„Ich arbeite gerne mit Inkontinenz-Patienten und Angehörigen“

„Ich arbeite gerne mit Inkontinenz-Patienten und Angehörigen“ FO R T B ILD UN G SCHW E R PUN K T Inkontinenz im Alter 37 Harninkontinenz Dr. med. Joachim Zeeh Geriatrische Fachklinik Georgenhaus, Meiningen 41 Stuhlinkontinenz Drei gute Gründe „Ich arbeite gerne mit Inkontinenz- Patienten und Angehörigen“ Ich möchte Ihnen drei Gründe nennen, warum ich gerne mit • sprechende Medizin, Patienten und Angehörigen arbeite, die mich wegen einer In- • der hohe Stellenwert ärztlicher Intuition, kontinenz konsultieren. • der zeitnahe Wiedergewinn an Lebensqualität für 1 Weil ich froh bin, dass dieses für Betro�ene und P�egende den Patienten. belastende, aber häu�g trotzdem verschwiegene, mit Jede dritte Frau und jeder siebte Mann im Alter über 65 Jahre Scham- und Ekelgefühlen besetzte ‚ema angesprochen leidet an Urininkontinenz. Je älter die Betro�enen, desto mehr und damit endlich auf die Agenda gesetzt worden ist. ziehen beide Geschlechter gleich. Stuhlinkontinenz ist eben- 2 Weil hier mit einfachen Mitteln viel erreicht werden kann. falls kein seltenes Phänomen: je kränker, je unselbstständiger 3 Weil hier vieles von dem, was die Attraktivität von Geria- und je kognitiv eingeschränkter – umso häu�ger ist damit zu trie ausmacht, unmittelbar erfahrbar wird: rechnen. In P�egeheimen sind bis zu acht von zehn Bewohnern betro�en. Es wird deutlich, dass Inkontinenz tatsächlich zu den großen ‚emen der Altersmedizin zählt. Die beiden Übersichtsartikel zur Urin- und zur Stuhlinkon- tinenz sollen Sie pragmatisch und praxisnah auf den neuesten Stand bringen. Der stuhlinkontinente Patient, dessen Problem gelöst werden konnte durch die Beseitigung einer „banalen“ Obstipation oder die alte Dame, die ihren imperativen Harn- drang mit Hilfe von Beckenbodentraining und einer Tablette so weit unter Kontrolle bekommt, dass sie wieder Einkaufen gehen kann. Dies sind schöne – und gar nicht so seltene – Er- folgserlebnisse. Es wird aber auch deutlich gemacht, dass sämtliche Ent- scheidungen für jeden Einzelfall individuell und „nach Maß“ getro�en werden müssen. Und dass beim Einsatz von konti- nenzfördernden Medikamenten zwischen einer erwünschten Wirkung und einer gefürchteten Nebenwirkung oŸ nur ein schmaler Grat liegt. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre. Jeder 7. Mann über 65 Jahre leidet an einer Urininkontinenz. 36 MMW Fortschritte der Medizin 2019 . 2 / 161 © stevecoleimages / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodellen) http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png MMW - Fortschritte der Medizin Springer Journals

„Ich arbeite gerne mit Inkontinenz-Patienten und Angehörigen“

MMW - Fortschritte der Medizin, Volume 161 (2) – Feb 5, 2019

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Publisher
Springer Journals
Copyright
Copyright © 2019 by Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature
Subject
Medicine & Public Health; General Practice / Family Medicine; Internal Medicine
ISSN
1438-3276
eISSN
1613-3560
D.O.I.
10.1007/s15006-019-0129-0
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Abstract

FO R T B ILD UN G SCHW E R PUN K T Inkontinenz im Alter 37 Harninkontinenz Dr. med. Joachim Zeeh Geriatrische Fachklinik Georgenhaus, Meiningen 41 Stuhlinkontinenz Drei gute Gründe „Ich arbeite gerne mit Inkontinenz- Patienten und Angehörigen“ Ich möchte Ihnen drei Gründe nennen, warum ich gerne mit • sprechende Medizin, Patienten und Angehörigen arbeite, die mich wegen einer In- • der hohe Stellenwert ärztlicher Intuition, kontinenz konsultieren. • der zeitnahe Wiedergewinn an Lebensqualität für 1 Weil ich froh bin, dass dieses für Betro�ene und P�egende den Patienten. belastende, aber häu�g trotzdem verschwiegene, mit Jede dritte Frau und jeder siebte Mann im Alter über 65 Jahre Scham- und Ekelgefühlen besetzte ‚ema angesprochen leidet an Urininkontinenz. Je älter die Betro�enen, desto mehr und damit endlich auf die Agenda gesetzt worden ist. ziehen beide Geschlechter gleich. Stuhlinkontinenz ist eben- 2 Weil hier mit einfachen Mitteln viel erreicht werden kann. falls kein seltenes Phänomen: je kränker, je unselbstständiger 3 Weil hier vieles von dem, was die Attraktivität von Geria- und je kognitiv eingeschränkter – umso häu�ger ist damit zu trie ausmacht, unmittelbar erfahrbar wird: rechnen. In P�egeheimen sind bis zu acht von zehn Bewohnern betro�en. Es wird deutlich, dass Inkontinenz tatsächlich zu den großen ‚emen der Altersmedizin zählt. Die beiden Übersichtsartikel zur Urin- und zur Stuhlinkon- tinenz sollen Sie pragmatisch und praxisnah auf den neuesten Stand bringen. Der stuhlinkontinente Patient, dessen Problem gelöst werden konnte durch die Beseitigung einer „banalen“ Obstipation oder die alte Dame, die ihren imperativen Harn- drang mit Hilfe von Beckenbodentraining und einer Tablette so weit unter Kontrolle bekommt, dass sie wieder Einkaufen gehen kann. Dies sind schöne – und gar nicht so seltene – Er- folgserlebnisse. Es wird aber auch deutlich gemacht, dass sämtliche Ent- scheidungen für jeden Einzelfall individuell und „nach Maß“ getro�en werden müssen. Und dass beim Einsatz von konti- nenzfördernden Medikamenten zwischen einer erwünschten Wirkung und einer gefürchteten Nebenwirkung oŸ nur ein schmaler Grat liegt. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre. Jeder 7. Mann über 65 Jahre leidet an einer Urininkontinenz. 36 MMW Fortschritte der Medizin 2019 . 2 / 161 © stevecoleimages / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodellen)

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MMW - Fortschritte der MedizinSpringer Journals

Published: Feb 5, 2019

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