Die akute Achillessehnenruptur

Die akute Achillessehnenruptur Die optimale Behandlung der akuten Achillessehnenruptur ist nach wie vor nicht abschließend geklärt. Insbesondere 3 Schlüsselfragen werden kontrovers diskutiert: Soll die Therapie konservativ oder operativ erfolgen? Wenn operativ, ist die offene oder die minimalinvasive/perkutane Naht zu favorisieren? Wie sieht die Nachbehandlung aus? Ziel dieses Beitrags ist es, diese Fragen anhand der aktuellen Evidenz zu beantworten. Die konservative Therapie geht mit höheren Rerupturraten und schlechteren funktionellen Ergebnissen im Vergleich zur operativen Versorgung einher. Die offene Technik birgt ein hohes Risiko für Wundheilungsstörungen und -infektionen. Durch die Entwicklung minimalinvasiver/perkutaner Verfahren konnten die Komplikationsraten signifikant gesenkt und die Patientenzufriedenheit signifikant gesteigert werden – ohne erhöhtes Rerupturrisiko. Unabhängig von der Therapieform sind die funktionellen Ergebnisse immer noch teilweise unbefriedigend. Dies äußert sich v. a. in einer Schwäche des Gastrocnemius-Soleus-Komplexes. Daher ist die Nachbehandlung entscheidend. Das frühfunktionell-progressive Vorgehen, bestehend aus früher Vollbelastung und Mobilisierung des oberen Sprunggelenks, ist, verglichen mit einer Teilbelastung und Immobilisierung, sicher und resultiert in sehr guter Funktion, höherer Zufriedenheit und schnellerer Rückkehr zu Arbeit/Sport. Trotz der Datenlage werden noch immer häufig die offene Naht und die immobilisierende Nachbehandlung in fixierter Plantarflexion durchgeführt. Basierend auf den verfügbaren Daten empfehlen die Autoren eine minimalinvasive/perkutane Naht, gefolgt von frühfunktionell-progressiver Nachbehandlung. Die Umsetzung der vorhandenen Evidenz in der täglichen Praxis ist der nächste wichtige Schritt in der erfolgreichen Behandlung dieser anspruchsvollen Verletzung. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Der Unfallchirurg Springer Journals

Die akute Achillessehnenruptur

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Publisher
Springer Medizin
Copyright
Copyright © 2017 by Springer Medizin Verlag GmbH
Subject
Medicine & Public Health; Traumatic Surgery; Medicine/Public Health, general; Sports Medicine
ISSN
0177-5537
eISSN
1433-044X
D.O.I.
10.1007/s00113-017-0420-4
Publisher site
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Abstract

Die optimale Behandlung der akuten Achillessehnenruptur ist nach wie vor nicht abschließend geklärt. Insbesondere 3 Schlüsselfragen werden kontrovers diskutiert: Soll die Therapie konservativ oder operativ erfolgen? Wenn operativ, ist die offene oder die minimalinvasive/perkutane Naht zu favorisieren? Wie sieht die Nachbehandlung aus? Ziel dieses Beitrags ist es, diese Fragen anhand der aktuellen Evidenz zu beantworten. Die konservative Therapie geht mit höheren Rerupturraten und schlechteren funktionellen Ergebnissen im Vergleich zur operativen Versorgung einher. Die offene Technik birgt ein hohes Risiko für Wundheilungsstörungen und -infektionen. Durch die Entwicklung minimalinvasiver/perkutaner Verfahren konnten die Komplikationsraten signifikant gesenkt und die Patientenzufriedenheit signifikant gesteigert werden – ohne erhöhtes Rerupturrisiko. Unabhängig von der Therapieform sind die funktionellen Ergebnisse immer noch teilweise unbefriedigend. Dies äußert sich v. a. in einer Schwäche des Gastrocnemius-Soleus-Komplexes. Daher ist die Nachbehandlung entscheidend. Das frühfunktionell-progressive Vorgehen, bestehend aus früher Vollbelastung und Mobilisierung des oberen Sprunggelenks, ist, verglichen mit einer Teilbelastung und Immobilisierung, sicher und resultiert in sehr guter Funktion, höherer Zufriedenheit und schnellerer Rückkehr zu Arbeit/Sport. Trotz der Datenlage werden noch immer häufig die offene Naht und die immobilisierende Nachbehandlung in fixierter Plantarflexion durchgeführt. Basierend auf den verfügbaren Daten empfehlen die Autoren eine minimalinvasive/perkutane Naht, gefolgt von frühfunktionell-progressiver Nachbehandlung. Die Umsetzung der vorhandenen Evidenz in der täglichen Praxis ist der nächste wichtige Schritt in der erfolgreichen Behandlung dieser anspruchsvollen Verletzung.

Journal

Der UnfallchirurgSpringer Journals

Published: Oct 16, 2017

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