dafür gibt es mehrere Erklärungen: Die Aufmerksamkeit des Publikums ist per se groß, da jeder poten- ziell von gesundheitlichen Risiken bedroht ist und zum Patienten werden kann. Themen aus diesem Feld gehören nicht nur zum Gesundheits- bzw. Medizinjourna- lismus, sondern auch zur Wissenschaftsberichterstattung – und die arbeitet an der schwierigen Schnittstelle der wissenschaftlichen, evidenzbasierten

Journal

Ethik in der MedizinSpringer Journals

Published: Oct 23, 2017

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