Insellösungen verhindern

Insellösungen verhindern KOMMENTAR Von Thorsten Lenk eine Frage: Collaboration ist das Thema der Stunde – „Connected Worlds“ war ein Schwerpunkt der KCeBIT, die „c’t“ brachte Zusammenarbeit über das Internet in Ausgabe 1/2010 als Titelthema, auch „t3n“ publizierte gleichzeitig ein Collaboration-Special und lieferte eine ausführliche Marktübersicht. Die Liste ließe sich nahezu beliebig fortsetzen. Wieder einmal wird das Internet mit einer großen Zahl an Diensten zu einer Art Wundertüte, die alle glück- lich macht: Amazon bietet kostengünstigen und sicheren Speicherplatz im Netz, Adobe setzt unter ande- rem auf Web-Conferencing („Connect“), Microsoft verlängert die Werkbank des modernen Büroarbeiters durch „Office Live“ und „Azure“, Google sucht gleich mit mehreren Diensten („Docs“, „Apps“, „Wave“) nach dem nächsten profitablen Geschäftsbereich. Doch das ist längst noch nicht alles: Von Voice-over-IP (Sipgate) über Rechnungslegung und Finanzbuch - haltung (Fastbill), Newsletter- (Agnitas) und CRM-Lösungen (Salesforce) bis zu Projektmanagement (pro- Thorsten Lenk jectfacts) und Groupware (teamspace) reicht die Palette der neuen Premium-Dienste aus dem Web. Die Vorteile für Kunden sind seit langem bekannt: ■ Desktop-PCs und Laptops brauchen deutlich weniger Rechenleistung, wenn sie nur noch das Zugangs- gerät zum Internet als „Softwareladen“ sind. ■ Hohe Anschaffungskosten entfallen. Stabile und planbare „CPU“ (Cost-per-User) entlasten den Investitionsetat. SaaS gestattet flexibles „Customizing“, also „Just-in-Time“ An- und Abschalten weiterer Lizenzen per Mausklick. ■ Externe (Lieferanten und Kunden) können projektweise eingebunden werden. So lassen sich zum Teil massive Einsparpotenziale freilegen. ■ Kunden bekommen fast monatlich ein besseres Produkt, da neue Features sofort allen Nutzern zur Ver- fügung stehen und nicht erst ein teures Upgrade vorzunehmen und zu installieren ist. ■ Dienste und Services sind 24/7 überall und jederzeit verfügbar, wo es Internetzugang gibt. Zudem sind heute weder Ladenzeiten noch hohe Sicherheitsanforderungen ein Hindernis: Frustrierte Nut- zer gehören aufgrund immer höherer Übertragungsraten (auch bei mobiler Nutzung) der Vergangenheit an. Eine Software-Installation auf dem Firmenserver und SSL-verschlüsselter Zugang machen Dokumente auch in Arbeitsbereichen mit extrem hohen Auflagen so zugriffssicher wie in einem Panzerschrank. Das Engagement der IT-Giganten und das Medieninteresse deuten darauf hin, dass das „Software-as-a- Service“-Konzept in diesem und im kommenden Jahr nachhaltig den Durchbruch schaffen könnte. Es mag in dieser Situation wie eine ketzerische Frage klingen: Aber hat die SaaS-Branche selbst alle Haus- aufgaben erledigt und muss nur noch gelassen auf den anstehenden Kundenansturm warten? Ich meine, nein. Eine wirkliche Herausforderung für alle (!) Anbieter bleibt, dass Kompatibilitätsprobleme das neue Interesse der Kunden nicht sofort wieder ausbremsen – oder im entscheidenden Moment ein Blick auf die Migrationskosten eine positive Kostenrechnung über den Haufen werfen. Welches Unternehmen will zudem schon seine Inhalte in eine Datenbank über- tragen und sich damit auf Gedeih und Verderb an einen Anbieter ketten? Meine Überzeugung ist: Die wirklichen Vorteile der Webdienste werden sich nur dann vollständig ausschöpfen lassen, wenn der Kunde die Möglichkeit hat, seine Daten über Schnittstellen auch für andere Anwendungen zu nut- zen. Portabilität bedeutet dabei auch, vorhandene Informationen für die eigene lokale EDV zu verwenden. Im Idealfall fließen Inhalte zu jedem Zeit- punkt genau in die Systeme, die der Kunde gerade benötigt. So ist für mich klar: Wir brauchen offene Schnittstellen, damit sich SaaS auf breiter Front durchsetzt. Von Thorsten Lenk Vorstandsvorsitzender der 5 POINT AG WuM 02 . 2010 http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Wirtschaftsinformatik & Management Springer Journals

