Kinder, sammelt Knochen!

Kinder, sammelt Knochen! N.T.M. https://doi.org/./s---y ©  Der/die Autor(en) Lehr- und Propagandamittel zur Behandlung des Themas Knochenverwertung an deutschen Schulen im „Dritten Reich“ Elisabeth Vaupel und Florian Preiß Children, Collect Bones! Teaching Aids and Propaganda Material on Bone-Collections and Bone-Utilisation Used in German Schools During the “Third Reich” In the nineteenth and early twentieth centuries bones were an essential raw material for the German chemical industry, vital to the production of fertilizer, glue, gelatine, soap and other products. As most of this material was imported, the German school system during the “Third Reich” took the utilisation of bones as an example to illustrate the relevance of the four-year plan of 1936 and its policy of economic self-sufficiency. The school children were encouraged to collect bones from domestic sources and bring them to the collecting points in the schools. Several NS-institutions developed a variety of teaching aids and materials to support school education on this economically and politically important topic. Focussing on the example of bone-utilisation, this paper examines the messages and intentions of these educational materials. It also demonstrates how even apparently ideologically unbiased school subjects, such as chemistry, were instrumentalised for the political indoctrination of the pupils. Keywords: “Third Reich”, School education, Teaching aids, Classroom wall chart, Waste collections, Bones Knochen waren im 19. und frühen 20. Jahrhundert ein unverzichtbarer, größtenteils importabhängiger Rohstoff der chemischen Industrie, die daraus Düngemittel, Tierfutter, Leim, Gelatine, Seife und andere Produkte her- stellte. Das Thema Knochenverwertung wurde im Schulunterricht der NS-Zeit genutzt, um Jugendlichen die Relevanz des Vierjahresplans und der deutschen Autarkiepolitik zu verdeutlichen und sie zu motivieren, sich im Rahmen der Altstoffsammlungen an der heimischen Erfassung dieses Rohmaterials zu beteiligen. Diverse NS-Instanzen hatten ein differenziertes Spektrum von Lehrmitteln erarbeitet, um die Behandlung dieses The- mas in der Schule zu unterstützen. Der Artikel untersucht, welche Botschaften diese damals hochmodernen Unterrichtsmedien vermittelten und zeigt, wie auch weniger ideologieanfällig scheinende Fächer, etwa der Chemieunterricht, politisch instrumentalisiert wurden. Schlüsselwörter: „Drittes Reich“, Schulunterricht, Lehrmittel, Schulwandbild, Altmaterialsammlung, Knochen Der Schulunterricht in der NS-Zeit und die Ideologisierung von Bildung und Erziehung werden seit Jahrzehnten erforscht. Mittlerweile liegen nicht nur Arbeiten über einzelne Schultypen und -formen, sondern auch über einzelne Unterrichtsfächer vor, wobei sich das Interesse zunächst auf die Electronic Supplementary Material (ESM) Das gesamte Bildmaterial, das im Artikel erwähnt wird, ist als Electronic Supplementary Material (ESM) in der Online-Version dieses Artikels enthalten: https://doi.org/./s---y. Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß stark ideologiegeprägten Fächer Deutsch, Geschichte, Erdkunde und im naturwissenschaftlichen Bereich die Biologie konzentrierte (Weiss ; Bäumer-Schleinkofer ). Es gibt aber auch erste Untersuchungen über den weniger ideologieanfällig scheinenden Physik- und Chemieunterricht (Brämer & Kremer ;Stoya ). Dieser Aufsatz beschäftigt sich mit einem Detailaspekt des Schulunterrichts in der Zeit des „Dritten Reichs“: den zahlreich überlieferten Lehrmitteln zum Thema Knochenverwertung. Verschiedene Schulbücher, vor allem aber die damals beliebten Lehrta- feln, Schülerarbeitsblätter, Diaserien und Unterrichtsfilme belegen, wie intensiv und multimedial dieses Thema seit  behandelt wurde. Da diese mittlerweile ungebräuchlichen Anschauungsmittel heute in Museen und Spezialsammlungen aufbewahrt werden, wurden sie von der histori- schen Forschung bisher nicht beachtet. Die Requirierung und Verwertung von Altstoffen, die in der NS-Zeit nicht nur vom Deutschen Reich und dessen Verbündeten, sondern auch von den Alliierten und den neutra- len Staaten praktiziert wurde, erhält durch den hier verfolgten Ansatz, die Vielfalt dieser Unterrichtsmittel vor dem Hintergrund der wirtschaftli- chen Bedeutung des Rohstoffs Knochen zu analysieren, neue Facetten und schärfere Konturen. Im Folgenden wird zunächst die Relevanz der den Schülern aufgebürdeten Knochensammlungen für die deutsche Autarkie- und Rüstungspolitik dargestellt und gezeigt, wie diese Aktivitäten seitens des Schulunterrichts mit Hilfe diverser Lehr- und Propagandamateriali- en begleitet und unterstützt wurden; dann wird die (kriegs)wirtschaftliche Bedeutung verschiedener Produkte diskutiert, die im „Dritten Reich“ aus dem historisch bislang noch kaum gewürdigten Industrierohstoff Knochen hergestellt wurden. Um ein einheitliches nationalsozialistisches Erziehungssystem aufzu- bauen, war  das Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung geschaffen worden, kurz Reichserziehungsministerium ge- nannt (Nagel ). Durch seine Gründung war zum ersten Mal in der deutschen Schulgeschichte eine zentralstaatliche Instanz für die Bildungs- politik zuständig geworden. Die schulpolitischen Aktivitäten des neuen Mi- nisteriums konsolidierten sich allerdings erst ab , als sukzessiv reichs- einheitliche neue Lehrpläne für die einzelnen Schultypen erschienen (Stoya : f.). Wenige Monate zuvor, im Herbst , war der für die NS- Wirtschaftspolitik wichtige Vierjahresplan bekannt gegeben worden, der die Lehrinhalte an den Schulen nachhaltig prägen sollte (Anonym ; Hartmann ; Wolter ). Innerhalb von vier Jahren sollte sich die deutsche Wirtschaft von Auslandsimporten weitgehend unabhängig und damit kriegsfähig machen. Da sich im Ersten Weltkrieg gezeigt hatte, wie verwundbar das ressourcenarme, auf Rohstoffimporte angewiesene Deut- sche Reich im Kriegsfall war, verfolgte der NS-Staat eine dezidierte Autar- Kinder, sammelt Knochen! kiepolitik. Wirtschaft und Industrie wurden aufgefordert, die Verwendung einfuhrabhängiger Roh- und Werkstoffe auf das Nötigste zu beschränken und möglichst auf Ersatz aus inländischen Ressourcen auszuweichen. Um den Jugendlichen zu verdeutlichen, dass die Umsetzung des Vierjahres- plans auch ihnen neue Pflichten abverlangte, wurde die Rohstoffversorgung Deutschlands in der Schule unabhängig von Schultyp und Jahrgangsstu- fe seit  in vielen Fächern behandelt, besonders im Chemieunterricht (Stoya :  f.). Der Vierjahresplan im Unterricht Das  vom Reichserziehungsministerium veröffentlichte Werk Erzie- hung und Unterricht in der Höheren Schule attestierte dem Chemieunter- richt großen „erzieherischen Wert“, vor allem aufgrund der Schulversuche und der durch die Schule organisierten Besichtigungen chemischer Be- triebe. Das Ministerium forderte, dass der Chemieunterricht Interesse an volkswirtschaftlichen Fragen wecken und zugleich vermitteln solle, dass Naturwissenschaft und Technik den „wirtschaftlichen und kulturel- len Hochstand“ des deutschen Volkes sicherten; er solle zeigen, wie die wissenschaftliche und technische Chemie der deutschen Industrie „neue wertvolle Roh- und Werkstoffe aus heimatlichen Stoffen“ zur Verfügung stellten, die Jugend zu Sparsamkeit im Umgang mit den in Deutsch- land vorhandenen Stoffen erziehen und „zum Verständnis der Gegen- wartsfragen“ beitragen. Auch müsse er verdeutlichen, welche zentrale Rolle die Chemie spiele, um die Ernährung und die Verteidigungsfähigkeit des Reichs zu sichern (Erziehung und Unterricht in der Höheren Schule : –). Die damaligen Chemiebücher zeigen, dass diese Vorstel- lungen durch eine verstärkte Ausrichtung der Lerninhalte auf nationale und volkswirtschaftliche Aspekte umgesetzt wurden. Die Behandlung der deutschen Chemiegeschichte (Bäumer-Schleinkofer ), der Wehrche- mie und der Rohstoffsituation im Reich belegen diese Politik (Beier ; Gölz & Jansen ;Gölz & Jansen ). Die in den Schulbüchern ent- haltenen Daten über die deutsche Inlands- sowie die Auslandsproduktion bestimmter Rohstoffe lenkten die Aufmerksamkeit der Schüler und Schü- lerinnen immer wieder auf den Vierjahresplan. Da Koedukation im NS- Staat abgelehnt wurde und die Mädchenschulen ihre Schülerinnen durch verstärktes Thematisieren ernährungs- und hauswirtschaftlicher Aspekte der Chemie auf ihre künftigen Aufgaben als Hausfrau und Mutter vorberei- ten sollten, fällt die Behandlung der Wehrchemie und bestimmter Facetten der Vierjahresplanchemie vor allem in den Schulbüchern für Jungenschu- Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß len auf, besonders denen für den mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig (Dörmer & Dörmer ). Dieser Schultyp gestand dem naturwis- senschaftlichen Unterricht (Physik und Chemie) mehr Wochenstunden zu (drei Stunden von Klasse  bis ) als die Mädchenschulen (drei Stunden in Klasse  und ) oder die klassischen Gymnasien (zwei Stunden in Klasse ) und erlaubte daher eine intensivere Behandlung des Lehrstoffs (Erziehung und Unterricht in der Höheren Schule :–; Stoya :). Dem Experimentalunterricht kam in der NS-Zeit besondere Bedeutung zu, weil er Geschicklichkeit, Beobachtungsgabe, Gewissenhaftigkeit, Rein- lichkeit, Ordnungssinn sowie die Fähigkeit zur präzisen Erledigung einer Aufgabe schulte und damit Kompetenzen trainierte, die auch der Wehrer- ziehung dienten. Vierjahresplanrelevante Themen wurden daher gern im Schulversuch behandelt (Erziehung und Unterricht in der Höheren Schule : f.; Stoya : –). Üblicherweise fanden die Schülerexperi- mente im Rahmen der vom Reichserziehungsministerium eingeführten na- turwissenschaftlich-mathematischen Arbeitsgemeinschaften statt, die en- gagierte Lehrer zusätzlich zum Pflichtunterricht anboten. Die Versuche sollten die Jugendlichen einerseits in die wissenschaftliche Forschungs- praxis einführen, zugleich aber „lebensnah“, „praktisch verwertbar“ und „für die Gemeinschaft nützlich“ sein (Erziehung und Unterricht in der Höheren Schule : ; –). Um den Lehrern die Gestaltung des Experimentalunterrichts zu erleichtern, erschienen in den späten er Jahren viele Bücher mit Versuchen zur Wehr- und Vierjahresplanchemie. Eines davon sei hier hervorgehoben, weil es unter anderem Experimente zum Thema Knochenverwertung enthielt: die Schulversuche mit deutschen Roh- und Werkstoffen, die der an der Hochschule für Lehrerfortbildung in Leipzig tätige Walter Haferkorn zusammengestellt hatte (Haferkorn ). Ergänzend dazu hatte er mit seinem Kollegen Herbert Priemer eine aus  Tafeln bestehende Serie mehrfarbiger Schulwandbilder konzipiert, die im gleichen Verlag wie das Buch publiziert wurde (Haferkorn & Priemer –). Mit diesen aufeinander abgestimmten Unterrichtsmaterialien konnten alle vierjahresplanrelevanten Roh- und Werkstoffe im Unterricht behandelt werden. Die Tafeln veranschaulichten vor allem die Verfahren bei der Herstellung und Verarbeitung eines bestimmten Rohstoffs. Das erste Bild der Serie erschien im Mai  und behandelte den Rohstoff Knochen und seine Verwertung (siehe Abb. ). Geeignete Knochenversu- che (Kahn /; Pröbsting ;Hessenland :–) standen auch in Haferkorns Experimentierbuch an erster Stelle. Eine Broschüre mit ein- schlägigen Versuchen für die Volksschule (Garz ) sowie die Publika- tion weiterer Knochenexperimente in den renommierten Unterrichtsblät- tern für Mathematik und Naturwissenschaften (Zeitler )belegen, wie Kinder, sammelt Knochen! Abb. 1 Lehrtafel zum Thema „Knochenverwertung“ aus der von Haferkorn und Prie- mer herausgegebenen Serie „Anschauungstafeln zur deutschen Nationalwirtschaft“ für Berufs-, Berufsfach- und Fachschulen sowie den Chemie- und Technikunterricht an Oberrealschulen, 1937, Farblithografie auf Papier, 67× 97,5cm, Forschungsstelle His- torische Bildmedien, Universität Würzburg. Die Serie enthielt noch zwei weitere Tafeln zum Thema Altmaterialverwertung (Altmetall; Lumpen und Altpapier). Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß sehr sich die Pädagogen um die experimentelle Behandlung gerade dieses Themas bemühten. Knochensammlungen Zur Einordnung dieser Befunde muss auf die prekäre Rohstofflage im Reich und die Bedeutung des Rohmaterials Knochen eingegangen werden. Das Deutsche Reich hatte bereits im Ersten Weltkrieg drei Strategien verfolgt, um den der britischen Seeblockade geschuldeten Rohstoffmangel zu kom- pensieren: Sparsamkeit im Umgang mit knappen Materialien, Ausweichen auf Ersatzstoffe, die sich aus heimischen Ressourcen synthetisieren lie- ßen und eine möglichst vollständige Nutzung aller im Inland erfassbaren Alt- und Abfallmaterialien. Diesen Strategien kam in der NS-Zeit aber- mals große Bedeutung zu, hinsichtlich der Knochen vor allem den letzt- genannten. Schon  hatte das NS-Regime begonnen, die vorhandenen Strukturen der Altmaterial- und Abfallverwertung auszubauen: Gummi-, Asbest-, Leder-, Textil- und Holzabfälle, Altöl, Altpapier, Altmetall, Glas und andere Wertstoffe wurden möglichst sortenrein gesammelt und einer Verwertung zugeführt. Wie schon im Ersten Weltkrieg galt auch im „Drit- ten Reich“ der Hausmüll einschließlich der Küchenabfälle als wertvolle heimische Ressource, aus der alles Verwertbare, einschließlich der Kno- chen, aussortiert werden sollte. Um die Kriegswichtigkeit dieses Rohstoffs, der schon / von Hausfrauen und Schülern gesammelt worden war, zu erklären, hatte das von der Obersten Heeresleitung gegründete Bild- und Filmamt (Bufa)  einen Kurzfilm mit dem Titel Sammelt Knochen produziert. Diese Maßnahmen griff Hermann Göring in seiner Funkti- on als Beauftragter für den Vierjahresplan zwanzig Jahre später wieder auf. Um zu verhindern, dass das Deutsche Reich noch einmal so unvor- bereitet in einen Krieg zog wie , stellte sich der nationalsozialistische Staat von langer Hand auf den Kriegsfall ein und schuf deshalb schon  eine Institution, die die Verwertung von Abfallstoffen organisieren sollte: den Reichskommissar für Altmaterialverwertung. Statistische Erhebungen hatten gezeigt, dass nur etwa ein Fünftel der im Reich anfallenden Kno- chen industriell genutzt wurden; über  Prozent gingen verloren, weil sie nicht gesammelt wurden (Wimmer : f.; Gerhardt & Höfner : –). Da die vom Altstoffhandel erfassten Knochen den Industriebe- darf jedoch nicht deckten, musste jedes Jahr zusätzliches Material aus dem Ausland eingeführt werden. Um die Devisenausgaben für diese Importe einzusparen oder wenigstens zu reduzieren, sollten ab  zusätzlich zu den Knochenabfällen aus Abdeckereien, Schlachthöfen, Metzgereien und Kinder, sammelt Knochen! der Fleischwarenindustrie auch jene aus Privathaushalten, Betriebskanti- nen und Gaststätten gesammelt werden, die bisher ungenutzt im Müll verschwunden waren. Modellrechnungen zufolge sollte sich die Requirie- rung dieser Kleinstmengen rentieren (Ziegelmayer :; Ziegelmayer: : ). Auf die Gesamtzahl aller Haushalte hochgerechnet stellten sie laut NS-Propaganda „Millionenwerte“ dar (Köstering ). Anders als im Ersten Weltkrieg wurde die Knochenerfassung nun aber nicht mehr in ers- ter Linie den Hausfrauen überlassen, sondern vor allem den Schülerinnen und Schülern aufgebürdet, wobei darauf spekuliert wurde, über die Kin- der auch die Mütter zu motivieren (Anonym j). Auf Grundlage dieser Überlegungen wurden die Schülerinnen und Schüler durch einen im Ja- nuar  veröffentlichten Erlass des Reichserziehungsministeriums dazu aufgefordert, die Abfallknochen, die in den Haushalten anfielen, in der Schule abzugeben. Nach den Zäsuren von  (Verkündung des Vierjah- resplans) und  (Beginn der schulischen Knochensammlungen) stellte der Kriegsausbruch  die dritte Zäsur in der Geschichte der Rohstoffer- fassung durch die Schülerinnen und Schüler dar. Sie mussten fortan nicht nur die Arbeitskräfte ersetzen, die dem Rohproduktengewerbe durch die „Arisierung“ der oft in „jüdischem“ Besitz befindlichen Altmaterialhand- lungen verlorengegangen waren, sondern auch die Lücken füllen, die nach Kriegsbeginn durch die Einberufungen entstanden. Seit Herbst  las- teten die Knochensammlungen fast ausschließlich auf den Schultern von jugendlichen Personen, die das Sammeln kostenlos erledigten. Dass sich die Hitlerjugend (HJ) und die Sturmabteilung (SA) immer wieder an Stoß- aktionen beteiligten, änderte nichts an der grundsätzlichen Umverteilung der Lasten (Miller :–). Prämiensystem Seit seiner Etablierung machte der Reichskommissar für Altmaterialver- wertung mit Vorträgen, Presseartikeln, Aufrufen, Filmen, Rundfunksen- dungen und Broschüren auf die Relevanz der Altmaterialsammlungen auf- merksam (Hertenstein : ). Nach Kriegsbeginn wurden die Wer- beaktivitäten intensiviert. Ein kostenlos verteilter Wandkalender erinnerte die Mütter und schulpflichtigen Kinder daran, die Knochen an den Sam- meltagen bei dem zum „Altstoffwart“ bestimmten Schüler oder beim „Alt- stofflehrer“ der Schule abzuliefern. Dort wurde das Material gewogen und das Resultat dokumentiert. Dann kamen die Knochen in einen Sammelbe- hälter, der regelmäßig von einem Altmaterialhändler geleert wurde. Dass die Schule somit als Vorsammelstelle für den professionellen Altmaterial- Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß handel missbraucht wurde, stieß bei vielen Lehrern auf Vorbehalte (Krause ). Regimetreue Pädagogen rechtfertigten dies aber wie folgt: Sie [die Knochensammlung] bereitet Unannehmlichkeiten für Lehrer und Schüler [...]