„y bi a mä troy in grassen Nöthen“. Zur kritischen Edition eines Paradestücks des Wandertheaters

„y bi a mä troy in grassen Nöthen“. Zur kritischen Edition eines Paradestücks des... Christian Neuhuber„y bi a mä troy in grassen Nöthen“Zur kritischen Edition eines Paradestücks des WandertheatersIn kaum einem anderen Bereich der germanistischen Editorik ist man so unmittelbar mit den unterschiedlichsten Ausformungen von Textrevision konfrontiertwie in der Wandertheaterforschung. Schon die Herausgabe der in verschiedenstenArchiven verstreuten Relikte dieses einstmals so prägenden, dann vielgeschmähten Kulturtransfers in Erwägung zu ziehen, ist keine Selbstverständlichkeit. Wichtige Bühnenwerke des 17. Jahrhunderts sind uns nur mehr durch Titelnennung,Inhaltsangaben oder Szenare bekannt, sind in Dekaden jüngeren und massiv überformten Fassungen überliefert oder lassen sich nur noch aus den fremdsprachigenVorlagen des ,Internationaltheaters‘1 erschließen; ein Gutteil des Repertoires ausdieser Frühzeit muss ohnedies als verloren gelten. Was im Wortlaut festgehaltenwurde, war als eigentliche Geschäftsgrundlage prinzipiell nicht für die Allgemeinheit gedacht und liegt mit wenigen Ausnahmen bloß dem Zufall geschuldet handschriftlich vor. Mit dem rigiden literaturwissenschaftlichen Begriff des Werks alseigenständiges und authentisches Produkt eines auktorialen Schaffensprozesses lassen sich diese ständigen Transformationen unterworfenen, intermedial konzipierten Bühnenstücke verschiedenster Provenienz ohnedies kaum fassen. So hielt sichauch das Interesse der Editionsphilologie nach engagierten, aber wissenschaftlichüberholten Anfängen2 ein ganzes Jahrhundert lang in überschaubaren Grenzen.31Diesen aussagekräftigen Begriff prägte Bärbel Rudin in Abgrenzung zu den Nationaltheaterkonzepten des 18. Jahrhunderts, um auf die besonderen Spezifika der Genese, Performanz und Distribution von http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Editio de Gruyter

„y bi a mä troy in grassen Nöthen“. Zur kritischen Edition eines Paradestücks des Wandertheaters

Editio , Volume 31 (1): 20 – Dec 20, 2017

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de Gruyter
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© 2018 by Walter de Gruyter Berlin/Boston
ISSN
1865-9446
eISSN
1865-9446
D.O.I.
10.1515/editio-2017-0005
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Abstract

Christian Neuhuber„y bi a mä troy in grassen Nöthen“Zur kritischen Edition eines Paradestücks des WandertheatersIn kaum einem anderen Bereich der germanistischen Editorik ist man so unmittelbar mit den unterschiedlichsten Ausformungen von Textrevision konfrontiertwie in der Wandertheaterforschung. Schon die Herausgabe der in verschiedenstenArchiven verstreuten Relikte dieses einstmals so prägenden, dann vielgeschmähten Kulturtransfers in Erwägung zu ziehen, ist keine Selbstverständlichkeit. Wichtige Bühnenwerke des 17. Jahrhunderts sind uns nur mehr durch Titelnennung,Inhaltsangaben oder Szenare bekannt, sind in Dekaden jüngeren und massiv überformten Fassungen überliefert oder lassen sich nur noch aus den fremdsprachigenVorlagen des ,Internationaltheaters‘1 erschließen; ein Gutteil des Repertoires ausdieser Frühzeit muss ohnedies als verloren gelten. Was im Wortlaut festgehaltenwurde, war als eigentliche Geschäftsgrundlage prinzipiell nicht für die Allgemeinheit gedacht und liegt mit wenigen Ausnahmen bloß dem Zufall geschuldet handschriftlich vor. Mit dem rigiden literaturwissenschaftlichen Begriff des Werks alseigenständiges und authentisches Produkt eines auktorialen Schaffensprozesses lassen sich diese ständigen Transformationen unterworfenen, intermedial konzipierten Bühnenstücke verschiedenster Provenienz ohnedies kaum fassen. So hielt sichauch das Interesse der Editionsphilologie nach engagierten, aber wissenschaftlichüberholten Anfängen2 ein ganzes Jahrhundert lang in überschaubaren Grenzen.31Diesen aussagekräftigen Begriff prägte Bärbel Rudin in Abgrenzung zu den Nationaltheaterkonzepten des 18. Jahrhunderts, um auf die besonderen Spezifika der Genese, Performanz und Distribution von

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Editiode Gruyter

Published: Dec 20, 2017

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