BS 65000:2014 — Resilienz als strategisches Unternehmensziel

BS 65000:2014 — Resilienz als strategisches Unternehmensziel Spektrum | Kommentar BS 65000:2014 – Resilienz als strategisches Unternehmensziel Der BS 65000:2014 „Guidance on organizational resilience“- Standard wurde von der BSI Standards Limited entwickelt. Die in London ansässige Normungsorganisation hat den Stan- dard am 30. November 2014 veröffentlicht. Der Standard bie- tet neben den Begriffsdefinitionen auch Konzepte, die als An- leitung zur Implementierung einer Resilienz (Widerstandsfä- Matthias Rosenberg higkeit) genutzt werden könnten. Zudem enthält der Standard ist Vorstand, MBCI, BS 25999 Lead Audi- ein Reifegradmodell sowie einen Fragenkatalog zur Bemes- tor bei der Controllit AG in Hamburg und sung der eigenen Resilienz im Unternehmen. Dozent für Business Continuity Manage- Im Standard wird dargelegt, dass die Resilienz ein strategi- ment an der Jacobs Universität in Bremen. sches Unternehmensziel darstellt. Sie befähigt Unternehmen dazu, angemessen und dynamisch auf unvorhergesehene Be- triebsstörungen zu reagieren, um den Geschäftsbetrieb auf- rechtzuerhalten. Dabei ist es essenziell, Resilienz nicht nur in- nerhalb des Unternehmens aufzubauen, sondern auch in Zu- sammenarbeit mit dem gesamten Unternehmensnetzwerk. 4. Develop adaptive capacity – Entwicklung von Flexibilität Gemeinsam mit kohärenten Managementsystemen bietet der und Anpassungsfähigkeit Standard das Grundgerüst und die Anleitung zur Verbesse- 5. Strengthen the organization – Implementierung von Maß- rung der Resilienz im Unternehmen. nahmen zur gezielten Abwehr von Gefahren Ähnlich wie im ISO 22301:2012 wird die Vorbildfunktion 6. Validate and review – Verifizierung durch Überprüfung des Managements auch im BS 65000:2014 betont. Dies soll und Übungen dafür sorgen, dass Mitarbeiter ein stärkeres Bewusstsein für Insgesamt ist der integrative Gedanke hinter diesem neuen die Resilienz ihres Unternehmens entwickeln. Durch mehr Standard gut, kennt doch fast jeder die täglichen Probleme im Transparenz und das Zusammenspiel verschiedener Parame- Unternehmen, wenn die unterschiedlichsten Management- ter – Unternehmensleitung, Mitarbeiter, Stakeholder – soll die systeme auf Fachbereiche treffen. Die Betonung, dass diese Resilienz eines Unternehmens stetig wachsen. Systeme miteinander wachsen und zueinander passen sollten, Des Weiteren wird festgestellt, dass Resilienz eine klare tut der Managementsystemlandschaft gut. Richtungsvorgabe des Unternehmens voraussetzt sowie klar In der Entwicklung anderer Standards konnten wir beo- definierte Entscheidungsträger, die für die Durchführung der bachten, dass oftmals eine Weiterentwicklung von „Public Resilienz-Disziplinen und deren Entwicklung verantwortlich Available Standards“ über nationale Standards bis hin zu in- sind. Zudem muss deutlich sein, wofür das Unternehmen ternational gültigen ISO-Standards positiv verläuft und gute steht und welche Ziele es verfolgt. In diesem Zusammenhang Grundgedanken weiter geschärft werden. Es bleibt abzuwar- ist ein iterativer sechsphasiger Zyklus entwickelt worden, der ten, ob dieser Standard auf dem Weg zu einem ISO-Standard sich zyklisch wiederholt. Dieser Prozess gliedert sich in fol- so weit reift, dass er auch im Unternehmensalltag einen Mehr- gende essenzielle Phasen: wert bietet. Verglichen mit dem ISO 22301:2012 zeigt sich die 1. Be informed – Analyse des Unternehmens hinsichtlich der sehr große Verwandtschaft mit dem Thema Business Conti- Widerstandsfähigkeit nuity Management. Wirklich neu ist nur die Integration von 2. Set direction – Definition von Zielen vorhandenen Managementsystemen, und ob dies dem The- 3. Bring coherence – Integration bestehender Management- ma Resilienz gerecht wird und sich in dieser Form durchsetzt, systeme bleibt abzuwarten. 80 Wirtschaftsinformatik & Management 2 | 2015 http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Wirtschaftsinformatik & Management Springer Journals