. Sie kostet vielleicht auch Zeit, die dem Unterricht verloren geht. Aber es wäre doch grundverkehrt, darüber zu klagen. Handelt es sich doch nicht um etwas Schulfremdes, sondern um eine Maßnahme, die wesentlich mit zur gegenwärtigen Schulerziehung ge- hört. Oder glaubt man vielleicht, mehr getan zu haben, wenn durch Rechenaufgaben und andere Belehrungen allein die Notwendigkeit der Sammlung von Knochen „durchgenommen“ worden ist, ohne dass sie wirklich ausgeübt wurde? Hier scheiden sich die Geister: Der eine denkt noch völlig in Vorstellungen rein formaler Bildung; der andere weiß, dass Bildung nur fruchtbar werden kann, wenn sie eingegliedert ist in politische Erziehung (Schwierskott : –). Die Knochensammlungen wurden nach Kriegsbeginn wirtschaftlich im- mer wichtiger, weil die Materiallieferungen aus Übersee ausfielen. Seit Fe- bruar  mussten die Schülerinnen und Schüler außer Knochen auch alle anderen in den Haushaltungen anfallenden Alt- und Abfallstoffe sam- meln.  setzte der Reichskommissar für Altmaterialverwertung mit der Schaffung eines Punkte- und Prämiensystems, das die vierte und letzte Zä- sur in der Geschichte der schulischen Wertstofferfassung markierte, ma- terielle Anreize, um den Sammeleifer der Kinder anzuspornen (Thomsen :; Schildt : ). Seit jenem Jahr schrieb der „Altstofflehrer“ einzelnen Schülerinnen und Schülern oder Klassen bei Ablieferung einer bestimmten Menge eines bestimmten Altstoffs Punkte gut. Bei dieser Vor- gehensweise zeigte sich ganz von selbst, ob und inwiefern die allseits er- warteten Mindestabgabemengen erfüllt worden waren. Da sich ein Kilo Knochen relativ leicht sammeln ließ, während es erheblich schwerer fiel, die gleiche Gewichtsmenge Lumpen zusammenzubekommen, wurde die Abgabe eines Kilos Alttextilien mit fünf Punkten am höchsten bewertet; dann folgten die mit drei Punkten relativ hoch bewerteten Knochen, die ebenso viel zählten wie Buntmetall; mit zwei Punkten stand das Altpapier an dritter Stelle; nur einen Punkt gab es dagegen für ein Kilo Eisenschrott (Steinberg : f.; Brockmann : f.; Sagemüller :). Bei Erreichen einer bestimmten Punktzahl winkte eine Prämie, beispielsweise ein handschriftlich signiertes Göring-Bild oder eine Urkunde. Es wurden aber auch Sachpreise wie Taschenkalender, Bleistifte, Bücher, Globen, Zir-  kelkästen oder Bücher mit politischem Inhalt verteilt (Wüstenfeld : ; Barwich : f.). Die reichsbesten Schulen erhielten eine Plastik des Bildhauers Walter Lerche, die Jungenschulen einen Fußballspieler, die Mädchenschulen einen Mädchenkopf (Anonym ). Die prestigeträch- Kinder, sammelt Knochen! tigste Auszeichnung einzelner Schülerinnen und Schüler waren Rundfunk- apparate (Anonym d) oder eine dreitägige Reise nach Berlin, bei der, falls möglich, sogar ein Treffen mit Göring arrangiert wurde. Erfolgreiche „Altstofflehrer“ erhielten als Anerkennung eine „künstlerisch wertvolle“ Urkunde mit eigenhändiger Unterschrift des Reichskommissars (Anonym d). In der Tat konnten die erfassten Knochenmengen von  bis  kontinuierlich gesteigert werden, trotz der bei Kriegsausbruch ein- geführten Fleischrationierung (Nadolni ) und trotz des Umstandes, dass sich sogar  noch nicht alle größeren Betriebe (Krankenhäuser, Gast- und Verpflegungsstätten) an den Sammlungen beteiligten (Anonym a). Seit  gingen die Ergebnisse wegen der schlechter werdenden Versorgungslage allerdings zurück, was zu einer Anpassung des Prämien- systems führte: für fünf Kilo Sammelknochen, die auch pfundweise abge- liefert werden konnten, erhielt man nun einen Bezugsschein, der zum Kauf eines Stücks Kernseife berechtigte – eine angesichts der Seifenrationierung  attraktive Belohnung. Das Reichserziehungsministerium nahm die schuli- schen Knochensammlungen sogar wenige Monate vor Kriegsende noch so ernst, dass es Schulen, die kriegsbedingt schlossen, Ende Januar  von der Altstofferfassung befreite; jene, die den Unterrichtsbetrieb aufrechter- halten konnten, wurden verpflichtet, diese Ausfälle durch umso eifrigeres Sammeln zu kompensieren (Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung :). Lehrmittel für die Volksschule Um den Kindern den Sinn und Zweck der Knochensammlungen zu er- klären, wurde das Thema Knochenverwertung mehrfach in der Schule behandelt, beginnend in der Volksschule. Zum Knochensammeln wurden nämlich schon die ABC-Schützen herangezogen, trotz der von manchen Eltern vorgetragenen Bedenken wegen möglicher Gesundheitsbeeinträch- tigungen: in der Tat waren die Sammelstellen unhygienische Orte, an denen es stank (Teweleit : f.; Vorländer : ) und sogar zu Rattenpla-  gen kam. Der Reichsausschuss für volkswirtschaftliche Aufklärung (RVA), eine dem Reichspropagandaministerium unterstellte Institution, die unter anderem die Verwertung „deutscher Roh- und Werkstoffe“ propagieren sollte, hatte  eine kindgerecht illustrierte Lehrtafel mit der Auffor- derung „Wir sammeln Knochen! Wir helfen am Aufbau Deutschlands!“ herausgegeben (Meyer ). Sie zeigte einen Stammbaum der wichtigs- ten aus Knochen herstellbaren Produkte und sollte im Klassenzimmer oder im Schultreppenhaus aufgehängt werden, um die Kleinen dauernd daran Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß Abb. 2 Im Einvernehmen mit dem Reichsausschuss für volkswirtschaftliche Aufklä- rung (RVA) konzipierte Lehrtafel zum Thema „Knochenverwertung“ für die Volksschule, 1939, Farblithografie auf Papier, 91× 63cm. Schulmuseum Bergisch Gladbach, Samm- lung Cüppers, WB-SMP 413. Kinder, sammelt Knochen! zu erinnern, sich angesichts des Krieges „in erhöhtem Maße für die Belan- ge der Knochenverwertung“ einzusetzen (Anonym ). Zu Füßen des Knochenstammbaums (siehe Abb. ) war ein mit kurzer Hose bekleideter, blonder Junge dargestellt, der sein Knochenpäckchen gerade in den Sam- melbehälter warf. Hinter ihm stand ein blondbezopftes Mädel, das darauf wartete, das Gleiche zu tun. Die Bildgestaltung suggeriert, dass das Knochensammeln vor allem den Jungen oblag. Ideologisch aufgeladene Texte zum Thema „Wir sammeln Knochen!“ fanden sich auch in den Fibeln der ABC-Schützen, etwa in folgendem Lesebuchstück, in dem bezeichnenderweise abermals Jungen die Hauptakteure waren: Wie stolz marschiert der kleine Fritz mit seinem Ranzen jeden Tag in die Schule! [...] Die Mutter hat ihm einen Beutel mitgegeben. [...] An der nächsten Straßenecke trifft er mit mehreren Schulkameraden zusammen. Auch die tragen Beutel mit Knochen, denn heute ist ja Sammeltag. Wer mag wohl am fleißigsten gesammelt haben? [...] Im Schulhofe steht eine große Tonne. Nun poltern die Knochen in den dunklen Bauch hinein. Auch die anderen Klassen haben tüchtig gesam- melt, und morgen wird die Schule dem Händler melden: „Die Tonne ist voll! Sie kann abgeholt werden!“ Wir dürfen stolz sein, daß wir dem Führer durch unser fleißiges Sammeln helfen können (Facharbeitsge- meinschaft deutscher Erzieher :). Auch die vom NS-Lehrerbund (NSLB) herausgegebene, für die Erst- bis Viertklässler bestimmte Schülerzeitschrift Deutsche Jugendburg forder- te die Kinder mit Versen, Kurzreportagen und einschlägiger Umschlagsge- staltung mehrfach zum Knochensammeln auf. So zeigte ein Titelblatt vom Winter / drei Jungen – also abermals nur das männliche Geschlecht – beim Wiegen von Rinderrippen, die allerdings kaum aus Haushaltssamm- lungen gestammt haben dürften (siehe Abb. ). Für die Zielgruppe der Erst- bis Viertklässler hatte der RVA kurz nach Kriegsbeginn zudem eine farbig illustrierte Broschüre mit dem Titel Auch wir helfen mit! herausgebracht, in der in Versform auf die Kriegswichtigkeit material- und energiesparen- den Verhaltens sowie der Altstoff- und Knochensammlungen hingewiesen  wurde. In der ebenfalls vom NSLB herausgegebenen, illustrierten Schülerzeit- schrift Hilf mit!, die sich an Fünft- bis Achtklässler wandte, standen Arti- kel zum Thema Altstoffsammeln zwar nicht im Vordergrund, wurden seit  aber immer wieder eingestreut (Anonym a; Büdingen ;Ano- nym b). Die Schriftleitung der Zeitschrift gab in Zusammenarbeit mit dem Reichskommissar für Altmaterialverwertung nach Kriegsbeginn einen vierseitigen, illustrierten Lehrschaubogen heraus, den die Lehrer mangels Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß Abb. 3 Titelblatt der vom NS-Lehrerbund herausgegebenen Schülerzeitschrift Deut- sche Jugendburg, Winter 1941/42, Schulmuseum Bergisch Gladbach. Das Foto ist ein- deutig inszeniert. Da die auffallend uniform gekleideten Jungen nicht in die Kamera schauen, wird der Blick des Betrachters auf ihre Tätigkeit und die großen Knochen- mengen gelenkt, die die vorbildlichen Schüler zusammengetragen haben. Kinder, sammelt Knochen! geeigneter, nach den neuen Lehrplänen überarbeiteter Schulbücher bei der Thematisierung der Knochenverwertung in der Mittelstufe einsetzen  konnten (Reichswaltung [um ]). Geschickt verband er Sachinforma- tion mit politischer Indoktrination, indem er einerseits Fakten über die Verwendungsmöglichkeiten der Knochen lieferte, die Kinder durch Hin- weis auf die militärische Bedeutung dieses Rohstoffs aber auch aufforder- te, die deutsche Kriegs- und Rüstungswirtschaft mit ihren Sammlungen zu unterstützen. Sogar im Rechenunterricht der Mittelstufe spielte das Thema eine Rolle. In Form eingekleideter Textaufgaben wurde den Schü- lern Zahlenmaterial über die Knochenverwertung im Deutschen Reich an die Hand gegeben, mit dem sie alltagsbezogene Dreisatzaufgaben lösen  mussten (Schiffner : f.). Die politische Vereinnahmung des Re- chenunterrichts äußerte sich hier wie in anderen Fällen in der Wahl des als Aufhänger verwendeten Beispiels (Metzner ;Dorner ). Dem gleichen Zahlenmaterial begegneten die Kinder in Sachbüchern wieder, die auf den vom Reichserziehungsminister publizierten Listen der von den Schulbibliotheken anzuschaffenden Literatur standen (Weber ), etwa Ungewitters Verwertung des Wertlosen (Ungewitter :) und Lübkes Das deutsche Rohstoffwunder (Lübke : ). Wie brav die gebetsmüh- lenartig eingetrommelten Lehrinhalte rezipiert wurden, spiegelt der Auf- satz einer etwa -jährigen Volksschülerin zum Thema „Wie ich helfe, den Vierjahresplan zur Durchführung zu bringen“ aus dem Jahr  wieder: Der Vierjahresplan ist sehr wichtig, denn wir haben keine Kolonien, aus denen wir uns Rohstoffe für unsere Fabriken holen können. Wir haben auch nicht genug ausländisches Geld, um Rohstoffe aus anderen Ländern zu kaufen, darum hat Hermann Göring auf Befehl des Füh- rers den Vierjahresplan geschaffen. Der Vierjahresplan stellt uns die Aufgabe zu sparen. Dieses gilt hauptsächlich für die Hausfrau. Früher, wenn sie alte Knochen hatte, dann wurden sie einfach in den Müll- eimer geworfen. Das alles darf heute nicht mehr vorkommen. Jeder  Knochen muß gesammelt werden. Lehrmittel für die Sonderschule Es gab sogar ein vereinfachtes Knochenverwertungsschema für die Son- derschule (Anonym ). Weil das Verständnis abstrakter Termini bei diesen Schülerinnen und Schülern nicht vorausgesetzt werden konnte, verwendete es nur wenige, anschauliche Begriffe und wies im Gegensatz zur Tafel für die ABC-Schützen nicht auf die militärische Bedeutung der Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß Knochensammlungen hin. Die für die Zielgruppe viel zu anspruchsvollen Fachausdrücke Glycerin und Stearin zeigen aber, dass das Schema wenig  durchdacht war. Obwohl die Sonderschülerinnen und -schüler dem da- mals propagierten Ideal gesunder, körperlich leistungsfähiger Jugendlicher gewiss nicht entsprachen, wurden sie insofern als „vollwertige“ Volksge- nossen betrachtet, als auch von ihnen eine Beteiligung an den schulischen Knochensammlungen erwartet wurde. Das galt besonders für die Kriegs- jahre, in denen das Sammeln von Altmaterial als Kriegsdienst der deut-  schen Schule betrachtet wurde. Bezeichnenderweise forderte ein Runder- lass des Reichserziehungsministers vom Juni  nochmals alle Schulen zum Altstoffsammeln auf (Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung ), also auch die Sonderschulen, deren Zöglinge als nütz- liche Hilfskräfte zur Erledigung einfacher Aufgaben galten (Kremer : ). Entsprechend dieser Nützlichkeitslogik und im Widerspruch zur da- maligen Rassepropaganda mussten auch die „jüdischen“ Schulen bei den  Altstoffsammlungen mitmachen (Anonym h: ). Diverse Notizen in der vom NS-Lehrerbund herausgegebenen Zeitschrift Die deutsche Son- derschule belegen, dass die Sonderschülerinnen und -schüler bei den Kno- chensammlungen durchaus erfolgreich waren und häufig ausgezeichnet  wurden. In ihrer Naivität ließen sie sich wohl ebenso leicht als Müll- sammler instrumentalisieren wie die Volksschüler (Anonym b; Ano- nym c; Anonym e). Lehrmittel für die Oberschule Auf Initiative des Reichskommissars für Altmaterialverwertung war  eine weitere Lehrtafel zum Thema Knochenverwertung erschienen (siehe Abb. ), die im Gegensatz zu der von Haferkorn und Priemer konzipier- ten, eher prozessorientierten Tafel (siehe Abb. ) auf die Zwischen- und Endprodukte abhob und sich daher besonders für den Chemie- und Wirt- schaftskundeunterricht eignete. Die Karte wurde mit einem Erläuterungs- heft ausgeliefert (Reichskommissar für Altmaterialverwertung a). Ihre Anschaffung wurde den Schulen durch zwei Erlasse des Reichserziehungs- ministeriums ausdrücklich empfohlen (Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung , ). Zusätzlich hatte der Reichskom- missar eine aus fünfzig Aufnahmen bestehende Dia-Serie mit dem Titel Der Knochen als Rohstoff und seine Verwertung herausgegeben, ebenfalls mit Begleitheft. Die Kurzinformationen zu jedem Lichtbild ergaben in der Gesamtschau einen kompletten Dia-Vortrag (Reichskommissar für Altma- terialverwertung b). Die Dias illustrierten die technischen Prozesse bei Kinder, sammelt Knochen! Abb. 4 Vom Reichskommissar für Altmaterialverwertung veröffentlichte Lehrtafel zum Thema „Knochenverwertung“ für den Chemie- und Wirtschaftskundeunterricht an Hö- heren Schulen, 1938, Farblithografie auf Papier, 97× 124cm. Kiel, ZBW – Leibniz Infor- mationszentrum Wirtschaft, K 322. der Knochenverwertung und vermittelten eine Vorstellung von der Arbeit in wichtigen knochenverarbeitenden Betrieben. Wenn den Schülerinnen und Schülern die eindrucksvollste Form der Veranschaulichung, die Be- sichtigung eines Schlachthofs beziehungsweise einer Düngemittel-, Leim-, Gelatine-, Kerzen- oder Seifenfabrik nicht geboten werden konnte, ließ sich  dieses Manko mit einer Diavorführung kompensieren. Die Existenz der Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß Diaserie zeigt einmal mehr, welche Vielfalt visueller, damals hochmoderner Anschauungsmedien den Lehrern von verschiedenen NS-Institutionen an die Hand gegeben wurde, um den Schülerinnen und Schülern die Relevanz der Knochensammlungen zu verdeutlichen. Weder die Lehrtafel von  noch die Diaserie wurden allerdings ganz neu entwickelt. Die Art, wie die Größenordnung der im Deutschen Reich verarbeiteten Knochenmengen veranschaulicht wurde, greift klar erkennbar pädagogi- sche Ideen aus dem Film Sammelt Knochen () auf. Einen eigenen, in der NS-Zeit produzierten Unterrichtsfilm zum Thema Knochenverwer- tung scheint es nicht gegeben zu haben. Wie die  vom Erziehungsmi- nisterium gegründete Reichsstelle für den Unterrichtsfilm (RfdU), die  in Reichsanstalt für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (RWU) umbenannt wurde, zeigt, spielte der Unterrichtsfilm in der Medienpäd- agogik des „Dritten Reichs“ eine wichtige Rolle (Niethammer ). Dank eines  veröffentlichten Bedarfsplans (einer Reaktion auf die per Erlass verfügte Eingliederung des Films in den Schulunterricht) sowie der RWU- Verzeichnisse wissen wir, welche Filme damals speziell für den Chemie- und Technikunterricht geplant beziehungsweise realisiert worden waren (Weber ; Reichsanstalt für Film und Bild in Wissenschaft und Unter-  richt ; Landesbildstelle Württemberg ;Kühn :–). Dass im „Dritten Reich“ kein neuer Film zum Thema Knochenverwertung gedreht wurde, mag daran gelegen haben, dass Hanni Umlauf und ihr Bruder Walter / einen solchen zum Oberthema Altstoff – Rohstoff  produziert hatten. Dieser im Auftrag des Reichskommissars für Altma- terialverwertung und der Reichsfrauenführung erstellte Schmalfilm ging auch auf die Knochensammlung und -verwertung ein. Wie sein Vorläufer von  richtete er sich als „volksbildender“ Film in erster Linie an die Hausfrauen. Da er von der Prüfstelle im Februar  ausdrücklich als Lehrfilm zugelassen worden war, durfte er aber auch in der Schule gezeigt  werden. Rohstoff Knochen Die Anstrengungen des NS-Regimes, möglichst jeden Abfallknochen im Reich zu erfassen, erfordern eine Erklärung, weshalb dieser Rohstoff eigent- lich so begehrt war. Knochen sind aufgrund ihrer besonderen chemischen Zusammensetzung in der Tat ein vielseitig und fast vollständig nutzbares Rohmaterial. Im frischen Zustand bestehen sie zu – Prozent aus anor- ganischer Substanz, im Wesentlichen Calciumphosphat, Calciumcarbonat und Magnesiumphosphat (was sie zu einer wertvollen Calcium- und Phos- Kinder, sammelt Knochen! phatquelle machte), und zu etwa – Prozent aus organischer Substanz, nämlich etwa  Prozent Gerüsteiweißen und – Prozent Fett (was sie zu einem Protein- und in geringerem Umfang auch zu einem Fettlieferanten machte). Der Rest ist Wasser. Das Verhältnis der einzelnen Bestandteile zueinander schwankt je nach Alter, Rasse, Ernährungszustand und dem Körperteil des Tieres, aus dem die Knochen stammen, erheblich, sogar bei derselben Tierart (Gerngross & Goebel :–; Ostertaget al. : –). Als eine der ersten Branchen der chemischen Industrie, die Abfälle als Rohstoff verwendete, war Anfang des . Jahrhunderts die knochenver- arbeitende Industrie entstanden (Fleck : –).  