Burn-out auf der Neugeborenen-Intensivmedizin

Burn-out auf der Neugeborenen-Intensivmedizin PFLEGEWISSENSCHAFT rer Mahlzeiten zu berechnen und zu 862 auf 709 ml zurück. Und auch der niere vorausgehen. Darüber hinaus reduzieren. Die Natriumzufuhr über Anteil des nachts ausgeschiedenen Vo - seien prospektive Studien wünschens- 24 Stunden sollte 100 mEq nicht über- lumens am 24-Stunden-Urin wurde re- wert, die den Effekt der Natriumrest- schreiten, was in etwa dem Äquiva- duziert, nämlich von 38,9% auf 33,0%. riktion allgemein bei Patienten mit lent von einem Teelöffel Salz ent- Bei den Probanden, die keine nächtli- nächtlicher Polyurie testen. (rb) spricht. che Polyurie aufwiesen, bewirkte die salzarme Diät keine statistisch bedeut- Quelle Natriumausscheidung sinkt samen Änderungen dieser Parameter. Okumura Y et al. Dietar y Sodium Restric - „Die Ergebnisse unserer Studie sind tion Reduces Nocturnal Urine Volume and Nocturnal Polyuria Index in Renal Allograft 23 (60,5%) der Probanden hatten eine mit der Hypothese vereinbar, wonach Recipients with Nocturnal Polyuria. Urolo - nächtliche Polyurie mit einem Urinvo - die Urinmenge in der Nacht, aber nicht gy 2017, online 26. April; doi: 10.1016/j. lumen von mehr als 10 ml/kg KG, 15 während des Tages unter der Diät zu- urology.2017.04.025 blieben davon verschont. Unter der rückgeht“, schreibt das Wissenschaft- Salzrestriktion sank die Natriumaus- lerteam um Yoshinaga Okumura im scheidung der Probanden mit nächtli- Studienfazit. Ein solcher Diätversuch cher Polyurie signifikant von 169,5 auf sollte einer medikamentösen Diureti- 125,6 mEq, das Urinvolumen ging von katherapie von Patienten mit Spender- wesentlichen Einfluss hatten hier die Das R isi ko f ü r ei n Bu r n-out ist i n der A k ut med i zi n besonders Aufnahmezahl und späte Aufnahmen in der Schicht, hohe Pflegestundenzahl releva nt. M it h i l fe ei ner st r u k t u r ier ten Bef rag u ng u nter M it- pro Patient und die Mortalitätsrate. a rbeiter n versc h iedener P rofessionen von 41 neon atolog isc hen Keine Assoziation bestand für die Kri- I ntensivstat ionen i n Ka l i for n ien w u rden d ie P räva len z u nd d ie terien Hochrisikopatienten, Lehrkran- t y pisc hen Ei n f lussfa k toren von Bu r n-out a n a lysier t. kenhaus und Präsenz des Neonatolo- gen. Interventionen zur Reduktion von Knapp 2.000 Mitarbeiter verschie- 26,7% (± 9,8%). Besonders hohe Werte Burn-out sollten demnach vordring - dener Berufsgruppen wurden mittels ergaben sich bei einer großen tägli- lich in NICUs mit ≥ 10 Aufnahmen pro Maslach Burnout Inventory befragt. chen Patienten-Aufnahmezahl und ei- Woche erfolgen. Zusätzlich wurde die Organisations- ner hohen Stationsauslastung, außer- struktur der jeweiligen Intensivstati- dem wenn eine elektronische Patien- Quelle on (Neonatal Intensive Care Unit, tenkarte etabliert war. Tawfik DS et al. Factors associated with NICU) analysiert. Die Prävalenz für ein Noch mehr als die Ärzte waren Pfle- provider burnout in the NICU. Pediatrics 2017;139: e20164134 Burn-out lag in dieser Kohorte bei gekräfte von Burn-out betroffen. Einen Kommentar Mitarbeiter einer neonatologischen Intensivstation sind einem hohen Burn-out- Risiko ausgesetzt, nicht nur wegen der hochfrequenten Änderungen von Tech - nik und Behandlungsleitlinien, sondern auch durch die besondere emotionale Belastung durch die schwerkranken Patienten und ihre Angehörigen. Wenig ver w underlich ist demnach, dass einigen Publikationen zufolge bis zu 50% al - ler Mitarbeiter die Kriterien für ein schweres Burn-out erfüllen. Diese Proble - matik muss ernst genommen werden, insbesondere von Seiten der Kranken - haus- und Abteilungsorganisation. Neben „Wohlfühlprogrammen“ muss der Fokus auf dem immer währenden Autorenkontakt: persönlichen Ausdruck von Dankbarkeit, der Betonung positiver Ereignisse, ei - ner strukturier ten Ehrfurchts- und Respektkultur, zufälligen Freundlichkeits - Referiert und kommentiert von erfahrungen sowie persönlichen Geschenken zur Identifikationssteigerung, der Dr. med. Thomas Hoppen, Etablierung einer Team-Supervision und ganz besonders einer kommunikati - Gemeinschaftsklinikum ven, möglichst allseitigen Stärkung und Wer tschätzung liegen. Es gilt die An - Mittelrhein in Koblenz und fänge eines Burn-out im Einzelfall zu erkennen oder noch besser, sie präventiv Mitglied der Chefredaktion der zu verhindern. Bemerkenswer ter weise waren rund 60% der Befragten bereits Zeitschrift „pädiatrie“. über zehn Jahre und mehr als 30% der Gesamtgruppe über 20 Jahre in ihrem Be - E-Mail: thomas.hoppen@gk.de ruf tätig. Ergo: Es kann jeden von uns treffen – auch „alte Hasen“. Pflegezeitschrift 2017, Jg. 70, Heft 9 61 http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Pflegezeitschrift Springer Journals

