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Hippokrates, ein archetypisches Bild ärztlicher Individuation

Hippokrates, ein archetypisches Bild ärztlicher Individuation von Gerda Bertram, Bremen "Ich schwöre bei Apollon, dem Arzt, und Asklepios und allen Göttern und Göttinnen, die ich zu Zeugen aufrufe, daß ich diesen Eid und Vertrag nach be­ stem Wissen und Können erfüllen werde." (1) So beginnt nach der Überlieferung der hippokratische Eid und hat sich seit zweieinhalb-tausend Jahren als Gelübde des ärztlichen Standes in seinen wesent­ lichen Forderungen nach Integrität des Arztes gehalten. Diese "Gültigkeit" dürf­ te auf einem archetypischen .Hintergrund beruhen, nämlich dem Archetypus der Ganzheit des heilkundigen Arztes. Ich möchte versuchen, Ihnen an der Gestalt des Hippokrates bzw. an der geisti­ gen Ausdrucksform, die dem Corpus Hippokratikum zugrunde liegt, den Indi­ viduationsprozeß des Arztes darzustellen. Mir scheint, daß in dem großen Koer etwas aufleuchtet von der Ganzheit des Heilers, die im Ablauf der Medizinge­ schichte immer wieder verloren geht und z.T. aus extremen Vereinseitigungen enantiodromisch zurück geholt werden muß. Nur wo dieses archetypische Bild des Heilers konstelliert ist, kann wirkliche Heilung, d.h. ja Ganzwerdung im kranken Menschen geschehen. Deshalb geht uns Psychotherapeuten der spezi­ fisch ärztliche Individuationsweg in besondererWeise an. Lassen Sie mich mit den sog. prähistorischen Schichten des Arzttums beginnen. Da die Medizingeschichte in dieser Beziehung noch in den Kinderschuhen steckt und, von http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für analytische Psychologie und ihre Grenzgebiete Karger

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Publisher
Karger
Copyright
© 1971 S. Karger AG, Basel
ISSN
0049-8580
eISSN
2504-2386
DOI
10.1159/000478144
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Abstract

von Gerda Bertram, Bremen "Ich schwöre bei Apollon, dem Arzt, und Asklepios und allen Göttern und Göttinnen, die ich zu Zeugen aufrufe, daß ich diesen Eid und Vertrag nach be­ stem Wissen und Können erfüllen werde." (1) So beginnt nach der Überlieferung der hippokratische Eid und hat sich seit zweieinhalb-tausend Jahren als Gelübde des ärztlichen Standes in seinen wesent­ lichen Forderungen nach Integrität des Arztes gehalten. Diese "Gültigkeit" dürf­ te auf einem archetypischen .Hintergrund beruhen, nämlich dem Archetypus der Ganzheit des heilkundigen Arztes. Ich möchte versuchen, Ihnen an der Gestalt des Hippokrates bzw. an der geisti­ gen Ausdrucksform, die dem Corpus Hippokratikum zugrunde liegt, den Indi­ viduationsprozeß des Arztes darzustellen. Mir scheint, daß in dem großen Koer etwas aufleuchtet von der Ganzheit des Heilers, die im Ablauf der Medizinge­ schichte immer wieder verloren geht und z.T. aus extremen Vereinseitigungen enantiodromisch zurück geholt werden muß. Nur wo dieses archetypische Bild des Heilers konstelliert ist, kann wirkliche Heilung, d.h. ja Ganzwerdung im kranken Menschen geschehen. Deshalb geht uns Psychotherapeuten der spezi­ fisch ärztliche Individuationsweg in besondererWeise an. Lassen Sie mich mit den sog. prähistorischen Schichten des Arzttums beginnen. Da die Medizingeschichte in dieser Beziehung noch in den Kinderschuhen steckt und, von

Journal

Zeitschrift für analytische Psychologie und ihre GrenzgebieteKarger

Published: Jan 1, 2017

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