folgte die Teer- farbenindustrie, die den Steinkohlenteer, das Abfallprodukt der Kokereien und Leuchtgasfabriken, nutzte. Die phosphatreichen Knochen wurden zu- nächst ausschließlich zu Düngemitteln verarbeitet, wobei die Entwicklung dieses Fabrikationszweiges zunächst vor allem von Großbritannien ausging (Wagner : –; –). Da das inländische Rohmaterial den Bedarf bald nicht mehr deckte, begannen die Briten, Knochen aus aller Welt zu importieren. In den er Jahren sollen sie sogar die Schlachtfel- der der gegen Napoleon geführten Befreiungskriege nach Knochen durch- wühlt und diese nach Großbritannien verschifft haben (Liebig :;Vo- gel : f.). Der Bedarf an Phosphatdüngern stieg deutlich an, nachdem Liebig darauf hingewiesen hatte, dass Phosphor, Stickstoff und Kalium für die Pflanzenernährung unverzichtbar sind und dem Boden nach der Ernte zur Aufrechterhaltung seiner Fruchtbarkeit wieder zugeführt werden müs- sen. Um die große Nachfrage zu decken, wurden seit den er Jahren neben Knochen auch phosphathaltige Erze zu Düngern verarbeitet. Diese Mineralien mussten jedoch importiert werden (Ost : –; Welsch : f.). In den er Jahren wurde entdeckt, dass sich die bei der Stahlherstellung anfallende Thomas-Schlacke in vermahlener Form eben- falls als Phosphatdünger nutzen ließ. Trotz seiner umfangreichen Stahl- produktion war das Deutsche Reich allerdings auch bei diesem Rohstoff, einem klassischen Industrieabfallprodukt, nicht autark (Welsch :; f.). Als die deutsche Düngemittelindustrie im Ersten Weltkrieg vom Import ausländischer Phosphaterze abgeschnitten wurde, begann sie sich auf die Nutzung heimischer Ressourcen zu besinnen: die mageren, bis da- hin als nicht aufbereitungswürdig betrachteten Lahn-Phosphate sowie das seit Anfang des . Jahrhunderts bereits weitgehend durch die Mineral- dünger verdrängte Knochenmehl. Wohlwissend, dass das Deutsche Reich dank des Haber-Bosch-Verfahrens bei der Herstellung von Nitratdüngern autark, bei der Produktion von Phosphatdüngern aber partiell auf ausländi- sche Rohstoffe angewiesen war, wurden die im Ersten Weltkrieg verfolgten Ausweichstrategien im „Dritten Reich“ reaktiviert: Um im Kriegsfall mehr Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß heimische Knochen zu Phosphatdüngern (und anderen dringend benötig- ten Knochenverwertungsprodukten) verarbeiten zu können, schuf man mit den  initiierten schulischen Knochensammlungen rechtzeitig vor dem Auftreten einer konkreten Krisen- und Mangelsituation die Infrastruktur, die zur Erfassung dieses wichtigen Industrierohstoffs erforderlich war. Seit etwa  wurden die Knochen entfettet, bevor sie zu Düngemitteln vermahlen wurden. Dadurch verbesserte sich nicht nur die Düngewirkung; die Entfettung war auch lukrativ. Das bei der Spaltung des Knochenfetts entstehende Fettsäuregemisch ließ sich nämlich zu billigen Seifen (Kern-,  Schmier-, Textilseifen) oder zu Stearinkerzen verarbeiten; zudem fiel bei der Fettspaltung Glycerin an, ein Schlüsselprodukt der chemischen Tech- nik. Es wurde und wird bei der Herstellung von Salben, Zahncremes und Kosmetika sowie als Textilappretur verwendet. Wegen seiner Zähflüssigkeit diente und dient es als Bremsflüssigkeit (auch in Geschützen), im Gemisch mit Wasser als Frostschutzmittel (auch in Wehrmachtsfahrzeugen) sowie als Weichmacher für Filme, Farbbänder, Kopiertinten und Druckfarben. Den größten Glycerinbedarf hatte seit der Erfindung des Dynamits (Ni- troglycerin) aber die kriegswichtige Sprengstoffindustrie. Gleichzeitig mit der Fettgewinnung begannen die Knochenmehlfabrikanten, einen Teil der entfetteten Knochen durch Verkohlen unter Luftabschluss zu Knochen- kohle zu verarbeiten. Sie wurde als Schwarzpigment verwendet, etwa zur Herstellung von Schuhwichse und Malerfarben, aber auch als medizini- sche Kohle; große Bedeutung hatte sie zudem als Adsorptionsmittel für  industrielle Zwecke. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Knochenverwertung war erreicht, als Anfang des . Jahrhunderts zunächst in Frankreich und seit den er Jahren auch in Deutschland die ersten Fabriken entstanden, in denen die entfetteten Knochen zu Leim und Gelatine verarbeitet wurden. In beiden Fällen handelte es sich um Umwandlungsprodukte der in den Knochen enthaltenen Gerüsteiweiße, die unter Druck mit heißem Wasser gespalten wurden. Der Prozess wurde so gelenkt, dass bei der Knochen- leimherstellung ein gut klebendes und bei der Gelatineherstellung ein gut gelierendes Produkt entstand (Bergmann ). Dank der in der zweiten Hälfte des . Jahrhunderts zunehmenden Bedeutung der Fotografie sowie des Aufstiegs der fotografischen Industrie entwickelte sich die Gelatinefa- brikation gerade im Deutschen Reich zu einem wichtigen Industriezweig. Seit Gründung des Agfa-Werkes in Wolfen besaß es die größte Filmfa- brik Europas und nach der Eastman-Kodak Company in den USA sogar die zweitgrößte der Welt. An die Qualität der Fotogelatine wurden extrem hohe Anforderungen gestellt (Baier : –). Nur ein Produkt, das aus fettarmen, frischen Schlachthausknochen hergestellt worden war, ga-  rantierte haltbare, fleckenfreie Fotos und Filme. In einer Kriegssituation Kinder, sammelt Knochen! war die Verfügbarkeit von genügend Filmmaterial und Fotopapier, deren Herstellung in beiden Fällen Fotogelatine erforderte, für Dokumentations- und Propagandazwecke unverzichtbar. Das galt auch für andere technisch relevante Gelatinesorten, die beispielsweise als Appreturmittel oder An- laufschutz für Gasmaskengläser verwendet wurden. Gleichermaßen wich- tig war die Speisegelatine, die die Pharmaindustrie zum Verkapseln von Medikamenten benötigte; sie wurde aber auch zu Puddingpulver verar- beitet und von der Fisch- und Fleischkonservenindustrie als Formgeber verwendet. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Knochen im . Jahrhundert also zur Rohstoffbasis mehrerer Branchen der chemischen Industrie ge- worden waren (Stohmann & Engler : –; Stohmann & Eng- ler : –). Die Nachfrage nach diesem außerordentlich vielseitig nutzbaren Industrierohstoff war schon in den späten er Jahren derart gestiegen, dass der Bedarf auch im Deutschen Reich nicht mehr aus heimi- schen Ressourcen, sondern nur noch durch zusätzliche Knochenimporte aus Südamerika und Indien gedeckt werden konnte. Kritische Analyse der Schulwandbilder Im Begleitheft zur Lehrtafel des Reichskommissars von  wird be- hauptet, dass in der NS-Zeit zwischen achtzig und hundert verschiede- ne Produkte aus Substanzen hergestellt wurden, die bei der Knochen- verwertung anfielen (Reichskommissar für Altmaterialverwertung a). Die Tafel zeigte, dass aus Knochen nicht nur technisch, landwirtschaft- lich oder militärisch wichtige Produkte hergestellt wurden (Bohröle, Kit- te, Lacke, Druckfarben, Isolier-, Appretur-, Dünge-, Futter- und Pflanzen- schutzmittel, Glycerin, Nitroglycerin), sondern auch Gebrauchsgegenstän- de (Kerzen, Schreibmaschinenbänder, Schuhwichse, Kopierpapier, Zünd- hölzer, Möbelleim, Arzneimittel, Rasier- und Hautcremes) und Luxuswa- ren (Kunstblumen, Knochenporzellan). Die Lehrtafel, eine immer wieder  reproduzierte, auch als Ausstellungsexponat verwendete Bildikone, ver- mittelte die Botschaft, dass die Knochensammlungen in vielerlei Weise da- zu beitrugen, den Lebensstandard und das Konsumniveau des deutschen Volkes zu sichern oder gar zu heben. Vermutlich dürfte den wenigsten Betrachtern aufgefallen sein, dass die Herstellung von Kunstblumen, Kerzen, Milchglas, Bohnerwachs oder Vo- gelfutterringen wirtschaftlich eine weitaus geringere Rolle spielte als die in mehreren Zweigen des Produktestammbaums angeführte Seifenherstel- lung und die Glyceringewinnung (Schlenker : –). Im Bestreben, Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß möglichst viele Alltagsartikel aufzuzählen, deren Herstellung direkt oder indirekt von der Verfügbarkeit des Rohstoffs Knochen abhing, wurden auf der Schulwandtafel des Reichskommissars zahlreiche Produkte aufgeführt, die hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Bedeutung nicht gleichwertig und daher nicht miteinander vergleichbar waren. Des Weiteren fällt auf, dass die Darstellung völlig ahistorisch und bezogen auf die Gegebenheiten im „Dritten Reich“ teils sogar falsch war. So hatte das im . Jahrhundert wichtige Düngemittel Knochenmehl seine Bedeutung in den er Jah- ren längst zugunsten der Mineraldünger eingebüßt. Andererseits wurde die Herstellung der Fotogelatine, die bis heute nur aus Knochen gewon- nen werden kann, erstaunlicherweise nicht erwähnt, obwohl sie militä- risch besonders wichtig war. Auf den für die Berufs- beziehungsweise die Volksschule konzipierten Lehrtafeln wurden zwar Rollfilme abgebildet, al- lerdings auch die in den er Jahren bereits ungebräuchlichen Gelatine- trockenplatten. Die Inkonsistenzen spiegeln die polykratischen Strukturen des NS-Regimes wieder und lassen vermuten, dass sich die verschiedenen Institutionen, die die Lehrmaterialien erarbeitet hatten, nicht untereinan- der abgestimmt hatten. Statt zwischen wirtschaftlich wichtigen Haupt- und unbedeutenden Randprodukten zu differenzieren sowie obsolet geworde- ne Knochenverwertungsprodukte kenntlich zu machen und sich nur auf die im „Dritten Reich“ bedeutsamen Nutzungen zu beziehen, ging es dem Reichskommissar vor allem darum, möglichst viele prinzipiell aus Kno- chen herstellbare Produkte auf seiner Tafel aufzuführen. Dabei wurde die Information unterschlagen, dass manche nur aus frischen Schlachthaus- knochen gewonnen werden konnten, nicht jedoch aus den Sammelkno- chen, die die Schüler zusammentrugen. Bezeichnend ist ferner, dass keine der hier vorgestellten Lehrtafeln die Speisefettherstellung aus Knochen er-  wähnte, obwohl sie seit  erlaubt war. Vermutlich war dieses heikle Thema bewusst ausgeklammert worden, weil es ungute Erinnerungen an die staatlich konzessionierte Absenkung des Lebensmittelstandards im Ers- ten Weltkrieg geweckt hätte (Keller : ). Damals war tatsächlich Kno- chenfettmargarine auf den Markt gekommen (Pelzer & Reith :), die im Volk „gewisse Vorurteile gegen die Knochen“ hervorgerufen hatte (Zie- gelmayer : ). Gleichermaßen fällt auf, dass die Speisegelatine nicht erwähnt wurde, obwohl die Abbildung eines Wackelpuddings oder von Fruchtgummis sicher kindgerecht gewesen wäre. Die ekelerregende Vor- stellung, dass die Sammelknochen zu Nahrungsmitteln verarbeitet werden könnten, sollte offensichtlich gar nicht erst aufkommen. Durch solche und ähnliche Vereinfachungen, Beschönigungen, Auslassungen und Falschdar- stellungen entlarven sich die im „Dritten Reich“ produzierten Lehrtafeln als Propagandamittel. Kinder, sammelt Knochen! Wegen der besonderen wirtschaftlichen Bedeutung der aus Knochen- fett herstellbaren Seife und des bei der Fettspaltung anfallenden Glycerins war die Entfettung der Knochen bis auf maximal ein Prozent Restgehalt im  „Dritten Reich“ seit  gesetzlich vorgeschrieben (Anonym a). Die- se Bestimmung zeigt, dass es dem NS-Staat bei den Knochensammlungen in erster Linie darum ging, den eklatanten Fettmangel zu lindern und in den Besitz der für die Seifenherstellung unverzichtbaren Fettsäuren sowie  des militärisch wichtigen Glycerins zu gelangen. Dabei kam dem NS-Staat zupass, dass sich die entfetteten Knochen anschließend noch zu Leim sowie den ebenfalls dringend benötigten Dünge- und Futtermitteln weiterverar- beiten ließen. Da das Alter der Knochen für ihre Verwendungsmöglichkei- ten entscheidend ist – durch Licht-, Sauerstoff- und Bakterieneinwirkung unterliegt gerade ihr ohnehin sehr geringer Fettanteil schnell wertmin- dernden chemischen Veränderungen – konnte das bei Schulsammlungen akquirierte Material nur zu bestimmten Produkten verarbeitet werden; zur Herstellung von Fotogelatine oder Speisefett war es ungeeignet. Wäh- rend des Krieges waren die Güter, die aus den qualitativ minderwertigen Sammelknochen hergestellt werden konnten, trotz ihrer Mängel aber un- verzichtbar geworden. Während der konkrete ökonomische Nutzen der schulischen Knochensammlungen noch zu klären wäre, liegt ihr ideologi- scher Wert auf der Hand (Köstering :; Weber a). Zweifellos dienten sie der politischen Erziehung zu sparsamem Umgang mit knappen Rohstoffen und vollem Einsatz für die Volksgemeinschaft. Sie trugen dazu bei, die Heimatfront zu mobilisieren und schon den Kindern ein Bewusst- sein für die Bedeutung scheinbar wertloser Abfallstoffe zu vermitteln. Da- bei kam der Schule eine Schlüsselrolle zu. Die ideologische Funktion der Knochensammlungen erklärt auch, warum die hier vorgestellten Unter- richts- und Anschauungsmaterialien im Detail unausgewogen, ungenau, widersprüchlich und teils sogar fehlerhaft waren: Letztlich waren sie von den NS-Instanzen, die an ihrer Erarbeitung beteiligt und entweder dem Reichserziehungs-, dem Reichspropaganda- oder dem Reichswirtschafts- ministerium unterstellt waren, in erster Linie als Propaganda- und nicht als seriös und ausgewogen informierende Lehrmittel konzipiert worden. Dass die Begleitbroschüre zur Lehrtafel des Reichskommissars ausgerech- net von Egon Witthuhn, dem Beauftragten für Altmaterialerfassung der NSDAP im Gau Berlin, verfasst und mit einer Widmung von Hermann Göring versehen worden war, bestätigt diesen Eindruck (Reichskommissar  für Altmaterialverwertung a). Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß Fazit Altstoffe, darunter Knochen, wurden in den Kriegsjahren auch außerhalb des Deutschen Reichs gesammelt und verwertet. Auch dort gab es eigens produzierte Unterrichtsmittel, um die Altstoffverwertung in der Schule zu behandeln. Bislang ungeklärt ist die Frage, ob die Knochenverwertung in diesen Ländern eine ebenso prominente Rolle wie im Deutschen Reich spielte und ob dort eine ähnliche Vielfalt verschiedener, nach Zielgruppen differenzierter Lehrmaterialien eingesetzt wurde. Für die DDR ist die Kon- tinuität der Altstoff- und Knochensammlungen belegt. In der Tat wurde in der jungen DDR eine Lehrtafel produziert, die die Schülerinnen und Schü- ler zwecks „Erfüllung des Fünfjahresplanes“ zum Knochensammeln auffor- derte; die Ikonografie dieses Schaubildes orientierte sich unverkennbar an der des Reichskommissars von  (siehe Abb. ). Im Falle des kriegs- wichtigen Glycerins fällt allerdings eine deutliche „Entmilitarisierung“ der Inhalte auf: Statt der Bombe, die auf der Tafel des Reichskommissars von  dargestellt wurde, ist auf dem Schulwandbild aus der DDR eine Zinn- tube für Haut- und Rasiercremes zu sehen. Es wurde also nur noch auf die zivilen Nutzungsmöglichkeiten der klassischen Dual-use-Substanz Glyce- rin hingewiesen, während die militärischen Anwendungen gar nicht mehr  angesprochen wurden. Dass der Knochenverwertung im Schulunterricht des „Dritten Reichs“ eine solch auffallende Sonderstellung zukam, lässt sich erklären: Im Ge- gensatz zu allen anderen damals gesammelten Altstoffen ließ sich nur das Rohmaterial Knochen zu einem derart vielfältigen Produktespektrum ver- arbeiten. Nicht zufällig mussten die deutschen Schüler als ersten Altstoff überhaupt ausgerechnet Knochen sammeln, für die ihnen nach Einführung des Prämiensystems zudem mehr Punkte als für alle anderen Wertstoffe (Lumpen ausgenommen) gutgeschrieben wurden. Knochen entsprachen dem in der NS-Zeit propagierten Ideal des „total“ verwertbaren Altstoffs besonders gut; die fast restlose Verwertbarkeit war vor allem dann gegeben, wenn bei ihrer Aufarbeitung weitgehend auf gewisse, stets mit Material- verlusten einhergehende Reinigungsschritte verzichtet wurde. Ein Allein- stellungsmerkmal der Knochen war zweifellos, dass sie im Gegensatz zu allen anderen Altmaterialien nutzbare Mengen anorganischer und organi- scher Inhaltsstoffe enthielten. Der Rohstoff Knochen war deshalb bestens geeignet, um den Schülern an einem einzigen Fallbeispiel aufzuzeigen, wie sich diese beiden chemisch so verschiedenen Stoffgruppen nacheinander gewinnen und nutzen ließen – die Schulversuche machten gerade diesen Aspekt besonders deutlich. Die von den Schülern zusammengetragenen Sammelknochen besaßen zweifellos nicht die Qualität frischer Schlacht- hausknochen, sie unterschieden sich aber nur geringfügig von der Ware, Kinder, sammelt Knochen! die das Deutsche Reich aus Südamerika und Indien importierte. Im Gegen- satz zu Lumpen, Altpapier oder Altmetall, die als industriell hergestellte Fertigfabrikate wirklich recycelt werden mussten, um die bei ihrer Produk- tion eingesetzten Rohstoffe wiederzugewinnen (Petzold ), waren Sam- melknochen im Prinzip ein (weitgehend) unbearbeiteter Primärrohstoff – ihre vorherige Nutzung in der Küche veränderte weder ihren anatomischen Aufbau noch ihren Mineralgehalt; auch ihr Fett- und Proteingehalt redu- zierte sich durch „normales“ Kochen und Braten (also kein stundenlanges Erhitzen, keine Druckanwendung im Schnellkochtopf) nur um höchstens ein Drittel. Da die Requirierung und Verwertung von Altstoffen immer auf die Wirtschafts- und Industriestruktur des jeweiligen Landes optimiert war und auf diese zurückverwies, besaßen die verschiedenen Altmaterialien nicht überall die gleiche Bedeutung wie im Deutschen Reich: ein Land mit reichen Eisen- oder Buntmetallvorkommen war natürlich weniger auf die Sammlung von Schrott oder anderen Altmetallen angewiesen als ein metallarmes Land; ein waldreiches musste weniger Altpapier recyceln als ein holzarmes; eines, das, wie das Deutsche Reich, über eine Kautschuk- synthese verfügte, konnte Altgummisammlungen eine niedrigere Priorität zugestehen als eines, das dieses Know-how nicht besaß. Es wäre daher zu prüfen, ob die deutsche Wirtschaft in Anbetracht der lange vor dem Zwei- ten Weltkrieg konstatierten „Fettlücke“ (Reith ) möglicherweise einen größeren Fettbedarf hatte als die ausländische Industrie, so dass der Kno- chenrequirierung in der deutschen Wertstoffpropaganda auch deshalb ein höherer Stellenwert zukam als andernorts. In diesem Kontext ist bezeich- nend, dass der Reichskommissar für Altmaterialverwertung versuchte, in Analogie zum bekannten Teerstammbaum einen reich verzweigten, viele „Produkt-Früchte“ tragenden Knochenstammbaum zu konstruieren (Kühn :; Weber : f.), dessen tragende Äste vor allem die Bedeu- tung der Knochen für die Fettgewinnung visualisierten. Angesichts des geringen Fettgehaltes von Knochen stellte diese Darstellung die tatsächli- chen Gegebenheiten geradezu auf den Kopf und entlarvte sich dadurch als reine Propaganda. Diese nur für das Deutsche Reich belegte Darstellung  lässt erkennen, dass dem Rohstoff Knochen eine ähnliche Schlüsselrolle wie dem Teer zugeschrieben wurde. Beide Stammbäume suggerierten, dass sich die deutsche (Kriegs-)Wirtschaft mit den heimischen Rohstoffen Kno- chen und Teer, klassischen Abfallstoffen, auf zwei starke, die Verfügbarkeit eines üppigen Warenangebots sichernde Pfeiler stützen konnte (Anonym a: f.). Beide Bildikonen visualisierten den durch Ungewitters Buch popularisierten Slogan von der Verwertung des Wertlosen; sie verdeutlich- ten, dass die deutsche chemische Industrie die Autarkiebemühungen des Reichs unterstützte, indem sie vermeintlich wertlose Edukte durch chemi- Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß sche Prozesse in eine Fülle wertvoller Produkte verwandelte. Der Rohstoff Knochen war also aus mehreren Gründen ideal, um die NS-Wertstoffpoli- tik und die Devise „Altstoff ist Rohstoff“ in jener Institution zu propagieren, der bei der Sammlung gerade dieses Materials eine so zentrale Funktion zukam: der Schule. Archive, Sammlungen, Museen Bergisch Gladbach, Schulmuseum Berlin, Bundesarchiv–Filmarchiv Berlin, Deutsches Historisches Museum Frankfurt, Deutsches Filminstitut Freiburg im Breisgau, Staatsarchiv Kiel, ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft München, Institut für Zeitgeschichte Würzburg, Forschungsstelle Historische Bildmedien der Universität Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung . In- ternational Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by/./deed.de) veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jegli- chem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Anmerkungen  Die Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main hat auf https://web.archive.org/web//https://forschungsstelle.files. wordpress.com///__-bibliographie-bibliothek-fs-katalog.pdf (S. – ) Literatur zum Thema „Erziehung und Schule“ zusammengestellt (Link überprüft am ..).  Für die Schule angefertigte Großbilder zur Veranschaulichung von Sachzusammenhän- gen sind seit dem . Jahrhundert bekannt. Erste Bilderserien kamen seit  auf den Markt,  begann die umfangreichere Produktion. Einige Verlage spezialisierten sich auf die Produktion von Lehrtafeln, die es für alle Schularten und Fächer gab. Mit der Abkehr vom Frontalunterricht und der Einführung von Overhead-Projektion und Po- werpoint-Präsentation verloren die Schulwandbilder ihre einstige Bedeutung. Heute sind sie weitgehend aus dem Unterricht verschwunden (Müller ).  Deutsches Reich (Köstering , ;Berg ;Weber a, b, ;Weber & Denton ); Italien (Alimenti : , ); Kroatien (Anonym b); Slowakei (Anonym i); Protektorat Böhmen und Mähren (Anonym a); Niederlande (Ol- denziel & Veenis : ); Frankreich (Denton , , ); Estland (Anonym f); Sowjetunion (Müller : –); USA (Zimring ; Strasser ;Kim- Kinder, sammelt Knochen! ble ;Braun ); Kanada (Durflinger :; Perrun ;Mosby ); Groß- britannien (Thorsheim ; ;Irving ; Bullus ); Schweiz (Anonym ; Rothenbach-Abderhalden :; Anonym ); Lettland (Anonym d).  Kinttof (); Morgner (); Staufenbiel (); Pricks (); Schulze (); Wüst- ner (); Grüntzig (), Scharf & Golombeck ().  Der Versuchsablauf gestaltete sich folgendermaßen: Nach dem Nachweis der anorgani- schen Inhaltsstoffe wurden die Knochen entkalkt, entfettet und aus dem Fett eine Seife hergestellt. Ein Teil der entfetteten Knochen wurde dann zu Knochenkohle, der andere zu Leim beziehungsweise Gelatine aufgearbeitet. Mit letzterer wurde eine fotografische Platte hergestellt.  Filmarchiv des Bundesarchivs, Berlin, , https://web.archive.org/web/ /https://www.filmothek.bundesarchiv.de/video/ (Link überprüft am .. ). Der Film wurde mit Unterstützung der Firma Scheidemandel in Berlin gedreht, dem wichtigsten Knochenverwerter im Reich (Das Spezial-Archiv der deutschen Wirt- schaft :–).  ESM, Abb. : Vom Reichskommissar für Altmaterialverwertung und dem Reichsbe- auftragten der NSDAP für Altmaterialerfassung herausgegebener, als Werbegeschenk verteilter Wandkalender für das Jahr , Schulmuseum Bergisch Gladbach.   wurde die Dienststelle eines „Sonderbeauftragten für Knochen und Horn“ ge- schaffen (Anonym g).   stellte das Reich eine Million Bleistifte als Prämie zur Verfügung (Anonym ).  https://web.archive.org/web//https://forum.axishistory.com/down load/file.php?id=&sid=dbacbfeebed&mode=view (Link überprüft am ..).  ESM, Abb. : Bogen zum Einkleben der für ein Pfund/ein Kilo Sammelknochen vergebe- nen Marken; vollständig beklebt berechtigte er zum Kauf eines Stückes Kernseife, , Schulmuseum Bergisch Gladbach; ESM, Abb. : Werbeplakat „Sammelt Knochen“ für das Bezugsscheinsystem „Ein Stück Seife für fünf Kilo Knochen“, , Farblithogra- fie auf Papier, × ,cm, Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main, Material- sammlung Lerch, Sb--A,  (Altstoffsammlung). Das Plakat ist ein Werk des Grafi- kers Oswald Schiffers, der zeitweise für das Reichspropagandaministerium arbeitete.  Vgl. Akte „Rattenplage an der Knochen- und Altwarensammelstelle von Max Deutsch“, /, Staatsarchiv Freiburg, B / Nr. . Die bis .. in „jüdischem“ Be- sitz befindliche Rohproduktenhandlung Max Deutsch in Offenburg wurde nach ihrer „Arisierung“ von einem deutschen Altwarenhändler weitergeführt. Wie der Vorinha- ber betrieb er eine Altmaterial- und Knochensammelstelle in einem Wohngebiet, die unerträglich stank und Ratten, Mäuse und Fliegen anzog. Nach massiven Beschwerden der Anwohner musste das Knochenlager zum .. ins Industriegebiet außerhalb der Stadt verlegt werden.  ESM, Abb. : Titelblatt und Seite  aus der vom Reichsausschuss für volkswirtschaft- liche Aufklärung (RVA) herausgegebenen Broschüre „Auch wir helfen mit!“, Leporello, ca. , Schulmuseum Bergisch Gladbach. Der RVA war unter anderem für die Ak- tionen „Kampf dem Verderb“ und „Kohlenklau“ verantwortlich (Reith ).  ESM, Abb. : Vom NS-Lehrerbund konzipierter „Lehrschau-Bogen“ zum Rohstoff Kno- chen, um , doppelseitig bedruckt, DIN A, Institut für Zeitgeschichte, München, Archiv Z__.  ESM, Abb. : Textaufgabe aus dem Kapitel „Kampf dem Verderb!“ eines Volksschulre- chenbuchs (Schiffner : f.). Ähnlich aufgebaute Rechenaufgaben wurden auch in Anzeigeform veröffentlicht (Reith : , dort Abb. ).  Aufsatz Nr.  von Maria Krey, . Volksschulklasse, Teltow .., Transkription Peter Joerißen, Schulmuseum Bergisch Gladbach, ARCH .  Der Kurzfilm Sammelt Knochen von  zeigte beispielsweise die militärische Be- deutung des Knochensammelns zur Gewinnung von Fetten, die für die Seifenherstel- Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß lung benötigt wurden, sowie die Gewinnung des kriegswichtigen Glycerins. Vgl. auch Anm. .  Es wurde aber vorausgesetzt, dass die Sammlungen den Unterricht nicht beeinträch- tigten.  Seit  mussten jedoch zumindest die Berufs-, Berufsfach- und Fachschulen im Re- gierungsbezirkKattowitz nicht mehr an den Altstoffsammlungen teilnehmen (Anonym c).  Die Sonderschullehrer wollten durch gute Sammelergebnisse die wiederholt in Frage gestellte Existenzberechtigung der „Hilfsschule“ beweisen und zeigen, dass auch ih- re Schüler für „Führer“ und Volksgemeinschaft nützlich sein konnten (Neubert , ).  Vorrang gegenüber dem Dia oder Film hatte aber die Betriebsbesichtigung (Erziehung und Unterricht in der Höheren Schule :).  Für den Chemieunterricht stellte die RWU vor allem Filme zur Verfügung, die die Verar- beitungsmöglichkeiten vierjahresplanrelevanter Rohstoffe wie Glas, Braunkohle, Stein- kohle, Erze, Stahl, Ton, Kalk, Karbid, Zucker und Textilfasern thematisierten (Landes- bildstelle Württemberg :f.).  Filmarchiv des Bundesarchivs, Berlin, . In den besetzten Niederlanden wurde der Film „Wie’t kleine niet eert“ („Wer die kleinen Dinge nicht ehrt“) produziert und seit  vorgeführt (Oldenziel & Veenis : ). Das britische „Ministry of Informati- on“ produzierte  den Zeichentrickfilm „Bones, Bones, Bones – Save Bones“, vgl. https://web.archive.org/web//https://www.britishpathe.com/video/ bones-bones-bones-save-bones (Link überprüft am ..).  Vgl. Deutsches Filminstitut, Frankfurt, Zulassungskarte mit Prüf-Nr.  und https:// web.archive.org/web//https://www.filmportal.de/film/altstoff-roh stoff_dfbaebca (Link überprüft am ..).  Seit Ende des . Jahrhunderts wurden für Feinseifen pflanzliche, meist importabhän- gige Fette (Palmöl, Kokosöl etc.) verwendet (Deite :–).  Im Ersten Weltkrieg waren die Gasmaskenfilter mit Adsorptionskohle gefüllt (Ullmann & Reitstötter :f.).  ESM, Abb. : Umschlag und Doppelseite eines Taschenkalenders, den der Reichskom- missar für Altmaterialverwertung als Belohnung für besonders gute Sammelleistungen verschenkte, , Schulmuseum Bergisch Gladbach. Der Text war allerdings insofern irreführend, als er die Information unterschlug, dass sich Sammelknochen weder zur Herstellung von Fotogelatine noch zur Gewinnung hochwertiger Öle und Fette eigne- ten.  Vgl. die Zeitschriften Das Rohproduktengewerbe (), ; Altmaterial-Wirtschaft (), .  Verordnung über Knochenfett vom .., Reichsgesetzblatt /I, .  Ausgekochte oder gebratene Knochen enthielten immer noch – Prozent Fett.  Viel deutlicher als die Unterrichtsmaterialien des „Dritten Reichs“ zeigte der Bufa- Film (), dass die Knochensammlungen militärisch wichtig waren: zur Knochen- leimgewinnung für den Flugzeugbau, zur Knochenfettgewinnung für die Seifen-, Tor- pedoschmieröl- und die Margarinefabrikation sowie zur Glyceringewinnung. Vgl. auch Anm. .  Vermutlich verbirgt sich Egon Witthuhn auch hinter dem Kürzel E.W. rechts unten auf der Knochenlehrtafel für die Sonderschule, die auffallenderweise ohne dazu gehören- den Artikel in der Zeitschrift Die deutsche Sonderschule publiziert wurde und völlig isoliert in diesem Zeitschriftenband steht (Anonym ).  ESM, Abb. : Lehrtafel aus der DDR zur Propagierung der dort nach Kriegsende weitergeführten Knochensammlungen, ca. . Farblithografie auf Papier, × cm, Deutsches Historisches Museum, Berlin, P /.  ESM, Abb. : Von der Propagandaabteilung des Reichskommissars für Altmaterialver- wertung kreierter „Knochenstammbaum“ (Kühn : ). Die drei unteren, tragenden Kinder, sammelt Knochen! Äste des Baumes sind mit „Knochenfett“, „entfettete Knochen“ und „rohes Klauenöl“ beschriftet und suggerieren, dass der wichtigste Inhaltsstoff der Knochen Fette seien. Dies entsprach jedoch ganz und gar nicht dem tatsächlichen prozentualen Anteil der Knocheninhaltsstoffe, in denen lediglich – Prozent Fett enthalten sind; allerdings zeigt diese Darstellung sehr deutlich, wie dringend das Deutsche Reich angesichts des großen Fettmangels auf die Gewinnung dieses geringen Anteils an Knochenfett ange- wiesen war. Hätte die Darstellung den tatsächlichen Gegebenheiten entsprochen, so hätten die Futterschrot-, Knochenmehl-, Knochenasche- und Knochenkohleherstel- lung die tragenden Äste sein müssen. Diese Produkte basierten auf den anorganischen Bestandteilen der Knochen, die mit – Prozent seine Hauptbestandteile sind; in der vorliegenden Schemazeichnung wurden die Hauptbestandteile dagegen völlig un- zutreffend zu unbedeutenden Nebenästen reduziert. Literatur Alimenti, Cesare . La lotta contro gli sprechi ed il ricupero dei rifiuti urbani.Milano: Istituto per gli studi corporativi ed autarchici. Anonym . 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Allgemeine Anordnung über die Knochensammlung, den Knochenhandel und die Knochenverarbeitung vom ... Gelatine – Leim – Klebstoffe () Nr. /: –. Anonym b. Erfolgreiche Altstoffsammlung. Die deutsche Sonderschule () Nr. : . Anonym c. Altstoffsammlung der zweiklassigen Hilfsschule in Schwerte-Ruhr im Jahre . DiedeutscheSonderschule () Nr. : –. Anonym d. Knochenbewirtschaftung im Generalbezirk Lettland. Die chemische Indus- trie (Nachrichten-Ausgabe) () Nr. /: . Anonym e. Vorbildliche Altstoffsammlung. Die deutsche Sonderschule () Nr. /: . Anonym f. Erfassung von Knochen im Ostland. Die chemische Industrie (Nachrichten- Ausgabe) () Nr. /: . Anonym g. Bewirtschaftung von Knochen und Hörnern. Die chemische Industrie (Nachrichten-Ausgabe) () Nr. /: . Anonym h. Schulvorsammelstellen – Auszeichnung der besten Schüler und Schüle- rinnen. 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Eine Darstel- lung der ernährungswirtschaftlichen und ernährungswissenschaftlichen Aufgaben un- serer Zeit mit einem Ausblick auf die Großraumwirtschaft. . Aufl. Dresden/Leipzig: Theodor Steinkopff. Zimring, Carl A. . Cash for your trash: scrap recycling in America. New Brunswick: Rutgers University Press. Elisabeth Vaupel Forschungsinstitut Deutsches Museum  München Deutschland e.vaupel@deutsches-museum.de Florian Preiß Bibliothek Deutsches Museum  München Deutschland f.preiss@deutsches-museum.de Artikel/Articles http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png "NTM Zeitschrift f�r Geschichte der Wissenschaften, Technik und Medizin" Springer Journals

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Copyright © 2018 by The Author(s)
Subject
History; History of Science; Medicine/Public Health, general; Physics, general; History of Mathematical Sciences; Engineering, general
ISSN
0036-6978
eISSN
1420-9144
D.O.I.
