Gestillte Kinder haben resilientere Därme

Gestillte Kinder haben resilientere Därme FO R T BI L D UNG . K R I T IS CH G ELE SEN Säuglinge sollten sechs Monate lang vollgestillt werden – doch immer weniger Mütter halten sich daran. Dabei könnten sie so das Risiko chronisch entzündlicher Darmerkrankungen bei ihren Kindern senken. Für eine Metaanalyse zum Zusam- Die Dauer der Stillzeit hatte einen signi- ein™usst und die sich ausbildende muko- menhang von Stillen und chronisch ent- ˆkanten Einšuss auf die Risikominde- sale Immunität verbessert. Außerdem zündlicher Darmerkrankung (CED) rung im Sinne einer Dosis-Wirkungsbe- enthält die Muttermilch direkt anti- wurden 35 Studien mit insgesamt 7.536 ziehung. Bei einer Stillzeit von mindes- mikrobiell wirksame Substanzen wie Morbus-Crohn- und 7.353 Colitis -ulce- tens zwölf Monaten war das CED-Risiko Lysozym und Lactoferrin sowie Immun- rosa-Patienten und mehr als 330.000 um rund 80% reduziert. globuline, die vor gastrointestinalen Kontrollpersonen selektiert. Infekten schützen. ■ Xu L, Lochhead P, Ko Y et al. Systematic review with meta- analysis: breastfeeding and the risk of Crohn’s disease and Die Analyse ergab, dass Personen, die Die Nationale Stillkommission empžehlt ulcerative colitis. Aliment Pharmacol Ther. 2017;46:780 –9 als Kinder gestillt wurden, ein signiˆ- ausschließliches Stillen in den ersten kant erniedrigtes Risiko für Morbus sechs Monaten für die Mehrzahl der Crohn aufwiesen (Odds Ratio [OR]: 0,71, KOM M E NTAR Säuglinge. Derzeit werden ca. 70% der 95%-Konˆdenzintervall: 0,59–0,85, p < Die Ergebnisse dieser Metaanalyse spre- Säuglinge nach zwei Monaten noch ge- 0,001). Das galt auch für Colitis ulcerosa chen sehr überzeugend für einen protek- stillt, nach sechs Monaten noch 40–50%. (OR: 0,78, 0,67–0,91, p < 0,001). Ein Vor- tiven E—ekt von Stillen, auch wenn der Der Rückgang des Anteils gestillter Kin- teil ergab sich sowohl für Erkrankungen Mechanismus noch nicht geklärt ist. Ge- der könnte für den Anstieg der CED-Inzi- mit Erstmanifestation im Kindes- als sichert ist, dass Stillen die Komposition denz mitverantwortlich sein. auch im Jugend- oder Erwachsenenalter. des gastrointestinalen Mikrobioms be- Prof. Dr. med. M. Gross Gute Güte, was hat der Patient da im Hals?! Ein 72-jähriger Mann klagte über eine progressive Schwellung und Schmerzen am Hals linksseitig, zu- letzt auch über Parästhesien und ein Lymphödem am linken Arm. Bei der Untersuchung sah und tastete man an der linken Halsseite einen volu- minösen, weichen, glatten Tumor. Die Haut darüber war unauffällig. Im Ultraschall stellte sich eine echorei- che, gut abgrenzbare, ovale Resis- tenz dar. Beim Kernspin mit Kon- trastmittel zeigte sich eine Läsion mit einer Größe von sage und schreibe 12,2 × 10,8 cm . Sie reichte A B von submandibulär bis ins Media- stinum und verdrängte Larynx, Öso- Gigantisches Lipom im Hals, das Larynx, Ösophagus und Halsarterien verdrängt. phagus und Halsarterien. Alle Anzeichen einschließlich Histologie deuteten auf einen gutartigen Tumor hin, nämlich ein 10 cm und/oder einem Gewicht von 1.000 g als Riesenlipome bzw. Lipom. Es wurde einschließlich Kapsel über einen transzervikalen mit dem englischen Begriff „giant lipomas“ bezeichnet. Zugang entfernt. Lipome können in allen Köperregionen entste- Prof. Dr. med. H. Holzgreve hen. Definitionsgemäß werden sie ab einem Durchmesser von ■ Ralli M, de Vincentiis M, Greco A. First, rule out cancer: giant lipoma. Am J Med. 2018;131:146–7 MMW Fortschritte der Medizin 2018 . 10 / 160 31 © Am J Med. 2018;131:146–7 http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png MMW - Fortschritte der Medizin Springer Journals

