Abrechnung erklären

Abrechnung erklären 52 P R A X I S MAN AG E M E N T (13.10.2011, Az. III ZR 231/10) zu bezeichnen. Warum aber wird der Hin- Abrechnung erklären weis auf die Erläuterungsp‘icht seitens der Erstatter systematisch unterlassen? Weil ja dann der Berechtigte auf die Idee Abgelehnte Begründung. „Immer nur Ihre Begründungen zur Gebührenhöhe käme, tatsächlich Erläuterung einzuho- len, um dann gegenüber der Beihilfe zu werden abgelehnt.“ So ähnlich sagen das insbesondere Beihilfepatienten. Sie mei- erklären, nun seien die in der GOZ vor- nen, Zahnärzte sollten sich mehr Mühe geben. Jedoch eine verordnungskonforme geschriebenen Formalien erfolgt, also ab Begründung inhaltlich zu beanstanden, also zahnmedizinisch anzuzweifeln oder gar jetzt Zahlung und Erstattung fällig. als nicht zutreffend zu bezeichnen, steht einem Beihilfesachbearbeiter gar nicht zu. ERHELLENDES ERLÄUTERUNGSBEISPIEL Was ist zu tun? Ohne Zögern die AUTOR: DR. PETER H.G. ESSER Begründung erläutern, am besten schrižlich. Erläutern ist für Laien ver- Das wäre zumindest anmaßend: For- aufwand unter Einsatz moderner Be - ständliches, nachvollziehbares Erklären male Fehler wie eine tatsächlich feh- handlungsmaterialien und -techniken der auf der Rechnung genannten lende Begründung, das Bemessen unzu- stellenweise kaum mehr möglich. Wenn Gründe. Es werden die genannten lässiger Kriterien oder ohne Nennung Behandlung auf dem aktuellen Stand Gründe mit einfachen Worten erneut irgendeines konkreten Grundes kann verlangt wird, muss folglich mit aktuell etwas ausführlicher dargelegt, was sie der Sachbearbeiter markieren. Zu zahn- nötigem Faktor berechnet werden. konkret bedeuten für die Behandlungs- medizinisch-inhaltlicher Prüfung ist durchführung und für den Behandler. der Laie „Sachbearbeiter“ nicht befä- „BRINGSCHULD“ DES Die Begründung „weit überdurchschnitt- higt. Dazu bedarf es zahnärztlichen RECHNUNGSAUSSTELLERS liche Schwierigkeit wegen permanent Sachverstandes, zum Beispiel eines Gut- Man hält sich ohne Zögern und Auf- hohem Zungendruck “ bedeutet, dass die achters oder der Zahnärztekammer. schub strikt an die Rechtslage: Die sieht übertrainierte Zunge bereits anatomisch Gibt es eine vorwurfsvolle Reaktion, vor, dass der Rechnung ausstellende vergrößert ist, daher die Sicht auf die dann hat der Zahnarzt wohl im Vorfeld Zahnarzt auf Verlangen des Zahlungs- Unterkieferbezahnung ständig verdeckt zumindest den einen Fehler gemacht: p‘ichtigen die schrižlich abgegebene und dem Oberkiefer außer bei maxima- Der Hinweis ist gemäß üblicher Vorge- Begründung erläutert. So steht es ler, kaum länger durchzuhaltender Ö—- hensweise der Erstatter mittlerweile obli- unmissverständlich in § 10 Abs. 3 Satz 2 nungsweite ebenfalls voll anliegt und gat, dass sie versuchen, jede Erstattung GOZ. Das ist eine Verp‘ichtung des beim Abhalten unwillkürlicher Gegen- über den Durchschnittsatz hinaus vorzu- Rechnungsausstellers, und ohne dieser druck aufgebaut wird, der dann bei ver- enthalten, egal mit welchen Argumenten. nachzukommen, wird die über den stärktem Bemühen um Zungenverdrän- Gemäß Patientenrechtegesetz könnte Durchschnittssatz hinausgehende Ver- gung entweder zu re‘ektorischer Verrin- dann sogar eine Verp‘ichtung gesehen gütung nicht fällig. gerung der Mundö—nung oder zu Wür- werden, den Berechtigten auf das übliche Da kommt allerdings sofort die Frage gereiz führt mit der Folge, dass die Standardvorgehen der Verweigerung jed- auf, warum wird bezüglich der Begrün- Weiterbehandlung häuªg und zeitauf- weder Erstattung oberhalb des Durch- dungen seitens der Erstatter derart her- wändig unterbrochen werden muss. schnittsatzes vorab aufzuklären. umargumentiert, ož seitenlang mit So gut erklärt, kommt der Erstatter nicht, kaum oder nur stellenweise zu - nicht daran vorbei, auch tatsächlich AUFKLÄRUNG ÜBER tre—endem Text, anstatt dem Beihilfe- Erstattung vorzunehmen. Zumindest „NICHTANERKENNUNG“ berechtigten klipp und klar zu sagen: aber hat die Praxis damit alle ihre recht- Wenn das versäumt wurde, muss man „Wir haben die Begründung nicht ver- lichen Verp‘ichtungen erfüllt, insbe- diese Au“lärung wenigstens nachholen standen. Lassen sie sich bitte die Be - sondere wenn der und zusätzlich darauf verweisen, dass gründung erläutern, wie es § 10 (3) 2 Zahlungsp‘ichtige bis auf wenige ab 2012 höher bewertete GOZ vorsieht. Dann können wir beihil- (dokumentiert) Gebührenzi—ern seit 1987 keine Gebüh- feseitig höher erstatten.“ erklärt, dass er die renerhöhung erfolgt ist. Mit fast drei Derartige Hinweise an den Berechtigten Erläuterung ver- Jahrzehnten stagnierender Vergütung ist erfolgen fast nie. Es wäre wohl nicht zu standen hat: Dann eine den aktuellen Möglichkeiten der hoch gegri—en, das bewusste Verschwei- ist Schluss mit wei- Dr. Peter H. G. Esser GOZ-Experte und Zahnmedizin voll entsprechende Be - gen der Rechtslage als eine „Amts- terer Erläuterungs- Berater der ZA hand lung mit dem dazu nötigen Zeit- p‘ichtverletzung“ gemäß BGH-Urteil erfordernis. w w w.die-za.de DER FREIE ZAHNARZT - JU NI 2018 http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Der Freie Zahnarzt Springer Journals