10.1007/s00048-018-0194-y
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Abstract

N.T.M. https://doi.org/./s---y ©  Der/die Autor(en) Lehr- und Propagandamittel zur Behandlung des Themas Knochenverwertung an deutschen Schulen im „Dritten Reich“ Elisabeth Vaupel und Florian Preiß Children, Collect Bones! Teaching Aids and Propaganda Material on Bone-Collections and Bone-Utilisation Used in German Schools During the “Third Reich” In the nineteenth and early twentieth centuries bones were an essential raw material for the German chemical industry, vital to the production of fertilizer, glue, gelatine, soap and other products. As most of this material was imported, the German school system during the “Third Reich” took the utilisation of bones as an example to illustrate the relevance of the four-year plan of 1936 and its policy of economic self-sufficiency. The school children were encouraged to collect bones from domestic sources and bring them to the collecting points in the schools. Several NS-institutions developed a variety of teaching aids and materials to support school education on this economically and politically important topic. Focussing on the example of bone-utilisation, this paper examines the messages and intentions of these educational materials. It also demonstrates how even apparently ideologically unbiased school subjects, such as chemistry, were instrumentalised for the political indoctrination of the pupils. Keywords: “Third Reich”, School education, Teaching aids, Classroom wall chart, Waste collections, Bones Knochen waren im 19. und frühen 20. Jahrhundert ein unverzichtbarer, größtenteils importabhängiger Rohstoff der chemischen Industrie, die daraus Düngemittel, Tierfutter, Leim, Gelatine, Seife und andere Produkte her- stellte. Das Thema Knochenverwertung wurde im Schulunterricht der NS-Zeit genutzt, um Jugendlichen die Relevanz des Vierjahresplans und der deutschen Autarkiepolitik zu verdeutlichen und sie zu motivieren, sich im Rahmen der Altstoffsammlungen an der heimischen Erfassung dieses Rohmaterials zu beteiligen. Diverse NS-Instanzen hatten ein differenziertes Spektrum von Lehrmitteln erarbeitet, um die Behandlung dieses The- mas in der Schule zu unterstützen. Der Artikel untersucht, welche Botschaften diese damals hochmodernen Unterrichtsmedien vermittelten und zeigt, wie auch weniger ideologieanfällig scheinende Fächer, etwa der Chemieunterricht, politisch instrumentalisiert wurden. Schlüsselwörter: „Drittes Reich“, Schulunterricht, Lehrmittel, Schulwandbild, Altmaterialsammlung, Knochen Der Schulunterricht in der NS-Zeit und die Ideologisierung von Bildung und Erziehung werden seit Jahrzehnten erforscht. Mittlerweile liegen nicht nur Arbeiten über einzelne Schultypen und -formen, sondern auch über einzelne Unterrichtsfächer vor, wobei sich das Interesse zunächst auf die Electronic Supplementary Material (ESM) Das gesamte Bildmaterial, das im Artikel erwähnt wird, ist als Electronic Supplementary Material (ESM) in der Online-Version dieses Artikels enthalten: https://doi.org/./s---y. Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß stark ideologiegeprägten Fächer Deutsch, Geschichte, Erdkunde und im naturwissenschaftlichen Bereich die Biologie konzentrierte (Weiss ; Bäumer-Schleinkofer ). Es gibt aber auch erste Untersuchungen über den weniger ideologieanfällig scheinenden Physik- und Chemieunterricht (Brämer & Kremer ;Stoya ). Dieser Aufsatz beschäftigt sich mit einem Detailaspekt des Schulunterrichts in der Zeit des „Dritten Reichs“: den zahlreich überlieferten Lehrmitteln zum Thema Knochenverwertung. Verschiedene Schulbücher, vor allem aber die damals beliebten Lehrta- feln, Schülerarbeitsblätter, Diaserien und Unterrichtsfilme belegen, wie intensiv und multimedial dieses Thema seit  behandelt wurde. Da diese mittlerweile ungebräuchlichen Anschauungsmittel heute in Museen und Spezialsammlungen aufbewahrt werden, wurden sie von der histori- schen Forschung bisher nicht beachtet. Die Requirierung und Verwertung von Altstoffen, die in der NS-Zeit nicht nur vom Deutschen Reich und dessen Verbündeten, sondern auch von den Alliierten und den neutra- len Staaten praktiziert wurde, erhält durch den hier verfolgten Ansatz, die Vielfalt dieser Unterrichtsmittel vor dem Hintergrund der wirtschaftli- chen Bedeutung des Rohstoffs Knochen zu analysieren, neue Facetten und schärfere Konturen. Im Folgenden wird zunächst die Relevanz der den Schülern aufgebürdeten Knochensammlungen für die deutsche Autarkie- und Rüstungspolitik dargestellt und gezeigt, wie diese Aktivitäten seitens des Schulunterrichts mit Hilfe diverser Lehr- und Propagandamateriali- en begleitet und unterstützt wurden; dann wird die (kriegs)wirtschaftliche Bedeutung verschiedener Produkte diskutiert, die im „Dritten Reich“ aus dem historisch bislang noch kaum gewürdigten Industrierohstoff Knochen hergestellt wurden. Um ein einheitliches nationalsozialistisches Erziehungssystem aufzu- bauen, war  das Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung geschaffen worden, kurz Reichserziehungsministerium ge- nannt (Nagel ). Durch seine Gründung war zum ersten Mal in der deutschen Schulgeschichte eine zentralstaatliche Instanz für die Bildungs- politik zuständig geworden. Die schulpolitischen Aktivitäten des neuen Mi- nisteriums konsolidierten sich allerdings erst ab , als sukzessiv reichs- einheitliche neue Lehrpläne für die einzelnen Schultypen erschienen (Stoya : f.). Wenige Monate zuvor, im Herbst , war der für die NS- Wirtschaftspolitik wichtige Vierjahresplan bekannt gegeben worden, der die Lehrinhalte an den Schulen nachhaltig prägen sollte (Anonym ; Hartmann ; Wolter ). Innerhalb von vier Jahren sollte sich die deutsche Wirtschaft von Auslandsimporten weitgehend unabhängig und damit kriegsfähig machen. Da sich im Ersten Weltkrieg gezeigt hatte, wie verwundbar das ressourcenarme, auf Rohstoffimporte angewiesene Deut- sche Reich im Kriegsfall war, verfolgte der NS-Staat eine dezidierte Autar- Kinder, sammelt Knochen! kiepolitik. Wirtschaft und Industrie wurden aufgefordert, die Verwendung einfuhrabhängiger Roh- und Werkstoffe auf das Nötigste zu beschränken und möglichst auf Ersatz aus inländischen Ressourcen auszuweichen. Um den Jugendlichen zu verdeutlichen, dass die Umsetzung des Vierjahres- plans auch ihnen neue Pflichten abverlangte, wurde die Rohstoffversorgung Deutschlands in der Schule unabhängig von Schultyp und Jahrgangsstu- fe seit  in vielen Fächern behandelt, besonders im Chemieunterricht (Stoya :  f.). Der Vierjahresplan im Unterricht Das  vom Reichserziehungsministerium veröffentlichte Werk Erzie- hung und Unterricht in der Höheren Schule attestierte dem Chemieunter- richt großen „erzieherischen Wert“, vor allem aufgrund der Schulversuche und der durch die Schule organisierten Besichtigungen chemischer Be- triebe. Das Ministerium forderte, dass der Chemieunterricht Interesse an volkswirtschaftlichen Fragen wecken und zugleich vermitteln solle, dass Naturwissenschaft und Technik den „wirtschaftlichen und kulturel- len Hochstand“ des deutschen Volkes sicherten; er solle zeigen, wie die wissenschaftliche und technische Chemie der deutschen Industrie „neue wertvolle Roh- und Werkstoffe aus heimatlichen Stoffen“ zur Verfügung stellten, die Jugend zu Sparsamkeit im Umgang mit den in Deutsch- land vorhandenen Stoffen erziehen und „zum Verständnis der Gegen- wartsfragen“ beitragen. Auch müsse er verdeutlichen, welche zentrale Rolle die Chemie spiele, um die Ernährung und die Verteidigungsfähigkeit des Reichs zu sichern (Erziehung und Unterricht in der Höheren Schule : –). Die damaligen Chemiebücher zeigen, dass diese Vorstel- lungen durch eine verstärkte Ausrichtung der Lerninhalte auf nationale und volkswirtschaftliche Aspekte umgesetzt wurden. Die Behandlung der deutschen Chemiegeschichte (Bäumer-Schleinkofer ), der Wehrche- mie und der Rohstoffsituation im Reich belegen diese Politik (Beier ; Gölz & Jansen ;Gölz & Jansen ). Die in den Schulbüchern ent- haltenen Daten über die deutsche Inlands- sowie die Auslandsproduktion bestimmter Rohstoffe lenkten die Aufmerksamkeit der Schüler und Schü- lerinnen immer wieder auf den Vierjahresplan. Da Koedukation im NS- Staat abgelehnt wurde und die Mädchenschulen ihre Schülerinnen durch verstärktes Thematisieren ernährungs- und hauswirtschaftlicher Aspekte der Chemie auf ihre künftigen Aufgaben als Hausfrau und Mutter vorberei- ten sollten, fällt die Behandlung der Wehrchemie und bestimmter Facetten der Vierjahresplanchemie vor allem in den Schulbüchern für Jungenschu- Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß len auf, besonders denen für den mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig (Dörmer & Dörmer ). Dieser Schultyp gestand dem naturwis- senschaftlichen Unterricht (Physik und Chemie) mehr Wochenstunden zu (drei Stunden von Klasse  bis ) als die Mädchenschulen (drei Stunden in Klasse  und ) oder die klassischen Gymnasien (zwei Stunden in Klasse ) und erlaubte daher eine intensivere Behandlung des Lehrstoffs (Erziehung und Unterricht in der Höheren Schule :–; Stoya :). Dem Experimentalunterricht kam in der NS-Zeit besondere Bedeutung zu, weil er Geschicklichkeit, Beobachtungsgabe, Gewissenhaftigkeit, Rein- lichkeit, Ordnungssinn sowie die Fähigkeit zur präzisen Erledigung einer Aufgabe schulte und damit Kompetenzen trainierte, die auch der Wehrer- ziehung dienten. Vierjahresplanrelevante Themen wurden daher gern im Schulversuch behandelt (Erziehung und Unterricht in der Höheren Schule : f.; Stoya : –). Üblicherweise fanden die Schülerexperi- mente im Rahmen der vom Reichserziehungsministerium eingeführten na- turwissenschaftlich-mathematischen Arbeitsgemeinschaften statt, die en- gagierte Lehrer zusätzlich zum Pflichtunterricht anboten. Die Versuche sollten die Jugendlichen einerseits in die wissenschaftliche Forschungs- praxis einführen, zugleich aber „lebensnah“, „praktisch verwertbar“ und „für die Gemeinschaft nützlich“ sein (Erziehung und Unterricht in der Höheren Schule : ; –). Um den Lehrern die Gestaltung des Experimentalunterrichts zu erleichtern, erschienen in den späten er Jahren viele Bücher mit Versuchen zur Wehr- und Vierjahresplanchemie. Eines davon sei hier hervorgehoben, weil es unter anderem Experimente zum Thema Knochenverwertung enthielt: die Schulversuche mit deutschen Roh- und Werkstoffen, die der an der Hochschule für Lehrerfortbildung in Leipzig tätige Walter Haferkorn zusammengestellt hatte (Haferkorn ). Ergänzend dazu hatte er mit seinem Kollegen Herbert Priemer eine aus  Tafeln bestehende Serie mehrfarbiger Schulwandbilder konzipiert, die im gleichen Verlag wie das Buch publiziert wurde (Haferkorn & Priemer –). Mit diesen aufeinander abgestimmten Unterrichtsmaterialien konnten alle vierjahresplanrelevanten Roh- und Werkstoffe im Unterricht behandelt werden. Die Tafeln veranschaulichten vor allem die Verfahren bei der Herstellung und Verarbeitung eines bestimmten Rohstoffs. Das erste Bild der Serie erschien im Mai  und behandelte den Rohstoff Knochen und seine Verwertung (siehe Abb. ). Geeignete Knochenversu- che (Kahn /; Pröbsting ;Hessenland :–) standen auch in Haferkorns Experimentierbuch an erster Stelle. Eine Broschüre mit ein- schlägigen Versuchen für die Volksschule (Garz ) sowie die Publika- tion weiterer Knochenexperimente in den renommierten Unterrichtsblät- tern für Mathematik und Naturwissenschaften (Zeitler )belegen, wie Kinder, sammelt Knochen! Abb. 1 Lehrtafel zum Thema „Knochenverwertung“ aus der von Haferkorn und Prie- mer herausgegebenen Serie „Anschauungstafeln zur deutschen Nationalwirtschaft“ für Berufs-, Berufsfach- und Fachschulen sowie den Chemie- und Technikunterricht an Oberrealschulen, 1937, Farblithografie auf Papier, 67× 97,5cm, Forschungsstelle His- torische Bildmedien, Universität Würzburg. Die Serie enthielt noch zwei weitere Tafeln zum Thema Altmaterialverwertung (Altmetall; Lumpen und Altpapier). Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß sehr sich die Pädagogen um die experimentelle Behandlung gerade dieses Themas bemühten. Knochensammlungen Zur Einordnung dieser Befunde muss auf die prekäre Rohstofflage im Reich und die Bedeutung des Rohmaterials Knochen eingegangen werden. Das Deutsche Reich hatte bereits im Ersten Weltkrieg drei Strategien verfolgt, um den der britischen Seeblockade geschuldeten Rohstoffmangel zu kom- pensieren: Sparsamkeit im Umgang mit knappen Materialien, Ausweichen auf Ersatzstoffe, die sich aus heimischen Ressourcen synthetisieren lie- ßen und eine möglichst vollständige Nutzung aller im Inland erfassbaren Alt- und Abfallmaterialien. Diesen Strategien kam in der NS-Zeit aber- mals große Bedeutung zu, hinsichtlich der Knochen vor allem den letzt- genannten. Schon  hatte das NS-Regime begonnen, die vorhandenen Strukturen der Altmaterial- und Abfallverwertung auszubauen: Gummi-, Asbest-, Leder-, Textil- und Holzabfälle, Altöl, Altpapier, Altmetall, Glas und andere Wertstoffe wurden möglichst sortenrein gesammelt und einer Verwertung zugeführt. Wie schon im Ersten Weltkrieg galt auch im „Drit- ten Reich“ der Hausmüll einschließlich der Küchenabfälle als wertvolle heimische Ressource, aus der alles Verwertbare, einschließlich der Kno- chen, aussortiert werden sollte. Um die Kriegswichtigkeit dieses Rohstoffs, der schon / von Hausfrauen und Schülern gesammelt worden war, zu erklären, hatte das von der Obersten Heeresleitung gegründete Bild- und Filmamt (Bufa)  einen Kurzfilm mit dem Titel Sammelt Knochen produziert. Diese Maßnahmen griff Hermann Göring in seiner Funkti- on als Beauftragter für den Vierjahresplan zwanzig Jahre später wieder auf. Um zu verhindern, dass das Deutsche Reich noch einmal so unvor- bereitet in einen Krieg zog wie , stellte sich der nationalsozialistische Staat von langer Hand auf den Kriegsfall ein und schuf deshalb schon  eine Institution, die die Verwertung von Abfallstoffen organisieren sollte: den Reichskommissar für Altmaterialverwertung. Statistische Erhebungen hatten gezeigt, dass nur etwa ein Fünftel der im Reich anfallenden Kno- chen industriell genutzt wurden; über  Prozent gingen verloren, weil sie nicht gesammelt wurden (Wimmer : f.; Gerhardt & Höfner : –). Da die vom Altstoffhandel erfassten Knochen den Industriebe- darf jedoch nicht deckten, musste jedes Jahr zusätzliches Material aus dem Ausland eingeführt werden. Um die Devisenausgaben für diese Importe einzusparen oder wenigstens zu reduzieren, sollten ab  zusätzlich zu den Knochenabfällen aus Abdeckereien, Schlachthöfen, Metzgereien und Kinder, sammelt Knochen! der Fleischwarenindustrie auch jene aus Privathaushalten, Betriebskanti- nen und Gaststätten gesammelt werden, die bisher ungenutzt im Müll verschwunden waren. Modellrechnungen zufolge sollte sich die Requirie- rung dieser Kleinstmengen rentieren (Ziegelmayer :; Ziegelmayer: : ). Auf die Gesamtzahl aller Haushalte hochgerechnet stellten sie laut NS-Propaganda „Millionenwerte“ dar (Köstering ). Anders als im Ersten Weltkrieg wurde die Knochenerfassung nun aber nicht mehr in ers- ter Linie den Hausfrauen überlassen, sondern vor allem den Schülerinnen und Schülern aufgebürdet, wobei darauf spekuliert wurde, über die Kin- der auch die Mütter zu motivieren (Anonym j). Auf Grundlage dieser Überlegungen wurden die Schülerinnen und Schüler durch einen im Ja- nuar  veröffentlichten Erlass des Reichserziehungsministeriums dazu aufgefordert, die Abfallknochen, die in den Haushalten anfielen, in der Schule abzugeben. Nach den Zäsuren von  (Verkündung des Vierjah- resplans) und  (Beginn der schulischen Knochensammlungen) stellte der Kriegsausbruch  die dritte Zäsur in der Geschichte der Rohstoffer- fassung durch die Schülerinnen und Schüler dar. Sie mussten fortan nicht nur die Arbeitskräfte ersetzen, die dem Rohproduktengewerbe durch die „Arisierung“ der oft in „jüdischem“ Besitz befindlichen Altmaterialhand- lungen verlorengegangen waren, sondern auch die Lücken füllen, die nach Kriegsbeginn durch die Einberufungen entstanden. Seit Herbst  las- teten die Knochensammlungen fast ausschließlich auf den Schultern von jugendlichen Personen, die das Sammeln kostenlos erledigten. Dass sich die Hitlerjugend (HJ) und die Sturmabteilung (SA) immer wieder an Stoß- aktionen beteiligten, änderte nichts an der grundsätzlichen Umverteilung der Lasten (Miller :–). Prämiensystem Seit seiner Etablierung machte der Reichskommissar für Altmaterialver- wertung mit Vorträgen, Presseartikeln, Aufrufen, Filmen, Rundfunksen- dungen und Broschüren auf die Relevanz der Altmaterialsammlungen auf- merksam (Hertenstein : ). Nach Kriegsbeginn wurden die Wer- beaktivitäten intensiviert. Ein kostenlos verteilter Wandkalender erinnerte die Mütter und schulpflichtigen Kinder daran, die Knochen an den Sam- meltagen bei dem zum „Altstoffwart“ bestimmten Schüler oder beim „Alt- stofflehrer“ der Schule abzuliefern. Dort wurde das Material gewogen und das Resultat dokumentiert. Dann kamen die Knochen in einen Sammelbe- hälter, der regelmäßig von einem Altmaterialhändler geleert wurde. Dass die Schule somit als Vorsammelstelle für den professionellen Altmaterial- Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß handel missbraucht wurde, stieß bei vielen Lehrern auf Vorbehalte (Krause ). Regimetreue Pädagogen rechtfertigten dies aber wie folgt: Sie [die Knochensammlung] bereitet Unannehmlichkeiten für Lehrer und Schüler [...]