Von der literarischen Vorlage zum vertonten Text. Fünf Schritte zu einer digitalen textgenetischen Edition von Operntexten am Beispiel von Wolfgang Amade´ Mozarts Die Entführung aus dem Serail KV 384

Von der literarischen Vorlage zum vertonten Text. Fünf Schritte zu einer digitalen... Iacopo CividiniVon der literarischen Vorlage zum vertonten TextFünf Schritte zu einer digitalen textgenetischen Edition von Operntextenam Beispiel von Wolfgang Amade´ Mozarts Die Entführung aus dem SerailKV 384Aufgrund seines ausgeprägten meta- und intertextuellen Hintergrunds bildet dasLibretto als ,Text für Musik‘ das Ergebnis eines vielfältigen, multimedialen Entstehungs- und Revisionsprozesses. Von der Auswahl der literarischen Vorlage an,aus der der Entwurf zum Libretto gewonnen werden soll, bis hin zur Textgestaltung unter den Noten der Partitur und im für das Publikum des Theatersgedachten Librettodruck durchläuft die Genese eines Operntextes mehrere sprachwie musikgebundene Entwicklungs- und Bearbeitungsstadien.1Die praxisbedingte Unselbstständigkeit des Mediums ,Text für Musik‘ als bloßes Stadium einer darüber hinausgehenden Werkgenese lässt den Zwiespalt zwischen der dynamischen Beschaffenheit eines Revisionsprozesses und dem statischen Endgültigkeitsanspruch einer nach wissenschaftlichen Kriterien festgelegtenTextausgabe besonders scharf hervortreten: Als textliche Fixierung des Theaterereignisses darf das gedruckte Libretto durchaus editorische Autonomie beanspruchen, als Bearbeitung einer präexistenten Vorlage und vor allem als Bestandteil eines musikalischen Werkes eher weniger. Andererseits kann auch dervertonte Text einer Partitur ohne Szenengliederung, Regieanweisungen, VersStruktur und gesprochene Dialoge des Librettodrucks seinerseits keinen vollständigen Operntext abliefern. Beide, Libretto und Partitur, stellen zwar in ihrerjeweiligen Funktion autonome, definitive Fassungen des Operntextes dar; da sieaber zugleich Stadien eines dynamischen Entstehungsvorganges sind, können sieihre http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Editio de Gruyter

Von der literarischen Vorlage zum vertonten Text. Fünf Schritte zu einer digitalen textgenetischen Edition von Operntexten am Beispiel von Wolfgang Amade´ Mozarts Die Entführung aus dem Serail KV 384

Editio , Volume 31 (1): 11 – Dec 20, 2017

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de Gruyter
Copyright
© 2018 by Walter de Gruyter Berlin/Boston
ISSN
1865-9446
eISSN
1865-9446
D.O.I.
10.1515/editio-2017-0006
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Abstract

Iacopo CividiniVon der literarischen Vorlage zum vertonten TextFünf Schritte zu einer digitalen textgenetischen Edition von Operntextenam Beispiel von Wolfgang Amade´ Mozarts Die Entführung aus dem SerailKV 384Aufgrund seines ausgeprägten meta- und intertextuellen Hintergrunds bildet dasLibretto als ,Text für Musik‘ das Ergebnis eines vielfältigen, multimedialen Entstehungs- und Revisionsprozesses. Von der Auswahl der literarischen Vorlage an,aus der der Entwurf zum Libretto gewonnen werden soll, bis hin zur Textgestaltung unter den Noten der Partitur und im für das Publikum des Theatersgedachten Librettodruck durchläuft die Genese eines Operntextes mehrere sprachwie musikgebundene Entwicklungs- und Bearbeitungsstadien.1Die praxisbedingte Unselbstständigkeit des Mediums ,Text für Musik‘ als bloßes Stadium einer darüber hinausgehenden Werkgenese lässt den Zwiespalt zwischen der dynamischen Beschaffenheit eines Revisionsprozesses und dem statischen Endgültigkeitsanspruch einer nach wissenschaftlichen Kriterien festgelegtenTextausgabe besonders scharf hervortreten: Als textliche Fixierung des Theaterereignisses darf das gedruckte Libretto durchaus editorische Autonomie beanspruchen, als Bearbeitung einer präexistenten Vorlage und vor allem als Bestandteil eines musikalischen Werkes eher weniger. Andererseits kann auch dervertonte Text einer Partitur ohne Szenengliederung, Regieanweisungen, VersStruktur und gesprochene Dialoge des Librettodrucks seinerseits keinen vollständigen Operntext abliefern. Beide, Libretto und Partitur, stellen zwar in ihrerjeweiligen Funktion autonome, definitive Fassungen des Operntextes dar; da sieaber zugleich Stadien eines dynamischen Entstehungsvorganges sind, können sieihre

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Editiode Gruyter

Published: Dec 20, 2017

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