Gewichtszunahme erhöht Darmkrebsrisiko

Gewichtszunahme erhöht Darmkrebsrisiko FO R T BI L D UNG . K R I T IS CH G ELE SEN Wer an Körpergewicht zunimmt, steigert laut einer Metaanalyse sein Risiko, kolorektale Adenome zu entwickeln. Das ist gefährlich, weil Adenome eine gesicherte Vorstufe für kolorektale Karzinome sind. Eine Metaanalyse untersuchte den Obwohl rechnerisch keine eindeutige (z. B. Huxley RR et al. Int J Cancer. Zusammenhang zwischen Gewichtszu- Linearität bestand, war die Wahrschein- 2009;125:171–80). Auch die Adenom-zu- nahme und der Entwicklung von kolo- lichkeit für kolorektale Adenome über Karzinom-Sequenz ist evidenzbasiert. rektalen Adenomen, die als Karzinom- die gesamte Breite der Gewichtszunah- Daher liegt es nahe, dass dieselben Risi- vorstufen bekannt sind. Auf Basis von me erhöht. In drei Studien wurde die kofaktoren für die Ätiologie der Adeno- neun Studien mit 5.507 Erwachse- Assoziation zwischen Gewichtszu- me relevant sind. Hinzu kommen noch nen wurde der E­ekt einer star- nahme und dem Wiederau‡reten der Fasergehalt der Nahrung und der ken Gewichtszunahme von kolorektalen Adenomen Alkohol- und Fleischkonsum. gegenüber stabilem untersucht. Jedoch waren Weißes, viszerales Fettgewebe hat un- Übergewicht sowie die Daten zu begrenzt, günstige metabolische Konsequenzen einer linearen oder um hieraus gesicherte [Keum N et al. Ann Oncol. 2015;26:1101– nicht-linearen Ge- Schlüsse ziehen zu 9]. Dort gebildete Adipokine können das wichtsveränderung können. Wachstum kolorektaler Adenome indu- untersucht. zieren und als Mediator für die Karzi- ■ Schlesinger S, Aleksandrova K, Abar L et al. Adult weight gain and colorectal ade- Die summierte Odds nomsequenz fungieren. nomas–a systematic review and meta-analysis. Ratio für das Au‡reten ko- Der Erfolg der Primär- und Tertiärprä- Ann Oncol. 2017;28:1217–29 lorektaler Adenome bei vention hängt entscheidend von unserer starker Gewichtszunahme KOM M E NTAR Lebensführung ab. Dies bietet eine groß- von im Mittel 17,4  kg im Die Bedeutung verschiedener artige Möglichkeit, das eigene Schicksal Vergleich zu einem stabilen Aspekte der Lebensführung für günstig zu beein§ussen – auch wenn sie Übergewicht betrug 1,39 die Inzidenz des kolorektalen sich so unendlich schwer realisieren (95%-Kon“denz intervall: Karzinoms ist gesichert: Rauchen, lässt. Wir dürfen nicht ermüden, diese Er- 1,17–1,65). Aus sieben der Ernährungs weise, körperliche kenntnisse bereits im Kindergarten zu Studien konnte man errech- Aktivität, Übergewicht und eine vermitteln, und sie gerade in der Nach- nen, dass das Risiko mit jeder Gewichtszunahme im Erwachsenen- sorgephase von Krebspatienten ins Zen- Gewichtszunahme um 5 kg um alter stehen in kausalem Zusam- trum der Bemühungen zu stellen. 7% stieg (95%-KI: 2–11%). menhang mit der Pathogenese Prof. Dr. med. U. R. Kleeberg © Mik122 / Getty Images / iStock http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png MMW - Fortschritte der Medizin Springer Journals

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Publisher
Springer Journals
Copyright
Copyright © 2018 by Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature
Subject
Medicine & Public Health; General Practice / Family Medicine; Internal Medicine
ISSN
1438-3276
eISSN
1613-3560
D.O.I.
10.1007/s15006-018-0574-1
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Abstract

FO R T BI L D UNG . K R I T IS CH G ELE SEN Wer an Körpergewicht zunimmt, steigert laut einer Metaanalyse sein Risiko, kolorektale Adenome zu entwickeln. Das ist gefährlich, weil Adenome eine gesicherte Vorstufe für kolorektale Karzinome sind. Eine Metaanalyse untersuchte den Obwohl rechnerisch keine eindeutige (z. B. Huxley RR et al. Int J Cancer. Zusammenhang zwischen Gewichtszu- Linearität bestand, war die Wahrschein- 2009;125:171–80). Auch die Adenom-zu- nahme und der Entwicklung von kolo- lichkeit für kolorektale Adenome über Karzinom-Sequenz ist evidenzbasiert. rektalen Adenomen, die als Karzinom- die gesamte Breite der Gewichtszunah- Daher liegt es nahe, dass dieselben Risi- vorstufen bekannt sind. Auf Basis von me erhöht. In drei Studien wurde die kofaktoren für die Ätiologie der Adeno- neun Studien mit 5.507 Erwachse- Assoziation zwischen Gewichtszu- me relevant sind. Hinzu kommen noch nen wurde der E­ekt einer star- nahme und dem Wiederau‡reten der Fasergehalt der Nahrung und der ken Gewichtszunahme von kolorektalen Adenomen Alkohol- und Fleischkonsum. gegenüber stabilem untersucht. Jedoch waren Weißes, viszerales Fettgewebe hat un- Übergewicht sowie die Daten zu begrenzt, günstige metabolische Konsequenzen einer linearen oder um hieraus gesicherte [Keum N et al. Ann Oncol. 2015;26:1101– nicht-linearen Ge- Schlüsse ziehen zu 9]. Dort gebildete Adipokine können das wichtsveränderung können. Wachstum kolorektaler Adenome indu- untersucht. zieren und als Mediator für die Karzi- ■ Schlesinger S, Aleksandrova K, Abar L et al. Adult weight gain and colorectal ade- Die summierte Odds nomsequenz fungieren. nomas–a systematic review and meta-analysis. Ratio für das Au‡reten ko- Der Erfolg der Primär- und Tertiärprä- Ann Oncol. 2017;28:1217–29 lorektaler Adenome bei vention hängt entscheidend von unserer starker Gewichtszunahme KOM M E NTAR Lebensführung ab. Dies bietet eine groß- von im Mittel 17,4  kg im Die Bedeutung verschiedener artige Möglichkeit, das eigene Schicksal Vergleich zu einem stabilen Aspekte der Lebensführung für günstig zu beein§ussen – auch wenn sie Übergewicht betrug 1,39 die Inzidenz des kolorektalen sich so unendlich schwer realisieren (95%-Kon“denz intervall: Karzinoms ist gesichert: Rauchen, lässt. Wir dürfen nicht ermüden, diese Er- 1,17–1,65). Aus sieben der Ernährungs weise, körperliche kenntnisse bereits im Kindergarten zu Studien konnte man errech- Aktivität, Übergewicht und eine vermitteln, und sie gerade in der Nach- nen, dass das Risiko mit jeder Gewichtszunahme im Erwachsenen- sorgephase von Krebspatienten ins Zen- Gewichtszunahme um 5 kg um alter stehen in kausalem Zusam- trum der Bemühungen zu stellen. 7% stieg (95%-KI: 2–11%). menhang mit der Pathogenese Prof. Dr. med. U. R. Kleeberg © Mik122 / Getty Images / iStock

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Published: May 29, 2018

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