. Sie kostet vielleicht auch Zeit, die dem Unterricht verloren geht. Aber es wäre doch grundverkehrt, darüber zu klagen. Handelt es sich doch nicht um etwas Schulfremdes, sondern um eine Maßnahme, die wesentlich mit zur gegenwärtigen Schulerziehung ge- hört. Oder glaubt man vielleicht, mehr getan zu haben, wenn durch Rechenaufgaben und andere Belehrungen allein die Notwendigkeit der Sammlung von Knochen „durchgenommen“ worden ist, ohne dass sie wirklich ausgeübt wurde? Hier scheiden sich die Geister: Der eine denkt noch völlig in Vorstellungen rein formaler Bildung; der andere weiß, dass Bildung nur fruchtbar werden kann, wenn sie eingegliedert ist in politische Erziehung (Schwierskott : –). Die Knochensammlungen wurden nach Kriegsbeginn wirtschaftlich im- mer wichtiger, weil die Materiallieferungen aus Übersee ausfielen. Seit Fe- bruar  mussten die Schülerinnen und Schüler außer Knochen auch alle anderen in den Haushaltungen anfallenden Alt- und Abfallstoffe sam- meln.  setzte der Reichskommissar für Altmaterialverwertung mit der Schaffung eines Punkte- und Prämiensystems, das die vierte und letzte Zä- sur in der Geschichte der schulischen Wertstofferfassung markierte, ma- terielle Anreize, um den Sammeleifer der Kinder anzuspornen (Thomsen :; Schildt : ). Seit jenem Jahr schrieb der „Altstofflehrer“ einzelnen Schülerinnen und Schülern oder Klassen bei Ablieferung einer bestimmten Menge eines bestimmten Altstoffs Punkte gut. Bei dieser Vor- gehensweise zeigte sich ganz von selbst, ob und inwiefern die allseits er- warteten Mindestabgabemengen erfüllt worden waren. Da sich ein Kilo Knochen relativ leicht sammeln ließ, während es erheblich schwerer fiel, die gleiche Gewichtsmenge Lumpen zusammenzubekommen, wurde die Abgabe eines Kilos Alttextilien mit fünf Punkten am höchsten bewertet; dann folgten die mit drei Punkten relativ hoch bewerteten Knochen, die ebenso viel zählten wie Buntmetall; mit zwei Punkten stand das Altpapier an dritter Stelle; nur einen Punkt gab es dagegen für ein Kilo Eisenschrott (Steinberg : f.; Brockmann : f.; Sagemüller :). Bei Erreichen einer bestimmten Punktzahl winkte eine Prämie, beispielsweise ein handschriftlich signiertes Göring-Bild oder eine Urkunde. Es wurden aber auch Sachpreise wie Taschenkalender, Bleistifte, Bücher, Globen, Zir-  kelkästen oder Bücher mit politischem Inhalt verteilt (Wüstenfeld : ; Barwich : f.). Die reichsbesten Schulen erhielten eine Plastik des Bildhauers Walter Lerche, die Jungenschulen einen Fußballspieler, die Mädchenschulen einen Mädchenkopf (Anonym ). Die prestigeträch- Kinder, sammelt Knochen! tigste Auszeichnung einzelner Schülerinnen und Schüler waren Rundfunk- apparate (Anonym d) oder eine dreitägige Reise nach Berlin, bei der, falls möglich, sogar ein Treffen mit Göring arrangiert wurde. Erfolgreiche „Altstofflehrer“ erhielten als Anerkennung eine „künstlerisch wertvolle“ Urkunde mit eigenhändiger Unterschrift des Reichskommissars (Anonym d). In der Tat konnten die erfassten Knochenmengen von  bis  kontinuierlich gesteigert werden, trotz der bei Kriegsausbruch ein- geführten Fleischrationierung (Nadolni ) und trotz des Umstandes, dass sich sogar  noch nicht alle größeren Betriebe (Krankenhäuser, Gast- und Verpflegungsstätten) an den Sammlungen beteiligten (Anonym a). Seit  gingen die Ergebnisse wegen der schlechter werdenden Versorgungslage allerdings zurück, was zu einer Anpassung des Prämien- systems führte: für fünf Kilo Sammelknochen, die auch pfundweise abge- liefert werden konnten, erhielt man nun einen Bezugsschein, der zum Kauf eines Stücks Kernseife berechtigte – eine angesichts der Seifenrationierung  attraktive Belohnung. Das Reichserziehungsministerium nahm die schuli- schen Knochensammlungen sogar wenige Monate vor Kriegsende noch so ernst, dass es Schulen, die kriegsbedingt schlossen, Ende Januar  von der Altstofferfassung befreite; jene, die den Unterrichtsbetrieb aufrechter- halten konnten, wurden verpflichtet, diese Ausfälle durch umso eifrigeres Sammeln zu kompensieren (Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung :). Lehrmittel für die Volksschule Um den Kindern den Sinn und Zweck der Knochensammlungen zu er- klären, wurde das Thema Knochenverwertung mehrfach in der Schule behandelt, beginnend in der Volksschule. Zum Knochensammeln wurden nämlich schon die ABC-Schützen herangezogen, trotz der von manchen Eltern vorgetragenen Bedenken wegen möglicher Gesundheitsbeeinträch- tigungen: in der Tat waren die Sammelstellen unhygienische Orte, an denen es stank (Teweleit : f.; Vorländer : ) und sogar zu Rattenpla-  gen kam. Der Reichsausschuss für volkswirtschaftliche Aufklärung (RVA), eine dem Reichspropagandaministerium unterstellte Institution, die unter anderem die Verwertung „deutscher Roh- und Werkstoffe“ propagieren sollte, hatte  eine kindgerecht illustrierte Lehrtafel mit der Auffor- derung „Wir sammeln Knochen! Wir helfen am Aufbau Deutschlands!“ herausgegeben (Meyer ). Sie zeigte einen Stammbaum der wichtigs- ten aus Knochen herstellbaren Produkte und sollte im Klassenzimmer oder im Schultreppenhaus aufgehängt werden, um die Kleinen dauernd daran Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß Abb. 2 Im Einvernehmen mit dem Reichsausschuss für volkswirtschaftliche Aufklä- rung (RVA) konzipierte Lehrtafel zum Thema „Knochenverwertung“ für die Volksschule, 1939, Farblithografie auf Papier, 91× 63cm. Schulmuseum Bergisch Gladbach, Samm- lung Cüppers, WB-SMP 413. Kinder, sammelt Knochen! zu erinnern, sich angesichts des Krieges „in erhöhtem Maße für die Belan- ge der Knochenverwertung“ einzusetzen (Anonym ). Zu Füßen des Knochenstammbaums (siehe Abb. ) war ein mit kurzer Hose bekleideter, blonder Junge dargestellt, der sein Knochenpäckchen gerade in den Sam- melbehälter warf. Hinter ihm stand ein blondbezopftes Mädel, das darauf wartete, das Gleiche zu tun. Die Bildgestaltung suggeriert, dass das Knochensammeln vor allem den Jungen oblag. Ideologisch aufgeladene Texte zum Thema „Wir sammeln Knochen!“ fanden sich auch in den Fibeln der ABC-Schützen, etwa in folgendem Lesebuchstück, in dem bezeichnenderweise abermals Jungen die Hauptakteure waren: Wie stolz marschiert der kleine Fritz mit seinem Ranzen jeden Tag in die Schule! [...] Die Mutter hat ihm einen Beutel mitgegeben. [...] An der nächsten Straßenecke trifft er mit mehreren Schulkameraden zusammen. Auch die tragen Beutel mit Knochen, denn heute ist ja Sammeltag. Wer mag wohl am fleißigsten gesammelt haben? [...] Im Schulhofe steht eine große Tonne. Nun poltern die Knochen in den dunklen Bauch hinein. Auch die anderen Klassen haben tüchtig gesam- melt, und morgen wird die Schule dem Händler melden: „Die Tonne ist voll! Sie kann abgeholt werden!“ Wir dürfen stolz sein, daß wir dem Führer durch unser fleißiges Sammeln helfen können (Facharbeitsge- meinschaft deutscher Erzieher :). Auch die vom NS-Lehrerbund (NSLB) herausgegebene, für die Erst- bis Viertklässler bestimmte Schülerzeitschrift Deutsche Jugendburg forder- te die Kinder mit Versen, Kurzreportagen und einschlägiger Umschlagsge- staltung mehrfach zum Knochensammeln auf. So zeigte ein Titelblatt vom Winter / drei Jungen – also abermals nur das männliche Geschlecht – beim Wiegen von Rinderrippen, die allerdings kaum aus Haushaltssamm- lungen gestammt haben dürften (siehe Abb. ). Für die Zielgruppe der Erst- bis Viertklässler hatte der RVA kurz nach Kriegsbeginn zudem eine farbig illustrierte Broschüre mit dem Titel Auch wir helfen mit! herausgebracht, in der in Versform auf die Kriegswichtigkeit material- und energiesparen- den Verhaltens sowie der Altstoff- und Knochensammlungen hingewiesen  wurde. In der ebenfalls vom NSLB herausgegebenen, illustrierten Schülerzeit- schrift Hilf mit!, die sich an Fünft- bis Achtklässler wandte, standen Arti- kel zum Thema Altstoffsammeln zwar nicht im Vordergrund, wurden seit  aber immer wieder eingestreut (Anonym a; Büdingen ;Ano- nym b). Die Schriftleitung der Zeitschrift gab in Zusammenarbeit mit dem Reichskommissar für Altmaterialverwertung nach Kriegsbeginn einen vierseitigen, illustrierten Lehrschaubogen heraus, den die Lehrer mangels Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß Abb. 3 Titelblatt der vom NS-Lehrerbund herausgegebenen Schülerzeitschrift Deut- sche Jugendburg, Winter 1941/42, Schulmuseum Bergisch Gladbach. Das Foto ist ein- deutig inszeniert. Da die auffallend uniform gekleideten Jungen nicht in die Kamera schauen, wird der Blick des Betrachters auf ihre Tätigkeit und die großen Knochen- mengen gelenkt, die die vorbildlichen Schüler zusammengetragen haben. Kinder, sammelt Knochen! geeigneter, nach den neuen Lehrplänen überarbeiteter Schulbücher bei der Thematisierung der Knochenverwertung in der Mittelstufe einsetzen  konnten (Reichswaltung [um ]). Geschickt verband er Sachinforma- tion mit politischer Indoktrination, indem er einerseits Fakten über die Verwendungsmöglichkeiten der Knochen lieferte, die Kinder durch Hin- weis auf die militärische Bedeutung dieses Rohstoffs aber auch aufforder- te, die deutsche Kriegs- und Rüstungswirtschaft mit ihren Sammlungen zu unterstützen. Sogar im Rechenunterricht der Mittelstufe spielte das Thema eine Rolle. In Form eingekleideter Textaufgaben wurde den Schü- lern Zahlenmaterial über die Knochenverwertung im Deutschen Reich an die Hand gegeben, mit dem sie alltagsbezogene Dreisatzaufgaben lösen  mussten (Schiffner : f.). Die politische Vereinnahmung des Re- chenunterrichts äußerte sich hier wie in anderen Fällen in der Wahl des als Aufhänger verwendeten Beispiels (Metzner ;Dorner ). Dem gleichen Zahlenmaterial begegneten die Kinder in Sachbüchern wieder, die auf den vom Reichserziehungsminister publizierten Listen der von den Schulbibliotheken anzuschaffenden Literatur standen (Weber ), etwa Ungewitters Verwertung des Wertlosen (Ungewitter :) und Lübkes Das deutsche Rohstoffwunder (Lübke : ). Wie brav die gebetsmüh- lenartig eingetrommelten Lehrinhalte rezipiert wurden, spiegelt der Auf- satz einer etwa -jährigen Volksschülerin zum Thema „Wie ich helfe, den Vierjahresplan zur Durchführung zu bringen“ aus dem Jahr  wieder: Der Vierjahresplan ist sehr wichtig, denn wir haben keine Kolonien, aus denen wir uns Rohstoffe für unsere Fabriken holen können. Wir haben auch nicht genug ausländisches Geld, um Rohstoffe aus anderen Ländern zu kaufen, darum hat Hermann Göring auf Befehl des Füh- rers den Vierjahresplan geschaffen. Der Vierjahresplan stellt uns die Aufgabe zu sparen. Dieses gilt hauptsächlich für die Hausfrau. Früher, wenn sie alte Knochen hatte, dann wurden sie einfach in den Müll- eimer geworfen. Das alles darf heute nicht mehr vorkommen. Jeder  Knochen muß gesammelt werden. Lehrmittel für die Sonderschule Es gab sogar ein vereinfachtes Knochenverwertungsschema für die Son- derschule (Anonym ). Weil das Verständnis abstrakter Termini bei diesen Schülerinnen und Schülern nicht vorausgesetzt werden konnte, verwendete es nur wenige, anschauliche Begriffe und wies im Gegensatz zur Tafel für die ABC-Schützen nicht auf die militärische Bedeutung der Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß Knochensammlungen hin. Die für die Zielgruppe viel zu anspruchsvollen Fachausdrücke Glycerin und Stearin zeigen aber, dass das Schema wenig  durchdacht war. Obwohl die Sonderschülerinnen und -schüler dem da- mals propagierten Ideal gesunder, körperlich leistungsfähiger Jugendlicher gewiss nicht entsprachen, wurden sie insofern als „vollwertige“ Volksge- nossen betrachtet, als auch von ihnen eine Beteiligung an den schulischen Knochensammlungen erwartet wurde. Das galt besonders für die Kriegs- jahre, in denen das Sammeln von Altmaterial als Kriegsdienst der deut-  schen Schule betrachtet wurde. Bezeichnenderweise forderte ein Runder- lass des Reichserziehungsministers vom Juni  nochmals alle Schulen zum Altstoffsammeln auf (Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung ), also auch die Sonderschulen, deren Zöglinge als nütz- liche Hilfskräfte zur Erledigung einfacher Aufgaben galten (Kremer : ). Entsprechend dieser Nützlichkeitslogik und im Widerspruch zur da- maligen Rassepropaganda mussten auch die „jüdischen“ Schulen bei den  Altstoffsammlungen mitmachen (Anonym h: ). Diverse Notizen in der vom NS-Lehrerbund herausgegebenen Zeitschrift Die deutsche Son- derschule belegen, dass die Sonderschülerinnen und -schüler bei den Kno- chensammlungen durchaus erfolgreich waren und häufig ausgezeichnet  wurden. In ihrer Naivität ließen sie sich wohl ebenso leicht als Müll- sammler instrumentalisieren wie die Volksschüler (Anonym b; Ano- nym c; Anonym e). Lehrmittel für die Oberschule Auf Initiative des Reichskommissars für Altmaterialverwertung war  eine weitere Lehrtafel zum Thema Knochenverwertung erschienen (siehe Abb. ), die im Gegensatz zu der von Haferkorn und Priemer konzipier- ten, eher prozessorientierten Tafel (siehe Abb. ) auf die Zwischen- und Endprodukte abhob und sich daher besonders für den Chemie- und Wirt- schaftskundeunterricht eignete. Die Karte wurde mit einem Erläuterungs- heft ausgeliefert (Reichskommissar für Altmaterialverwertung a). Ihre Anschaffung wurde den Schulen durch zwei Erlasse des Reichserziehungs- ministeriums ausdrücklich empfohlen (Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung , ). Zusätzlich hatte der Reichskom- missar eine aus fünfzig Aufnahmen bestehende Dia-Serie mit dem Titel Der Knochen als Rohstoff und seine Verwertung herausgegeben, ebenfalls mit Begleitheft. Die Kurzinformationen zu jedem Lichtbild ergaben in der Gesamtschau einen kompletten Dia-Vortrag (Reichskommissar für Altma- terialverwertung b). Die Dias illustrierten die technischen Prozesse bei Kinder, sammelt Knochen! Abb. 4 Vom Reichskommissar für Altmaterialverwertung veröffentlichte Lehrtafel zum Thema „Knochenverwertung“ für den Chemie- und Wirtschaftskundeunterricht an Hö- heren Schulen, 1938, Farblithografie auf Papier, 97× 124cm. Kiel, ZBW – Leibniz Infor- mationszentrum Wirtschaft, K 322. der Knochenverwertung und vermittelten eine Vorstellung von der Arbeit in wichtigen knochenverarbeitenden Betrieben. Wenn den Schülerinnen und Schülern die eindrucksvollste Form der Veranschaulichung, die Be- sichtigung eines Schlachthofs beziehungsweise einer Düngemittel-, Leim-, Gelatine-, Kerzen- oder Seifenfabrik nicht geboten werden konnte, ließ sich  dieses Manko mit einer Diavorführung kompensieren. Die Existenz der Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß Diaserie zeigt einmal mehr, welche Vielfalt visueller, damals hochmoderner Anschauungsmedien den Lehrern von verschiedenen NS-Institutionen an die Hand gegeben wurde, um den Schülerinnen und Schülern die Relevanz der Knochensammlungen zu verdeutlichen. Weder die Lehrtafel von  noch die Diaserie wurden allerdings ganz neu entwickelt. Die Art, wie die Größenordnung der im Deutschen Reich verarbeiteten Knochenmengen veranschaulicht wurde, greift klar erkennbar pädagogi- sche Ideen aus dem Film Sammelt Knochen () auf. Einen eigenen, in der NS-Zeit produzierten Unterrichtsfilm zum Thema Knochenverwer- tung scheint es nicht gegeben zu haben. Wie die  vom Erziehungsmi- nisterium gegründete Reichsstelle für den Unterrichtsfilm (RfdU), die  in Reichsanstalt für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (RWU) umbenannt wurde, zeigt, spielte der Unterrichtsfilm in der Medienpäd- agogik des „Dritten Reichs“ eine wichtige Rolle (Niethammer ). Dank eines  veröffentlichten Bedarfsplans (einer Reaktion auf die per Erlass verfügte Eingliederung des Films in den Schulunterricht) sowie der RWU- Verzeichnisse wissen wir, welche Filme damals speziell für den Chemie- und Technikunterricht geplant beziehungsweise realisiert worden waren (Weber ; Reichsanstalt für Film und Bild in Wissenschaft und Unter-  richt ; Landesbildstelle Württemberg ;Kühn :–). Dass im „Dritten Reich“ kein neuer Film zum Thema Knochenverwertung gedreht wurde, mag daran gelegen haben, dass Hanni Umlauf und ihr Bruder Walter / einen solchen zum Oberthema Altstoff – Rohstoff  produziert hatten. Dieser im Auftrag des Reichskommissars für Altma- terialverwertung und der Reichsfrauenführung erstellte Schmalfilm ging auch auf die Knochensammlung und -verwertung ein. Wie sein Vorläufer von  richtete er sich als „volksbildender“ Film in erster Linie an die Hausfrauen. Da er von der Prüfstelle im Februar  ausdrücklich als Lehrfilm zugelassen worden war, durfte er aber auch in der Schule gezeigt  werden. Rohstoff Knochen Die Anstrengungen des NS-Regimes, möglichst jeden Abfallknochen im Reich zu erfassen, erfordern eine Erklärung, weshalb dieser Rohstoff eigent- lich so begehrt war. Knochen sind aufgrund ihrer besonderen chemischen Zusammensetzung in der Tat ein vielseitig und fast vollständig nutzbares Rohmaterial. Im frischen Zustand bestehen sie zu – Prozent aus anor- ganischer Substanz, im Wesentlichen Calciumphosphat, Calciumcarbonat und Magnesiumphosphat (was sie zu einer wertvollen Calcium- und Phos- Kinder, sammelt Knochen! phatquelle machte), und zu etwa – Prozent aus organischer Substanz, nämlich etwa  Prozent Gerüsteiweißen und – Prozent Fett (was sie zu einem Protein- und in geringerem Umfang auch zu einem Fettlieferanten machte). Der Rest ist Wasser. Das Verhältnis der einzelnen Bestandteile zueinander schwankt je nach Alter, Rasse, Ernährungszustand und dem Körperteil des Tieres, aus dem die Knochen stammen, erheblich, sogar bei derselben Tierart (Gerngross & Goebel :–; Ostertaget al. : –). Als eine der ersten Branchen der chemischen Industrie, die Abfälle als Rohstoff verwendete, war Anfang des . Jahrhunderts die knochenver- arbeitende Industrie entstanden (Fleck : –).  