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Entwicklung und Organisation der Sozialtouristik in Deutschland

Entwicklung und Organisation der Sozialtouristik in Deutschland Unmittelbar nach dem Zusammenbruch im Jahre 1945 setzte in Deutschland eine ungeahnte Ausweitung des Reiseverkehrs ein, dem die an den Schlgen des Krieges leidenden Verkehrsunternehmen in keiner Weise gewachsen waren. Soweit dieser Verkehr nicht der unmittelbaren beruflichen und geschftlichen Bettigung diente, fhrte er die Reisenden in die bekannten Feriengebiete Deutschlands, weil diese gleichzeitig die landwirtschaftlich genutzten Gegenden sind und damals die Masse der Flchtlinge aus dem Osten Deutschlands und die Evakuierten aus den zerbombten Grossstdten und Industriezentren aufgenommen hatten. Diese Form des Reisens nach den Feriengebieten war aber kein echter Fremdenverkehr denn sie war getragen nicht so sehr von dem Streben nach Erholung, als vielmehr von dem Willen, die in diesen landwirtschaftlichen Gebieten reichlicher vorhandenen Verpflegungsmglichkeiten auszuntzen, vor allem aber von der Notwendigkeit, die versprengten Familienangehrigen wieder zu sammeln. Bei allen diesen Reisen spielte die Kostenfrage, die im normalen Fremdenverkehr immer der ausschlaggebende Faktor zu sein pflegt, keine Rolle. Wer gengend Geld hatte und in den Zielgebieten gengend Sachwerte zum Tausch anbieten konnte, der reiste. Denn das Reisen war billig. Die Preise der Verkehrsmittel waren die einzigen, die auch ohne Rationierung weit unter dem allgemeinen Preisniveau lagen. http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png The Tourist Review Emerald Publishing

Entwicklung und Organisation der Sozialtouristik in Deutschland

The Tourist Review , Volume 6 (3): 11 – Mar 1, 1951

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Publisher
Emerald Publishing
Copyright
Copyright © Emerald Group Publishing Limited
ISSN
0251-3102
DOI
10.1108/eb059679
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Abstract

Unmittelbar nach dem Zusammenbruch im Jahre 1945 setzte in Deutschland eine ungeahnte Ausweitung des Reiseverkehrs ein, dem die an den Schlgen des Krieges leidenden Verkehrsunternehmen in keiner Weise gewachsen waren. Soweit dieser Verkehr nicht der unmittelbaren beruflichen und geschftlichen Bettigung diente, fhrte er die Reisenden in die bekannten Feriengebiete Deutschlands, weil diese gleichzeitig die landwirtschaftlich genutzten Gegenden sind und damals die Masse der Flchtlinge aus dem Osten Deutschlands und die Evakuierten aus den zerbombten Grossstdten und Industriezentren aufgenommen hatten. Diese Form des Reisens nach den Feriengebieten war aber kein echter Fremdenverkehr denn sie war getragen nicht so sehr von dem Streben nach Erholung, als vielmehr von dem Willen, die in diesen landwirtschaftlichen Gebieten reichlicher vorhandenen Verpflegungsmglichkeiten auszuntzen, vor allem aber von der Notwendigkeit, die versprengten Familienangehrigen wieder zu sammeln. Bei allen diesen Reisen spielte die Kostenfrage, die im normalen Fremdenverkehr immer der ausschlaggebende Faktor zu sein pflegt, keine Rolle. Wer gengend Geld hatte und in den Zielgebieten gengend Sachwerte zum Tausch anbieten konnte, der reiste. Denn das Reisen war billig. Die Preise der Verkehrsmittel waren die einzigen, die auch ohne Rationierung weit unter dem allgemeinen Preisniveau lagen.

Journal

The Tourist ReviewEmerald Publishing

Published: Mar 1, 1951

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