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Gabler Verlag
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Subject
Economics / Management Science; IT in Business
ISSN
1867-5905
eISSN
1867-5913
D.O.I.
10.1007/s35764-015-0528-7
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Abstract

Spektrum | Kommentar BS 65000:2014 – Resilienz als strategisches Unternehmensziel Der BS 65000:2014 „Guidance on organizational resilience“- Standard wurde von der BSI Standards Limited entwickelt. Die in London ansässige Normungsorganisation hat den Stan- dard am 30. November 2014 veröffentlicht. Der Standard bie- tet neben den Begriffsdefinitionen auch Konzepte, die als An- leitung zur Implementierung einer Resilienz (Widerstandsfä- Matthias Rosenberg higkeit) genutzt werden könnten. Zudem enthält der Standard ist Vorstand, MBCI, BS 25999 Lead Audi- ein Reifegradmodell sowie einen Fragenkatalog zur Bemes- tor bei der Controllit AG in Hamburg und sung der eigenen Resilienz im Unternehmen. Dozent für Business Continuity Manage- Im Standard wird dargelegt, dass die Resilienz ein strategi- ment an der Jacobs Universität in Bremen. sches Unternehmensziel darstellt. Sie befähigt Unternehmen dazu, angemessen und dynamisch auf unvorhergesehene Be- triebsstörungen zu reagieren, um den Geschäftsbetrieb auf- rechtzuerhalten. Dabei ist es essenziell, Resilienz nicht nur in- nerhalb des Unternehmens aufzubauen, sondern auch in Zu- sammenarbeit mit dem gesamten Unternehmensnetzwerk. 4. Develop adaptive capacity – Entwicklung von Flexibilität Gemeinsam mit kohärenten Managementsystemen bietet der und Anpassungsfähigkeit Standard das Grundgerüst und die Anleitung zur Verbesse- 5. Strengthen the organization – Implementierung von Maß- rung der Resilienz im Unternehmen. nahmen zur gezielten Abwehr von Gefahren Ähnlich wie im ISO 22301:2012 wird die Vorbildfunktion 6. Validate and review – Verifizierung durch Überprüfung des Managements auch im BS 65000:2014 betont. Dies soll und Übungen dafür sorgen, dass Mitarbeiter ein stärkeres Bewusstsein für Insgesamt ist der integrative Gedanke hinter diesem neuen die Resilienz ihres Unternehmens entwickeln. Durch mehr Standard gut, kennt doch fast jeder die täglichen Probleme im Transparenz und das Zusammenspiel verschiedener Parame- Unternehmen, wenn die unterschiedlichsten Management- ter – Unternehmensleitung, Mitarbeiter, Stakeholder – soll die systeme auf Fachbereiche treffen. Die Betonung, dass diese Resilienz eines Unternehmens stetig wachsen. Systeme miteinander wachsen und zueinander passen sollten, Des Weiteren wird festgestellt, dass Resilienz eine klare tut der Managementsystemlandschaft gut. Richtungsvorgabe des Unternehmens voraussetzt sowie klar In der Entwicklung anderer Standards konnten wir beo- definierte Entscheidungsträger, die für die Durchführung der bachten, dass oftmals eine Weiterentwicklung von „Public Resilienz-Disziplinen und deren Entwicklung verantwortlich Available Standards“ über nationale Standards bis hin zu in- sind. Zudem muss deutlich sein, wofür das Unternehmen ternational gültigen ISO-Standards positiv verläuft und gute steht und welche Ziele es verfolgt. In diesem Zusammenhang Grundgedanken weiter geschärft werden. Es bleibt abzuwar- ist ein iterativer sechsphasiger Zyklus entwickelt worden, der ten, ob dieser Standard auf dem Weg zu einem ISO-Standard sich zyklisch wiederholt. Dieser Prozess gliedert sich in fol- so weit reift, dass er auch im Unternehmensalltag einen Mehr- gende essenzielle Phasen: wert bietet. Verglichen mit dem ISO 22301:2012 zeigt sich die 1. Be informed – Analyse des Unternehmens hinsichtlich der sehr große Verwandtschaft mit dem Thema Business Conti- Widerstandsfähigkeit nuity Management. Wirklich neu ist nur die Integration von 2. Set direction – Definition von Zielen vorhandenen Managementsystemen, und ob dies dem The- 3. Bring coherence – Integration bestehender Management- ma Resilienz gerecht wird und sich in dieser Form durchsetzt, systeme bleibt abzuwarten. 80 Wirtschaftsinformatik & Management 2 | 2015

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Wirtschaftsinformatik & ManagementSpringer Journals

Published: Mar 31, 2015

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