Ernährungstherapie bei Tumorpatienten

Ernährungstherapie bei Tumorpatienten aktuell Rezeptors 9 verbirgt, weiterverfolgt. Eine Phase-II-Studie mit Standardempfehlungen für die Deeskalation der –erapie Patienten mit metastasiertem CRC und Krankheitskontrolle können derzeit nicht ausgesprochen werden. „Die Wahl der Er- nach Chemotherapie hatte insbesondere bei denjenigen mit par- haltungsstrategie sollte die Patientenpräferenz berücksichtigen“, tiellem Ansprechen auf die Induktionstherapie einen günstigen betonte Hegewisch-Becker und sagte in Bezug auf –erapiepau - E ekt der Impfung auf das PFS im Vergleich zu Placebo gezeigt sen: „Wir können den Patienten vielleicht eine schöne Reise ge- [Schmoll HJ et al. J Cancer Res Clin Oncol. 2014; 140 (9): nehmigen, aber ich glaube nicht dass eine Weltreise möglich ist.“ 1615 – 24]. Friederike Klein Bei Patienten mit for tgeschrittener Tumorerkrankung enten? „Letztendlich entscheidend ist, was der Patient selbst unter onkologischer Therapie sind die Er fassung und möchte“, sagte Oechsle. Wichtig für die Entscheidung, ob und konsequente Behandlung einer Mangelernährung welche therapeutischen Maßnahmen ergri en werden, sei zu- von erheblicher Bedeutung für das klinische Behand- dem die konkrete Erkrankungssituation: Ist die Kachexie rever- lungsergebnis und die Lebensqualität. sibel? Oder ist die Prognose des Patienten mit weniger als vier Wochen limitiert und die Kachexie refraktär? Säulen der Kachexietherapie sind Nährsto zufuhr, Beratung Nahrungsaufnahme ist für alle Menschen wichtig – nicht nur, und nicht zuletzt körperliche Aktivität. Einer oralen –erapie um den Organismus zu erhalten: „Essen und Trinken haben sollte stets der Vorzug vor der enteralen und der parenteralen auch kulturell und gesellscha¢lich eine große Bedeutung. So –erapie gegeben werden. Medikamentöse Appetitsteigerung werden Einladungen o¢ zum Essen ausgesprochen, man kocht ist bei Bedarf möglich, eine psychologisch-seelsorgerische Un - zusammen, und auch in vielen Religionen steht das Mahl im terstützung kann unterstützend wirken. In der letzten Lebens- Mittelpunkt ritueller Handlungen“, erläuterte Prof. Karin phase sollte nur noch eine symptomorientierte Ernährungsthe- Oechsle, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. rapie vorgenommen werden. „Es ist de±nitiv ärztliche Aufgabe, Gerade bei Krankheit, Stress und in der Rekonvaleszenz sei dem –ema Ernährung Aufmerksamkeit zu schenken“, betonte eine gute Ernährung wichtig. „Das ist den meisten Menschen Oechsle abschließend. Dr. Silke Wedekind bewusst, und deshalb ist es für Krebspatienten o¢ sehr belas- tend, wenn sie zwar gerne essen möchten, es aber nicht können. Die Angehörigen fühlen sich zudem hil¦os, weil sie dem Pati- enten das Essen gerne ermöglichen würden“, betonte Oechsle. Pankreas-Ca: Noch immer kein Standard für perioperative Therapie Malnutrition und Tumorkachexie Von Mangelernährung sind zwischen 40 % und 80 % der onko- Während der DGHO-Jahrestagung wurde für die Teilnahme an Studien logischen Patienten betro en. Sie ist charakterisiert durch eine zur perioperativen Therapie beim Pankreaskarzinom geworben. mangelnde Zufuhr an Energie, Proteinen, Vitaminen und Spu- Bei Patienten mit einem lokalen duktalen Adenokarzinom des Pankreas (PDAC) ist nach Ansicht von Prof. Volker Kunzmann, Universitätsklinikum renelementen, die infolge von Funktionsstörungen des Gastro- Würzburg, ein präzises prätherapeutisches Staging essenziell. „Jeder Pa- intestinaltrakts wie Mukositis, Schluckstörungen, Übelkeit oder tient mit lokalisiertem oder lokal fortgeschrittenem PDAC soll in einem Schmerzen entsteht. „Die Konsequenz der verminderten Ener- Tumorboard interdisziplinär besprochen werden“, erklärte Kunzmann. gieaufnahme ist primär ein Fettverlust“, erläuterte Oechsle. Da - Eine Prognoseverbesserung sei nur durch eine Optimierung oder eine In- gegen sei die Tumorkachexie, die primär zu einem Muskelver - tensivierung der perioperativen Systemtherapie mit dem Ziel der R0-Re- lust führe, eine Sto wechselstörung: „Sie wird durch den Tumor sektion zu erwarten. Dies hätten die Ergebnisse der ESPAC-Studien klar selbst verursacht, geht o¢ mit Entzündungsreaktionen und ei- gezeigt. In der aktuellen ESPAC-4-Studie etwa mit PDAC-Patienten nach R0 - beziehungsweise R1-Resek tion wurde die Wirksamkeit der Kombina- nem erhöhten Grundumsatz einher“, erklärte die Palliativme- tion aus Gemcitabin plus Capecitabin mit der einer Gemcitabin-Mono- dizinerin. therapie verglichen – mit einem Vor teil beim Gesamtüberleben durch die Kombinationstherapie. Entscheidungsfindung nach Krankheitssituation „Wir haben nach wie vor keinen Standard für die perioperative Therapie“, Vor der Entscheidung, ob eine Ernährungstherapie vorgenom- betonte Kunzmann. Das betreffe sowohl die Art und die Dauer als auch men wird, sollte eine Abklärung der Ursache für die Malnutri- die Sequenz der Behandlung. Deswegen empfahl er den Kollegen, die tion oder Tumorkachexie stehen: Gibt es physikalische Behin- derzeit dazu laufenden Studien in Deutschland zu unterstützen. Im Fokus derungen oder Appetitlosigkeit, die verhindern, dass der Pati- steht zum einen die NEONAX-Studie mit Patienten, die an einem resekta- ent isst und trinkt? Ist es der dezidierte Wille des Patienten, blen Pankreaskarzinom erkrank t sind, in der ein neoadjuvanter Ansatz mit keine Nahrung aufzunehmen? Wie sind Prognose und Krank- Gemcitabin/nab-Paclitaxel geprüf t wird. Zum anderen läuf t die NEOLAP- Studie, an der Patienten mit lokal fortgeschrittenem Pankreaskarzinom heitsdynamik – gibt es onkologische –erapieoptionen? Was ist teilnehmen, in der auch der Nutzen des FOLFIRINOX-Regimes und eine das Ziel der Behandlung – Beseitigung von Mangelernährung explorative Laparotomie geprüf t werden. Peter Leiner und Kachexie, Erfüllung von Erwartungen beim Patienten oder den Angehörigen oder Lindern eines Leidensdrucks beim Pati- GASTRO-NEWS 2017; 04 (2) 55 http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Gastro-News Springer Journals

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Copyright © 2017 by Springer Medizin Verlag GmbH
Subject
Medicine & Public Health; Gastroenterology; Internal Medicine; Hepatology; Colorectal Surgery
ISSN
1869-1005
eISSN
2520-8667
D.O.I.
10.1007/s15036-017-0288-8
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