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Subject
Dentistry; Dentistry
ISSN
0340-1766
eISSN
2190-3824
D.O.I.
10.1007/s12614-018-7374-y
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Abstract

52 P R A X I S MAN AG E M E N T (13.10.2011, Az. III ZR 231/10) zu bezeichnen. Warum aber wird der Hin- Abrechnung erklären weis auf die Erläuterungsp‘icht seitens der Erstatter systematisch unterlassen? Weil ja dann der Berechtigte auf die Idee Abgelehnte Begründung. „Immer nur Ihre Begründungen zur Gebührenhöhe käme, tatsächlich Erläuterung einzuho- len, um dann gegenüber der Beihilfe zu werden abgelehnt.“ So ähnlich sagen das insbesondere Beihilfepatienten. Sie mei- erklären, nun seien die in der GOZ vor- nen, Zahnärzte sollten sich mehr Mühe geben. Jedoch eine verordnungskonforme geschriebenen Formalien erfolgt, also ab Begründung inhaltlich zu beanstanden, also zahnmedizinisch anzuzweifeln oder gar jetzt Zahlung und Erstattung fällig. als nicht zutreffend zu bezeichnen, steht einem Beihilfesachbearbeiter gar nicht zu. ERHELLENDES ERLÄUTERUNGSBEISPIEL Was ist zu tun? Ohne Zögern die AUTOR: DR. PETER H.G. ESSER Begründung erläutern, am besten schrižlich. Erläutern ist für Laien ver- Das wäre zumindest anmaßend: For- aufwand unter Einsatz moderner Be - ständliches, nachvollziehbares Erklären male Fehler wie eine tatsächlich feh- handlungsmaterialien und -techniken der auf der Rechnung genannten lende Begründung, das Bemessen unzu- stellenweise kaum mehr möglich. Wenn Gründe. Es werden die genannten lässiger Kriterien oder ohne Nennung Behandlung auf dem aktuellen Stand Gründe mit einfachen Worten erneut irgendeines konkreten Grundes kann verlangt wird, muss folglich mit aktuell etwas ausführlicher dargelegt, was sie der Sachbearbeiter markieren. Zu zahn- nötigem Faktor berechnet werden. konkret bedeuten für die Behandlungs- medizinisch-inhaltlicher Prüfung ist durchführung und für den Behandler. der Laie „Sachbearbeiter“ nicht befä- „BRINGSCHULD“ DES Die Begründung „weit überdurchschnitt- higt. Dazu bedarf es zahnärztlichen RECHNUNGSAUSSTELLERS liche Schwierigkeit wegen permanent Sachverstandes, zum Beispiel eines Gut- Man hält sich ohne Zögern und Auf- hohem Zungendruck “ bedeutet, dass die achters oder der Zahnärztekammer. schub strikt an die Rechtslage: Die sieht übertrainierte Zunge bereits anatomisch Gibt es eine vorwurfsvolle Reaktion, vor, dass der Rechnung ausstellende vergrößert ist, daher die Sicht auf die dann hat der Zahnarzt wohl im Vorfeld Zahnarzt auf Verlangen des Zahlungs- Unterkieferbezahnung ständig verdeckt zumindest den einen Fehler gemacht: p‘ichtigen die schrižlich abgegebene und dem Oberkiefer außer bei maxima- Der