Vertextungen. Schreiben, Schneiden, Sammeln. Workshop zur Editorik an der Universität Salzburg, 15./16. Dezember 2016

Vertextungen. Schreiben, Schneiden, Sammeln. Workshop zur Editorik an der Universität Salzburg,... Daniel Ehrmann, Thomas TraupmannVertextungen. Schreiben, Schneiden, Sammeln.Workshop zur Editorik an der Universität Salzburg,15./16. Dezember 2016Dass der zentrale Arbeitsgegenstand der Literaturwissenschaften Texte sind,scheint, der kultur- und medienwissenschaftlichen Erweiterung des Faches zumTrotz, nach wie vor außer Frage zu stehen. Fragt man hingegen nach den Eigenschaften und der – im wörtlichen Sinne verstandenen – Qualität dessen, wasgemeinhin als ,Text‘ auftritt, gestaltet sich die Antwort schon schwieriger.1 Auseiner materialitätssensitiven editorischen Perspektive2 kann diagnostiziert werden,dass die vor allem Manuskripte prägende „Singularität des skripturalen Akts“3geläufige Auffassungen von Text und Textualität wie auch deren Verbindlichkeitfür die Literatur- und Kulturwissenschaften anfechtbar macht. Was an dieser Stellenur kursorisch als Problemlage skizziert werden kann, war zugleich der Ausgangspunkt für den editorischen Workshop, der im Dezember 2016 in Salzburg abgehalten wurde. Um der häufig als statisch gedachten Materialität einen Teil jenerDynamik zurückzuerstatten, aus der sie hervorging, wurde der Begriff der ,Vertextung‘ eingeführt. Dieser sollte die Möglichkeit bieten, ein heterogenes Ensemble von textuellen Konstellationen und Erscheinungsformen zu konturieren, dieje in ihrem Verhältnis zu textkonstituierenden und textverändernden Handlungenzu betrachten sind. ,Vertextung‘ bezeichnet folglich das Resultat eines Prozesses,der durch das Spannungsfeld materieller Praktiken geprägt ist, und zugleich einErgebnis, das selbst wieder Teil und Ausgangspunkt weiterer Vertextungen seinkann und damit der Möglichkeit seiner Dynamisierung http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Editio de Gruyter

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© 2018 by Walter de Gruyter Berlin/Boston
ISSN
1865-9446
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1865-9446
D.O.I.
10.1515/editio-2017-0015
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Abstract

Daniel Ehrmann, Thomas TraupmannVertextungen. Schreiben, Schneiden, Sammeln.Workshop zur Editorik an der Universität Salzburg,15./16. Dezember 2016Dass der zentrale Arbeitsgegenstand der Literaturwissenschaften Texte sind,scheint, der kultur- und medienwissenschaftlichen Erweiterung des Faches zumTrotz, nach wie vor außer Frage zu stehen. Fragt man hingegen nach den Eigenschaften und der – im wörtlichen Sinne verstandenen – Qualität dessen, wasgemeinhin als ,Text‘ auftritt, gestaltet sich die Antwort schon schwieriger.1 Auseiner materialitätssensitiven editorischen Perspektive2 kann diagnostiziert werden,dass die vor allem Manuskripte prägende „Singularität des skripturalen Akts“3geläufige Auffassungen von Text und Textualität wie auch deren Verbindlichkeitfür die Literatur- und Kulturwissenschaften anfechtbar macht. Was an dieser Stellenur kursorisch als Problemlage skizziert werden kann, war zugleich der Ausgangspunkt für den editorischen Workshop, der im Dezember 2016 in Salzburg abgehalten wurde. Um der häufig als statisch gedachten Materialität einen Teil jenerDynamik zurückzuerstatten, aus der sie hervorging, wurde der Begriff der ,Vertextung‘ eingeführt. Dieser sollte die Möglichkeit bieten, ein heterogenes Ensemble von textuellen Konstellationen und Erscheinungsformen zu konturieren, dieje in ihrem Verhältnis zu textkonstituierenden und textverändernden Handlungenzu betrachten sind. ,Vertextung‘ bezeichnet folglich das Resultat eines Prozesses,der durch das Spannungsfeld materieller Praktiken geprägt ist, und zugleich einErgebnis, das selbst wieder Teil und Ausgangspunkt weiterer Vertextungen seinkann und damit der Möglichkeit seiner Dynamisierung

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Published: Dec 20, 2017

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