folgte die Teer- farbenindustrie, die den Steinkohlenteer, das Abfallprodukt der Kokereien und Leuchtgasfabriken, nutzte. Die phosphatreichen Knochen wurden zu- nächst ausschließlich zu Düngemitteln verarbeitet, wobei die Entwicklung dieses Fabrikationszweiges zunächst vor allem von Großbritannien ausging (Wagner : –; –). Da das inländische Rohmaterial den Bedarf bald nicht mehr deckte, begannen die Briten, Knochen aus aller Welt zu importieren. In den er Jahren sollen sie sogar die Schlachtfel- der der gegen Napoleon geführten Befreiungskriege nach Knochen durch- wühlt und diese nach Großbritannien verschifft haben (Liebig :;Vo- gel : f.). Der Bedarf an Phosphatdüngern stieg deutlich an, nachdem Liebig darauf hingewiesen hatte, dass Phosphor, Stickstoff und Kalium für die Pflanzenernährung unverzichtbar sind und dem Boden nach der Ernte zur Aufrechterhaltung seiner Fruchtbarkeit wieder zugeführt werden müs- sen. Um die große Nachfrage zu decken, wurden seit den er Jahren neben Knochen auch phosphathaltige Erze zu Düngern verarbeitet. Diese Mineralien mussten jedoch importiert werden (Ost : –; Welsch : f.). In den er Jahren wurde entdeckt, dass sich die bei der Stahlherstellung anfallende Thomas-Schlacke in vermahlener Form eben- falls als Phosphatdünger nutzen ließ. Trotz seiner umfangreichen Stahl- produktion war das Deutsche Reich allerdings auch bei diesem Rohstoff, einem klassischen Industrieabfallprodukt, nicht autark (Welsch :; f.). Als die deutsche Düngemittelindustrie im Ersten Weltkrieg vom Import ausländischer Phosphaterze abgeschnitten wurde, begann sie sich auf die Nutzung heimischer Ressourcen zu besinnen: die mageren, bis da- hin als nicht aufbereitungswürdig betrachteten Lahn-Phosphate sowie das seit Anfang des . Jahrhunderts bereits weitgehend durch die Mineral- dünger verdrängte Knochenmehl. Wohlwissend, dass das Deutsche Reich dank des Haber-Bosch-Verfahrens bei der Herstellung von Nitratdüngern autark, bei der Produktion von Phosphatdüngern aber partiell auf ausländi- sche Rohstoffe angewiesen war, wurden die im Ersten Weltkrieg verfolgten Ausweichstrategien im „Dritten Reich“ reaktiviert: Um im Kriegsfall mehr Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß heimische Knochen zu Phosphatdüngern (und anderen dringend benötig- ten Knochenverwertungsprodukten) verarbeiten zu können, schuf man mit den  initiierten schulischen Knochensammlungen rechtzeitig vor dem Auftreten einer konkreten Krisen- und Mangelsituation die Infrastruktur, die zur Erfassung dieses wichtigen Industrierohstoffs erforderlich war. Seit etwa  wurden die Knochen entfettet, bevor sie zu Düngemitteln vermahlen wurden. Dadurch verbesserte sich nicht nur die Düngewirkung; die Entfettung war auch lukrativ. Das bei der Spaltung des Knochenfetts entstehende Fettsäuregemisch ließ sich nämlich zu billigen Seifen (Kern-,  Schmier-, Textilseifen) oder zu Stearinkerzen verarbeiten; zudem fiel bei der Fettspaltung Glycerin an, ein Schlüsselprodukt der chemischen Tech- nik. Es wurde und wird bei der Herstellung von Salben, Zahncremes und Kosmetika sowie als Textilappretur verwendet. Wegen seiner Zähflüssigkeit diente und dient es als Bremsflüssigkeit (auch in Geschützen), im Gemisch mit Wasser als Frostschutzmittel (auch in Wehrmachtsfahrzeugen) sowie als Weichmacher für Filme, Farbbänder, Kopiertinten und Druckfarben. Den größten Glycerinbedarf hatte seit der Erfindung des Dynamits (Ni- troglycerin) aber die kriegswichtige Sprengstoffindustrie. Gleichzeitig mit der Fettgewinnung begannen die Knochenmehlfabrikanten, einen Teil der entfetteten Knochen durch Verkohlen unter Luftabschluss zu Knochen- kohle zu verarbeiten. Sie wurde als Schwarzpigment verwendet, etwa zur Herstellung von Schuhwichse und Malerfarben, aber auch als medizini- sche Kohle; große Bedeutung hatte sie zudem als Adsorptionsmittel für  industrielle Zwecke. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Knochenverwertung war erreicht, als Anfang des . Jahrhunderts zunächst in Frankreich und seit den er Jahren auch in Deutschland die ersten Fabriken entstanden, in denen die entfetteten Knochen zu Leim und Gelatine verarbeitet wurden. In beiden Fällen handelte es sich um Umwandlungsprodukte der in den Knochen enthaltenen Gerüsteiweiße, die unter Druck mit heißem Wasser gespalten wurden. Der Prozess wurde so gelenkt, dass bei der Knochen- leimherstellung ein gut klebendes und bei der Gelatineherstellung ein gut gelierendes Produkt entstand (Bergmann ). Dank der in der zweiten Hälfte des . Jahrhunderts zunehmenden Bedeutung der Fotografie sowie des Aufstiegs der fotografischen Industrie entwickelte sich die Gelatinefa- brikation gerade im Deutschen Reich zu einem wichtigen Industriezweig. Seit Gründung des Agfa-Werkes in Wolfen besaß es die größte Filmfa- brik Europas und nach der Eastman-Kodak Company in den USA sogar die zweitgrößte der Welt. An die Qualität der Fotogelatine wurden extrem hohe Anforderungen gestellt (Baier : –). Nur ein Produkt, das aus fettarmen, frischen Schlachthausknochen hergestellt worden war, ga-  rantierte haltbare, fleckenfreie Fotos und Filme. In einer Kriegssituation Kinder, sammelt Knochen! war die Verfügbarkeit von genügend Filmmaterial und Fotopapier, deren Herstellung in beiden Fällen Fotogelatine erforderte, für Dokumentations- und Propagandazwecke unverzichtbar. Das galt auch für andere technisch relevante Gelatinesorten, die beispielsweise als Appreturmittel oder An- laufschutz für Gasmaskengläser verwendet wurden. Gleichermaßen wich- tig war die Speisegelatine, die die Pharmaindustrie zum Verkapseln von Medikamenten benötigte; sie wurde aber auch zu Puddingpulver verar- beitet und von der Fisch- und Fleischkonservenindustrie als Formgeber verwendet. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Knochen im . Jahrhundert also zur Rohstoffbasis mehrerer Branchen der chemischen Industrie ge- worden waren (Stohmann & Engler : –; Stohmann & Eng- ler : –). Die Nachfrage nach diesem außerordentlich vielseitig nutzbaren Industrierohstoff war schon in den späten er Jahren derart gestiegen, dass der Bedarf auch im Deutschen Reich nicht mehr aus heimi- schen Ressourcen, sondern nur noch durch zusätzliche Knochenimporte aus Südamerika und Indien gedeckt werden konnte. Kritische Analyse der Schulwandbilder Im Begleitheft zur Lehrtafel des Reichskommissars von  wird be- hauptet, dass in der NS-Zeit zwischen achtzig und hundert verschiede- ne Produkte aus Substanzen hergestellt wurden, die bei der Knochen- verwertung anfielen (Reichskommissar für Altmaterialverwertung a). Die Tafel zeigte, dass aus Knochen nicht nur technisch, landwirtschaft- lich oder militärisch wichtige Produkte hergestellt wurden (Bohröle, Kit- te, Lacke, Druckfarben, Isolier-, Appretur-, Dünge-, Futter- und Pflanzen- schutzmittel, Glycerin, Nitroglycerin), sondern auch Gebrauchsgegenstän- de (Kerzen, Schreibmaschinenbänder, Schuhwichse, Kopierpapier, Zünd- hölzer, Möbelleim, Arzneimittel, Rasier- und Hautcremes) und Luxuswa- ren (Kunstblumen, Knochenporzellan). Die Lehrtafel, eine immer wieder  reproduzierte, auch als Ausstellungsexponat verwendete Bildikone, ver- mittelte die Botschaft, dass die Knochensammlungen in vielerlei Weise da- zu beitrugen, den Lebensstandard und das Konsumniveau des deutschen Volkes zu sichern oder gar zu heben. Vermutlich dürfte den wenigsten Betrachtern aufgefallen sein, dass die Herstellung von Kunstblumen, Kerzen, Milchglas, Bohnerwachs oder Vo- gelfutterringen wirtschaftlich eine weitaus geringere Rolle spielte als die in mehreren Zweigen des Produktestammbaums angeführte Seifenherstel- lung und die Glyceringewinnung (Schlenker : –). Im Bestreben, Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß möglichst viele Alltagsartikel aufzuzählen, deren Herstellung direkt oder indirekt von der Verfügbarkeit des Rohstoffs Knochen abhing, wurden auf der Schulwandtafel des Reichskommissars zahlreiche Produkte aufgeführt, die hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Bedeutung nicht gleichwertig und daher nicht miteinander vergleichbar waren. Des Weiteren fällt auf, dass die Darstellung völlig ahistorisch und bezogen auf die Gegebenheiten im „Dritten Reich“ teils sogar falsch war. So hatte das im . Jahrhundert wichtige Düngemittel Knochenmehl seine Bedeutung in den er Jah- ren längst zugunsten der Mineraldünger eingebüßt. Andererseits wurde die Herstellung der Fotogelatine, die bis heute nur aus Knochen gewon- nen werden kann, erstaunlicherweise nicht erwähnt, obwohl sie militä- risch besonders wichtig war. Auf den für die Berufs- beziehungsweise die Volksschule konzipierten Lehrtafeln wurden zwar Rollfilme abgebildet, al- lerdings auch die in den er Jahren bereits ungebräuchlichen Gelatine- trockenplatten. Die Inkonsistenzen spiegeln die polykratischen Strukturen des NS-Regimes wieder und lassen vermuten, dass sich die verschiedenen Institutionen, die die Lehrmaterialien erarbeitet hatten, nicht untereinan- der abgestimmt hatten. Statt zwischen wirtschaftlich wichtigen Haupt- und unbedeutenden Randprodukten zu differenzieren sowie obsolet geworde- ne Knochenverwertungsprodukte kenntlich zu machen und sich nur auf die im „Dritten Reich“ bedeutsamen Nutzungen zu beziehen, ging es dem Reichskommissar vor allem darum, möglichst viele prinzipiell aus Kno- chen herstellbare Produkte auf seiner Tafel aufzuführen. Dabei wurde die Information unterschlagen, dass manche nur aus frischen Schlachthaus- knochen gewonnen werden konnten, nicht jedoch aus den Sammelkno- chen, die die Schüler zusammentrugen. Bezeichnend ist ferner, dass keine der hier vorgestellten Lehrtafeln die Speisefettherstellung aus Knochen er-  wähnte, obwohl sie seit  erlaubt war. Vermutlich war dieses heikle Thema bewusst ausgeklammert worden, weil es ungute Erinnerungen an die staatlich konzessionierte Absenkung des Lebensmittelstandards im Ers- ten Weltkrieg geweckt hätte (Keller : ). Damals war tatsächlich Kno- chenfettmargarine auf den Markt gekommen (Pelzer & Reith :), die im Volk „gewisse Vorurteile gegen die Knochen“ hervorgerufen hatte (Zie- gelmayer : ). Gleichermaßen fällt auf, dass die Speisegelatine nicht erwähnt wurde, obwohl die Abbildung eines Wackelpuddings oder von Fruchtgummis sicher kindgerecht gewesen wäre. Die ekelerregende Vor- stellung, dass die Sammelknochen zu Nahrungsmitteln verarbeitet werden könnten, sollte offensichtlich gar nicht erst aufkommen. Durch solche und ähnliche Vereinfachungen, Beschönigungen, Auslassungen und Falschdar- stellungen entlarven sich die im „Dritten Reich“ produzierten Lehrtafeln als Propagandamittel. Kinder, sammelt Knochen! Wegen der besonderen wirtschaftlichen Bedeutung der aus Knochen- fett herstellbaren Seife und des bei der Fettspaltung anfallenden Glycerins war die Entfettung der Knochen bis auf maximal ein Prozent Restgehalt im  „Dritten Reich“ seit  gesetzlich vorgeschrieben (Anonym a). Die- se Bestimmung zeigt, dass es dem NS-Staat bei den Knochensammlungen in erster Linie darum ging, den eklatanten Fettmangel zu lindern und in den Besitz der für die Seifenherstellung unverzichtbaren Fettsäuren sowie  des militärisch wichtigen Glycerins zu gelangen. Dabei kam dem NS-Staat zupass, dass sich die entfetteten Knochen anschließend noch zu Leim sowie den ebenfalls dringend benötigten Dünge- und Futtermitteln weiterverar- beiten ließen. Da das Alter der Knochen für ihre Verwendungsmöglichkei- ten entscheidend ist – durch Licht-, Sauerstoff- und Bakterieneinwirkung unterliegt gerade ihr ohnehin sehr geringer Fettanteil schnell wertmin- dernden chemischen Veränderungen – konnte das bei Schulsammlungen akquirierte Material nur zu bestimmten Produkten verarbeitet werden; zur Herstellung von Fotogelatine oder Speisefett war es ungeeignet. Wäh- rend des Krieges waren die Güter, die aus den qualitativ minderwertigen Sammelknochen hergestellt werden konnten, trotz ihrer Mängel aber un- verzichtbar geworden. Während der konkrete ökonomische Nutzen der schulischen Knochensammlungen noch zu klären wäre, liegt ihr ideologi- scher Wert auf der Hand (Köstering :; Weber a). Zweifellos dienten sie der politischen Erziehung zu sparsamem Umgang mit knappen Rohstoffen und vollem Einsatz für die Volksgemeinschaft. Sie trugen dazu bei, die Heimatfront zu mobilisieren und schon den Kindern ein Bewusst- sein für die Bedeutung scheinbar wertloser Abfallstoffe zu vermitteln. Da- bei kam der Schule eine Schlüsselrolle zu. Die ideologische Funktion der Knochensammlungen erklärt auch, warum die hier vorgestellten Unter- richts- und Anschauungsmaterialien im Detail unausgewogen, ungenau, widersprüchlich und teils sogar fehlerhaft waren: Letztlich waren sie von den NS-Instanzen, die an ihrer Erarbeitung beteiligt und entweder dem Reichserziehungs-, dem Reichspropaganda- oder dem Reichswirtschafts- ministerium unterstellt waren, in erster Linie als Propaganda- und nicht als seriös und ausgewogen informierende Lehrmittel konzipiert worden. Dass die Begleitbroschüre zur Lehrtafel des Reichskommissars ausgerech- net von Egon Witthuhn, dem Beauftragten für Altmaterialerfassung der NSDAP im Gau Berlin, verfasst und mit einer Widmung von Hermann Göring versehen worden war, bestätigt diesen Eindruck (Reichskommissar  für Altmaterialverwertung a). Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß Fazit Altstoffe, darunter Knochen, wurden in den Kriegsjahren auch außerhalb des Deutschen Reichs gesammelt und verwertet. Auch dort gab es eigens produzierte Unterrichtsmittel, um die Altstoffverwertung in der Schule zu behandeln. Bislang ungeklärt ist die Frage, ob die Knochenverwertung in diesen Ländern eine ebenso prominente Rolle wie im Deutschen Reich spielte und ob dort eine ähnliche Vielfalt verschiedener, nach Zielgruppen differenzierter Lehrmaterialien eingesetzt wurde. Für die DDR ist die Kon- tinuität der Altstoff- und Knochensammlungen belegt. In der Tat wurde in der jungen DDR eine Lehrtafel produziert, die die Schülerinnen und Schü- ler zwecks „Erfüllung des Fünfjahresplanes“ zum Knochensammeln auffor- derte; die Ikonografie dieses Schaubildes orientierte sich unverkennbar an der des Reichskommissars von  (siehe Abb. ). Im Falle des kriegs- wichtigen Glycerins fällt allerdings eine deutliche „Entmilitarisierung“ der Inhalte auf: Statt der Bombe, die auf der Tafel des Reichskommissars von  dargestellt wurde, ist auf dem Schulwandbild aus der DDR eine Zinn- tube für Haut- und Rasiercremes zu sehen. Es wurde also nur noch auf die zivilen Nutzungsmöglichkeiten der klassischen Dual-use-Substanz Glyce- rin hingewiesen, während die militärischen Anwendungen gar nicht mehr  angesprochen wurden. Dass der Knochenverwertung im Schulunterricht des „Dritten Reichs“ eine solch auffallende Sonderstellung zukam, lässt sich erklären: Im Ge- gensatz zu allen anderen damals gesammelten Altstoffen ließ sich nur das Rohmaterial Knochen zu einem derart vielfältigen Produktespektrum ver- arbeiten. Nicht zufällig mussten die deutschen Schüler als ersten Altstoff überhaupt ausgerechnet Knochen sammeln, für die ihnen nach Einführung des Prämiensystems zudem mehr Punkte als für alle anderen Wertstoffe (Lumpen ausgenommen) gutgeschrieben wurden. Knochen entsprachen dem in der NS-Zeit propagierten Ideal des „total“ verwertbaren Altstoffs besonders gut; die fast restlose Verwertbarkeit war vor allem dann gegeben, wenn bei ihrer Aufarbeitung weitgehend auf gewisse, stets mit Material- verlusten einhergehende Reinigungsschritte verzichtet wurde. Ein Allein- stellungsmerkmal der Knochen war zweifellos, dass sie im Gegensatz zu allen anderen Altmaterialien nutzbare Mengen anorganischer und organi- scher Inhaltsstoffe enthielten. Der Rohstoff Knochen war deshalb bestens geeignet, um den Schülern an einem einzigen Fallbeispiel aufzuzeigen, wie sich diese beiden chemisch so verschiedenen Stoffgruppen nacheinander gewinnen und nutzen ließen – die Schulversuche machten gerade diesen Aspekt besonders deutlich. Die von den Schülern zusammengetragenen Sammelknochen besaßen zweifellos nicht die Qualität frischer Schlacht- hausknochen, sie unterschieden sich aber nur geringfügig von der Ware, Kinder, sammelt Knochen! die das Deutsche Reich aus Südamerika und Indien importierte. Im Gegen- satz zu Lumpen, Altpapier oder Altmetall, die als industriell hergestellte Fertigfabrikate wirklich recycelt werden mussten, um die bei ihrer Produk- tion eingesetzten Rohstoffe wiederzugewinnen (Petzold ), waren Sam- melknochen im Prinzip ein (weitgehend) unbearbeiteter Primärrohstoff – ihre vorherige Nutzung in der Küche veränderte weder ihren anatomischen Aufbau noch ihren Mineralgehalt; auch ihr Fett- und Proteingehalt redu- zierte sich durch „normales“ Kochen und Braten (also kein stundenlanges Erhitzen, keine Druckanwendung im Schnellkochtopf) nur um höchstens ein Drittel. Da die Requirierung und Verwertung von Altstoffen immer auf die Wirtschafts- und Industriestruktur des jeweiligen Landes optimiert war und auf diese zurückverwies, besaßen die verschiedenen Altmaterialien nicht überall die gleiche Bedeutung wie im Deutschen Reich: ein Land mit reichen Eisen- oder Buntmetallvorkommen war natürlich weniger auf die Sammlung von Schrott oder anderen Altmetallen angewiesen als ein metallarmes Land; ein waldreiches musste weniger Altpapier recyceln als ein holzarmes; eines, das, wie das Deutsche Reich, über eine Kautschuk- synthese verfügte, konnte Altgummisammlungen eine niedrigere Priorität zugestehen als eines, das dieses Know-how nicht besaß. Es wäre daher zu prüfen, ob die deutsche Wirtschaft in Anbetracht der lange vor dem Zwei- ten Weltkrieg konstatierten „Fettlücke“ (Reith ) möglicherweise einen größeren Fettbedarf hatte als die ausländische Industrie, so dass der Kno- chenrequirierung in der deutschen Wertstoffpropaganda auch deshalb ein höherer Stellenwert zukam als andernorts. In diesem Kontext ist bezeich- nend, dass der Reichskommissar für Altmaterialverwertung versuchte, in Analogie zum bekannten Teerstammbaum einen reich verzweigten, viele „Produkt-Früchte“ tragenden Knochenstammbaum zu konstruieren (Kühn :; Weber : f.), dessen tragende Äste vor allem die Bedeu- tung der Knochen für die Fettgewinnung visualisierten. Angesichts des geringen Fettgehaltes von Knochen stellte diese Darstellung die tatsächli- chen Gegebenheiten geradezu auf den Kopf und entlarvte sich dadurch als reine Propaganda. Diese nur für das Deutsche Reich belegte Darstellung  lässt erkennen, dass dem Rohstoff Knochen eine ähnliche Schlüsselrolle wie dem Teer zugeschrieben wurde. Beide Stammbäume suggerierten, dass sich die deutsche (Kriegs-)Wirtschaft mit den heimischen Rohstoffen Kno- chen und Teer, klassischen Abfallstoffen, auf zwei starke, die Verfügbarkeit eines üppigen Warenangebots sichernde Pfeiler stützen konnte (Anonym a: f.). Beide Bildikonen visualisierten den durch Ungewitters Buch popularisierten Slogan von der Verwertung des Wertlosen; sie verdeutlich- ten, dass die deutsche chemische Industrie die Autarkiebemühungen des Reichs unterstützte, indem sie vermeintlich wertlose Edukte durch chemi- Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß sche Prozesse in eine Fülle wertvoller Produkte verwandelte. Der Rohstoff Knochen war also aus mehreren Gründen ideal, um die NS-Wertstoffpoli- tik und die Devise „Altstoff ist Rohstoff“ in jener Institution zu propagieren, der bei der Sammlung gerade dieses Materials eine so zentrale Funktion zukam: der Schule. Archive, Sammlungen, Museen Bergisch Gladbach, Schulmuseum Berlin, Bundesarchiv–Filmarchiv Berlin, Deutsches Historisches Museum Frankfurt, Deutsches Filminstitut Freiburg im Breisgau, Staatsarchiv Kiel, ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft München, Institut für Zeitgeschichte Würzburg, Forschungsstelle Historische Bildmedien der Universität Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung . In- ternational Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by/./deed.de) veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jegli- chem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Anmerkungen  Die Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main hat auf https://web.archive.org/web//https://forschungsstelle.files. wordpress.com///__-bibliographie-bibliothek-fs-katalog.pdf (S. – ) Literatur zum Thema „Erziehung und Schule“ zusammengestellt (Link überprüft am ..).  Für die Schule angefertigte Großbilder zur Veranschaulichung von Sachzusammenhän- gen sind seit dem . Jahrhundert bekannt. Erste Bilderserien kamen seit  auf den Markt,  begann die umfangreichere Produktion. Einige Verlage spezialisierten sich auf die Produktion von Lehrtafeln, die es für alle Schularten und Fächer gab. Mit der Abkehr vom Frontalunterricht und der Einführung von Overhead-Projektion und Po- werpoint-Präsentation verloren die Schulwandbilder ihre einstige Bedeutung. Heute sind sie weitgehend aus dem Unterricht verschwunden (Müller ).  Deutsches Reich (Köstering , ;Berg ;Weber a, b, ;Weber & Denton ); Italien (Alimenti : , ); Kroatien (Anonym b); Slowakei (Anonym i); Protektorat Böhmen und Mähren (Anonym a); Niederlande (Ol- denziel & Veenis : ); Frankreich (Denton , , ); Estland (Anonym f); Sowjetunion (Müller : –); USA (Zimring ; Strasser ;Kim- Kinder, sammelt Knochen! ble ;Braun ); Kanada (Durflinger :; Perrun ;Mosby ); Groß- britannien (Thorsheim ; ;Irving ; Bullus ); Schweiz (Anonym ; Rothenbach-Abderhalden :; Anonym ); Lettland (Anonym d).  Kinttof (); Morgner (); Staufenbiel (); Pricks (); Schulze (); Wüst- ner (); Grüntzig (), Scharf & Golombeck ().  Der Versuchsablauf gestaltete sich folgendermaßen: Nach dem Nachweis der anorgani- schen Inhaltsstoffe wurden die Knochen entkalkt, entfettet und aus dem Fett eine Seife hergestellt. Ein Teil der entfetteten Knochen wurde dann zu Knochenkohle, der andere zu Leim beziehungsweise Gelatine aufgearbeitet. Mit letzterer wurde eine fotografische Platte hergestellt.  Filmarchiv des Bundesarchivs, Berlin, , https://web.archive.org/web/ /https://www.filmothek.bundesarchiv.de/video/ (Link überprüft am .. ). Der Film wurde mit Unterstützung der Firma Scheidemandel in Berlin gedreht, dem wichtigsten Knochenverwerter im Reich (Das Spezial-Archiv der deutschen Wirt- schaft :–).  ESM, Abb. : Vom Reichskommissar für Altmaterialverwertung und dem Reichsbe- auftragten der NSDAP für Altmaterialerfassung herausgegebener, als Werbegeschenk verteilter Wandkalender für das Jahr , Schulmuseum Bergisch Gladbach.   wurde die Dienststelle eines „Sonderbeauftragten für Knochen und Horn“ ge- schaffen (Anonym g).   stellte das Reich eine Million Bleistifte als Prämie zur Verfügung (Anonym ).  https://web.archive.org/web//https://forum.axishistory.com/down load/file.php?id=&sid=dbacbfeebed&mode=view (Link überprüft am ..).  ESM, Abb. : Bogen zum Einkleben der für ein Pfund/ein Kilo Sammelknochen vergebe- nen Marken; vollständig beklebt berechtigte er zum Kauf eines Stückes Kernseife, , Schulmuseum Bergisch Gladbach; ESM, Abb. : Werbeplakat „Sammelt Knochen“ für das Bezugsscheinsystem „Ein Stück Seife für fünf Kilo Knochen“, , Farblithogra- fie auf Papier, × ,cm, Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main, Material- sammlung Lerch, Sb--A,  (Altstoffsammlung). Das Plakat ist ein Werk des Grafi- kers Oswald Schiffers, der zeitweise für das Reichspropagandaministerium arbeitete.  Vgl. Akte „Rattenplage an der Knochen- und Altwarensammelstelle von Max Deutsch“, /, Staatsarchiv Freiburg, B / Nr. . Die bis .. in „jüdischem“ Be- sitz befindliche Rohproduktenhandlung Max Deutsch in Offenburg wurde nach ihrer „Arisierung“ von einem deutschen Altwarenhändler weitergeführt. Wie der Vorinha- ber betrieb er eine Altmaterial- und Knochensammelstelle in einem Wohngebiet, die unerträglich stank und Ratten, Mäuse und Fliegen anzog. Nach massiven Beschwerden der Anwohner musste das Knochenlager zum .. ins Industriegebiet außerhalb der Stadt verlegt werden.  ESM, Abb. : Titelblatt und Seite  aus der vom Reichsausschuss für volkswirtschaft- liche Aufklärung (RVA) herausgegebenen Broschüre „Auch wir helfen mit!“, Leporello, ca. , Schulmuseum Bergisch Gladbach. Der RVA war unter anderem für die Ak- tionen „Kampf dem Verderb“ und „Kohlenklau“ verantwortlich (Reith ).  ESM, Abb. : Vom NS-Lehrerbund konzipierter „Lehrschau-Bogen“ zum Rohstoff Kno- chen, um , doppelseitig bedruckt, DIN A, Institut für Zeitgeschichte, München, Archiv Z__.  ESM, Abb. : Textaufgabe aus dem Kapitel „Kampf dem Verderb!“ eines Volksschulre- chenbuchs (Schiffner : f.). Ähnlich aufgebaute Rechenaufgaben wurden auch in Anzeigeform veröffentlicht (Reith : , dort Abb. ).  Aufsatz Nr.  von Maria Krey, . Volksschulklasse, Teltow .., Transkription Peter Joerißen, Schulmuseum Bergisch Gladbach, ARCH .  Der Kurzfilm Sammelt Knochen von  zeigte beispielsweise die militärische Be- deutung des Knochensammelns zur Gewinnung von Fetten, die für die Seifenherstel- Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß lung benötigt wurden, sowie die Gewinnung des kriegswichtigen Glycerins. Vgl. auch Anm. .  Es wurde aber vorausgesetzt, dass die Sammlungen den Unterricht nicht beeinträch- tigten.  Seit  mussten jedoch zumindest die Berufs-, Berufsfach- und Fachschulen im Re- gierungsbezirkKattowitz nicht mehr an den Altstoffsammlungen teilnehmen (Anonym c).  Die Sonderschullehrer wollten durch gute Sammelergebnisse die wiederholt in Frage gestellte Existenzberechtigung der „Hilfsschule“ beweisen und zeigen, dass auch ih- re Schüler für „Führer“ und Volksgemeinschaft nützlich sein konnten (Neubert , ).  Vorrang gegenüber dem Dia oder Film hatte aber die Betriebsbesichtigung (Erziehung und Unterricht in der Höheren Schule :).  Für den Chemieunterricht stellte die RWU vor allem Filme zur Verfügung, die die Verar- beitungsmöglichkeiten vierjahresplanrelevanter Rohstoffe wie Glas, Braunkohle, Stein- kohle, Erze, Stahl, Ton, Kalk, Karbid, Zucker und Textilfasern thematisierten (Landes- bildstelle Württemberg :f.).  Filmarchiv des Bundesarchivs, Berlin, . In den besetzten Niederlanden wurde der Film „Wie’t kleine niet eert“ („Wer die kleinen Dinge nicht ehrt“) produziert und seit  vorgeführt (Oldenziel & Veenis : ). Das britische „Ministry of Informati- on“ produzierte  den Zeichentrickfilm „Bones, Bones, Bones – Save Bones“, vgl. https://web.archive.org/web//https://www.britishpathe.com/video/ bones-bones-bones-save-bones (Link überprüft am ..).  Vgl. Deutsches Filminstitut, Frankfurt, Zulassungskarte mit Prüf-Nr.  und https:// web.archive.org/web//https://www.filmportal.de/film/altstoff-roh stoff_dfbaebca (Link überprüft am ..).  Seit Ende des . Jahrhunderts wurden für Feinseifen pflanzliche, meist importabhän- gige Fette (Palmöl, Kokosöl etc.) verwendet (Deite :–).  Im Ersten Weltkrieg waren die Gasmaskenfilter mit Adsorptionskohle gefüllt (Ullmann & Reitstötter :f.).  ESM, Abb. : Umschlag und Doppelseite eines Taschenkalenders, den der Reichskom- missar für Altmaterialverwertung als Belohnung für besonders gute Sammelleistungen verschenkte, , Schulmuseum Bergisch Gladbach. Der Text war allerdings insofern irreführend, als er die Information unterschlug, dass sich Sammelknochen weder zur Herstellung von Fotogelatine noch zur Gewinnung hochwertiger Öle und Fette eigne- ten.  Vgl. die Zeitschriften Das Rohproduktengewerbe (), ; Altmaterial-Wirtschaft (), .  Verordnung über Knochenfett vom .., Reichsgesetzblatt /I, .  Ausgekochte oder gebratene Knochen enthielten immer noch – Prozent Fett.  Viel deutlicher als die Unterrichtsmaterialien des „Dritten Reichs“ zeigte der Bufa- Film (), dass die Knochensammlungen militärisch wichtig waren: zur Knochen- leimgewinnung für den Flugzeugbau, zur Knochenfettgewinnung für die Seifen-, Tor- pedoschmieröl- und die Margarinefabrikation sowie zur Glyceringewinnung. Vgl. auch Anm. .  Vermutlich verbirgt sich Egon Witthuhn auch hinter dem Kürzel E.W. rechts unten auf der Knochenlehrtafel für die Sonderschule, die auffallenderweise ohne dazu gehören- den Artikel in der Zeitschrift Die deutsche Sonderschule publiziert wurde und völlig isoliert in diesem Zeitschriftenband steht (Anonym ).  ESM, Abb. : Lehrtafel aus der DDR zur Propagierung der dort nach Kriegsende weitergeführten Knochensammlungen, ca. . Farblithografie auf Papier, × cm, Deutsches Historisches Museum, Berlin, P /.  ESM, Abb. : Von der Propagandaabteilung des Reichskommissars für Altmaterialver- wertung kreierter „Knochenstammbaum“ (Kühn : ). Die drei unteren, tragenden Kinder, sammelt Knochen! Äste des Baumes sind mit „Knochenfett“, „entfettete Knochen“ und „rohes Klauenöl“ beschriftet und suggerieren, dass der wichtigste Inhaltsstoff der Knochen Fette seien. Dies entsprach jedoch ganz und gar nicht dem tatsächlichen prozentualen Anteil der Knocheninhaltsstoffe, in denen lediglich – Prozent Fett enthalten sind; allerdings zeigt diese Darstellung sehr deutlich, wie dringend das Deutsche Reich angesichts des großen Fettmangels auf die Gewinnung dieses geringen Anteils an Knochenfett ange- wiesen war. Hätte die Darstellung den tatsächlichen Gegebenheiten entsprochen, so hätten die Futterschrot-, Knochenmehl-, Knochenasche- und Knochenkohleherstel- lung die tragenden Äste sein müssen. Diese Produkte basierten auf den anorganischen Bestandteilen der Knochen, die mit – Prozent seine Hauptbestandteile sind; in der vorliegenden Schemazeichnung wurden die Hauptbestandteile dagegen völlig un- zutreffend zu unbedeutenden Nebenästen reduziert. Literatur Alimenti, Cesare . La lotta contro gli sprechi ed il ricupero dei rifiuti urbani.Milano: Istituto per gli studi corporativi ed autarchici. Anonym . Lehrmittel zur unterrichtlichen Behandlung des Vierjahresplans. Schulwart. Berichte über neue Lehrmittel () Nr. : -. Anonym a. Wir alle helfen mit! Hilf mit! Illustrierte deutsche Schülerzeitung. Nr.  (Ok- tober): . Anonym . Zur Knochensammlung in der Sonderschule. DiedeutscheSonderschule () Nr.:. Anonym a. Eine alte Aufgabe der chemischen Industrie: Verwertung des Wertlosen. Die Chemische Industrie (Gemeinschaftsausgabe) () Nr. : –. Anonym . Wir sammeln Knochen. Wir helfen am Aufbau Deutschlands! Schulwart. Lehrmittelführer für das gesamte Schulwesen () Nr.:. Anonym a. Knochensammlung im Protektorat Böhmen und Mähren. Die chemische Industrie (Nachrichten-Ausgabe) () Nr.:. Anonym b. Helft den Krieg gewinnen! Hilf mit! Illustrierte deutsche Schülerzeitung (Nr. ): . Anonym . Schulpreise für Altmaterialsammlung. Der Deutsche Erzieher. Reichszeitung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes (Nr. ): . Anonym a. Allgemeine Anordnung über die Knochensammlung, den Knochenhandel und die Knochenverarbeitung vom ... Gelatine – Leim – Klebstoffe () Nr. /: –. Anonym b. Erfolgreiche Altstoffsammlung. Die deutsche Sonderschule () Nr. : . Anonym c. Altstoffsammlung der zweiklassigen Hilfsschule in Schwerte-Ruhr im Jahre . DiedeutscheSonderschule () Nr. : –. Anonym d. Knochenbewirtschaftung im Generalbezirk Lettland. Die chemische Indus- trie (Nachrichten-Ausgabe) () Nr. /: . Anonym e. Vorbildliche Altstoffsammlung. Die deutsche Sonderschule () Nr. /: . Anonym f. Erfassung von Knochen im Ostland. Die chemische Industrie (Nachrichten- Ausgabe) () Nr. /: . Anonym g. Bewirtschaftung von Knochen und Hörnern. Die chemische Industrie (Nachrichten-Ausgabe) () Nr. /: . Anonym h. Schulvorsammelstellen – Auszeichnung der besten Schüler und Schüle- rinnen. Amtliches Schulblatt für den Regierungsbezirk Kattowitz () Nr.  (..): –. Anonym i. Slowakei. Die chemische Industrie (Nachrichten-Ausgabe) () Nr. /: . Anonym j. Mutti, Bärbel und das Altmaterial. Der Deutsche Erzieher. Reichszeitung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes (Nr. ): . Artikel/Articles Elisabeth Vaupel, Florian Preiß Anonym . Eine Million Bleistifte für die Schulaltstoffsammler. Marburger Zeitung (..): . Anonym a. Altstofferfassung in den Schulen. Amtliches Schulblatt für den Regierungs- bezirk Kattowitz () Nr.  (..): . Anonym b. Sammlung von Knochen in Kroatien. Gelatine – Leim – Klebstoffe () Nr. /: . Anonym c. Altstoffsammlung. Amtliches Schulblatt für den Regierungsbezirk Kattowitz () Nr.  (..): . Anonym d. Erfassung von Altstoffen durch die Schulen. Amtliches Schulblatt für den Regierungsbezirk Kattowitz () Nr.  (..): –. Anonym . 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"NTM Zeitschrift f�r Geschichte der Wissenschaften, Technik und Medizin"Springer Journals

Published: Jun 5, 2018

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