Hosenträger statt Gürtel!

Hosenträger statt Gürtel! A K T U E L L E M E D I Z I N . R EP O R T Ulzera. „Nur bei Patienten unter 50 Jah - ren, die keine Alarmsymptome haben, kann sofort ein erapieversuch gestar- Hosenträger statt Gürtel! tet werden“, so Albert. Ansprechen auf PPI beweist noch Zur Verhinderung von Refluxsymptomen sollten Sie übergewichtigen Patienten mit keine Refluxerkrankung Refluxerkrankung empfehlen, vom Gürtel auf Man sollte jedoch bedenken, dass die Hosenträger umzusteigen. Das ist das Ergeb- klinische Diagnose Reƒuxkrankheit nur nis einer Studie bei 14 adipösen Patienten mit in ca. 70% der Fälle mittels Endoskopie einer erosiven Refluxösophagitis. oder pH-Metrie bestätigt werden kann. Untersucht wurden die Auswirkungen eines Auch das Ansprechen von Patienten mit standardisierten Hüftgürtels auf den intra- thorakalen oder epigastrischen Be- gastralen Druck. Durch den Gürtel wurde die- schwerden auf eine PPI-erapie ist ser nüchtern um 6,9 mmHg und postpran dial noch lange kein Beweis für die Diagno- sogar um 9,0 mmHg erhöht. Auch stieg unter se Reƒux. In einer entsprechenden Stu- dem Gürtel die Häufigkeit des gastroösopha- die sprachen 69% der Patienten mit einer gealen Säurerefluxes um das Achtfache und Reƒuxkrankheit, aber auch 51% ohne die Anzahl der postprandialen Refluxereig- eine solche auf den PPI an. nisse verdoppelte sich. Die Dauer der öso- Die Standardtherapie bei der Reƒux- phagealen Clearance verlängerte sich von 23 auf 81 Sekunden. sti krankheit sind PPI. Sie wirken sowohl bei erosivem als auch bei nicht-erosivem Reƒux. „Doch man muss bedenken, dass durch PPI die Zahl der Reƒuxepisoden nicht wesentlich reduziert wird, sondern es kommt unter diesem Medikament nur zu einer Reduktion des Säuregehalts Häufig reicht eine intermittierende Wochen sollte die PPI-Behandlung mit beim Reƒux“, betonte Albert. Eine Kon- Therapie aus der niedrigsten noch wirksamen Dosis trolle des Symptoms „Sodbrennen“ ge- Eine empirische PPI-erapie bei jungen fortgeführt werden. Nur ein Teil der Pa- linge mit einem PPI deshalb auch besser Patienten mit typischen Symptomen tienten benötigt eine dauerha›e PPI- als die Kontrolle des Symptoms „Regur- führt in der Regel zu einer raschen Be- Medikation, in vielen Fällen ist eine in- gitation“. Ist die Wirkung der üblichen schwerdefreiheit. „Wenn nicht, sollte zu- termittierende On-demand-erapie Dosis nicht ausreichend, kann entweder nächst eine Gastroskopie durchgeführt ausreichend. Änderungen des Lebens- die Dosis erhöht oder auf einen anderen werden“, so Albert. Bei ausreichender stils und insbesondere eine Gewichtsab- PPI gewechselt werden. Symptomkontrolle nach vier bis acht nahme können wesentlich zu einer ef- fektiven erapie beitragen. Bei inadäquatem Ansprechen sollte nach dem endoskopischen Ausschluss ei- ner Komplikation nochmals auf die kor- rekte Einnahme des PPI, nämlich 30 bis 45 Minuten vor dem Essen, geachtet wer- den. Auch kann durch eine Au›eilung der Dosis auf zwei bis vier Einzelgaben der E¤ekt verstärkt werden. Alternativ kann auf ein anderes Präparat gewech- selt werden. Eine sinnvolle Option für Patienten mit Restbeschwerden unter ei- nem PPI ist auch Alginat. Nur bei schwe- rer, therapierefraktärer Symptomatik, vor allem bei starker Regurgitation, soll- ten endoskopische oder operative Anti- reƒuxverfahren diskutiert werden. Bei allen Re uxpatienten Dr. Peter Stiefelhagen über 50 Jahren sollte man endoskopieren. ■ Quelle: XVII. Gastroenterologie-Seminarwoche Titisee, 24.2.2018 MMW Fortschritte der Medizin 2018 . 10 / 160 11 © Kot63 / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen) © Dennis Cox / stock.adobe.com http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png MMW - Fortschritte der Medizin Springer Journals