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Publisher
Gabler Verlag
Copyright
Copyright © 2010 by Springer Fachmedien Wiesbaden
Subject
Economics / Management Science; Business Information Systems
ISSN
1867-5905
eISSN
1867-5913
D.O.I.
10.1007/BF03248249
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Abstract

KOMMENTAR Von Thorsten Lenk eine Frage: Collaboration ist das Thema der Stunde – „Connected Worlds“ war ein Schwerpunkt der KCeBIT, die „c’t“ brachte Zusammenarbeit über das Internet in Ausgabe 1/2010 als Titelthema, auch „t3n“ publizierte gleichzeitig ein Collaboration-Special und lieferte eine ausführliche Marktübersicht. Die Liste ließe sich nahezu beliebig fortsetzen. Wieder einmal wird das Internet mit einer großen Zahl an Diensten zu einer Art Wundertüte, die alle glück- lich macht: Amazon bietet kostengünstigen und sicheren Speicherplatz im Netz, Adobe setzt unter ande- rem auf Web-Conferencing („Connect“), Microsoft verlängert die Werkbank des modernen Büroarbeiters durch „Office Live“ und „Azure“, Google sucht gleich mit mehreren Diensten („Docs“, „Apps“, „Wave“) nach dem nächsten profitablen Geschäftsbereich. Doch das ist längst noch nicht alles: Von Voice-over-IP (Sipgate) über Rechnungslegung und Finanzbuch - haltung (Fastbill), Newsletter- (Agnitas) und CRM-Lösungen (Salesforce) bis zu Projektmanagement (pro- Thorsten Lenk jectfacts) und Groupware (teamspace) reicht die Palette der neuen Premium-Dienste aus dem Web. Die Vorteile für Kunden sind seit langem bekannt: ■ Desktop-PCs und Laptops brauchen deutlich weniger Rechenleistung, wenn sie nur noch das Zugangs- gerät zum Internet als „Softwareladen“ sind. ■ Hohe Anschaffungskosten entfallen. Stabile und planbare „CPU“ (Cost-per-User) entlasten den Investitionsetat. SaaS gestattet flexibles „Customizing“, also „Just-in-Time“ An- und Abschalten weiterer Lizenzen per Mausklick. ■ Externe (Lieferanten und Kunden) können projektweise eingebunden werden. So lassen sich zum Teil massive Einsparpotenziale freilegen. ■ Kunden bekommen fast monatlich ein besseres Produkt, da neue Features sofort allen Nutzern zur Ver- fügung stehen und nicht erst ein teures Upgrade vorzunehmen und zu installieren ist. ■ Dienste und Services sind 24/7 überall und jederzeit verfügbar, wo es Internetzugang gibt. Zudem sind heute weder Ladenzeiten noch hohe Sicherheitsanforderungen ein Hindernis: Frustrierte Nut- zer gehören aufgrund immer höherer Übertragungsraten (auch bei mobiler Nutzung) der Vergangenheit an. Eine Software-Installation auf dem Firmenserver und SSL-verschlüsselter Zugang machen Dokumente auch in Arbeitsbereichen mit extrem hohen Auflagen so zugriffssicher wie in einem Panzerschrank. Das Engagement der IT-Giganten und das Medieninteresse deuten darauf hin, dass das „Software-as-a- Service“-Konzept in diesem und im kommenden Jahr nachhaltig den Durchbruch schaffen könnte. Es mag in dieser Situation wie eine ketzerische Frage klingen: Aber hat die SaaS-Branche selbst alle Haus- aufgaben erledigt und muss nur noch gelassen auf den anstehenden Kundenansturm warten? Ich meine, nein. Eine wirkliche Herausforderung für alle (!) Anbieter bleibt, dass Kompatibilitätsprobleme das neue Interesse der Kunden nicht sofort wieder ausbremsen – oder im entscheidenden Moment ein Blick auf die Migrationskosten eine positive Kostenrechnung über den Haufen werfen. Welches Unternehmen will zudem schon seine Inhalte in eine Datenbank über- tragen und sich damit auf Gedeih und Verderb an einen Anbieter ketten? Meine Überzeugung ist: Die wirklichen Vorteile der Webdienste werden sich nur dann vollständig ausschöpfen lassen, wenn der Kunde die Möglichkeit hat, seine Daten über Schnittstellen auch für andere Anwendungen zu nut- zen. Portabilität bedeutet dabei auch, vorhandene Informationen für die eigene lokale EDV zu verwenden. Im Idealfall fließen Inhalte zu jedem Zeit- punkt genau in die Systeme, die der Kunde gerade benötigt. So ist für mich klar: Wir brauchen offene Schnittstellen, damit sich SaaS auf breiter Front durchsetzt. Von Thorsten Lenk Vorstandsvorsitzender der 5 POINT AG WuM 02 . 2010

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Wirtschaftsinformatik & ManagementSpringer Journals

Published: Jul 20, 2012

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