Karin Kersting (2016) Die Theorie des Coolout und ihre Bedeutung für die Pflegeausbildung

Karin Kersting (2016) Die Theorie des Coolout und ihre Bedeutung für die Pflegeausbildung Ethik Med (2018) 30:173–176 https://doi.org/10.1007/s00481-018-0482-z REZENSION Karin Kersting (2016) Die Theorie des Coolout und ihre Bedeutung für die Pflegeausbildung Mabuse, Frankfurt am Main, 301 Seiten, 39,95 C, ISBN 978-3-86321-285-8 Heike Baranzke Online publiziert: 16. April 2018 © Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018 In Analogie zu Adornos berühmtem Satz aus den „Minima Moralia“: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“, könnte man Karin Kerstings Theorie des Coolout in der Pflege auf die Formel bringen: Es gibt keine gute Pflege in einem schlech- ten Gesundheitssystem. Die derzeitigen strukturellen Bedingungen in Deutschland verhindern in der Regel eine patientenorientierte Pflegearbeit. Diese bittere Wahr- heit zu begreifen, darum bemüht sich Kersting seit fast zwei Jahrzehnten. Sie hat dazu ein sozialwissenschaftliches Diagnoseinstrument, die Kälteellipse, entwickelt, mit dem sie typische Reaktionsmuster sichtbar macht, mit denen Pflegende sich auf unterschiedlichen Graden eines Problembewusstseins mit den im Pflegealltag unauflöslichen Widersprüchlichkeiten zu arrangieren versuchen. Dass Pflegekräfte dadurch zugleich genau das System stabilisieren, das ihnen eine gute Pflege struk- turell verunmöglicht, auch das gehört zu Kerstings Theorie des Coolout. Der Neologismus „Coolout“ rekurriert auf das von Adorno entwickelte theore- tische Konzept der „Bürgerlichen Kälte“, das von Kersting im Rahmen ihrer ein- schlägigen Dissertation „Berufsbildung zwischen Anspruch http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Ethik in der Medizin Springer Journals

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Publisher
Springer Berlin Heidelberg
Copyright
Copyright © 2018 by Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature
Subject
Medicine & Public Health; Medicine/Public Health, general; Gynecology; Intensive / Critical Care Medicine; Psychotherapy; Reproductive Medicine
ISSN
0935-7335
eISSN
1437-1618
D.O.I.
10.1007/s00481-018-0482-z
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Abstract

Ethik Med (2018) 30:173–176 https://doi.org/10.1007/s00481-018-0482-z REZENSION Karin Kersting (2016) Die Theorie des Coolout und ihre Bedeutung für die Pflegeausbildung Mabuse, Frankfurt am Main, 301 Seiten, 39,95 C, ISBN 978-3-86321-285-8 Heike Baranzke Online publiziert: 16. April 2018 © Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018 In Analogie zu Adornos berühmtem Satz aus den „Minima Moralia“: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“, könnte man Karin Kerstings Theorie des Coolout in der Pflege auf die Formel bringen: Es gibt keine gute Pflege in einem schlech- ten Gesundheitssystem. Die derzeitigen strukturellen Bedingungen in Deutschland verhindern in der Regel eine patientenorientierte Pflegearbeit. Diese bittere Wahr- heit zu begreifen, darum bemüht sich Kersting seit fast zwei Jahrzehnten. Sie hat dazu ein sozialwissenschaftliches Diagnoseinstrument, die Kälteellipse, entwickelt, mit dem sie typische Reaktionsmuster sichtbar macht, mit denen Pflegende sich auf unterschiedlichen Graden eines Problembewusstseins mit den im Pflegealltag unauflöslichen Widersprüchlichkeiten zu arrangieren versuchen. Dass Pflegekräfte dadurch zugleich genau das System stabilisieren, das ihnen eine gute Pflege struk- turell verunmöglicht, auch das gehört zu Kerstings Theorie des Coolout. Der Neologismus „Coolout“ rekurriert auf das von Adorno entwickelte theore- tische Konzept der „Bürgerlichen Kälte“, das von Kersting im Rahmen ihrer ein- schlägigen Dissertation „Berufsbildung zwischen Anspruch

Journal

Ethik in der MedizinSpringer Journals

Published: Apr 16, 2018

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