Das Kompressionssyndrom des Truncus coeliacus

Das Kompressionssyndrom des Truncus coeliacus Epigastrische Schmerzen und postprandiale abdominelle Schmerzen sind häufig, sprechen jedoch oft auf eine konventionelle Therapie nicht an. In wenigen Fällen kann ein Kompressionssyndrom des Truncus coeliacus vorliegen, das nur auf eine operative Therapie anspricht. Die Schwierigkeit besteht in der Festlegung der Kriterien, die zur Stellung der Operationsindikation führen. Aus diesem Grund wurden 61 Patienten mit Gewichtsabnahme und epigastrischen Schmerzen, bei denen andere Krankheitsbilder ausgeschlossen waren und die auf eine medikamentöse Therapie bzw. diätetische Maßnahme nicht ansprachen, einer farbkodierten Duplexsonographie des Abdomens unterzogen. Die Kriterien für den Verdacht des Vorliegens einer ligamentären Trunkusstenose waren eine maximale Flußgeschwindigkeit im Trunkus von über 200 cm/s, eine Fixation in In- und Exspirationsstellung des Zwerchfells und der sonographische Nachweis eines Stealeffekts mit Flußumkehr aus der A. mesenterica superior. Die Verdachtsdiagnose ligamentäre Trunkusstenose wurde angiographisch erhärtet mit der Dokumentation des Stealeffekts aus der A. mesenterica superior über Pankreasarkaden mit Darstellung des distalen Anteils des Truncus coeliacus. Bei 21 von 61 Patienten wurde die Diagnose „Kompressionssyndrom des Truncus coeliacus“ gestellt. Bei Vorliegen der Kriterien Gewichtsabnahme mehr als 5 kg, erheblicher Leidensdruck durch epigastrische Schmerzen und postprandiale Schmerzen, Flußbeschleunigung im Truncus coeliacus über 200 cm/s und Fixation in Inspirationsstellung und eines Stealeffekts mit Flußumkehr in der A. mesenterica superior wurden die Patienten operiert (n=10). Die Operation bestand in allen 10 Fällen in einer Freilegung der suprarenalen Aorta durch das Omentum minus und der Darstellung des Abgangs des Truncus coeliacus, in der Durchtrennung des Ligamentum arcuatum medianum und Einkerbung des rechten Zwerchfellschenkels sowie in der Resektion von Anteilen des Plexus coeliacus. Intraoperativ wurde die Reststenose nach Durchtrennung des Ligamentum arcuatum dilatiert und falls erforderlich, eine Gefäßrekonstruktion durchgeführt; 80% der Patienten waren nach durchschnittlich 28 Monaten völlig beschwerdefrei, 10% waren gebessert und 1 Patient ohne Änderung der präoperativen Beschwerden. Schlußfolgerung: Voraussetzung für die erfolgreiche Operation des Kompressionssyndroms des Truncus coeliacus sind: 1. Der mittels farbcodierter Duplexsonographie geführte Nachweis einer auch in Inspirationsstellung fixierten Stenose des Truncus. 2. Die Mesenteriko- und Zöliakographie mit Nachweis des Stealeffekts. 3. Nahrungsabhängige Symptomentrias: Epigastrische Schmerzen, postprandiale Schmerzen und Gewichtsabnahme. 4. Ausschluß anderer Ursachen, wie zum Beispiel Tumorkompression, chronische Pankreatitis u.a. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Gefässchirurgie Springer Journals

Das Kompressionssyndrom des Truncus coeliacus

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Publisher
Springer-Verlag
Copyright
Copyright © 1999 by Springer-Verlag Berlin Heidelberg
Subject
Medicine & Public Health; Vascular Surgery
ISSN
0948-7034
D.O.I.
10.1007/PL00010535
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Abstract

Epigastrische Schmerzen und postprandiale abdominelle Schmerzen sind häufig, sprechen jedoch oft auf eine konventionelle Therapie nicht an. In wenigen Fällen kann ein Kompressionssyndrom des Truncus coeliacus vorliegen, das nur auf eine operative Therapie anspricht. Die Schwierigkeit besteht in der Festlegung der Kriterien, die zur Stellung der Operationsindikation führen. Aus diesem Grund wurden 61 Patienten mit Gewichtsabnahme und epigastrischen Schmerzen, bei denen andere Krankheitsbilder ausgeschlossen waren und die auf eine medikamentöse Therapie bzw. diätetische Maßnahme nicht ansprachen, einer farbkodierten Duplexsonographie des Abdomens unterzogen. Die Kriterien für den Verdacht des Vorliegens einer ligamentären Trunkusstenose waren eine maximale Flußgeschwindigkeit im Trunkus von über 200 cm/s, eine Fixation in In- und Exspirationsstellung des Zwerchfells und der sonographische Nachweis eines Stealeffekts mit Flußumkehr aus der A. mesenterica superior. Die Verdachtsdiagnose ligamentäre Trunkusstenose wurde angiographisch erhärtet mit der Dokumentation des Stealeffekts aus der A. mesenterica superior über Pankreasarkaden mit Darstellung des distalen Anteils des Truncus coeliacus. Bei 21 von 61 Patienten wurde die Diagnose „Kompressionssyndrom des Truncus coeliacus“ gestellt. Bei Vorliegen der Kriterien Gewichtsabnahme mehr als 5 kg, erheblicher Leidensdruck durch epigastrische Schmerzen und postprandiale Schmerzen, Flußbeschleunigung im Truncus coeliacus über 200 cm/s und Fixation in Inspirationsstellung und eines Stealeffekts mit Flußumkehr in der A. mesenterica superior wurden die Patienten operiert (n=10). Die Operation bestand in allen 10 Fällen in einer Freilegung der suprarenalen Aorta durch das Omentum minus und der Darstellung des Abgangs des Truncus coeliacus, in der Durchtrennung des Ligamentum arcuatum medianum und Einkerbung des rechten Zwerchfellschenkels sowie in der Resektion von Anteilen des Plexus coeliacus. Intraoperativ wurde die Reststenose nach Durchtrennung des Ligamentum arcuatum dilatiert und falls erforderlich, eine Gefäßrekonstruktion durchgeführt; 80% der Patienten waren nach durchschnittlich 28 Monaten völlig beschwerdefrei, 10% waren gebessert und 1 Patient ohne Änderung der präoperativen Beschwerden. Schlußfolgerung: Voraussetzung für die erfolgreiche Operation des Kompressionssyndroms des Truncus coeliacus sind: 1. Der mittels farbcodierter Duplexsonographie geführte Nachweis einer auch in Inspirationsstellung fixierten Stenose des Truncus. 2. Die Mesenteriko- und Zöliakographie mit Nachweis des Stealeffekts. 3. Nahrungsabhängige Symptomentrias: Epigastrische Schmerzen, postprandiale Schmerzen und Gewichtsabnahme. 4. Ausschluß anderer Ursachen, wie zum Beispiel Tumorkompression, chronische Pankreatitis u.a.

Journal

GefässchirurgieSpringer Journals

Published: Feb 15, 1999

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