Endokrine Disruptoren – eine komplexe Herausforderung

Endokrine Disruptoren – eine komplexe Herausforderung Eine breite Palette an Chemikalien kann direkt oder indirekt das Hormonsystem negativ beeinflussen bzw. stören. Diese Stoffe werden endokrine Disruptoren genannt. Internationale Organisationen und auch die EU-Kommission hat bereits im Jahr 1999 eine Strategie für Endokrin Disruptive Chemikalien (EDC oder Endocrine Disruptive Compounds EDC) (EU 2017) verabschiedet und in einigen geltenden EU-Rechtsvorschriften Vorgangsweisen für EDC definiert. Trotzdem ist die Definition für EDC damals offen geblieben und es wurden formale Kriterien auf EU-Ebene erst 2016 festgelegt, um EDC zu identifizieren. Ziel dieses Artikels ist es die komplexen Zusammenhänge in Hinblick auf EDC und die Probleme bei der Methodenauswahl und Standardsetzung aufzuzeigen. EDC können die Fortpflanzungsfunktion und fötale Entwicklung, aber auch das Nervensystem und Verhalten, das Immunsystem und die metabolischen Systeme, Genexpression, Leber, Knochen und viele andere Organe, Drüsen und Gewebe, den Stoffwechsel, die Fettablagerung, die Knochenentwicklung und das Immunsystem beeinflussen. Derartige Wirkungen, wie Auswirkungen auf die Reproduktion, Inzidenz verschiedener Krebsarten, Typ 2 Diabetes, Fettleibigkeit und Herzerkrankungen; Verhaltensauffälligkeit und Schilddrüsen- und Immunsystem-Dysfunktionen sind nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Wildtieren zu beobachten. Die OECD hat eine Vorgangsweise (Conceptual Framework CF (OECD 2012)) zur Bewertung von EDC auf 5 verschiedenen Ebenen vorgelegt, die sich aber im Wesentlichen auf Östrogen/Androgen/Schilddrüse/Steroidogenese beschränken und bestimmte Wirkungen auf das Kortikosteroidsystem von Wildtierarten oder epigenetische Effekte noch nicht berücksichtigen. Die Listen der als EDC erkannten Stoffe sind sehr unterschiedlich und es gibt noch keine international konsolidierte Liste. Das Vorkommen von EDC bei der Trinkwasser- und Abwasserbehandlung kann in vielen Fällen wegen der notwendigen tiefen Bestimmungsgrenze nicht mit ausreichender Sicherheit chemisch analytisch ermittelt werden, jedoch stehen sensitive bioanalytische Methoden zur Wirkungserfassung zur Verfügung. Eine Studie zeigt aber, dass der Einfluss von EDC auf Mensch und Umwelt potentiell mit enormen Kosten verbunden ist. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png �sterreichische Wasser- und Abfallwirtschaft Springer Journals

Endokrine Disruptoren – eine komplexe Herausforderung

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Publisher
Springer Vienna
Copyright
Copyright © 2017 by The Author(s)
Subject
Engineering; Engineering, general; Water Industry/Water Technologies; Chemistry/Food Science, general; Waste Water Technology / Water Pollution Control / Water Management / Aquatic Pollution; Waste Management/Waste Technology
ISSN
0945-358X
eISSN
1613-7566
D.O.I.
10.1007/s00506-017-0396-x
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Abstract

Eine breite Palette an Chemikalien kann direkt oder indirekt das Hormonsystem negativ beeinflussen bzw. stören. Diese Stoffe werden endokrine Disruptoren genannt. Internationale Organisationen und auch die EU-Kommission hat bereits im Jahr 1999 eine Strategie für Endokrin Disruptive Chemikalien (EDC oder Endocrine Disruptive Compounds EDC) (EU 2017) verabschiedet und in einigen geltenden EU-Rechtsvorschriften Vorgangsweisen für EDC definiert. Trotzdem ist die Definition für EDC damals offen geblieben und es wurden formale Kriterien auf EU-Ebene erst 2016 festgelegt, um EDC zu identifizieren. Ziel dieses Artikels ist es die komplexen Zusammenhänge in Hinblick auf EDC und die Probleme bei der Methodenauswahl und Standardsetzung aufzuzeigen. EDC können die Fortpflanzungsfunktion und fötale Entwicklung, aber auch das Nervensystem und Verhalten, das Immunsystem und die metabolischen Systeme, Genexpression, Leber, Knochen und viele andere Organe, Drüsen und Gewebe, den Stoffwechsel, die Fettablagerung, die Knochenentwicklung und das Immunsystem beeinflussen. Derartige Wirkungen, wie Auswirkungen auf die Reproduktion, Inzidenz verschiedener Krebsarten, Typ 2 Diabetes, Fettleibigkeit und Herzerkrankungen; Verhaltensauffälligkeit und Schilddrüsen- und Immunsystem-Dysfunktionen sind nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Wildtieren zu beobachten. Die OECD hat eine Vorgangsweise (Conceptual Framework CF (OECD 2012)) zur Bewertung von EDC auf 5 verschiedenen Ebenen vorgelegt, die sich aber im Wesentlichen auf Östrogen/Androgen/Schilddrüse/Steroidogenese beschränken und bestimmte Wirkungen auf das Kortikosteroidsystem von Wildtierarten oder epigenetische Effekte noch nicht berücksichtigen. Die Listen der als EDC erkannten Stoffe sind sehr unterschiedlich und es gibt noch keine international konsolidierte Liste. Das Vorkommen von EDC bei der Trinkwasser- und Abwasserbehandlung kann in vielen Fällen wegen der notwendigen tiefen Bestimmungsgrenze nicht mit ausreichender Sicherheit chemisch analytisch ermittelt werden, jedoch stehen sensitive bioanalytische Methoden zur Wirkungserfassung zur Verfügung. Eine Studie zeigt aber, dass der Einfluss von EDC auf Mensch und Umwelt potentiell mit enormen Kosten verbunden ist.

Journal

�sterreichische Wasser- und AbfallwirtschaftSpringer Journals

Published: May 16, 2017

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