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Publisher
Springer Journals
Copyright
Copyright © 2018 by Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature
Subject
Medicine & Public Health; General Practice / Family Medicine; Internal Medicine
ISSN
1438-3276
eISSN
1613-3560
D.O.I.
10.1007/s15006-018-0572-3
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Abstract

FO R T BI L D UNG . K R I T IS CH G ELE SEN Säuglinge sollten sechs Monate lang vollgestillt werden – doch immer weniger Mütter halten sich daran. Dabei könnten sie so das Risiko chronisch entzündlicher Darmerkrankungen bei ihren Kindern senken. Für eine Metaanalyse zum Zusam- Die Dauer der Stillzeit hatte einen signi- ein™usst und die sich ausbildende muko- menhang von Stillen und chronisch ent- ˆkanten Einšuss auf die Risikominde- sale Immunität verbessert. Außerdem zündlicher Darmerkrankung (CED) rung im Sinne einer Dosis-Wirkungsbe- enthält die Muttermilch direkt anti- wurden 35 Studien mit insgesamt 7.536 ziehung. Bei einer Stillzeit von mindes- mikrobiell wirksame Substanzen wie Morbus-Crohn- und 7.353 Colitis -ulce- tens zwölf Monaten war das CED-Risiko Lysozym und Lactoferrin sowie Immun- rosa-Patienten und mehr als 330.000 um rund 80% reduziert. globuline, die vor gastrointestinalen Kontrollpersonen selektiert. Infekten schützen. ■ Xu L, Lochhead P, Ko Y et al. Systematic review with meta- analysis: breastfeeding and the risk of Crohn’s disease and Die Analyse ergab, dass Personen, die Die Nationale Stillkommission empžehlt ulcerative colitis. Aliment Pharmacol Ther. 2017;46:780 –9 als Kinder gestillt wurden, ein signiˆ- ausschließliches Stillen in den ersten kant erniedrigtes Risiko für Morbus sechs Monaten für die Mehrzahl der Crohn aufwiesen (Odds Ratio [OR]: 0,71, KOM M E NTAR Säuglinge. Derzeit werden ca. 70% der 95%-Konˆdenzintervall: 0,59–0,85, p < Die Ergebnisse dieser Metaanalyse spre- Säuglinge nach zwei Monaten noch ge- 0,001). Das galt auch für Colitis ulcerosa chen sehr überzeugend für einen protek- stillt, nach sechs Monaten noch 40–50%. (OR: 0,78, 0,67–0,91, p < 0,001). Ein Vor- tiven E—ekt von Stillen, auch wenn der Der Rückgang des Anteils gestillter Kin- teil ergab sich sowohl für Erkrankungen Mechanismus noch nicht geklärt ist. Ge- der könnte für den Anstieg der CED-Inzi- mit Erstmanifestation im Kindes- als sichert ist, dass Stillen die Komposition denz mitverantwortlich sein. auch im Jugend- oder Erwachsenenalter. des gastrointestinalen Mikrobioms be- Prof. Dr. med. M. Gross Gute Güte, was hat der Patient da im Hals?! Ein 72-jähriger Mann klagte über eine progressive Schwellung und Schmerzen am Hals linksseitig, zu- letzt auch über Parästhesien und ein Lymphödem am linken Arm. Bei der Untersuchung sah und tastete man an der linken Halsseite einen volu- minösen, weichen, glatten Tumor. Die Haut darüber war unauffällig. Im Ultraschall stellte sich eine echorei- che, gut abgrenzbare, ovale Resis- tenz dar. Beim Kernspin mit Kon- trastmittel zeigte sich eine Läsion mit einer Größe von sage und schreibe 12,2 × 10,8 cm . Sie reichte A B von submandibulär bis ins Media- stinum und verdrängte Larynx, Öso- Gigantisches Lipom im Hals, das Larynx, Ösophagus und Halsarterien verdrängt. phagus und Halsarterien. Alle Anzeichen einschließlich Histologie deuteten auf einen gutartigen Tumor hin, nämlich ein 10 cm und/oder einem Gewicht von 1.000 g als Riesenlipome bzw. Lipom. Es wurde einschließlich Kapsel über einen transzervikalen mit dem englischen Begriff „giant lipomas“ bezeichnet. Zugang entfernt. Lipome können in allen Köperregionen entste- Prof. Dr. med. H. Holzgreve hen. Definitionsgemäß werden sie ab einem Durchmesser von ■ Ralli M, de Vincentiis M, Greco A. First, rule out cancer: giant lipoma. Am J Med. 2018;131:146–7 MMW Fortschritte der Medizin 2018 . 10 / 160 31 © Am J Med. 2018;131:146–7

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Published: May 29, 2018

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