Arteriosklerose – eine chronische Infektionskrankheit durch Chlamydia pneumoniae

Arteriosklerose – eine chronische Infektionskrankheit durch Chlamydia pneumoniae In den letzten Jahren sind eine Reihe von Daten veröffentlicht worden, die eine grundlegend neue Interpretation der Pathogenese der Arteriosklerose (Atherosklerose) erlauben. Hiernach ist die Arteriosklerose das Resultat einer ultrachronischen persistierenden Infektion der Gefäße durch die erst 1985 entdeckten neuartigen Erreger Chlamydia pneumoniae. Die Arteriosklerose wäre somit keine multifaktorielle Erkrankung durch unterschiedliche Risikofaktoren, sondern bekäme eine bemerkenswert einfache Erklärung. Starke Argumente für die Chlamydienthese sind: 1. Eine Korrelation zwischen koronarer Herzkrankheit und anderen arteriosklerotischen Manifestationen mit Antikörpern gegen Chlamydia pneumoniae. 2. Der Nachweis von Chlamydia pneumoniae mit unterschiedlichen Techniken (PCR, Immunhistochemie, Elektronenmikroskopie, Anzüchtung) mit einem hohen Prozentsatz in Atheromen (13 positive Studien). 3. Drei erfolgreiche Interventionsstudien mit Makroliden bei koronarer Herzkrankheit. 4. Infizierung der Zielzellen (Endothelien, Makrophagen, Muskelzellen) durch Chlamydia pneumoniae. 5. Erzeugung einer protrahierten Arteriitis im Tierversuch. Eine Reihe unerklärlicher Phänomene der Arteriosklerose werden durch die Infektionsthese erklärbar: die Androtropie des Herzinfarktes, der Rückgang der Arteriosklerose seit 1965, eine Reihe von Entzündungsreaktionen (CRP, Leukozyten, Fibrinogen) vor Auftreten eines Herzinfarktes. Es bietet sich die Deutung an, daß die als atherogen geltenden Lipidprofile nicht Ursache des Herzinfarktes sind, sondern Epiphänome der chronischen Gefäßinfektion mit Chlamydia pneumoniae. Die These, daß Chlamydia pneumoniae der primäre Erreger derArteriosklerose ist, erscheint wesentlich plausibler als die ebenfalls vertretbare Auffassung, daß sich Atherome sekundär mit Chlamydien besiedeln. In beiden Fällen ist die Konsequenz jedoch gleich – eine Antibiotikatherapie bekommt eine wichtige Position bei der Arteriosklerose. Moderne Makrolide, wie z.B. Roxithromycin und Azithromycin, Rifamycine, Chinolone, sowie Doxycyclin kommen als mögliche Antibiotika-Therapie der Infektion mit Chlamydia pneumoniae in Betracht. Interventionsstudien bei koronarer Herzkrankheit und anderen Manifestationen der Atherosklerose sollten in nächster Zeit folgen. Fernziel sind jedoch Präventionsstudien, bei denenjüngere Erwachsene ohne Manifestationen einer Arteriosklerose intermittierend mit Antibiotika behandelt werden. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Gefässchirurgie Springer Journals

Arteriosklerose – eine chronische Infektionskrankheit durch Chlamydia pneumoniae

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Publisher
Springer-Verlag
Copyright
Copyright © 1999 by Springer-Verlag Berlin Heidelberg
Subject
Medicine & Public Health; Vascular Surgery
ISSN
0948-7034
D.O.I.
10.1007/PL00010562
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Abstract

In den letzten Jahren sind eine Reihe von Daten veröffentlicht worden, die eine grundlegend neue Interpretation der Pathogenese der Arteriosklerose (Atherosklerose) erlauben. Hiernach ist die Arteriosklerose das Resultat einer ultrachronischen persistierenden Infektion der Gefäße durch die erst 1985 entdeckten neuartigen Erreger Chlamydia pneumoniae. Die Arteriosklerose wäre somit keine multifaktorielle Erkrankung durch unterschiedliche Risikofaktoren, sondern bekäme eine bemerkenswert einfache Erklärung. Starke Argumente für die Chlamydienthese sind: 1. Eine Korrelation zwischen koronarer Herzkrankheit und anderen arteriosklerotischen Manifestationen mit Antikörpern gegen Chlamydia pneumoniae. 2. Der Nachweis von Chlamydia pneumoniae mit unterschiedlichen Techniken (PCR, Immunhistochemie, Elektronenmikroskopie, Anzüchtung) mit einem hohen Prozentsatz in Atheromen (13 positive Studien). 3. Drei erfolgreiche Interventionsstudien mit Makroliden bei koronarer Herzkrankheit. 4. Infizierung der Zielzellen (Endothelien, Makrophagen, Muskelzellen) durch Chlamydia pneumoniae. 5. Erzeugung einer protrahierten Arteriitis im Tierversuch. Eine Reihe unerklärlicher Phänomene der Arteriosklerose werden durch die Infektionsthese erklärbar: die Androtropie des Herzinfarktes, der Rückgang der Arteriosklerose seit 1965, eine Reihe von Entzündungsreaktionen (CRP, Leukozyten, Fibrinogen) vor Auftreten eines Herzinfarktes. Es bietet sich die Deutung an, daß die als atherogen geltenden Lipidprofile nicht Ursache des Herzinfarktes sind, sondern Epiphänome der chronischen Gefäßinfektion mit Chlamydia pneumoniae. Die These, daß Chlamydia pneumoniae der primäre Erreger derArteriosklerose ist, erscheint wesentlich plausibler als die ebenfalls vertretbare Auffassung, daß sich Atherome sekundär mit Chlamydien besiedeln. In beiden Fällen ist die Konsequenz jedoch gleich – eine Antibiotikatherapie bekommt eine wichtige Position bei der Arteriosklerose. Moderne Makrolide, wie z.B. Roxithromycin und Azithromycin, Rifamycine, Chinolone, sowie Doxycyclin kommen als mögliche Antibiotika-Therapie der Infektion mit Chlamydia pneumoniae in Betracht. Interventionsstudien bei koronarer Herzkrankheit und anderen Manifestationen der Atherosklerose sollten in nächster Zeit folgen. Fernziel sind jedoch Präventionsstudien, bei denenjüngere Erwachsene ohne Manifestationen einer Arteriosklerose intermittierend mit Antibiotika behandelt werden.

Journal

GefässchirurgieSpringer Journals

Published: Nov 15, 1999

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