Endovaskuläre oder chirurgische Therapie der Karotis-interna-Stenose

Endovaskuläre oder chirurgische Therapie der Karotis-interna-Stenose Dilatation und Stenten der Karotis-interna-Abgangsstenose sind bisher nur mit Zurückhaltung durchgeführt worden, doch nimmt die Zahl der Mitteilungen zu. Pilotstudien belegen die technische Durchführbarkeit und berichten teilweise über erstaunlich niedrige Komplikationsraten. Vorläufige Mitteilungen einiger kontrollierter Studien zeigen zwar eine höhere zerebrale Komplikationsrate, doch werden die Ergebnisse als ermutigend gewertet. Steigende „learning curve“ mit Erwartung einer abnehmenden Komplikationsrate und Vermeidung eines operativen Eingriffs sind die angestrebten Ziele. Teilweise wird bereits gefolgert, daß jede Karotisläsion dilatiert werden könne und die Dilatation als akzeptable Alternative zur Karotisdesobliteration dargestellt. Obwohl sog. Phase-I-Studien noch nicht abgeschlossen sind, wird die Dilatation zunehmend empfohlen und durchgeführt. Randomisierte Studien sind zwar diskutiert, werden jedoch bisher weitgehend abgelehnt, da ausreichende Information zur Dilatation noch nicht vorliegen, die Maßnahme selbst als blindes Vorgehen zu werten und im Vergleich zur bewährten Thrombendarteriektomie zu komplikationsreich und zudem das Stadium des Experiments noch nicht überschritten sei. Die vorliegenden Ergebnisse der prospektiven Studien reichen jedoch weitgehend aus. Unter dem Aspekt der geringeren Invasivität, der schnelleren Durchführbarkeit und der – bisher unbewiesenen – Behauptung einer niedrigen Komplikationsrate wird Dilatation und/oder Stenten der Karotis bereits heute durchgeführt und zunehmend durchgeführt werden. Nur randomisierte Studien unter aktiver Beteiligung der Gefäßchirurgen können bei vergleichbarem Patientengut zur Beantwortung der ungelösten Fragen beitragen. Randomisierte (Multicenter-) Studien sind daher jetzt zu fordern. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Gefässchirurgie Springer Journals

Endovaskuläre oder chirurgische Therapie der Karotis-interna-Stenose

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Publisher
Springer-Verlag
Copyright
Copyright © 1998 by Springer-Verlag Berlin Heidelberg
Subject
Medicine & Public Health; Vascular Surgery
ISSN
0948-7034
D.O.I.
10.1007/PL00010492
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Abstract

Dilatation und Stenten der Karotis-interna-Abgangsstenose sind bisher nur mit Zurückhaltung durchgeführt worden, doch nimmt die Zahl der Mitteilungen zu. Pilotstudien belegen die technische Durchführbarkeit und berichten teilweise über erstaunlich niedrige Komplikationsraten. Vorläufige Mitteilungen einiger kontrollierter Studien zeigen zwar eine höhere zerebrale Komplikationsrate, doch werden die Ergebnisse als ermutigend gewertet. Steigende „learning curve“ mit Erwartung einer abnehmenden Komplikationsrate und Vermeidung eines operativen Eingriffs sind die angestrebten Ziele. Teilweise wird bereits gefolgert, daß jede Karotisläsion dilatiert werden könne und die Dilatation als akzeptable Alternative zur Karotisdesobliteration dargestellt. Obwohl sog. Phase-I-Studien noch nicht abgeschlossen sind, wird die Dilatation zunehmend empfohlen und durchgeführt. Randomisierte Studien sind zwar diskutiert, werden jedoch bisher weitgehend abgelehnt, da ausreichende Information zur Dilatation noch nicht vorliegen, die Maßnahme selbst als blindes Vorgehen zu werten und im Vergleich zur bewährten Thrombendarteriektomie zu komplikationsreich und zudem das Stadium des Experiments noch nicht überschritten sei. Die vorliegenden Ergebnisse der prospektiven Studien reichen jedoch weitgehend aus. Unter dem Aspekt der geringeren Invasivität, der schnelleren Durchführbarkeit und der – bisher unbewiesenen – Behauptung einer niedrigen Komplikationsrate wird Dilatation und/oder Stenten der Karotis bereits heute durchgeführt und zunehmend durchgeführt werden. Nur randomisierte Studien unter aktiver Beteiligung der Gefäßchirurgen können bei vergleichbarem Patientengut zur Beantwortung der ungelösten Fragen beitragen. Randomisierte (Multicenter-) Studien sind daher jetzt zu fordern.

Journal

GefässchirurgieSpringer Journals

Published: Feb 12, 1998

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