Hinweis ist gemäß üblicher Vorge- Begründung erläutert. So steht es ler, kaum länger durchzuhaltender Ö—- hensweise der Erstatter mittlerweile obli- unmissverständlich in § 10 Abs. 3 Satz 2 nungsweite ebenfalls voll anliegt und gat, dass sie versuchen, jede Erstattung GOZ. Das ist eine Verp‘ichtung des beim Abhalten unwillkürlicher Gegen- über den Durchschnittsatz hinaus vorzu- Rechnungsausstellers, und ohne dieser druck aufgebaut wird, der dann bei ver- enthalten, egal mit welchen Argumenten. nachzukommen, wird die über den stärktem Bemühen um Zungenverdrän- Gemäß Patientenrechtegesetz könnte Durchschnittssatz hinausgehende Ver- gung entweder zu re‘ektorischer Verrin- dann sogar eine Verp‘ichtung gesehen gütung nicht fällig. gerung der Mundö—nung oder zu Wür- werden, den Berechtigten auf das übliche Da kommt allerdings sofort die Frage gereiz führt mit der Folge, dass die Standardvorgehen der Verweigerung jed- auf, warum wird bezüglich der Begrün- Weiterbehandlung häuªg und zeitauf- weder Erstattung oberhalb des Durch- dungen seitens der Erstatter derart her- wändig unterbrochen werden muss. schnittsatzes vorab aufzuklären. umargumentiert, ož seitenlang mit So gut erklärt, kommt der Erstatter nicht, kaum oder nur stellenweise zu - nicht daran vorbei, auch tatsächlich AUFKLÄRUNG ÜBER tre—endem Text, anstatt dem Beihilfe- Erstattung vorzunehmen. Zumindest „NICHTANERKENNUNG“ berechtigten klipp und klar zu sagen: aber hat die Praxis damit alle ihre recht- Wenn das versäumt wurde, muss man „Wir haben die Begründung nicht ver- lichen Verp‘ichtungen erfüllt, insbe- diese Au“lärung wenigstens nachholen standen. Lassen sie sich bitte die Be - sondere wenn der und zusätzlich darauf verweisen, dass gründung erläutern, wie es § 10 (3) 2 Zahlungsp‘ichtige bis auf wenige ab 2012 höher bewertete GOZ vorsieht. Dann können wir beihil- (dokumentiert) Gebührenzi—ern seit 1987 keine Gebüh- feseitig höher erstatten.“ erklärt, dass er die renerhöhung erfolgt ist. Mit fast drei Derartige Hinweise an den Berechtigten Erläuterung ver- Jahrzehnten stagnierender Vergütung ist erfolgen fast nie. Es wäre wohl nicht zu standen hat: Dann eine den aktuellen Möglichkeiten der hoch gegri—en, das bewusste Verschwei- ist Schluss mit wei- Dr. Peter H. G. Esser GOZ-Experte und Zahnmedizin voll entsprechende Be - gen der Rechtslage als eine „Amts- terer Erläuterungs- Berater der ZA hand lung mit dem dazu nötigen Zeit- p‘ichtverletzung“ gemäß BGH-Urteil erfordernis. w w w.die-za.de DER FREIE ZAHNARZT - JU NI 2018

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Der Freie ZahnarztSpringer Journals

Published: Jun 1, 2018

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