The Economics of Trade Unions: A Study of a Research Field and Its Findings

The Economics of Trade Unions: A Study of a Research Field and Its Findings Die Erkenntnis, dass Gewerkschaften nicht nur für ihre Mitglieder von Nutzen sind, indem sie deren Arbeits- und Lebensbedingungen mit Tarifverhandlungen und durch Arbeitskämpfe verteidigen und verbessern, sondern dass sie auch positive Effekte für ihren Widerpart, die Unternehmer, hervorbringen können, ist nicht zuletzt der namhaften Publikation von Richard B. Freeman und James L. Medoff – „What Do Unions Do?“ (1984) – zu verdanken. Mit ihr haben die Verfasser vorwiegend gegen den ökonomischen Mainstream argumentiert, der Gewerkschaften nur als monopolistische Organisationen mit negativen Folgen für die Performance von Unternehmen wahrzunehmen vermochte.Freeman und Medoff haben dem Monopol-Modell die Collective-Voice-Funktion gegenübergestellt. Anknüpfend an Hirschmans (1974) Unterscheidung zwischen Exit- und Voice-Optionen sehen sie in der Gewerkschaft ein Medium, durch das die Beschäftigten mit dem Management kommunizieren und Widerspruch anmelden können. Auf diese Weise lässt sich Unzufriedenheit in der Belegschaft thematisieren und durch Verhandlungen beseitigen, so dass die Beschäftigten weniger die alternative Option der Abwanderung wählen. Infolgedessen kommt es zu geringerer Fluktuation und geringeren Fehlzeiten, was sich in höherer Arbeitsproduktivität niederschlägt. Ihre Schlussfolgerung war, dass die positiven Effekte der Collective-Voice-Funktion die negativen Effekte der Monopolisierung des Faktors Arbeit kompensieren, ja sogar übertreffen.In der englischsprachigen Industrial-Relations- und Management-Literatur ist das Buch ein Klassiker. Seine erstaunlich breite http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Arbeit de Gruyter

The Economics of Trade Unions: A Study of a Research Field and Its Findings

Arbeit , Volume 27 (1): 2 – Mar 26, 2018

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Publisher
De Gruyter Oldenbourg
Copyright
© 2018 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
ISSN
0941-5025
eISSN
2365-984X
D.O.I.
10.1515/arbeit-2018-0007
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Abstract

Die Erkenntnis, dass Gewerkschaften nicht nur für ihre Mitglieder von Nutzen sind, indem sie deren Arbeits- und Lebensbedingungen mit Tarifverhandlungen und durch Arbeitskämpfe verteidigen und verbessern, sondern dass sie auch positive Effekte für ihren Widerpart, die Unternehmer, hervorbringen können, ist nicht zuletzt der namhaften Publikation von Richard B. Freeman und James L. Medoff – „What Do Unions Do?“ (1984) – zu verdanken. Mit ihr haben die Verfasser vorwiegend gegen den ökonomischen Mainstream argumentiert, der Gewerkschaften nur als monopolistische Organisationen mit negativen Folgen für die Performance von Unternehmen wahrzunehmen vermochte.Freeman und Medoff haben dem Monopol-Modell die Collective-Voice-Funktion gegenübergestellt. Anknüpfend an Hirschmans (1974) Unterscheidung zwischen Exit- und Voice-Optionen sehen sie in der Gewerkschaft ein Medium, durch das die Beschäftigten mit dem Management kommunizieren und Widerspruch anmelden können. Auf diese Weise lässt sich Unzufriedenheit in der Belegschaft thematisieren und durch Verhandlungen beseitigen, so dass die Beschäftigten weniger die alternative Option der Abwanderung wählen. Infolgedessen kommt es zu geringerer Fluktuation und geringeren Fehlzeiten, was sich in höherer Arbeitsproduktivität niederschlägt. Ihre Schlussfolgerung war, dass die positiven Effekte der Collective-Voice-Funktion die negativen Effekte der Monopolisierung des Faktors Arbeit kompensieren, ja sogar übertreffen.In der englischsprachigen Industrial-Relations- und Management-Literatur ist das Buch ein Klassiker. Seine erstaunlich breite

Journal

Arbeitde Gruyter

Published: Mar 26, 2018

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