Feline Temporallappenepilepsie – Was lernen wir von unseren Katzen?

Feline Temporallappenepilepsie – Was lernen wir von unseren Katzen? Unter den fokalen Epilepsien der Katze (Felis silvestris catus) sticht die Temporallappenepilepsie (FTLE) durch charakteristische magnetresonanztomographische Veränderungen und das Auftreten orofazialer Automatismen hervor. Histopathologisch finden sich bei der FTLE am häufigsten entzündliche Infiltrate, im Sinne einer oft nekrotisierenden limbischen Enzephalitis (LE) und/oder eine Hippocampussklerose (HS). Serologische und immunhistochemische Untersuchungen bescheinigen der felinen LE (FLE) eine autoimmune Genese. Ihr Auftreten ist nahezu immer mit einer bilateralen HS vergesellschaftet, die sich als totale HS meist auf alle Cornu ammonis (CA)-Segmente erstreckt. Bei anderen strukturellen Hirnläsionen ist die bilaterale Manifestation dagegen eine Seltenheit (<95 %). Erwartungsgemäß ist die Mehrheit der HS-Fälle (76,3 %) mit disruptiven hippokampalen Pathologien vergesellschaftet. Aber auch extrahippokampale Vorderhirnläsionen (26,7 %) und systemische metabolische Ursachen (37,5 %) können bei der epileptischen Katze mit einer HS einhergehen. Während die weite Mehrzahl der Hippocampuspathologien polysegmentale Neuronenverluste aufweist, scheint die HS bei extrahippokampalen Läsionen nur einzelne CA-Segmente einzubeziehen. Die segmentalen Differenzen zwischen humaner und feliner HS (FHS) bedürfen weiterer Abklärung. Dennoch scheint sich die FHS bei FTLE infolge ihrer Assoziation mit refraktären Verläufen als Großtiermodell anzubieten. Gleiches gilt für die FLE im Hinblick auf translationale immunbiologische und -therapeutische Studien. Des Weiteren lassen humananaloge Gyrus-dentatus-Veränderungen auf komplementäre Einblicke hoffen. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Epileptologie Springer Journals

Feline Temporallappenepilepsie – Was lernen wir von unseren Katzen?

Loading next page...
 
/lp/springer_journal/feline-temporallappenepilepsie-was-lernen-wir-von-unseren-katzen-9d22CTqoeA
Publisher
Springer Medizin
Copyright
Copyright © 2017 by Springer Medizin Verlag GmbH
Subject
Medicine & Public Health; Neurology
ISSN
1617-6782
eISSN
1610-0646
D.O.I.
10.1007/s10309-017-0121-6
Publisher site
See Article on Publisher Site

Abstract

Unter den fokalen Epilepsien der Katze (Felis silvestris catus) sticht die Temporallappenepilepsie (FTLE) durch charakteristische magnetresonanztomographische Veränderungen und das Auftreten orofazialer Automatismen hervor. Histopathologisch finden sich bei der FTLE am häufigsten entzündliche Infiltrate, im Sinne einer oft nekrotisierenden limbischen Enzephalitis (LE) und/oder eine Hippocampussklerose (HS). Serologische und immunhistochemische Untersuchungen bescheinigen der felinen LE (FLE) eine autoimmune Genese. Ihr Auftreten ist nahezu immer mit einer bilateralen HS vergesellschaftet, die sich als totale HS meist auf alle Cornu ammonis (CA)-Segmente erstreckt. Bei anderen strukturellen Hirnläsionen ist die bilaterale Manifestation dagegen eine Seltenheit (<95 %). Erwartungsgemäß ist die Mehrheit der HS-Fälle (76,3 %) mit disruptiven hippokampalen Pathologien vergesellschaftet. Aber auch extrahippokampale Vorderhirnläsionen (26,7 %) und systemische metabolische Ursachen (37,5 %) können bei der epileptischen Katze mit einer HS einhergehen. Während die weite Mehrzahl der Hippocampuspathologien polysegmentale Neuronenverluste aufweist, scheint die HS bei extrahippokampalen Läsionen nur einzelne CA-Segmente einzubeziehen. Die segmentalen Differenzen zwischen humaner und feliner HS (FHS) bedürfen weiterer Abklärung. Dennoch scheint sich die FHS bei FTLE infolge ihrer Assoziation mit refraktären Verläufen als Großtiermodell anzubieten. Gleiches gilt für die FLE im Hinblick auf translationale immunbiologische und -therapeutische Studien. Des Weiteren lassen humananaloge Gyrus-dentatus-Veränderungen auf komplementäre Einblicke hoffen.

Journal

Zeitschrift für EpileptologieSpringer Journals

Published: Mar 24, 2017

References

You’re reading a free preview. Subscribe to read the entire article.


DeepDyve is your
personal research library

It’s your single place to instantly
discover and read the research
that matters to you.

Enjoy affordable access to
over 18 million articles from more than
15,000 peer-reviewed journals.

All for just $49/month

Explore the DeepDyve Library

Search

Query the DeepDyve database, plus search all of PubMed and Google Scholar seamlessly

Organize

Save any article or search result from DeepDyve, PubMed, and Google Scholar... all in one place.

Access

Get unlimited, online access to over 18 million full-text articles from more than 15,000 scientific journals.

Your journals are on DeepDyve

Read from thousands of the leading scholarly journals from SpringerNature, Elsevier, Wiley-Blackwell, Oxford University Press and more.

All the latest content is available, no embargo periods.

See the journals in your area

DeepDyve

Freelancer

DeepDyve

Pro

Price

FREE

$49/month
$360/year

Save searches from
Google Scholar,
PubMed

Create lists to
organize your research

Export lists, citations

Read DeepDyve articles

Abstract access only

Unlimited access to over
18 million full-text articles

Print

20 pages / month

PDF Discount

20% off