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Publisher
Springer Medizin
Copyright
Copyright © 2017 by Springer Medizin Verlag GmbH
Subject
Medicine & Public Health; Nursing
ISSN
0945-1129
eISSN
2520-1816
D.O.I.
10.1007/s41906-017-0215-9
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Abstract

PFLEGEWISSENSCHAFT rer Mahlzeiten zu berechnen und zu 862 auf 709 ml zurück. Und auch der niere vorausgehen. Darüber hinaus reduzieren. Die Natriumzufuhr über Anteil des nachts ausgeschiedenen Vo - seien prospektive Studien wünschens- 24 Stunden sollte 100 mEq nicht über- lumens am 24-Stunden-Urin wurde re- wert, die den Effekt der Natriumrest- schreiten, was in etwa dem Äquiva- duziert, nämlich von 38,9% auf 33,0%. riktion allgemein bei Patienten mit lent von einem Teelöffel Salz ent- Bei den Probanden, die keine nächtli- nächtlicher Polyurie testen. (rb) spricht. che Polyurie aufwiesen, bewirkte die salzarme Diät keine statistisch bedeut- Quelle Natriumausscheidung sinkt samen Änderungen dieser Parameter. Okumura Y et al. Dietar y Sodium Restric - „Die Ergebnisse unserer Studie sind tion Reduces Nocturnal Urine Volume and Nocturnal Polyuria Index in Renal Allograft 23 (60,5%) der Probanden hatten eine mit der Hypothese vereinbar, wonach Recipients with Nocturnal Polyuria. Urolo - nächtliche Polyurie mit einem Urinvo - die Urinmenge in der Nacht, aber nicht gy 2017, online 26. April; doi: 10.1016/j. lumen von mehr als 10 ml/kg KG, 15 während des Tages unter der Diät zu- urology.2017.04.025 blieben davon verschont. Unter der rückgeht“, schreibt das Wissenschaft- Salzrestriktion sank die Natriumaus- lerteam um Yoshinaga Okumura im scheidung der Probanden mit nächtli- Studienfazit. Ein solcher Diätversuch cher Polyurie signifikant von 169,5 auf sollte einer medikamentösen Diureti- 125,6 mEq, das Urinvolumen ging von katherapie von Patienten mit Spender- wesentlichen Einfluss hatten hier die Das R isi ko f ü r ei n Bu r n-out ist i n der A k ut med i zi n besonders Aufnahmezahl und späte Aufnahmen in der Schicht, hohe Pflegestundenzahl releva nt. M it h i l fe ei ner st r u k t u r ier ten Bef rag u ng u nter M it- pro Patient und die Mortalitätsrate. a rbeiter n versc h iedener P rofessionen von 41 neon atolog isc hen Keine Assoziation bestand für die Kri- I ntensivstat ionen i n Ka l i for n ien w u rden d ie P räva len z u nd d ie terien Hochrisikopatienten, Lehrkran- t y pisc hen Ei n f lussfa k toren von Bu r n-out a n a lysier t. kenhaus und Präsenz des