Bildung als Transformation von Selbst- und Weltverhältnissen und die dissoziative Aneignung von diskursiven Subjektfiguren in posttraditionellen Gesellschaften

Bildung als Transformation von Selbst- und Weltverhältnissen und die dissoziative Aneignung von... Vor dem Hintergrund der viel diskutierten Erosion tradierter, sozialer Organisationsprinzipien, die Akteuren in gesteigertem Maße Reflexionsprozesse nahelegt und Selbststeuerungsstrategien auferlegt, stellt der Beitrag die Frage, inwiefern dadurch Bildungsprozesse im Sinne der Transformation von Selbst- und Weltverhältnissen angestoßen werden bzw. inwiefern sich die Vielfalt identitätsbezogener Selbstentwürfe dazu eignet, Akteure in solche Subjektivierungsprozesse zu verstricken, die in der Lage sind, Bildungsprozesse ein- und anzuleiten. Reflexive Praktiken der Führung des Selbst werden in Annäherung an Foucaults Konzept der Subjektivierung bzw. dessen Fortführung in den Governmentality Studies gefasst und im Rahmen eines praxeologischen Konzepts der Aneignung von diskursiven Subjektfiguren diskutiert. Dabei mag ein Potenzial für Bildungsprozesse in der Aneignung und Aushandlung vielfältiger diskursiver Subjektfiguren auszumachen sein; zugleich sind jedoch dissoziative Aneignungen von Subjektfiguren zu berücksichtigen, die geeignet sind, habituell verankerte Selbst- und Weltverhältnisse durch Mythen des Selbst und ideologische Fantasien aufrecht zu erhalten. Abschließend werden potenzielle Arbeitsfelder, methodologisch-methodische Konsequenzen und Grenzen einer empirischen Bildungsforschung aufgezeigt, die sich den Relationen zwischen diskursiven Subjektfiguren, reflexiven Selbstentwürfen und habituellen Wissensstrukturen annimmt. Der Beitrag versteht sich als Moment einer Diskussion um methodologische Grundlagen der qualitativen Bildungsforschung, die empirische Studien anleiten, und will für Ambivalenzen und Paradoxien in Subjektivierungsprozessen sensibilisieren, die Bildungsprozesse eher hemmen denn fördern. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Bildungsforschung Springer Journals

Bildung als Transformation von Selbst- und Weltverhältnissen und die dissoziative Aneignung von diskursiven Subjektfiguren in posttraditionellen Gesellschaften

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Publisher
VS-Verlag
Copyright
Copyright © 2012 by Springer Fachmedien Wiesbaden
Subject
Social Sciences; Social Sciences, general
ISSN
2190-6890
eISSN
2190-6904
D.O.I.
10.1007/s35834-012-0045-1
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Abstract

Vor dem Hintergrund der viel diskutierten Erosion tradierter, sozialer Organisationsprinzipien, die Akteuren in gesteigertem Maße Reflexionsprozesse nahelegt und Selbststeuerungsstrategien auferlegt, stellt der Beitrag die Frage, inwiefern dadurch Bildungsprozesse im Sinne der Transformation von Selbst- und Weltverhältnissen angestoßen werden bzw. inwiefern sich die Vielfalt identitätsbezogener Selbstentwürfe dazu eignet, Akteure in solche Subjektivierungsprozesse zu verstricken, die in der Lage sind, Bildungsprozesse ein- und anzuleiten. Reflexive Praktiken der Führung des Selbst werden in Annäherung an Foucaults Konzept der Subjektivierung bzw. dessen Fortführung in den Governmentality Studies gefasst und im Rahmen eines praxeologischen Konzepts der Aneignung von diskursiven Subjektfiguren diskutiert. Dabei mag ein Potenzial für Bildungsprozesse in der Aneignung und Aushandlung vielfältiger diskursiver Subjektfiguren auszumachen sein; zugleich sind jedoch dissoziative Aneignungen von Subjektfiguren zu berücksichtigen, die geeignet sind, habituell verankerte Selbst- und Weltverhältnisse durch Mythen des Selbst und ideologische Fantasien aufrecht zu erhalten. Abschließend werden potenzielle Arbeitsfelder, methodologisch-methodische Konsequenzen und Grenzen einer empirischen Bildungsforschung aufgezeigt, die sich den Relationen zwischen diskursiven Subjektfiguren, reflexiven Selbstentwürfen und habituellen Wissensstrukturen annimmt. Der Beitrag versteht sich als Moment einer Diskussion um methodologische Grundlagen der qualitativen Bildungsforschung, die empirische Studien anleiten, und will für Ambivalenzen und Paradoxien in Subjektivierungsprozessen sensibilisieren, die Bildungsprozesse eher hemmen denn fördern.

Journal

Zeitschrift für BildungsforschungSpringer Journals

Published: Nov 18, 2012

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