Das „Autonomie-Paritäts-Muster“: Vorberuflich erlerntes Stereotyp, Bewältigungsstrategie oder Ergebnis der beruflichen Sozialisation?

Das „Autonomie-Paritäts-Muster“: Vorberuflich erlerntes Stereotyp, Bewältigungsstrategie... Das „Autonomie-Paritäts-Muster“ (APM) besagt, dass Lehrpersonen für ihre berufliche Tätigkeit Autonomie reklamieren, Eingriffe von Außenstehenden zurückweisen und eine Gleichbehandlung aller Lehrenden fordern. D.C. Lortie, der dieses Muster 1972 erstmals beschrieben hat, sieht darin ein berufsstrukturelles Merkmal, das im Wege der beruflichen Sozialisation, vor allem in der Berufseinführungsphase, erworben wird. Andere Ansätze interpretieren das APM als eine Bewältigungsstrategie für den Umgang mit den endemisch unsicheren Arbeitsbedingungen im Lehrberuf. Demgegenüber postulieren sozialisationstheoretische Erklärungsansätze der Berufswahl, dass wesentliche Haltungen gegenüber dem Beruf bereits in der vorberuflichen Entwicklung erworben werden, wobei Prozesse des Modelllernens eine wichtige Rolle spielen. Der Beitrag untersucht daher die Frage, in welchem Ausmaß das APM bereits bei Lehramtsstudierenden vor dem Eintritt in die Ausbildung ausgeprägt ist, und ob sich in ihrer Biografie und in ihren Persönlichkeitsmerkmalen Hinweise zur Klärung der unterschiedlichen Auffassungen über die Entstehung des APM finden lassen. So wird zum Beispiel erwartet, dass Studierende, von denen zumindest ein Elternteil den Lehrberuf ausübt, dieses Muster deutlicher repräsentieren als andere. Die empirische Überprüfung dieser Annahmen erfolgt an 1113 Lehramtsstudierenden, bei denen zu Beginn ihrer Ausbildung die Ausprägung des APM erhoben wurde. Die Ergebnisse belegen die Erwartung, dass das APM bei Studienanfänger/innen bereits in einem ähnlichen Ausmaß verbreitet ist wie bei aktiven Lehrpersonen, und dass neben den erwarteten familiären Einflüssen auch Persönlichkeitsmerkmale einen deutlichen Einfluss auf die Ausprägung des APM aufweisen. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Bildungsforschung Springer Journals

Das „Autonomie-Paritäts-Muster“: Vorberuflich erlerntes Stereotyp, Bewältigungsstrategie oder Ergebnis der beruflichen Sozialisation?

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Publisher
Springer Journals
Copyright
Copyright © 2011 by VS Verlag für Sozialwissenschaften
Subject
Social Sciences; Social Sciences, general
ISSN
2190-6890
eISSN
2190-6904
D.O.I.
10.1007/s35834-011-0021-1
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Abstract

Das „Autonomie-Paritäts-Muster“ (APM) besagt, dass Lehrpersonen für ihre berufliche Tätigkeit Autonomie reklamieren, Eingriffe von Außenstehenden zurückweisen und eine Gleichbehandlung aller Lehrenden fordern. D.C. Lortie, der dieses Muster 1972 erstmals beschrieben hat, sieht darin ein berufsstrukturelles Merkmal, das im Wege der beruflichen Sozialisation, vor allem in der Berufseinführungsphase, erworben wird. Andere Ansätze interpretieren das APM als eine Bewältigungsstrategie für den Umgang mit den endemisch unsicheren Arbeitsbedingungen im Lehrberuf. Demgegenüber postulieren sozialisationstheoretische Erklärungsansätze der Berufswahl, dass wesentliche Haltungen gegenüber dem Beruf bereits in der vorberuflichen Entwicklung erworben werden, wobei Prozesse des Modelllernens eine wichtige Rolle spielen. Der Beitrag untersucht daher die Frage, in welchem Ausmaß das APM bereits bei Lehramtsstudierenden vor dem Eintritt in die Ausbildung ausgeprägt ist, und ob sich in ihrer Biografie und in ihren Persönlichkeitsmerkmalen Hinweise zur Klärung der unterschiedlichen Auffassungen über die Entstehung des APM finden lassen. So wird zum Beispiel erwartet, dass Studierende, von denen zumindest ein Elternteil den Lehrberuf ausübt, dieses Muster deutlicher repräsentieren als andere. Die empirische Überprüfung dieser Annahmen erfolgt an 1113 Lehramtsstudierenden, bei denen zu Beginn ihrer Ausbildung die Ausprägung des APM erhoben wurde. Die Ergebnisse belegen die Erwartung, dass das APM bei Studienanfänger/innen bereits in einem ähnlichen Ausmaß verbreitet ist wie bei aktiven Lehrpersonen, und dass neben den erwarteten familiären Einflüssen auch Persönlichkeitsmerkmale einen deutlichen Einfluss auf die Ausprägung des APM aufweisen.

Journal

Zeitschrift für BildungsforschungSpringer Journals

Published: Nov 19, 2011

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