Neonatolo- gen. Interventionen zur Reduktion von Knapp 2.000 Mitarbeiter verschie- 26,7% (± 9,8%). Besonders hohe Werte Burn-out sollten demnach vordring - dener Berufsgruppen wurden mittels ergaben sich bei einer großen tägli- lich in NICUs mit ≥ 10 Aufnahmen pro Maslach Burnout Inventory befragt. chen Patienten-Aufnahmezahl und ei- Woche erfolgen. Zusätzlich wurde die Organisations- ner hohen Stationsauslastung, außer- struktur der jeweiligen Intensivstati- dem wenn eine elektronische Patien- Quelle on (Neonatal Intensive Care Unit, tenkarte etabliert war. Tawfik DS et al. Factors associated with NICU) analysiert. Die Prävalenz für ein Noch mehr als die Ärzte waren Pfle- provider burnout in the NICU. Pediatrics 2017;139: e20164134 Burn-out lag in dieser Kohorte bei gekräfte von Burn-out betroffen. Einen Kommentar Mitarbeiter einer neonatologischen Intensivstation sind einem hohen Burn-out- Risiko ausgesetzt, nicht nur wegen der hochfrequenten Änderungen von Tech - nik und Behandlungsleitlinien, sondern auch durch die besondere emotionale Belastung durch die schwerkranken Patienten und ihre Angehörigen. Wenig ver w underlich ist demnach, dass einigen Publikationen zufolge bis zu 50% al - ler Mitarbeiter die Kriterien für ein schweres Burn-out erfüllen. Diese Proble - matik muss ernst genommen werden, insbesondere von Seiten der Kranken - haus- und Abteilungsorganisation. Neben „Wohlfühlprogrammen“ muss der Fokus auf dem immer währenden Autorenkontakt: persönlichen Ausdruck von Dankbarkeit, der Betonung positiver Ereignisse, ei - ner strukturier ten Ehrfurchts- und Respektkultur, zufälligen Freundlichkeits - Referiert und kommentiert von erfahrungen sowie persönlichen Geschenken zur Identifikationssteigerung, der Dr. med. Thomas Hoppen, Etablierung einer Team-Supervision und ganz besonders einer kommunikati - Gemeinschaftsklinikum ven, möglichst allseitigen Stärkung und Wer tschätzung liegen. Es gilt die An - Mittelrhein in Koblenz und fänge eines Burn-out im Einzelfall zu erkennen oder noch besser, sie präventiv Mitglied der Chefredaktion der zu verhindern. Bemerkenswer ter weise waren rund 60% der Befragten bereits Zeitschrift „pädiatrie“. über zehn Jahre und mehr als 30% der Gesamtgruppe über 20 Jahre in ihrem Be - E-Mail: thomas.hoppen@gk.de ruf tätig. Ergo: Es kann jeden von uns treffen – auch „alte Hasen“. Pflegezeitschrift 2017, Jg. 70, Heft 9 61

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Published: Aug 22, 2017

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