Das Umlaufvermögen von Verteilnetzbetreibern

Das Umlaufvermögen von Verteilnetzbetreibern Der vorliegende Fachartikel thematisiert die Bewertung der Betriebsnotwendigkeit des Umlaufvermögens speziell von Verteilnetzbetreibern in Deutschland. Bedingt durch die Energiewende bedarf es in den nächsten Jahren enorme Investitionen in das Verteilnetz. Die Verzinsung für das hierfür notwendige Kapital ergibt sich primär aus § 7 Strom/GasNEV. Dabei stellt die Bewertung des betriebsnotwendigen Umlaufvermögens, als Bestandteil der Vermögensbasis für die kalkulatorische Eigenkapitalverzinsung, Regulierungsbehörden und Verteilnetzbetreiber vor Herausforderungen und führt bisweilen zu unterschiedlichen Auffassungen in Hinblick auf die sachgerechte Höhe des anzusetzenden Umlaufvermögens. Diese Debatte erscheint umso dringlicher, als dass das Umlaufvermögen in einer Durchschnittsbetrachtung einen Anteil von 25 % am Gesamtvermögen darstellt. In diesem Zusammenhang stellt sich jedoch die Frage, ob Verteilnetzbetreiber überhaupt Umlaufvermögen vorhalten müssen. Die Antwort hierauf ergibt sich mit Blick auf die branchentypischen Geschäftsprozesse (wie z. B. EEG-Prozess). Ferner kann festgestellt werden, dass das Vorhalten von Umlaufvermögen Kapitalkosten verursacht und in Folge den Unternehmenswert schmälert. Dies wirkt sich erschwerend bei der Beschaffung von Kapital aus. Die verschiedenen Zusammenhänge von Umlaufvermögen und Unternehmenswert in regulierten Märkten werden deshalb im Artikel genauer untersucht. Darüber hinaus wird festgestellt, dass die derzeitige Regulierungspraxis (pauschale Kürzungen) nicht uneingeschränkt nachvollziehbar erscheint. Vielmehr bedarf es eines positionsscharfen und mehrstufigen Prüfschemas: Dient die Position der Leistungserbringung? Ist die Position nicht höher als zum Zwecke der Leistungserbringung notwendig? Inwiefern ist die Position vergleichbar zu anderen Betrieben? Im Artikel werden hierzu geeignete Instrumente wie z. B. die Cashflow-Rechnung vertiefend untersucht. Zudem wird ein Benchmark erstellt welcher anhand der Liquidität 3. Grades veranschaulicht, dass das Umlaufvermögen von Verteilnetzbetreibern im Vergleich zu wettbewerblichen Unternehmen vergleichsweise effizient erscheint. Die Forschungsergebnisse zeigen Handlungsbedarf bei der aktuellen Regulierungspraxis auf. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Energiewirtschaft Springer Journals

Das Umlaufvermögen von Verteilnetzbetreibern

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Springer Fachmedien Wiesbaden
Copyright
Copyright © 2017 by Springer Fachmedien Wiesbaden
Subject
Engineering; Energy Economics; Power Electronics, Electrical Machines and Networks; Renewable and Green Energy; Energy Technology; Environment, general
ISSN
0343-5377
eISSN
1866-2765
D.O.I.
10.1007/s12398-017-0204-0
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Abstract

Der vorliegende Fachartikel thematisiert die Bewertung der Betriebsnotwendigkeit des Umlaufvermögens speziell von Verteilnetzbetreibern in Deutschland. Bedingt durch die Energiewende bedarf es in den nächsten Jahren enorme Investitionen in das Verteilnetz. Die Verzinsung für das hierfür notwendige Kapital ergibt sich primär aus § 7 Strom/GasNEV. Dabei stellt die Bewertung des betriebsnotwendigen Umlaufvermögens, als Bestandteil der Vermögensbasis für die kalkulatorische Eigenkapitalverzinsung, Regulierungsbehörden und Verteilnetzbetreiber vor Herausforderungen und führt bisweilen zu unterschiedlichen Auffassungen in Hinblick auf die sachgerechte Höhe des anzusetzenden Umlaufvermögens. Diese Debatte erscheint umso dringlicher, als dass das Umlaufvermögen in einer Durchschnittsbetrachtung einen Anteil von 25 % am Gesamtvermögen darstellt. In diesem Zusammenhang stellt sich jedoch die Frage, ob Verteilnetzbetreiber überhaupt Umlaufvermögen vorhalten müssen. Die Antwort hierauf ergibt sich mit Blick auf die branchentypischen Geschäftsprozesse (wie z. B. EEG-Prozess). Ferner kann festgestellt werden, dass das Vorhalten von Umlaufvermögen Kapitalkosten verursacht und in Folge den Unternehmenswert schmälert. Dies wirkt sich erschwerend bei der Beschaffung von Kapital aus. Die verschiedenen Zusammenhänge von Umlaufvermögen und Unternehmenswert in regulierten Märkten werden deshalb im Artikel genauer untersucht. Darüber hinaus wird festgestellt, dass die derzeitige Regulierungspraxis (pauschale Kürzungen) nicht uneingeschränkt nachvollziehbar erscheint. Vielmehr bedarf es eines positionsscharfen und mehrstufigen Prüfschemas: Dient die Position der Leistungserbringung? Ist die Position nicht höher als zum Zwecke der Leistungserbringung notwendig? Inwiefern ist die Position vergleichbar zu anderen Betrieben? Im Artikel werden hierzu geeignete Instrumente wie z. B. die Cashflow-Rechnung vertiefend untersucht. Zudem wird ein Benchmark erstellt welcher anhand der Liquidität 3. Grades veranschaulicht, dass das Umlaufvermögen von Verteilnetzbetreibern im Vergleich zu wettbewerblichen Unternehmen vergleichsweise effizient erscheint. Die Forschungsergebnisse zeigen Handlungsbedarf bei der aktuellen Regulierungspraxis auf.

Journal

Zeitschrift für EnergiewirtschaftSpringer Journals

Published: Jun 13, 2017

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