Antithrombotische Therapie nach gefäßchirurgischen Eingriffen

Antithrombotische Therapie nach gefäßchirurgischen Eingriffen Die Frage nach der optimalen postoperativen Pharmakotherapie im Gefolge von peripheren Bypassoperationen ist offen, obwohl diese Rekonstuktionen ein ausgezeichnetes Modell darstellen, um die verschiedenen Antithrombotika zu testen. Dieser Artikel möchte einen Überblick geben, was derzeit als gesichert gelten kann und versuchen zukünftige Möglichkeiten der adjunktiven medikamentösen Behandlung aufzuzeigen. Anhand verschiedener Übersichtsartikel, sowie des Literaturstudiums mit Hilfe der „Cochrane Library Data Base“ und eigener Erfahrungen wird entsprechend den Vorschlägen des „Ad Hoc Committee on Clinical Research der Society Vascular Surgery“ versucht, verschiene Empfehlungen (Grad A, B, C) für den Einsatz der verschiedenen Antithrombotika zu finden [wobei Grad A einer nach derzeitigen Wissenstand als gesichert geltenden Empfehlung entspricht, die mit Hilfe einer prospektiv randomisierten, Placebo-kontrollierten, doppelt blinden (?) klinischen Prüfung anhand von großen Patientenzahlen erarbeitet wurde; während eine Grad-C-Empfehlung anhand eines offenen Vergleichs evtl. mit historischen Kontrollen oder durch Verlaufsstudien erarbeitet wurde und damit wissenschaftlich als wenig gesichert anzusehen ist]. Die Heparin-Therapie wird von vielen Gefäßchirurgen durchgeführt, allerdings kann für ihren Einsatz höchstens eine Grad-C-Empfehlung abgegeben werden. Die Thrombozytenfunktion stabilisierende Medikamente, hier Acetylsalicyl-säure in mittlerer Dosierung, sind die am intensivsten geprüften Substanzen, so daß eine Grad-A-Empfehlung für ihre langzeitliche (evtl. lebenslange) Verwendung sowohl hinsichtlich der Verbesserung der Offenheit als auch hinsichtlich der sekundären Prävention ausgesprochen werden kann. Ticlopidine dürfte vielversprechende Potenzen haben, eine entsprechende Bestätigung steht aber aus. Orale Antikoagulantien werden immer wieder empfohlen, allerdings sind eine Reihe von unizentrischen klinischen Prüfungen, mit z.T. uneinheitlichen Ergebnissen vorhanden, so daß man höchstens eine Grad-B-Empfehlung für ihre Rezeptur aussprechen kann. Direkte Vergleichsuntersuchungen – Aggregationshemmer vs. orale Antikoagulantien – fehlen derzeit noch (?). Die Kombination von Aggregationshemmern und oralen Antikoagulantien wäre eine Option, ist allerdings durch Risiken belastet ist. Kombinationstherapien in verringerter Dosis könnten eine mögliche Alternative darstellen. Betreffend niedrig-molekularem Dextran liegt eine einzige Grad-A – Empfehlung hinsichtlich einer kurz dauernden Funktionsverbesserung vor. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Gefässchirurgie Springer Journals

Antithrombotische Therapie nach gefäßchirurgischen Eingriffen

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Publisher
Springer Journals
Copyright
Copyright © 1999 by Springer-Verlag Berlin Heidelberg
Subject
Medicine & Public Health; Vascular Surgery
ISSN
0948-7034
eISSN
1434-3932
D.O.I.
10.1007/PL00010554
Publisher site
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Abstract

Die Frage nach der optimalen postoperativen Pharmakotherapie im Gefolge von peripheren Bypassoperationen ist offen, obwohl diese Rekonstuktionen ein ausgezeichnetes Modell darstellen, um die verschiedenen Antithrombotika zu testen. Dieser Artikel möchte einen Überblick geben, was derzeit als gesichert gelten kann und versuchen zukünftige Möglichkeiten der adjunktiven medikamentösen Behandlung aufzuzeigen. Anhand verschiedener Übersichtsartikel, sowie des Literaturstudiums mit Hilfe der „Cochrane Library Data Base“ und eigener Erfahrungen wird entsprechend den Vorschlägen des „Ad Hoc Committee on Clinical Research der Society Vascular Surgery“ versucht, verschiene Empfehlungen (Grad A, B, C) für den Einsatz der verschiedenen Antithrombotika zu finden [wobei Grad A einer nach derzeitigen Wissenstand als gesichert geltenden Empfehlung entspricht, die mit Hilfe einer prospektiv randomisierten, Placebo-kontrollierten, doppelt blinden (?) klinischen Prüfung anhand von großen Patientenzahlen erarbeitet wurde; während eine Grad-C-Empfehlung anhand eines offenen Vergleichs evtl. mit historischen Kontrollen oder durch Verlaufsstudien erarbeitet wurde und damit wissenschaftlich als wenig gesichert anzusehen ist]. Die Heparin-Therapie wird von vielen Gefäßchirurgen durchgeführt, allerdings kann für ihren Einsatz höchstens eine Grad-C-Empfehlung abgegeben werden. Die Thrombozytenfunktion stabilisierende Medikamente, hier Acetylsalicyl-säure in mittlerer Dosierung, sind die am intensivsten geprüften Substanzen, so daß eine Grad-A-Empfehlung für ihre langzeitliche (evtl. lebenslange) Verwendung sowohl hinsichtlich der Verbesserung der Offenheit als auch hinsichtlich der sekundären Prävention ausgesprochen werden kann. Ticlopidine dürfte vielversprechende Potenzen haben, eine entsprechende Bestätigung steht aber aus. Orale Antikoagulantien werden immer wieder empfohlen, allerdings sind eine Reihe von unizentrischen klinischen Prüfungen, mit z.T. uneinheitlichen Ergebnissen vorhanden, so daß man höchstens eine Grad-B-Empfehlung für ihre Rezeptur aussprechen kann. Direkte Vergleichsuntersuchungen – Aggregationshemmer vs. orale Antikoagulantien – fehlen derzeit noch (?). Die Kombination von Aggregationshemmern und oralen Antikoagulantien wäre eine Option, ist allerdings durch Risiken belastet ist. Kombinationstherapien in verringerter Dosis könnten eine mögliche Alternative darstellen. Betreffend niedrig-molekularem Dextran liegt eine einzige Grad-A – Empfehlung hinsichtlich einer kurz dauernden Funktionsverbesserung vor.

Journal

GefässchirurgieSpringer Journals

Published: Aug 1, 1999

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