Editorial

Editorial Z f Bildungsforsch (2013) 3:95–97 doi 10.1007/s35834-013-0068-2 Ferdinand Eder · Herbert Altrichter · Angelika Paseka Schon die kulturvergleichende intelligenzforschung der 1970er Jahre war mit der Frage konfrontiert, ob die von ihr gemessenen kognitiven Konstrukte in verschiedenen Kulturen tatsächlich auch die gleiche Bedeutung bzw. eine vergleichbare gesellschaftliche Bedeut- samkeit aufweisen. Bereits damals gab es viele Hinweise, dass nicht nur die erfassten Konstrukte selbst in verschiedenen Kulturen ganz unterschiedliche Bedeutungen haben können, sondern auch in den konkreten Messoperationen kulturelle Unterschiede wirk- sam werden können, die zu einer kulturell bedingten Verfälschung von Ergebnissen füh- ren können. Einzelne items bzw. t estaufgaben können für bestimmte Kulturen vertrauter sein als für andere und kulturspezifische Nebenbedeutungen aufweisen, die zu Verzerrun- gen führen. Bei den internationalen Schuluntersuchungen, die häufig in Form von Rankings der teilnehmenden l änder dargestellt werden, erhält dieses Problem auch eine erhebliche praktische Bedeutsamkeit: Nur wenn vergleichend gemessene Konstrukte – wie bei- spielsweise Selbstkonzepte – tatsächlich im Kontext aller beteiligten l änder das Gleiche bedeuten und jeweils auch ohne kulturellen Bias gemessen werden, sind darauf gegrün- dete r eihungen verlässlich. Wenn eine solche Messinvarianz zwischen den teilnehmen- den l ändern nicht gegeben ist, wären Unterschiede möglicherweise nur methodische Artefakte, und darauf gegründete Ländervergleiche http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Bildungsforschung Springer Journals
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Publisher
Springer Fachmedien Wiesbaden
Copyright
Copyright © 2013 by Springer Fachmedien Wiesbaden
Subject
Social Sciences, general; Demography
ISSN
2190-6890
eISSN
2190-6904
D.O.I.
10.1007/s35834-013-0068-2
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Abstract

Z f Bildungsforsch (2013) 3:95–97 doi 10.1007/s35834-013-0068-2 Ferdinand Eder · Herbert Altrichter · Angelika Paseka Schon die kulturvergleichende intelligenzforschung der 1970er Jahre war mit der Frage konfrontiert, ob die von ihr gemessenen kognitiven Konstrukte in verschiedenen Kulturen tatsächlich auch die gleiche Bedeutung bzw. eine vergleichbare gesellschaftliche Bedeut- samkeit aufweisen. Bereits damals gab es viele Hinweise, dass nicht nur die erfassten Konstrukte selbst in verschiedenen Kulturen ganz unterschiedliche Bedeutungen haben können, sondern auch in den konkreten Messoperationen kulturelle Unterschiede wirk- sam werden können, die zu einer kulturell bedingten Verfälschung von Ergebnissen füh- ren können. Einzelne items bzw. t estaufgaben können für bestimmte Kulturen vertrauter sein als für andere und kulturspezifische Nebenbedeutungen aufweisen, die zu Verzerrun- gen führen. Bei den internationalen Schuluntersuchungen, die häufig in Form von Rankings der teilnehmenden l änder dargestellt werden, erhält dieses Problem auch eine erhebliche praktische Bedeutsamkeit: Nur wenn vergleichend gemessene Konstrukte – wie bei- spielsweise Selbstkonzepte – tatsächlich im Kontext aller beteiligten l änder das Gleiche bedeuten und jeweils auch ohne kulturellen Bias gemessen werden, sind darauf gegrün- dete r eihungen verlässlich. Wenn eine solche Messinvarianz zwischen den teilnehmen- den l ändern nicht gegeben ist, wären Unterschiede möglicherweise nur methodische Artefakte, und darauf gegründete Ländervergleiche

Journal

Zeitschrift für BildungsforschungSpringer Journals

Published: Aug 8, 2013

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