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Publisher
Springer Journals
Copyright
Copyright © 2018 by Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature
Subject
Medicine & Public Health; General Practice / Family Medicine; Internal Medicine
ISSN
1438-3276
eISSN
1613-3560
D.O.I.
10.1007/s15006-018-0552-7
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Abstract

A K T U E L L E M E D I Z I N . R EP O R T Ulzera. „Nur bei Patienten unter 50 Jah - ren, die keine Alarmsymptome haben, kann sofort ein erapieversuch gestar- Hosenträger statt Gürtel! tet werden“, so Albert. Ansprechen auf PPI beweist noch Zur Verhinderung von Refluxsymptomen sollten Sie übergewichtigen Patienten mit keine Refluxerkrankung Refluxerkrankung empfehlen, vom Gürtel auf Man sollte jedoch bedenken, dass die Hosenträger umzusteigen. Das ist das Ergeb- klinische Diagnose Reƒuxkrankheit nur nis einer Studie bei 14 adipösen Patienten mit in ca. 70% der Fälle mittels Endoskopie einer erosiven Refluxösophagitis. oder pH-Metrie bestätigt werden kann. Untersucht wurden die Auswirkungen eines Auch das Ansprechen von Patienten mit standardisierten Hüftgürtels auf den intra- thorakalen oder epigastrischen Be- gastralen Druck. Durch den Gürtel wurde die- schwerden auf eine PPI-erapie ist ser nüchtern um 6,9 mmHg und postpran dial noch lange kein Beweis für die Diagno- sogar um 9,0 mmHg erhöht. Auch stieg unter se Reƒux. In einer entsprechenden Stu- dem Gürtel die Häufigkeit des gastroösopha- die sprachen 69% der Patienten mit einer gealen Säurerefluxes um das Achtfache und Reƒuxkrankheit, aber auch 51% ohne die Anzahl der postprandialen Refluxereig- eine solche auf den PPI an. nisse verdoppelte sich. Die Dauer der öso- Die Standardtherapie bei der Reƒux- phagealen Clearance verlängerte sich von 23 auf 81 Sekunden. sti krankheit sind PPI. Sie wirken sowohl bei erosivem als auch bei nicht-erosivem Reƒux. „Doch man muss bedenken, dass durch PPI die Zahl der Reƒuxepisoden nicht wesentlich reduziert wird, sondern es kommt unter diesem Medikament nur zu einer Reduktion des Säuregehalts Häufig reicht eine intermittierende Wochen sollte die PPI-Behandlung mit beim Reƒux“, betonte Albert. Eine Kon- Therapie aus der niedrigsten noch wirksamen Dosis trolle des Symptoms „Sodbrennen“ ge- Eine empirische PPI-erapie bei jungen fortgeführt werden. Nur ein Teil der Pa- linge mit einem PPI deshalb auch besser Patienten mit typischen Symptomen tienten benötigt eine dauerha›e PPI- als die Kontrolle des Symptoms „Regur- führt in der Regel zu einer raschen Be- Medikation, in vielen Fällen ist eine in- gitation“. Ist die Wirkung der üblichen schwerdefreiheit. „Wenn nicht, sollte zu- termittierende On-demand-erapie Dosis nicht ausreichend, kann entweder nächst eine Gastroskopie durchgeführt ausreichend. Änderungen des Lebens- die Dosis erhöht oder auf einen anderen werden“, so Albert. Bei ausreichender stils und insbesondere eine Gewichtsab- PPI gewechselt werden. Symptomkontrolle nach vier bis acht nahme können wesentlich zu einer ef- fektiven erapie beitragen. Bei inadäquatem Ansprechen sollte nach dem endoskopischen Ausschluss ei- ner Komplikation nochmals auf die kor- rekte Einnahme des PPI, nämlich 30 bis 45 Minuten vor dem Essen, geachtet wer- den. Auch kann durch eine Au›eilung der Dosis auf zwei bis vier Einzelgaben der E¤ekt verstärkt werden. Alternativ kann auf ein anderes Präparat gewech- selt werden. Eine sinnvolle Option für Patienten mit Restbeschwerden unter ei- nem PPI ist auch Alginat. Nur bei schwe- rer, therapierefraktärer Symptomatik, vor allem bei starker Regurgitation, soll- ten endoskopische oder operative Anti- reƒuxverfahren diskutiert werden. Bei allen Re uxpatienten Dr. Peter Stiefelhagen über 50 Jahren sollte man endoskopieren. ■ Quelle: XVII. Gastroenterologie-Seminarwoche Titisee, 24.2.2018 MMW Fortschritte der Medizin 2018 . 10 / 160 11 © Kot63 / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen) © Dennis Cox / stock.adobe.com

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Published: May 29, 2018

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