Intermediäre Aushandlungsräume

Intermediäre Aushandlungsräume Im Zuge der Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) (2005–2014) der Vereinten Nationen kommt es auf der Ebene der deutschen Bundesländer zu unterschiedlichen Umgängen mit der zentralen Aufforderung der partizipativen Umsetzung der Steuerung und Koordination des Prozesses. Für Governanceanalysen ist dies besonders interessant, da durch das Querschnittsthema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ die Grenzen unterschiedlichster gesellschaftlicher Ebenen bearbeitet werden. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die Handlungskoordination zwischen Zivilgesellschaft und Staat, welche im Folgenden als intermediär bezeichnet wird, zu richten. Das begriffliche Instrumentarium der (Educational) Governanceanalyse erweist sich allerdings in Bezug auf diese grenzübergreifenden Handlungsabstimmungen als unzureichend, um die spezifischen Qualitäten dieser neuen Strukturen differenziert zu beschreiben. Wir treten diesem Problem durch eine wechselseitige Betrachtung empirischer Prozessrekonstruktionen und theoretischer Überlegungen entgegen. So können sechs Dimensionen entwickelt werden, die es ermöglichen die intermediären Aushandlungsräume in ihrer Qualität zu beschreiben und qualitativ zu differenzieren. Diese umfassen direkte intermediäre Interaktion zwischen zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteuren, divergierende Interessen zwischen den Akteuren, die Verhandlungswilligkeit der Akteure, die Verhandlungsfähigkeit der Akeurkonstellation, das gemeinsame Anstreben eines kollektiven Outputs und das Führen von Verhandlungen über die Beschaffenheit des gesamten Sektors. Anhand von Beispielen lassen sich diese Dimensionen veranschaulichen. Diese Heuristik leistet einen Beitrag dazu beschreibende empirische Prozessrekonstruktionen zur Handlungskoordination zivilgesellschaftlicher und staatlicher (kollektiver) Akteure zu generalisieren und zu abstrahieren. Dies soll weitere Governanceanalysen nicht nur erleichtern, sondern auch zu neuen Forschungsfragen anstoßen. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Bildungsforschung Springer Journals

Intermediäre Aushandlungsräume

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Publisher
Springer Journals
Copyright
Copyright © 2015 by Springer Fachmedien Wiesbaden
Subject
Social Sciences, general; Demography
ISSN
2190-6890
eISSN
2190-6904
D.O.I.
10.1007/s35834-015-0130-3
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Abstract

Im Zuge der Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) (2005–2014) der Vereinten Nationen kommt es auf der Ebene der deutschen Bundesländer zu unterschiedlichen Umgängen mit der zentralen Aufforderung der partizipativen Umsetzung der Steuerung und Koordination des Prozesses. Für Governanceanalysen ist dies besonders interessant, da durch das Querschnittsthema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ die Grenzen unterschiedlichster gesellschaftlicher Ebenen bearbeitet werden. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die Handlungskoordination zwischen Zivilgesellschaft und Staat, welche im Folgenden als intermediär bezeichnet wird, zu richten. Das begriffliche Instrumentarium der (Educational) Governanceanalyse erweist sich allerdings in Bezug auf diese grenzübergreifenden Handlungsabstimmungen als unzureichend, um die spezifischen Qualitäten dieser neuen Strukturen differenziert zu beschreiben. Wir treten diesem Problem durch eine wechselseitige Betrachtung empirischer Prozessrekonstruktionen und theoretischer Überlegungen entgegen. So können sechs Dimensionen entwickelt werden, die es ermöglichen die intermediären Aushandlungsräume in ihrer Qualität zu beschreiben und qualitativ zu differenzieren. Diese umfassen direkte intermediäre Interaktion zwischen zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteuren, divergierende Interessen zwischen den Akteuren, die Verhandlungswilligkeit der Akteure, die Verhandlungsfähigkeit der Akeurkonstellation, das gemeinsame Anstreben eines kollektiven Outputs und das Führen von Verhandlungen über die Beschaffenheit des gesamten Sektors. Anhand von Beispielen lassen sich diese Dimensionen veranschaulichen. Diese Heuristik leistet einen Beitrag dazu beschreibende empirische Prozessrekonstruktionen zur Handlungskoordination zivilgesellschaftlicher und staatlicher (kollektiver) Akteure zu generalisieren und zu abstrahieren. Dies soll weitere Governanceanalysen nicht nur erleichtern, sondern auch zu neuen Forschungsfragen anstoßen.

Journal

Zeitschrift für BildungsforschungSpringer Journals

Published: May 7, 2015

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